Welpe und Leine/Halsband

  • Hallo,

    vor 4 Tagen ist unser Welpe eingezogen. Er ist jetzt 9 Wochen alt.

    An Halsband wurde er schon bei der Züchterin gewöhnt, auch wir haben es ihm die letzten Tage immer mal wieder angelegt, haben uns aber ausschließlich in Haus und Garten aufgehalten, um den Kleinen entspannt bei uns einzugewöhnen.
    Nun stand gestern das erste Außer-Haus-Erlebnis an. Ich habe ihn einige Meter (ca. 50 m) vom Haus weggetragen, ihn dann abgesetzt, schnüffeln lassen und dann versucht gemütlich mit ihm nach Hause zu wackeln. Dabei habe ich versucht, möglichst keinen Zug auf die Leine kommen zu lassen. Wenn er den Rückwärtsgang eingelegt hat, habe ich ihn mit Leckerchen zu mir gelockt.

    Frage 1:

    Obwohl ich mich sehr ruhig verhalten habe, war für den Kleinen natürlich alles furchtbar spannend und er war entsprechend aufgeregt. Wenn ich ihn nun locke und ihm Futter gebe, belohne ich ihn dann evtl. für das Aufgeregtsein? Ich möchte natürlich für das Kommen belohnen. Mach ich das nun richtig? :hilfe:

    Als er dann in unserer Einfahrt bemerkt hat, dass wir hier zuhause sind, hat er den Turbo eingeschaltet und ist im Schweinsgalopp zur Haustür gespurtet. Ich bin in seinem Tempo hinterher, um ja keinen Zug auf die Leine zu bekommen. Eigentlich sollte ja aber ich das Tempo vorgeben...

    Frage 2:

    Wie kann ich das mit dem Tempo regeln, damit ich gleich von Anfang an alles richtig mache? Ich finde es zwar toll, wenn er vorwärts läuft und nicht nur den Rückwärtsgang einlegt, möchte aber natürlich auch selbst das Tempo bestimmen.... :hilfe:

    Ich weiß er ist gerade erst angekommen. Und damit ihr mich richtig versteht: ich erwarte nichts von ihm, aber ich möchte alles richtig machen! Ich möchte ihm zeigen können wie es richtig geht!

    Bestimmt gibt es hier viele, die mal in ähnlicher Situation waren und mir hier vielleicht den ein oder anderen Tipp zum Thema Welpe und Leine geben können.

    Vielen Dank für's Lesen!

    Granita

  • Ich würde es andersrum machen und mit dem Hund immer von zuhause los gehen.

    Falls Garten vorhanden, würde ich ihn die ersten Tage nur dort lassen und noch gar nicht mit Leine raus gehen.

    Kleine Welpen brauchen noch die Sicherheit des Innenterritoriums und erkunden dann, wenn sie etwas älter sind, von dort aus die weitere Umgebung. Da der Welpe ja gerade erst einen Umzug hinter sich hat, ist erst mal wichtig, dass er seine neue Umgebung (Haus und Garten) kennen lernt und noch gar nicht draußen in der "gefährlichen" Welt rum laufen muss.

    Die ersten kleineren Gänge würde ich dann nach ein bis zwei Wochen, je nach Charakter des Hundes, direkt von zuhause aus los gehen, den Hund in Ruhe schnüffeln lassen, ihm aber letztendlich Sicherheit geben, dass wenn ich als Mensch da bin, alles ok ist. Also lieber selbst den Weg vorgeben, als sich am Hund orientieren. Mit Leckerchen locken braucht man eigentlich nicht unbedingt, finde ich.
    Wie würdest Du ein kleines Kind auf einen Spaziergang mit nehmen? Doch sicher auch erst mal an die Hand und Du würdest Deinen Weg gehen und nicht hinter dem Kind herlaufen oder es mit einem Lutscher irgendwo hin locken.

    Geh ruhig und bestimmt, vom Tempo her angepasst, Deinen Weg, lass den Kleinen schnüffeln und das reicht dann. Geh soweit, wie Du den Eindruck hast, dass der Kleine locker mit geht, geh nicht zurück, wenn er zurück zieht, sondern dann, wenn er gerade entspannt ist.

    Warum willst Du dringend vermeiden, dass Spannung auf die Leine kommt? Hat das einen Grund? Du wirst es nicht verhindern können auf Dauer.

  • Hallo,

    ich würde nicht sagen, dass du seine Aufregung belohnst. Ich würde nur darauf achten, dass du ihn nicht "zu überschwenglich" lobst. Also wenn er nach einem Leckerlie und Party noch viel aufgedrehter wirkt, dann beim nächsten Mal vielleicht lieber nur ein ruhiges "suuuper", wenn du verstehst was ich meine.

    Wegen der Leinenführigkeit:
    http://www.clicker-doggies.de/wp-content/gal…etely_leash.jpg
    http://www.clicker-doggies.de/wp-content/gal…uehrigkeit2.jpg

    Aber da bitte wirklich Geduld haben und den Hund nicht überfordern.

    Der Kleine ist erstmal total damit beschäftigt die Welt kennen zu lernen. Belohne ihn, wenn er korrekt läuft, aber übe noch nicht großartig und vorallem: führe nicht stur eine Übung zu Ende, denn wenn er zu aufgeregt ist KANN er gar nicht lernen, du wärst gefrustet, Welpe überfordert und versteht nicht was du von ihm willst, etc. pp.
    (Wenn du befürchtest, er zieht zu stark, kannst du ihm auch ein Geschirr anziehen)

    Welpen haben auch einen Folgetrieb, den du nutzen kannst. An stark befahrenen Straßen würde ich davon natürlich absehen. Aber auf einer Wiese o.ä. kannst du ruhig ableinen. (War nicht deine Frage, ich weiß, ich schreib's dennoch mal dazu)

    Und hier auch einige Spiele für den Rückruf:
    http://markertraining.de/series/komm-zu…cheren-ruckruf/
    Hier lege ich dir vorallem diese Artikel ans Herz:
    http://markertraining.de/das-namensspiel/
    http://markertraining.de/das-dreiecks-spiel/
    http://markertraining.de/auf-frischer-t…kommen-ertappt/

    Aber auch die anderen Artikel des Blogs sind sehr lesenswert!

    Das mit der Leineinführigkeit also bitte als eine Anleitung für später verstehen. Momentan steht für den Welpen die Welt erkunden wirklich ganz oben auf der Liste. :smile:

  • Hallo!
    Ich bin auch der Meinung, dass es sich nicht vermeiden lässt, dass Spannung auf die Leine kommt.
    Anfangs einfach wenn möglich ohne Leine laufen, und wenn es wegen einer Straße o.ä. nicht möglich ist, würde ich die Richtung vorgeben und nicht dem Welpen "hinterher rennen". Schnüffeln, sich umsehen usw. ist natürlich alles erlaubt.

    Wir haben es so gehandhabt, dass wir erst mit ca. 5 Monaten angefangen haben die Leinenführigkeit zu trainieren, davor war es egal, ob gezogen wurde oder nicht. Dazu haben wir auch von einem Geschirr zum Halsband gewechselt, um die neue Trainigssituation zu verdeutlichen, also: Geschirr heißt ziehen erlaubt, am Halsband wird brav nebenher gelaufen (was natürlich erst wie in den Links von EnnoWolfsspitz erklärt aufgebaut werden muss). Aber das Ziel würde so aussehen ;)

  • Also ich nutze den folgetrieb bei meinem welpen voll aus. Ohne leine lasse ich ihn nicht laufen, das ist mir zu gefährlich, also wird er bis zum waldweg oder der wiese getragen. Dann lass ich ihn mit schleppleine laufen. Falls was ist, kann ich auf die schleppleine treten, aber die leine schleift eigentlich nur am boden. Ansonsten gibts immer party, wenn der hund kommt.

    Zug auf der leine lässt sich wirklich nicht vermeiden, aber die frage ist, wie man reagiert. Ich ziehe den hund nirgendwohin und wenn er mal zieht, erstarre ich und warte bis er wieder zu mir kommt.

    Das gleiche beim heimweg. Das haben die zwerge schnell raus. Auch hier erstarre ich, warte bis sie zuruckkommt oder rufe sie auch mal um ihre aufmerksamkeit zu bekommen und gehe dann 3-4 schritte in die entgegengesetzte richtung. Funktioniert super.


    Achso, und ich würde an deiner stelle zum geschirr wechseln. Das ist fur einen welpen viel besser.

  • Hallo Granita,

    einiges an Tips wurde ja schon genannt.
    Du solltest aber dem kleinen Knirps einfach mal mehr Zeit geben und n bissl mehr Geduld an den Tag legen. Nach nur 4 Tagen (jetzt 5) bei dir wäre es fatal jetzt schon nach "Problemen" zu suchen. So ließt sich das von dir Geschrieben nämlich grad.
    Hab Geduld und lass den Kleinen sich erstmal an alles Neue gewöhnen. ;)

    Ich würde dir auch raten ein Geschirr anzutrainieren. Der Kleine wird noch sehr oft an der Leine ziehen, weil so vieles, grad in den nächsten Wochen, viel spannender sein wird als Pippi machen oder etwas mit Frauchen machen.
    Fang einfach langsam an und überforder den Kleinen nicht.
    Baue ein Geschirr positiv auf, übe langsam den Rückruf (Folgetrieb ausnutzen), möglichste erstmal nur rufen, wenn du sicher bist, dass der Kleine auch wirklich kommt, nicht zu oft locken mittels Leckerchen, denn du sollst ja interessant werden, nicht das Leckerchen ;-)
    Lass den Kleinen auch ruhig ausgiebig alles abschnuffeln, damit er seine neue Umgebung, die neuen Gerüche und neuen Alltagseinflüsse in Ruhe kennenlernen kann.
    Vielleicht schließt du dich noch einer Welpengruppe in einem Verein oder in einer Hundeschule an.
    Du wirst sehen, dass du nicht allein bist mit dem alltäglichen Welpenwahnsinn ;)

  • Zitat

    möglichste erstmal nur rufen, wenn du sicher bist, dass der Kleine auch wirklich kommt, nicht zu oft locken mittels Leckerchen, denn du sollst ja interessant werden, nicht das Leckerchen ;-)

    ja, ist sonst echt doof, wenn du mal keine dabei hast (wie ich ständig) :) fürs folgen oder herkommen gabs von mir eigentlich nur die ersten tage was leckeres. Jetzt nur noch groooooooßes lob oder ne kurze spieleinheit. Unsre trainerin gab uns auch die aufgabe, ihre aufmerksamkeit einzufordern und wenn sie sich dann zu uns bewegt, erst das kommando "komm" o.ä. Zu sagen.

    Zitat


    Lass den Kleinen auch ruhig ausgiebig alles abschnuffeln, damit er seine neue Umgebung, die neuen Gerüche und neuen Alltagseinflüsse in Ruhe kennenlernen kann.


    Hihi, find ich auch wichtig. Ich hab mich schon so oft mit dem hund einfach an die straße oder auf die wiese gesetzt. Und überhaupt sind unsre spaziergänge seeeehr gemütlich. Man erkennt ja jetzt auch recht deutlich, wenn grad etwas passiert, was dem hund neu ist. Das find ich total schön. :) da warte ich sehr gerne und lass ihn erleben.

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