Hund kläfft beim aufsteigen/Pferd an

  • Hallo Leute,

    ich hoffe hier hat jemand mal einen Tipp für mich, wie ich eine lästige Angewohnheit meines Dackels korrigieren kann.

    Meine Zwergrauhaar-Hündin, 4,5 Jahre alt, ist ein rechter Temperamentsbolzen. :feuer:

    Eigentlich hab ich sie aber wirklich gut unter Kontrolle, lasse sie viel frei laufen und ich finde sie hört dank entsprechender konsequenz wirklich ganz gut.
    Allerdings baut sich bei ihr in Seundenschnelle eine enorme Spannung/Erregung auf, wernn es "los geht" (wohin auch immer).
    Ganz gleich, ob ich in der arbeit den Rechner runterfahr (nehme sie mit ins Büro), ob ich zu hause die Leine nehme oder, wenn ich sie mit in die Stadt genommen hab und sie brav im Schuhladen geduldig meine Anprobiersession abgewartet hat- sobald ich an der Kasse bezahle und sie mekrtt es geht Richtung Ausgang fährt sie binnen Augenblicken hoch.
    Kläffen, Quietschen, Spurlaut-Gekreisch... das volle Programm- wenn ich sie ließe.
    Ich lass sie aber nicht, sondern verlange ein diszipliniertes Sitz, bei Fuss, wenn siesich gar nicht konzentriert Leine ich sie schon an, bevor wir das haus verlassen (obwohl das baulich gesehen unnötig ist). Nach ein paar Metern kommt sie dann auch wieder runter und alles ist chillig.

    Nur am Pferd zeigt sie dieses Verhalten ungeniert, zumal die Kleine Kröte ja auch ganz genau checkt, dass ich den boden verlasse und somit keinen direkten Zugriff und keine Kontrolle mehr über sie habe.
    Absteigen- maßregeln- kurz Ruhe.
    Schwing ich mich in den Sattel-- das gleiche Spiel.
    Wenn wir dann erstmal losreiten geht's auch, sie gehorcht super und nutzt meine "Machtlosigkeit" nicht aus. Aber so die ersten- na, ich würde mal sagen 30-60 Sekunden dreht sie halt richtig auf, es ist soooo laut, nervig und auch ein bisschen peinlich,und ich denke, es ist auch ein Stück weit Provokation, auch in Richtung meines Pferdes dabei (dem sie auf der Weide übrigens geflissentlich ausweicht, nachdem ihm irgendwann mal der Geduldsfaden gerissen ist und er SIE dann mal kopfschlenkernd verjagt hat. Ich unterstelle da jetzt vlt. auch schon zuviel Verknüpfungsdenken, aber irgendwie hab ich den Eindruck sie weiß, dass er in dem Moment manierlich stehen zu bleiben hat, wenn ich aufsteig--- und das nutzt sie schamlos aus. Der Schalk leuchtet ihr, nach meinem Gefüh,l dicke aus beiden Augen!!!)

    Ideen?

    Vielen Dank schonmal im Vorraus. ;)

  • Nimmst du sie vorm Aufsteigen ins Kommando, also sprich, schickst sie ins Platz?

    Auf die schnelle würden mir zwei Möglichkeiten einfallen kurze dünne Leine durchs HB, die man vom pferd aus einfach wieder rausziehen und am Hof liegen lassen kann, damit du auch während dem Aufsteigen Zugriff auf den Hund hast.
    Möglichkeit zwei, eine zweite Person die während dem Aufsteigen absichert und maßregelt.

  • Hallo,
    Dein Problem kenn ich, unsere freuen sich auch immer wenn's zu Pferd losgeht.
    Mal logisch betrachtet: Sie kläfft= freut sich, weil es losgeht. Wenns nun aber nicht losgeht?
    Probier doch mal aus (Vlt auch erst auf dem Platz oä) wie sie sich mit der Zeit verhält, wenn du aufsteigst, aber erstmal 5min wartest und erst losreitest wenn sie sich beruhigt hat. Dürfte auf Dauer ja nicht soo schwer zu verstehen sein :)
    Mit einer 2. Person vom Boden wird sie's bestimmt schneller lassen, aber Hund ist, denke ich, nicht so dumm & checkt schon wenn die Person weg ist..
    Viel Glück!

  • Zitat

    Hallo,
    Dein Problem kenn ich, unsere freuen sich auch immer wenn's zu Pferd losgeht.
    Mal logisch betrachtet: Sie kläfft= freut sich, weil es losgeht. Wenns nun aber nicht losgeht?
    Probier doch mal aus (Vlt auch erst auf dem Platz oä) wie sie sich mit der Zeit verhält, wenn du aufsteigst, aber erstmal 5min wartest und erst losreitest wenn sie sich beruhigt hat. Dürfte auf Dauer ja nicht soo schwer zu verstehen sein :)
    Mit einer 2. Person vom Boden wird sie's bestimmt schneller lassen, aber Hund ist, denke ich, nicht so dumm & checkt schon wenn die Person weg ist..
    Viel Glück!

    Das wuerde ich auch probieren. Wenn sie Theater macht, dann geht es eben erst mal nicht los...
    Oder auch z.B. erst mal ohne Hund losreiten, wenn sie sich so aufregt und dann ein paar Minuten spaeter "abholen", wenn sie runtergekommen ist. Das daempft ein bisschen die Erwartungshaltung, weil Hund sich nicht ganz sicher ist, ob sie diesmal an der Action teilnehmen darf oder nicht.

  • Solange Du über Gehorsam arbeitest, und ihr sagen musst, was sie zu tun und zu lassen hat,
    bist Du aufgeschmissen, sobald sie aus Deiner Reichweite ist, das hast Du ja schon gemerkt.

    Ich würde meinem Hund lieber beibringen, sich in Stresssituationen selber unter Kontrolle zu halten,
    und das geht nicht über Unterordnung, sondern eher darüber, den Grund für ihre Aufregung
    zu erkennen und sie daran langsam zu gewöhnen.

    Stichwörter für diese Art des Trainings wären für mich NICHT:
    Massregeln
    Kontrolle

    sondern:
    Entspannungsübungen, bzw -signal
    Desensibilisieren
    Frustrationstoleranz auf- oder ausbauen
    Gegenkonditionieren

    Wie das genau auszusehen hat, würde ich mir vor Ort zeigen lassen.
    Das geht über's Forum schlecht.

    LG
    Chrissi

  • Hallo Leute, danke erstmal für die Tipps.

    Hab es jetzt Sonntag und gestern wirklich so gemacht, dass ich aufgestiegen, dann aber entgegen ihrer Erwartung einfach zur Salzsäule erstarrt bin, statt mich in Bewegung zu setzten.
    Das hat sie ziemlich irritiert und der Lautstärkepegel sank deutlich.
    Wenn sie sich komplett beruhigt hatte, ich angeritten bin und sie wieder ausflippte, bin ich erneut kommentarlos stehengeblieben.
    Das so drei, viermal hintereinander, stand wohl insgesamt so 10 Minuten dumm rum, irgendwann war ihr das dann langweilig und sie hat sich getrollt (bin danach eh auf dem Platz geritten).
    Ich hab mir eingebildet, dass es gestern schon ein ganz klein bisschen besser ging, das kläffen war weniger hysterisch und die Zeitintervalle, bis sie es unterließ (um dann nochmal anzusetzen) wurden kürzer.

    Ich mach es mir jetzt erstmal einfach und bequem und versuch mal, ob ich mit dieser schlichten Methode das Verhalten, wenn auch nicht komplett auslöschen, so aber wenigstens in geordnete Bahnen lenken kann.
    Freuen ist ja in Ordnung, nur komplett ausrasten und reinsteigern eben nicht.

    Chrissi

    Nach deinem Beitrag fiel mir siedendheiß ein, dass ich ein bislang ungelesenes Buch im Schrank stehen habe, nämlich "Impulskontrolle- Wie Hunde sich beherrschen lernen", das ja ziemlich auf die von dir postulierten Aspekte abzielt.
    Habe mir damals, bei Anschaffung eines Welpen aus einer jagdlichen Zucht, das bekannte "Antijagdtraining" gekauft und danach von Beginn an, wenn auch nicht bis ins letzte Detail, aber in Grundzügen gearbeitet.
    Der Erfolg war ein nicht-jagender Dackel, den ich überall frei laufen lassen sogar vor davonrennenden Katzen abrufen kann.

    Das erstgenannte Buch aus dem gleichen Verlag hab ich mir bei Erscheinen dann auch gleich mal pro forma besorgt, muss aber ehrlich zugeben, dass es noch weitaus komplexer anmutet und noch sehr viel mehr in die Tiefe geht, so dass es nach kurzem Querlesen und mangels gefühltem "Bedarf" seither mein Regal ziert.

    Das Gekläffe am Pferd hat mich zwar schon lange genervt, ist aber auch die einzige Minute am Tag, wo mein Hundi wirklich unerwünschtes (genauer gesagt nicht regulierbares) Verhalten zeigt, daher war ich (bislang) einfach zu faul bzw. sah nicht die Notwendigkeit da systematisch gegenzusteuern.

    Das besagte Buch hat es jetzt aber schon bis in meinen Reisekoffer geschafft, nächste Woche geht es mit dem Hund in den Nordsee-Urlaub, da habe ich jede Menge Zeit zu lesen, mich mit ihr zu beschäftigen und vlt. schonmal den ein oder anderen Ansatz bzw. Übung in die Tat umzusetzen.

    Danke nochmal an alle !

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