Misshandelter Hund und dickköpfige Menschen.. HILFE :(

  • Hallo,

    Seit letzten Freitag habe ich eine neue Pflegehündin (eine ziemlich schräge Mischlingsdame die 2 Jahre alt ist) welche in ihrer vorherigen Familie misshandelt wurde und darum das Vertrauen zu Menschen verloren hat und auch generell vor so ziemlich allem Angst hat außer vor anderen Hunden.

    Allerding hat sie 3 sehr positive Eigenschaften was mich hoffen lässt das sie das Vertrauen wieder zurückgewinnt die Eigenschaften sind 1. Sie ist sehr neugierig, 2. Sie liebt Leckerlis und 3. Sie liebt den Pflegehund von meinem Freund (mit dem ist sie auch im TH im selben Zwinger lebt) und da der Pflegehund von meinem Freund uns einfach nur liebt und ein prinzipiell sehr souveräner Hund ist finde ich das ja sehr positiv.

    Der Hund von meinem Freund hilft uns ja aktuell sehr da er schmusiger ist als jemals zuvor (so viel gestreichelt wie aktuell habe ich ihn noch nie da er immer rumtoben wichtiger fand als wie sich streicheln lassen :)) und er achtet auch sehr auf sie (wie ein Ehepaar die 2 :)) und ich mache schon langsam Fortschritte… am Sonntag konnte ich sie ein paarmal kurz streicheln, leider hatten wir gestern einen schlechteren Tag (ich schätze weil ich einen Tag dazwischen nicht dort war um mit ihr zu arbeiten) aber ja prinzipiell machen wir Fortschritte und man merkt ja auch gerade wenn sie mit dem Hund von meinem Freund rumtobt dann hat die kleine Dame sehr viel Selbstbewusstsein.
    Aktuell arbeiten wir folgendermaßen das wenn sie sich zu mir locken lässt bekommt sie Leckerlis und viel Lob, wenn sie nicht kommt ist eben nichts, da ich sie aktuell eh nicht ableinen kann ist sie eh nicht weit weg, ich versuche immer wieder die Distanz zwischen uns zu verringern, also die Leine ist 8 Meter lang und da schau ich eben das wir jedes Mal etwas verkürzen ohne ihre Wohlfühlzone zu verletzen, ab und zu steht sie auch direkt neben mir oder meinem Freund, wenn sie das aber dann kapiert das wir ihr so nah sind schreckt es sie immer total.

    Habt ihr noch Tipps wie ich der kleinen Dame helfen kann?

    Ein großes Problem habe ich dann aber eben doch noch, eben seit Freitag versucht jeder mir zu „helfen“ (ich bin gutem Rat nicht abgeneigt aber wenn die Leute eigenmächtig handeln und irgendwas machen bin ich sauer, noch dazu wenn das dem Vertrauen von meinem Hund zu mir schadet)
    Ich sage den meisten Menschen ja wenn sie sich mit ihr beschäftigen wollen das sie eben misshandelt wurde und das man sie am besten ignoriert (sie kommt dann mit der Zeit von hinten an die Leute ran und schnüffelt an den Menschen) aber sehr viele meinen es ist total toll wenn man sich zu ihr runterlässt und sie wie irre lockt (noch besser mit wilden Handbewegungen rumfuchtelt oder ihr Leckerlis hinwirft wenn sie gerade Angst hat)

    Auch ein super Beispiel, als ich sie gestern zurückbrachte waren die anderen Paten dort und einer (zu dem ist sie in den letzten Tagen schon ab und zu hingegangen um sich Leckerlis zu stibitzen zwar ist sie gleich wieder weggelaufen aber immerhin, der Mann ist auch bekannt das er jeden Hund der ihm entgegenkommt mit Leckerlis stopft, egal ob TH Hund oder Hund mit Familie) war mit dem Rad unterwegs (Rad ein rotes Tuch für die Hündin, aber ja ohne viel Vertrauen kann ich meiner Meinung nicht mehr machen als weiterzugehen als ist nichts wenn uns ein Radfahrer entgegenkommt, was mir auch die Pflegerinnen vom TH rieten und zwar jene die auch drinnen aktiv mit den Hunden trainieren also jene wo ich denke das sie wirklich viel Erfahrung mit Hunden haben) und rief mir zu das wir jetzt testen ob sie auch Angst vor Radfahrern hat, ich rief zurück das wir das nicht testen müssen den das weiß ich schon(da eh nur an schönen Tagen 7000 Radfahrer neben der Hundefreilauffläche rumfahren und sie jedes Mal die Krise bekommt wenn wir einen sehen und leider können wir nicht 100% ausweichen mit 5 – 10 Radfahrer muss sie pro Spaziergang rechnen) und er soll es bleiben lassen aber nein auf mich wird nicht gehört und so fuhr er auf uns zu und rief ihren Namen sie natürlich in Panik ich sauer (nicht auf sie versteht sich) bin dann wütend mit ihr abgehauen.

    Was mache ich mit solchen Menschen? Die haben ja noch nicht mal Angst das sie gebissen werden von einem Hund (war ja bei einigen schon der Fall aber wir machen weiter als wär nix gewesen kein Lerneffekt also für diese Menschen wir füttern und fuchteln weiter) Aja dazugesagt sei deren Hunde haben die meist eh nicht wirklich unter Kontrolle aber Hauptsache den anderen Ratschläge für eine gute Hundehaltung geben (das mein Freund und ich dieses Jahr schon mit 7 Hunden gearbeitet haben die heute ein neues zuhause haben und viele ihrer Macken abgelegt haben zählt überhaupt nicht wir haben einfach keine Ahnung von Hunden weil sie nicht sinnlos nebenbei so viele Leckerlis bekommen das wir eine Mahlzeit auslassen könnten, sorry aber da werd ich sauer bei solchen Menschen)

  • So verkehrt finde ich es nicht, wenn ein Unsicherer Hund fremde Menchen als wandelnde Leckerlie Spender ansieht. Ich hab früher anderen Menschen extra Leckerlies in die Hand gedrückt zum Leckerlie zuwerfen. Und direkt aus der Hand füttern, nur wenn in die Hocke gegangen wurde und die Hand vor meinen Beinen hingehalten wurde. Meine Hündin war hinter meinen Beinen und hat Schutz bei mir gesucht. Es war ihre entscheidung ob sie die paar Schritte nach vorn geht und es sich abholt, sonst wurde es ihr zugeworfen.

    Wenn die kleine noch mehr Vertrauen zu dir bekommen würde, das sie bei dir Schutz sucht, dann wär das Fahrradfahr Training leicht. Einfach ein Fahrrad mit zum Spazierengehen nehmen und es die ganze Zeit mitschieben. Ab und zu abstellen und immer in der nähe des Fahrrads spielen.

    Bei meiner Unsicheren Hündin hat es geholfen, als ich es mal versaut hatte mit dem Vertrauen und Schutz bieten. Sie ganz kurz zu nehmen und wirklich geziehlt durch kurze Leine immer hinter mir zu halten, wenn sie Angst hatte. Sie wollte zwar weglaufen, aber nach einer Woche hatte sie es begriffen, das hinter mir bleiben Schutz bedeutet. War aber noch ein Junghund und ich hab die Kurve grad noch rechtzeitig gekriegt, bevor sich das Fluchtverhlten ritualisiert hatte.


    Vielleicht kannst du ja denen die dir gute Ratschläge geben wollen, einfach etwas über Angstverhalten erklären.
    Angst Verhalten lässt sich durch Konfrontationstherapie gut in den Griff kriegen! Das bedeutet aber nicht mit hauruck Methode, das verstärkt das Meideverhalten und gelernt wird nichts!
    Konfrontation würde wirklich bedeuten, ein Fahrrad mit beim Spaziergang mitzuführen, dem Hund seiner Angst auszusetzen und das ganze solange, bis der Hund merkt: Hey es passiert ja garnichts schlimmes.
    Vielleicht passiert sogar was gutes, wie ein Spiel oder Leckerlie.

    So Hauruck und Schock Methoden funktionieren nicht. Hab mich mit meiner Hündin früher in der nähe eines "Dorfstadtzentrum" auf eine Bank gesetzt, gewartet bis sie aufgehört hat zu Zittern und anfing zu Schnüffeln. Bin mir ihr dann auf die Wiese und wir haben Ball gespielt.
    Umsomehr dieser Positiven Erfahrungen dazu kamen, umso sicherer wurde meine kleine.
    Nichts mit Hauruck, sondern Konfrontation. Aber in einem Tempo und Maßstab der angemessen ist.

    Das ein Panischer Hund nichts lernt ist ja nichts neues. Aber selbst ein Panischer Hund hat die selben Biologischen vorgänge wie wir Menschen. Irgendwann entspannt der Körper sich etwas, weil das Unterbewusstsein merkt man Lebt immernoch und dann kann man dran Arbeiten.
    Ruhig durch Spiel oder Leckerlies, wenn der zustand erreicht ist.
    Lohnt sich auch das ganze ganz, ganz klein anzufangen.

  • Hey.

    danke für deine Antwort, das mit dem Fahrradtraining, das ich das Rad mit zum Spaziergang nehme habe ich mir auch schon überlegt, aber ich denke das es vl anfangs noch besser wäre generell mehr Vertrauen aufzubauen das sie sich sicher sein kann das ich ihr nichts böses will, da ja bei ihr glaub ich so ziemlich alles falsch gemacht wurde was man falsch machen kann, darum versuche ich ja so oft wie es mir möglich ist mit ihr etwas zu machen.

    Gestern haben wir ihr Element gefunden, da wir schon ein paarmal gesehen haben das sie im Wasser ruhiger wird und der Hund von meinem Freund (ein schwarzer Stafford Labrador Mix der für sein Leben gern im Wasser ist und ein hervorragender Schwimmer ist) das Traumwetter nicht so gut verträgt sind wir in den Bach gegangen und sind diesen entlangspaziert und ich bin bis jetzt erstaunt, ich erkenne unsere beiden Hunde nicht mehr... sobald wir dort waren wo normalerweise Menschen nicht hinkommen war sie wie ausgewechselt sie sprang wie eine irre im Wasser rum (ich denke sie kann nicht wirklich schwimmen und da dort ein paar Stellen sind die sie schwimmen müsste weil die Beine zu kurz sind, wo ich aber mit ihr rausgegangen wäre wenn es nicht anders gegangen wäre) aber nein sie übersprang diese Stellen einfach so richtig mit Bauchfleck und machte uns alle nass, und spielte mit dem Hund von meinem Freund, sie lies sich streicheln so richtig lange nämlich (sogar von meinem Freund den sie bis dorthin nicht so toll fand), hatte kein Problem wenn man einen Ball oder ein Stöckchen warf nein sie jagte denen richtig nach, lies sich abrufen und sogar das Kommando "Sitz" funktionierte (haben wir zufällig gemerkt als mein Freund seinen Hund sitzen lies sie hat sich sofort dazugesetzt, trotz dem eigentlich für sie so bösen Fingerzeichen). Gestern hat sie wirklich gezeigt das in ihr ein wahrer Traumhund steckt, ein richtig aktives und lustiges Mäderl.
    Und ja der Hund von meinem Freund dem seine Schwäche ist das er nicht teilt und da immer zur Furie wird wenn jemand anderes ein Leckerli bekommt oder zu nah an seinen Ball rankommt (gilt nur für Hunde) der lies sich den Ball aus den Maul klauen von ihr und solche Späße und es gefiehl ihm sich diesen Ball wieder spielerisch zurückzuholen :) der letzte der das versucht hat hat ein ordentliches Cut verpasst bekommen...
    Doch kaum aus dem Wasser raus hatte sie wieder furchtbare Angst, und als wir den Mann sahen der eben letztens das mit dem Rad ausprobiert hatte da merkt man zu dem ist sie nicht hingegangen den mag sie nicht mehr. Aber ok, eine Stunde hatte sie definitiv einen Mordsspaß was doch auch schon ein Fortschritt ist

    Da ja das schöne Wetter noch ein wenig hält, ist die Überlegung ob wir nicht auch die nächste Zeit immer im Bach spazierengehen da sie sich dort anscheinend wohl fühlt und sie dort vl einfacher Vertrauen zu uns aufbauen kann.

    Wenn wir auf der normalen Wiese unterwegs sind und ich die Spaziergeher finde die ich kenne werde ich denen sagen sie sollen ihr Leckerlis geben (mit schön hinhocken versteht sich :)) das ist sicher ein guter Ratschlag und sie lernt das Menschen auch total toll sein können und nicht die bösen die sie schlagen oder immer nur anschreien...

  • Glaub der Hund könnte bei dir richtig glücklich werden.

    *g* Ich bin mit meiner Hündin früher oft zum Tiergeschäft gegangen, weil sie so Angst hatte vor Autos und im Tiergeschäft alles so sehr nach Leckerlies roch, das sie da sofort entspannte. Der Weg dahin wurde ruckzuck immer weniger ein Problem. Hab extra immer Unterschiedliche Wege dahin genommen um sie mehr an alltags Situationen zu gewöhnen.

    *lach* ich hab auch früher immer gesagt, meine Hündin läuft mir nicht weg, die Schwimmt mir weg. Weil die am Wasser wie ausgewechselt war.
    Lief sonst immer in meiner nähe um bei mir schnell Schutz suchen zu können, aber wenn sie Wasser nur hörte, Wusch war sie weg :lol: . Alle Sorgen und Ängste vergessen.

    Mit dem Fahrrad und anderen Ängsten wo man einen Hund wirklich mal längere Zeit dieser Angst aussetzen muss, dazu gehört wirklich Vertrauen. Man muss den Hund Lesen können. Ich habs ja auch nicht mit hauruck Methode gemacht, hab aber trotzdem nicht Locker gelassen. Deswegen waren wir am Stadtrand, wo kaum jemand vorbeilief und direkt hinter der Bank auf der ich saß war eine große Wiese. So konnten wir direkt auf der Wiese Spielen. Aber auch mal wenige Minuten kurz durch die Stadt und wieder zurück. Und wieder spielen, an dem Ort den sie schon kannte.

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