Katze und Welpe/Junghund

  • Unser DSG-Hund ist jetzt ein halbes Jahr alt. Er kam im Juni zu uns und lernte seine neue Mitbewohnerin kennen: Eine 14jährige, hundererfahrene Freigänger-Katze.
    Die ersten Begegnungen verliefen erwartungsgemäß OK, aber dann hatte sich schnell eingespielt, was leider jetzt die Basis für ihr weiteres Kennenlernen ist: Sie folgt dem Fluchtimpuls und geht weg, er rennt ihr, seinem Beutetrieb folgend nach. Da sie Freigängerin ist, kann sie immer und schnell ausweichen. Das tut sie mittlerweile grundsätzlich: Nachdem sie am Anfang sehr geduldig war und seine Neugierde ausgehalten hat, ist sie mittlerweile völlig entnervt und unwillig.
    Sie kommt nur noch ganz selten in die Wohnung, hält sich nur noch auf der Terrasse auf. Er hingegen findet seltener gewordene Katzenbegegnungen dadurch noch spannender und will mit noch mehr Verve hinterher rennen, wenn er auf die Terrasse kommt. Jetzt, wo es regnerischer und kälter wird, machen wir uns ziemliche Sorgen und wissen nicht, was wir weiter tun sollen.
    Alle, die wir fragten, alle Literatur und alle Meinungen waren unisono: "Zeit geben und nicht einmischen!"
    Aber diese Nichteinmischungsstrategie hat bislang (3,5 Monate) keine Annäherung gebracht, eher eine Verschlechterung.
    Im Moment nehmen wir den Hund an die Leine, wenn er auf die Terrasse darf und unterbinden Nachrennen. Die Katze geht trotzdem weg, es ist ihr egal, ob Leine oder nicht.

    Wird der Hund automatisch irgendwann mit dem Hinterherrennen aufhören, wenn er älter und gelassener wird?
    Wird die Katze, wenn es draußen ungemütlicher wird, wieder mehr Energie zur Rückeroberung ihres Zuhauses aufbringen?
    Können wir ihre Beziehung, bzw. die Entwicklung einer solchen unterstützen?

  • Ich denke nicht, dass sich da was von alleine regeln wird. Der Hund sieht die Katze und denkt sich, dass Action angesagt ist. Das konditioniert ihn ja schon dazu, immer weiter zu machen, weil das Hetzspiel ihn belohnt.

    Ich würde es einfach unterbinden, dass der Hund zur Katze geht. Immer wenn er auf die Katze zugehen will, kommt ein ernstgemeintes "Nein" (falls das schon klappt). Das müsstet ihr solange machen, bis der Hund sich für die Katze nicht mehr interessiert.
    Bei Katzen kann man da nicht so viel machen. Zurückkommt sie wahrscheinlich dadurch, dass sie von selbst merkt, dass der Hund sie nicht mehr belästigt.

  • Wir haben hier so ziemlich das selbe Spiel, draußen Kater und junge Hündin. Chloe will immer wieder mit Ace spielen, der Kater ist aber ein ziemliches arsch***h, er greift immer ohne jegliche Vorwarnung an wenn ihm was nicht passt. Das macht er mittlerweile sogar bei uns, für ihn bedeutet sowas allerdings immer einen Rauswurf. Gestern hatten wir nach 1 1/2 Monaten endlich mal einen Fortschritt zu verzeichnen, Chloe wurde durch uns zurückgehalten und konsequent auf ihren Platz verwiesen, nach Ca. 15 Minuten endlich, blieb sie dort und beide Tiere schliefen friedlich im selben Raum.

    Das hat unser Kater heute nach weiteren Fortschritten wieder zunichte gemacht... Heute hat sich der Kater, über den ganzen Tag verteilt, getraut im Haus rumzulaufen selbst wenn die kleine da war. Alles friedlich, die kleine hat gestern anscheinend auch gelernt dass der Kater kein Spielzeug ist und die beiden sind nebeneinander laufend zurecht gekommen.

    Jedenfalls zunächst.. Ich musste am Nachmittag mal für ne halbe Stunde weg, als ich wiederkam war mein Freund mit den beiden in der Küche, alles toll, nur das die kleine sich über meine Ankunft wie immer gefreut hat und durch die Wohnung gewuselt ist. Als sie am Kater vorbei kam, hat dieser wieder grundlos und ohne Vorwarnung nach ihr gehauen und auch ihr jammern und zurückziehen hat ihm nicht gereicht.

    Sie hatte ihn nicht mal beachtet sondern sich nur über mich gefreut :/ Konsequenz mal wieder der Rauswurf vom Kater. Ich werd mittlerweile auch echt sauer wenn er sowas macht, weil es immer total unverhofft und aus dem nichts heraus geschieht.

    Naja der beste Fortschritt kam dadurch zustande das Chloe gelernt hat den Kater zu ignorieren... Aber der Kater an sich ist bei uns noch eine Baustelle :(

    Gruß Tahlly

  • Zitat

    (...)Immer wenn er auf die Katze zugehen will, kommt ein ernstgemeintes "Nein" (falls das schon klappt). Das müsstet ihr solange machen, bis der Hund sich für die Katze nicht mehr interessiert.(...)


    "Nein" klappt recht gut zuhause. Nicht hundertprozentig (der starke Katzenreiz dürfte an die Grenze führen), aber immerhin so gut, dass wir es hierfür verwenden können.

    Zitat

    (...) Chloe wurde durch uns zurückgehalten und konsequent auf ihren Platz verwiesen, nach Ca. 15 Minuten endlich, blieb sie dort (...)


    Am Auf-den-Platz-Kommando arbeiten wir derzeit. Es ist noch nicht sicher. Der Kleine hat gerade angefangen, zu kapieren, was wir meinen... aber so völlig superfreiwillig muss das ja auch nicht jedesmal sein, wir können ihn im Notfall mit der Leine festmachen, bis er sich entspannt und es akzeptiert.

    Danke für die 2 Antworten.
    Ich fühle mich bestärkt darin, dass es richtig ist, jetzt aktiv zu werden/bleiben und auf der Hundeseite einzuwirken.
    Will heißen, dass wir jede Katzenbegegnung ab jetzt kontrollieren.
    Sollte die Katze dann hoffentlich Vertrauen fassen und durch die Katzenklappe wieder reinkommen, werden zwar ganz viele Situationen entstehen, wo wir nicht dabei sind und nix kontrollieren können, aber vielleicht hat der Hund dann verstanden, dass die Katze kein Hetz-Spielzeug ist.... vielleicht... im Moment wirkt diese Vorstellung noch sehr fantasievoll utopisch. Aber mal schauen...

    Was Hoffnung macht, dass unsere Katze ihr Zuhause nicht aufgeben wird und dass sie ein Interesse hat, sich zu holen, was sie will: Die letzten Nächte ist sie ins Bett gekommen und hat die Stunden vorm Frühstück kuschelnd bei uns geschlafen. Der Hund ist neben dem Bett auf seinem Schlafplatz eingesperrt (Schlafecke ist mit Laufgitterkonstruktion abgetrennt) und schläft nachts ohnehin so tief, dass er nix merkt. Wir nehmen das als Hinweis, dass sie nicht ängstlich, sondern nur genervt ist und dass sie aktiv wird, sobald sie Raum bekommt.

  • Da kann ich ja von Glück Reden das unser BC Welpe gehörig Respekt vor unseren Katern und selbst vor der 1 1/2 jährigen Pflegekatze hat.

    Die Pflegekatze kam die ersten 3 Tage nur zum fressen von oben in die Küche. Dabei muss ich sagen, das Schlafzimmer und Arbeitszimmer eine Etage über dem Wohnzimmer sind und eine offene Spartreppe (versetzte Stufen) nach oben führt.
    Da ist absolut Hunde freier Bereich für die Katzen zum zurück ziehen.

    In den ersten Tagen hat er freudestrahlend versucht mit den Katern zu spielen. Beide 11 Jahre alt und zack ohne Krallen eins auf Nase.
    So schnell könnten wir gar nicht gucken.

    Im Flur gehen sie aneinander vorbei ohne das was passiert und im Moment hat er mehr Respekt vor denen als umgekehrt.

    http://img.tapatalk.com/d/13/09/25/6e4etyvy.jpg

    Der Kater liegt Seelenruhig auf seinem Kissen was Buster vorher durch das Wohnzimmer gezogen hat.

    Hoffe es bleibt so...


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  • Yep, toto666.... das klingt nach Wohnungskatzen und so sehr ich es richtig finde, dass unsere Katze Freigängerin ist, so sehr habe ich es jetzt in den letzten Monaten bedauert, dass sie sich den "hundefreien Raum" selbst schaffen kann, wenn sie will, nämlich draußen.
    Das ist ja das Problem: Ihre Rückzugsmöglichkeit ist die völlige Abwesenheit.
    Sie ist hundeerfahren: mit ihrem ersten Hundemitbewohner kuschelte sie im Körbchen, mit dem zweiten hatte sie ein freundliches Ignorieren eingeübt und krallenlose Nasenhiebe kennt sie als Hundeerziehungsmittel sehr gut, aber die beiden Kandidaten rannten ihr auch nicht hinterher.
    Die Mühe des Kennenlernens nimmt sie nicht auf sich, so lange der Hund ihr nachrennt und sie einfach lieber ausweicht.

  • Danskypack: Ja es sind Wohnungskatzen. Hätte es auch gerne das sie wenigstens teilweise raum kämen, wir haben zwar einen Garten mit 1000 m² aber auch eine viel befahrene 30er Zone an die sich hier keine Sau hält.

    Desweiteren haben wir die Wohnung unter uns an eine Junge Frau mit Kind vermietet, so das einfach ne Katzenklappe ausscheidet. Nach 11 Jahren Wohnungskatze würde es auch schlecht werden mit drinnen und draußen gewöhnen denke ich.

    Wir kümmern uns viel um unsere Katzen im Moment und sie bekommen auch mal ne Extra Portion Super-Futter :-)
    Ob es hilft? Keine Ahnung. Sie müssen ja nicht im Körbchen zusammen liegen, hauptsache man aktzepiert und respektiert sich gegenseitig.

    Das wäre mir schon genug.

  • Etwa 1 Monat später:
    Wir haben das Wohnzimmer (angrenzend an Terrasse, also jederzeit durch Klappe frei zugänglich für die Katze) IMMER mit der Tür verschlossen, wenn wir nicht selbst darin sind.
    Jede Bewegung des Hundes im Wohnzimmer oder auf der Terrasse ist mit Indoor-Leine und unsererseits stark kontrolliert.
    Bei Katzenbegegnungen unterbrechen wir jedes interessierte Verhalten des Hundes mit einem starken "Nein!" plus Stampfschritt auf ihn zu. Wenn er seine Aufmerksamkeit dann stattdessen uns zuwendet, loben wir überschwänglich.

    Bisher hat es nix, oder zumindest kaum etwas gebracht.
    Die Katze kommt, außer nachts, schon manchmal nach drinnen (zum Futterplatz oder wenn es sehr regnet) und wirkt insgesamt etwas entspannter, allerdings nur, wenn der Hund hinter der geschlossenen Tür ist. Freiwillig gleichzeitig im selben Raum: nie.
    Der Hund scheint immer noch dasselbe Interesse an der Katze zu haben und würde sich exakt so verhalten wie zuvor, wenn wir das nicht unterbinden würden.
    Inzwischen ist er etwas älter und nicht ganz so extraspontan impulsgesteuert wie als Welpe, aber der Katzen-Reiz ist offenbar weiterhin sehr stark und das Hetzspiel (würden wir es zulassen) scheint weiterhin ritualisiert und automatisch zu funktionieren.

    Ist es noch zu früh, um mehr zu erwarten?
    Müssen wir einfach geduldig weiter machen und warten?
    Oder können wir noch etwas tun, auf was wir im Moment nicht kommen?

  • :hurra:
    Aktualisierung:
    Wir sind im Rosa-Wölkchen-Wunderland!
    Ein Traum!
    :wolke7:

    Auf einmal hat der Hund aufgehört, die Katze zu hetzen!
    Sofort hat sie ihm die Chance zu mehr Nähe gegeben.
    Diese Belohnung hat ihn freilich bestätigt und er ist ruhiger, langsamer und ganz sachte geworden.
    Daraufhin hat die Katze noch mehr zugelassen.
    Und jetzt: Die beiden liegen völlig entspannt direkt neben einander (5 cm)!
    Wenn ein Menschenschoß dabei ist, wird sogar Köpfchen gerieben (Katze) und vorsichtig gekuschelt (Hund)!
    Hammer!

    Die zwei Faktoren, die wir letztendlich für ausschlaggebend halten:
    - Die geschlossene Tür + die Kontrolle per Indoor-Leine: Das Spiel zu unterbinden hat aus der ganzen Sache den Spiralenschwung genommen und so erst den Raum geschaffen für andere Begegnungen.
    - Das immer kälter werdende Wetter: Die Katze fand die Unanehmlichkeiten draußen dann irgendwann schlimmer, als die drinnen und hat, nachdem sie gelernt hatte, wir schützen sie vor dem Hund, sich ein Herz gefasst.

    Dazu kamen Zeit und Geduld. Langsam wird unser Jungspund einfach ruhiger und erwachsener und wird nicht von dauerndem Reizfeuerwerk daran gehindert, neue Erfahrungen zu machen.

    Meine Güte, bin ich glücklich mit diesen beiden Superschätzen!!!!!! :herzen4:

  • Glückwunsch zu diesem Erfolg. :smile: Bei uns war es recht ähnlich, wir haben der Katze dann die obere Etage als Rückzugsmöglichleit geschaffen. In den ersten 4 Wochen mussten wir die Katze am Hund vorbei tragen, weil sie solche Angst hatte. Mittlerweile gehen beide aneinander vorbei - und liegen oft im gleichen Zimmer.
    Ich finde, es gibt fast nichts schöneres als die beiden neben einander schlafen zu sehen :sleep:

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