Junghund absehbare Zeit länger alleine lassen?

  • Hallo, mein Name ist Lissy und mein Freund und ich besitzen seit neuestem einen Rottweiler-Welpen. Wir haben zwar beide Erfahrung mit Hunden, aber hatten trotzdem nicht geplant, uns einen anzuschaffen - dieser hätte allerdings eingeschläfert werden sollen und konnte dank horrender Tierarztkosten zum Glück überleben, die wir übernommen haben. Sprich, wir haben den Hund genommen, damit er weiterleben kann.
    Wir haben dabei auch eine recht gute Zeit erwischt, da mein Freund bis Mitte September komplett zu Hause ist und der Hund solange nicht alleine bleiben muss. Den restlichen September nehme ich Urlaub, dann ist er im Oktober 5 1/2 Monate alt. Dann wird es allerdings schwierig: Im Oktober bin ich morgens bis halb zehn zuhause, mittags ab halb Eins nochmals anderthalb Stunden und um 5 kommt mein Freund zurück vom Arbeiten. Ab November ist mir das allerdings wohl nicht mehr möglich, erst ein halbes Jahr später kann ich durchgehend bis 13 Uhr zuhause bleiben.
    Wir haben allerdings jetzt ein Problem mit diesem halben Jahr, das sich leider kurzfristig ergeben hat, und in dieser Zeit kann der kleine unmöglich so lange alleine bleiben! Gebe ich ihn da besser zu Freunden, die auch einen Hund haben, ihn aber nicht immer nehmen können bzw auch selbst weg sind, oder ist es besser, jemanden zu organisieren, der sich mittags zuverlässig 1 bis 2 Stunden mit dem Hund beschäftigt? Was bei einem Rottweiler ja auch nicht immer so leicht ist.... Habt ihr Erfahrungen, Ideen, Ratschläge? Ich will den Kleinen nicht gerettet haben damit er zuhause vereinsamt!

  • Also wenn ich mich nicht verrechnet habe, reden wir von vormittags 3 und nachmittags rd. 3,5 Stunden. Wenn Ihr das Alleinbleiben vernünftig aufbaut, sehe ich darin eigentlich kein Problem, zumal Ihr dann da ja bereits bei einem regulären Gassiintervall von rd. 4 Stunden sein dürftet.

  • Also, da kann ich nur sagen: vom ersten Tag an (sprich, ab HEUTE! Der Hund soll sich gar nicht erst daran gewöhnen, daß Ihr ihm 24/7 ganztags zur Verfügung steht, denn das müßt Ihr hinterher wieder abtrainieren....) das Alleinsein trainieren - dann müßte das problemlos klappen. Erstmal den Hund in ein eigenes Zimmer geben, Türe zu, kurz in die Küche/aufs Klo oder whatever, was halt grad ansteht. Gleich am ersten Tag mehrfach mal 1-2 Minuten alleinlassen (Gang zum Mülleimer, Briefkasten etc.), vorzugsweise, wenn der Hund frisch gefuttert hat und eh müde ist - dann ist die Tendenz, Euch hinterherzurennen, eh nicht so groß. Wenn er ruhig bleibt, wiederkommen, Leckerli hinlegen, verbales Lob, ansonsten nix Besonderes daraus machen. Es ist ganz normal, daß Ihr mal rausgeht und dann wiederkommt.

    Im Laufe der Zeit steigern, mal 5 Minuten, dann wieder nur eine, dann 7 Minuten, etc. - nicht immer länger, sondern zwischendurch mal wieder ganz kurz nur! Und wichtig: gleich vom ersten Tag an den täglichen Zeitablauf so einhalten, wie er auch später sein wird. Also nicht jetzt vormittags Halligalli (weil "Welpi ist ja sooo süß") und den Tanz ums Goldene Kalb (sprich den Welpen) zelebrieren, und auf einmal muß der Hund dann in dieser Zeitspanne schlafen, wenn Ihr weg seid, und diese "Unterhaltung" fällt dann weg! Egal, wie hart das im ersten Moment erscheint für Euch - denkt dabei an den Hund; wie soll er verstehen, daß Ihr ihn jetzt dauernd "bespaßt" und für ihn da seind, und dann auf einmal nicht mehr. Er versteht´s nur schwer, und Ihr macht Euch das Leben damit auch schwer, weil er sich irgendwann doch daran gewöhnen muß, alleine zu bleiben.

    Und wenn das so hinhaut innerhalb der Wohnung, auch mal versuchen, rauszugehen (dann aber erst wieder nur ganz kurz!), denn der Hund merkt auf Dauer, ob Du im Nebenzimmer bist, oder die Wohnung verlassen hast. Mal nur das Zimmer verlassen, dann mal für 1-2 Minunten die Wohnung, dann wieder nur das Zimmer - der Hund darf nie wissen, was kommt, also keine Regelmäßigkeit außer einer: Du kommst immer wieder, und er kriegt sein Leckerli dann, es passiert nie was wirklich Aufregendes.

    Meine Biene hat das nach 4-5 Wochen gekonnt - sie war dann 5 Stunden alleine (und schlief offenbar ganz entspannt, wir haben die Nachbarn befragt in der Zeit: kein Lärm. Und sie hat auch nie was kaputt gemacht), bis meine Tochter von der Schule kam. Sie kannte diesen zeitlichen Ablauf des Vormittags allerdings auch von ihrer Familie her, in der sie geboren war: die hatten auch 4 schul- und Kindergarten-pflichtige Kinder, da war eben auch seit ihrer Geburt vormittags Ruhe angesagt (keine Spielchen, keine großen Gassirunden, höchstens mal Pipi, nichts Aufputschendes spielen!), und erst mittags, wenn die alle heimkamen, war Action, insofern war das bei uns keine große Umstellung mehr von der Zeit her. Sie mußte nur lernen, diese Situation jetzt im fremden Haushalt und ohne ihre Geschwister und Mama hinzukriegen.

    Hat sie zwischenrein mal gequiekt, hab ich die ersten Tage ein beruhigendes "ist gut, ich bin da"-Signal gegeben (aber bin in dem Moment nicht reingegangen!), später dann ein unwilliges "Ey!" (nach Motto - He, jetzt ist Ruhe angesagt), und dann irgendwann gar nicht mehr reagiert, damit sie nicht lernt, daß sie bei Quietschen Aufmerksamkeit kriegt. Aber die ersten Tage wollte ich ihr diese Sicherheit schon geben, daß sie wußte, sie ist nicht alleine und dem Schicksal überlassen, das muß man in so jungem Alter schon vorsichtig dosieren bzw. abbauen.

    Will heißen: was wir in 4-5 Wochen geschafft haben, dafür habt Ihr jetzt 6 Monate Zeit, zu üben. Das kriegt Ihr bestimmt hin ;-)

  • vielen Dank euch, das macht mir schon mal Mut für den Oktober :-) aber die meisten Sorgen hab ich wegen dem halben Jahr in dem ich über Mittag nicht nach hause kommen kann... wie gesagt, Freunde von uns haben einen hund, den der Kleine schon kennt und mag und die könnten ihn sicher öfters nehmen, aber nicht jeden Tag... ist dann eine zuverlässige und nicht-wechselnde Betreuung für 1 bis 2 Stunden mittags besser? Und wenn ich die bezahlen muss, ist es auch in Ordnung. Hauptsache unser Hund ist versorgt, kann Gassi und hat jemand, der eine weile mit ihm spielt und schmust.

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