Medikamente bei Angst/Panik

  • Hallo,
    meine Hündin, 8 Monate, aus dem Auslands-TS hat extreme Panik an der Straße. Ich bin schon fleißig am Trainieren, frage mich aber langsam, ob es vielleicht sinnvoll wäre das Ganze medikamentös zu unterstützen.
    Was habt ihr da so für Erfahrungen gemacht?
    Zunächst dachte ich da an so ein Adaptil-Halsband bzw. Spray... Und dann hab ich mal im Apotheken-Shop gestöbert und noch ein paar andere Sachen gefunden. Bin mir aber sehr unsicher und würde gerne wissen, was ihr davon haltet....

    http://www.drhoelter.de/Hunde/Hundeapo…-und-Angst.html

    http://www.drhoelter.de/Hunde/Hundeapo…bei-Stress.html

    http://www.drhoelter.de/Hunde/Hundeapo…sminderung.html

    http://www.drhoelter.de/Hunde/Hundeapo…sminderung.html

    Danke für eure Hilfe

    P.S. Bachblüten habe ich schon ausprobiert, hat bei ihr nicht geholfen...

  • Ich würde das mit dem Tierarzt oder Heilpraktiker meines Vertrauens besprechen und niemals solche Sachen auf eigene Faust geben! Wo es Wirkung gibt, gibt es auch Nebenwirkung! Auch die pflanzlichen oder homöopathischen Mittel können unerwünschte Wirkungen haben.

  • Danke für deine Antwort!
    Ich dachte jetzt eigentlich nicht, dass ich wegen pflanzlichen Präparaten zum TA muss, aber vielleicht ist es wirklich besser...
    Aber dass ich auch weiß was ich möchte... habt ihr irgendwelche Tipps bzw. mit einem der Medikamente/Nahrungsergänzungsmitteln Erfahrung gemacht?

  • Hallo Ayyda,

    mein Hund hat panische Angst vor Böllern, Schüssen, Feuerwerk, etc. Über Sylvester bekommt er deswegen Zylkene. Damit ist das Problem noch nicht gelöst, aber er fährt merklich schneller runter und wenn es ganz weit weg knallt, reagiert er teilweise nicht mehr darauf. Für uns und für ihn also ein großer Erfolg :smile:.

    Wir haben die Tabletten damals im Internet bestellt und geben ihm die Menge, die auf dem Beipackzettel für seine Größe angegeben wird. Mein damaliger Tierarzt kannte das zum Beispiel gar nicht. Aber ich an deiner Stelle würde trotzdem vorher mit deinem Tierarzt darüber reden.

  • Ich war mit meinem Hund auch an dem Punkt und hab mich dann vorübergehend für "natürliche Nervennahrung" entschieden:
    L-Tryptophan in Form von Hüttenkäse mit Honig als Frühstück.

    L-Tryptophan gibt es auch als Pulver und ja auch in einigen der Mittel, die du reingestellt hast. Wichtig ist, dass man es mit Kohlenhydraten gibt, damit das Zeug auch im Hirn und nicht in den Muskeln landet.
    - Am besten googelst du dich mal durch.

    Zum Zyklene gibt es hier auch Threads.

    Am besten wäre ein TA, der auch Verhaltenstherapie drauf hat. Weil er dann besser beurteilen kann, was man mit Training, was mit Gewöhnung, was mit Medikamenten zu erreichen ist.

    Ich hab auch noch gute Erfahrung mit dem Konstitutionsmittel vom Heilpraktiker gemacht.
    Das ist ein anderer Schnack als Bachblüten. Das Konstitutionsmittel und wirkt auf den ganzen Hund, stärkt "sein ganzes Wesen", geht nicht nur auf isolierten Symptome wie die Angst.
    Es gibt auch TÄ mit homöopathischer Zusatzausbildung, die können das auch mit den Konstitutionsmitteln.
    (Die sind m.E. nach wirksamer als sog. Komplexmittel, die man symptombezogen einsetzt.)


    Und, was ich auch noch loswerden möchte, ohne eure Geschichte, dich oder deine Hündin näher zu kennen: Man sollte schauen, ob der Hund in den richtigen Lebensumständen ist. Man kann zB nicht jeden Hund in die Stadt verfrachten.

    Und noch ein Tipp:
    Die Stresshormone wie zB Cortisol oder Adrenalin bleiben noch sehr lange im Körper, Stunden, mitunter Tage, nachdem der auslösende Reiz/die Situation vorbei ist. Das ist bei Angsthunden ein Problem, weil man sie schlecht auf eine entspannte Nulllinie bekommt: Der neue Stress ist da, bevor der alte ganz abgebaut ist.
    Die "Lösung": Körperliche Bewegung baut die Stresschemie im Körper sehr viel schneller ab! Deshalb ist es gut, wenn ein Angsthund viel Bewegung, am besten in reizarmer Umgebung, bekommt und sich da den Stress "runterlaufen" kann. Sprich Freilauf oder Schleppleine oder Radfahren - auf jeden Fall rennen können.
    Ich bin dazu mit meiner immer raus, an ruhige Orte gefahren und da konnte sie pesen. Das hat sie gerade anfangs sehr genutzt, ist wie von der Tarantel gestochen gerannt - weil so viel Anspannung in ihr war.

    Und auch entspannte Spaziergänge in reizarmer Umgebung mit keinen/wenigen Stressmomenten sind wichtig, damit der Hund runterkommt. Wo er sein Tempo laufen kann, nicht überfordert ist an Reizen, nichts ausgesetzt ist. Man sieht das den Hunden dann meist auch gut an, wie sie dabei entspannen. Dauert eine Zeit, aber lohnt sich und braucht es in meinen Augen. Dann auch kein Training dabei, sondern das wirklich als Entspannungsgang für den Hund begreifen.

    Alles Gute euch!

    PS Meine Angsthündin hat ca 1,5 J gebraucht, bis sie sich halbwegs normal verhalten hat. Aber es lohnt sich, einen langen Atem zu haben! Das intensive Training, das ein Angsthund braucht, fördert die Bindung ungemein. Schließen sich solche Hunde erst mal einem an, begreifen sie, dass man den Menschen als Hilfs-Ich benutzen kann, vertrauen sie sich der menschlichen Führung an - sind es unglaublich treue Gefährten.

  • Du kannst richtige Medikamente nicht bei solch alltäglichen Dingen anwenden (Bachblüten. Zylkene, L-Thyroxin usw. hilft bei uns auch nicht. Das belastet den Körper sehr stark und ändert nichts an dem Problem. Wir haben auch einen Angst-Hund und daher wird an Straßen eben nicht spazieren gegangen. Wir gehen immer auf dem Feld, im Wald, eben dort, wo es ruhig ist. Die ersten 6-9 Monate gab es NULL Abwechslung, damit sie eben die Gassi-Strecke kennt und entspannt laufen kann. Jetzt nehmen wir sie ab und zu mal mit in den Stall, ins Restaurant, aber wir werden nie groß an Straßen spazieren gehen, sie mit auf den Markt nehmen oder in ein Kaufhaus. Unser Highlight war nun ein Urlaub in Holland, bei dem sie wie von der Tarantel gestochen am Strand herumgerannt ist....Freude pur!

    Bei Gewitter bekommt sie Alprazolam, allerdings warten wir immer länger bis wir ihr dies geben. Das benebelt nämlich ganz schön. An Silvester bekommt sie Sedalin, allerdings bin ich damit nicht ganz so glücklich, da die Hündin zwar körperlich hinüber ist, der Geist jedoch noch wach. Jedoch fehlt uns eine Alternative, da sie ansonsten zwischen den Jahren 3-4 Tage nicht mal Pipi macht.
    Beides ist jedoch nicht für den Alltag geeignet, da die Einschränkungen m.M.n. zu hoch sind.

  • Danke für eure Antworten und Erfahrungsberichte.
    Ich hab nach Rücksprache mit meiner TÄ jetzt mal das Zylkene bestellt. Dieses Adaptil Spray hab ich schon vor ein paar Tagen bestellt, ist aber noch nicht da... Ist beides zusammen zu viel? Meine Hündin ist ja erst 8 Monate alt :/
    Ziel des Ganzen wäre es eben, ein Training überhaupt erstmal möglich zu machen. Momentan ist sie an der Straße noch so gestresst, dass ein Lernen unmöglich ist...
    Und sie jetzt ihr ganzes Leben lang die gleiche ruhige Gassirunde auszuführen will ich nicht und ist auch nicht möglich...

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