Wie werde ich souveräner...

  • Ich kenne natürlich weder dich noch deinen hund, usw.
    Aber ich würd wahrscheinlich mal versuchen entweder gar nix zu sagen (also wenn sie dann auf ihrer decke ist u dich anbellt), od sie (wenn sie dich dann anbellt) kommentarlos nehmen, ev mit einer dünnen hausleine oä, u in einen anderen raum bringen. Tür zu u bevor sie sich nicht beruhigt hat kommt sie auch nicht wieder raus. Kannst sie auch 'nur' hinter ein türgitter geben wenn dir das lieber ist. (Aber so, das sie dich halt nicht sehen kann wenn du sie dort rein bringst.)
    Wie du gesagt hast, bei deinem mann bleibt sie auch allein, dh es liegt nicht daran das sie das nicht kann. Also sperrst du nicht 'einen armen hund, der das ja noch gar nicht gelernt hat' weg!

    Und ja, ich weis es ist viel leichter gesagt als getan, aber du musst wirklich ruhig dabei sein!
    Wie du geschrieben hast, du bist schon vorher nervös weil du schon damit rechnest 'jetzt ist gleich wieder irgendwas'. Darum wird hund dann natürlich auch 'komisch', du fühlst dich in deiner befürchtung bestätigt, u schon dreht sich das alles endlos im kreis!
    Vielleicht kannst du mal mit deinen nachbarn sprechen, das ihr gerade an dem problem arbeitet u es darum sein kann das sie etwas (länger) bellt. Dann bist du nämlich auch um einiges entspannter wenn du dir nicht noch sorgen machen musst, das gleich jmd an der tür klopft u sich aufregt weil der hund kläfft.
    Also, das wird schon! :smile:

  • Zitat

    Sicherlich habe ich einige Fehler gemacht, sie ist ja auch mein erster Hund. Mir wurde damals natürlich verschwiegen, was für eine Granate sie ist und auch, dass sie durch 6 vorige Hände ging.

    Es ist halt irgendwie komisch, dass ich sonst alles machen kann bei ihr. Ich kann ihr Futter wegnehmen, ihren Platz für mich beanspruchen, wenn sie draußen was aufnimmt an Futter, was sie nicht soll, reicht ein Räuspern und sie spuckts aus, sie hört aufs Wort, sucht in unschönen Situationen Schutz bei mir.

    Nur bei diesen 2 Sachen scheitert es. Nur an meiner mangelnden Souveränität in dieser Hinsicht.

    Mal ganz ehrlich: Das hört sich doch soweit super an. Lass' Dir nicht erzählen, Dein Hund nähme Dich nicht ernst.

    Du siehst selbst, wie gut das zwischen Dir und dem Hund klappt, solange Du beim Geben von Kommandos oder in Alltagssituationen selbstsicher bist und einfach bestimmst, was und wie gemacht wird.

    Was packt Dich denn beim Weggehen oder wenn Besuch kommt, dass Du so nervös wirst? Mittlerweile macht Dich wahrscheinlich schon die Aussicht auf Misserfolg nervös, aber irgendwie musst Du ja von Anfang an ein schlechtes Gefühl bei der Sache gehabt haben, ansonsten hätte der Hund - genau wie bei Deinem Freund - sicherlich gelernt, dass Dein Weggehen nichts Schlimmes ist.

    Frag' Dich mal, welche Befürchtungen Du hast, wenn Besuch kommt oder Du das Haus verlässt. Schämst Du Dich vor Deinem Besuch, wenn der Hund bellt, anspringt, nicht gehorcht? Oder hast Du ein schlechtes Gewissen, wenn Du ihn allein lässt? Fühlst Du Dich schlecht, wenn Du weggehst und der Hund Dir sehnsuchtsvoll nachbellt? Was macht diese Gegebenheiten für Dich schwierig?

    Wenn genau diese zwei Situationen dir Kopfschmerzen bereiten und Du Dich dabei nicht entspannen kannst, solltest Du erstmal herausfinden, warauf dies gründet. Wenn der Hund bei Deinem Freund und immer dann, wenn Du selbstsicher bist, "funktioniert", wird's wahrscheinlich tatsächlich nicht unbedingt an ihm liegen.

    Bei mir gibt's auch Situationen, die kann ich nicht gut bewältigen. Ich kann z. B. nicht gut mit Fremden. Als ehemaliges Mobbingopfer bin ich anderen Menschen und in dem Moment auch mir selbst gegenüber mitunter misstrauisch. Ich arbeite dran, aber bis in der Psyche irgendwann mal der Groschen fällt und bei nicht mehr bei jeder Person, die mal Smalltalk machen will gleich die Alarmglocken läuten, muss ich eben damit leben, dass mein Hund mein Misstrauen spürt und sich mir leider ein wenig anpasst.
    Je mehr ich mir einzelne Situationen und meine Befürchtungen bewusst mache und mir eingestehe, dass derjenige, der in diesem Fall ein antrainiertes, ritualisiertes Fehlverhalten zeigt, nicht der Hund, sondern ich selbst bin, desto besser wird es.
    Aber genau wie bei einem Tier, dass über Jahre hinweg, ungewünschte Verhaltensweisen erlernt hat, muss ich auch mit mir selbst geduldig und wohlwollend umgehen. Das ändert sich nicht von heute auf morgen.

    Entschuldige den Ausflug in den Bereich der Westentaschenpsychologie. Aber ich glaube nicht, dass es Dir viel bringt, Dir Erziehungstipps zu geben. Die "technische" Komponente scheinst Du eh zu beherrschen.

  • Hallo,

    Wie wäre es denn, wenn du beim Klingeln mal gar nicht reagierst. Vielleicht kann sich dein Mann mal vor die Tür stellen und klingeln. Du bleibst einfach sitzen und liest Zeitung oder so. Gar nichts sagen, sie nicht angucken einfach nur sitzen und nichts tun. Wenn sie dann ruhig ist (mindestens 10 sek.) stehst du auf. Fängt sie wieder an, hinsetzen. Bei meiner Freundin hat das gut geklappt (ich musste klingeln). Nach ein paar Tagen war ihr Hund bedeutend ruhiger. Es wurde ihm einfach langweilig. Wir haben das jeden Tag 1mal gemacht. Wenn ihr Hund es geschafft hat 2x hintereinander ruhig zu bkeiben, haben wir aufgehört und am nächsten Tag weitergemacht.
    Vielleicht würde das bei euch auch passen?

  • Die Idee von Labradora find ich gar nicht so schlecht. Ich würde das Bellen total ignorieren. Ggf. würde ich mit einer Anbindung arbeiten. Macht einen Haken an die Ecke wo ihr Körbchen steht. Hausleine dran. Wenns klingelt, Hund auf Decke, anbinden. Zur Tür gehen, bellen ignorieren. Wenn du fertig bist, zurück in den Raum, sie nicht anschauen. Wenn sie sich beruhigt, der Kopf auf dem Boden liegt, sich entspannt hat, dann wieder ableinen. Lob Sie mit ruhigen und sanften Streicheleinheiten. So würde ich es versuchen. So wird sie lernen, Bellen = Decke + Anleinen... Ruhig = Abgeleint + Streicheleinheit

    Und souverän wurde ich durch kleine Erfolge. Du weißt, dein Hund kann das. Und du kannst das auch. Vertraue dir und vertraue deinem Hund.

  • Vielen Dank für eure Antworten, versuche mal auf alles einzugehen ;)

    Wenns klingelt und ich reagiere nicht bellt sie trotzdem zwar nicht so intensiv, dafür aber länger.So vergehen dann auch mal 10 Minuten in denen dann vereinzelte Wuffs kommen. Vorher ist sie dann immer noch durch die Wohnung patroulliert aber das habe ich natürlich unterbunden.

    Was habe ich für Befürchtungen, wenn ich gehe? Hmmm, naja natürlich, dass sie bellt, jault usw. Da ich teilweise um 4 Uhr das Haus verlassen muss, wäre das natürlich sehr schlecht um die Uhrzeit. Insgeheim mach ich mir "natürlich" auch ein wenig Sorgen, wie sie es verkraftet, durch ihre Vorgeschichte. Und da wir es schon 4 Jahre immer wieder versucht haben, ihr einzuprägen, dass wir immer wieder kommen und es jedes Mal nicht funktionierte, bin ich auch angespannt. "Warum sollte es diesmal klappen?".
    Jetzt hängt uns noch die Zeit ein wenig im Nacken, da mein Mann im Juni 14 Tage auf Montage ist und unser Hundesitter halt abgesprungen ist. Ich habe erstmal 2 Nachbarn, die sie nehmen aber die möchten das auf Dauer auch nicht machen. Mein Mann ist im gesamten Jahr vllt 6-8 Wochen weg, nicht viel und auch nicht am Stück, die Zeit die unsere Hündin dann allein bleiben muss wären 4-6 Stunden, auch nicht viel.
    Aber irgendwie hab ich halt Bammel, dass wenn ich das Haus verlasse um 4 Uhr, sie dann Randale macht und ich teilweise nicht ganz so nette Nachbarn habe. Es zieht halt alles seinen Rattenschwanz hinter sich her.

  • Zitat


    Insgeheim mach ich mir "natürlich" auch ein wenig Sorgen, wie sie es verkraftet, durch ihre Vorgeschichte.

    Das verkraftet sie schon! ;) Hunde leben im Hier und Jetzt. Sie denkt nicht darüber nach wie schwer ihr Leben vorher war! Meine Hündin hat sicherlich auch schon viel Schlimmes erleben müssen. Aber ich habe doch kein schlechtes Gewissen wenn ich sie alleine lassen muss. Warum auch? Du bist doch für sie da, du hast ihr ein Zuhause gegeben, in dem sie hoffentlich bis zu ihrem Ende bleiben darf. Gebe ihr Sicherheit. Und leg die Sorgen ab. Glaubst du sie tut sich was an wenn sie allein ist. :hust: Kann dich verstehen. Aber das musst du ablegen. Meine Mutter ist auch immer noch so. Meine Hündin ist tagsüber bei ihr und sie hat immer ein schlechtse Gewissen wenn sie mal weg muss. Das ist Quatsch. Hunde verschlafen doch eh den Großteil des Tages.

    Stellt sie denn was an wenn sie alleine ist, außer das Bellen? Lebt ihr in einem Mehrfamilienhaus, sodass die Nachbarn sich evtl. gestört fühlen könnten? Sonst wie hier schon erwähnt wurde, diese um Verständnis bitten weil ihr momentan im Training seit.

  • Ja, leider wohnen wir in einem Mehrfamilienhaus mit 6 Partein, Altbau (hallt also schön), in der 2. Etage. Und leider haben wir seid geraumer Zeit mir der Nachbarin direkt unter uns Probleme und sie wartet nur auf einen Grund uns bei der Wohnungsbaugesellschaft anzuschwärzen. Sie hat bestimmt kein Verständnis.

    Anstellen tut sie sonst weiter nix, sie bellt und jault "nur".

    Ich weiß ja eigentlich, dass es keine unmöglichen Zeiten sind aber innerlich fang ich an zu zittern...

  • Zitat

    Ja, leider wohnen wir in einem Mehrfamilienhaus mit 6 Partein, Altbau (hallt also schön), in der 2. Etage. Und leider haben wir seid geraumer Zeit mir der Nachbarin direkt unter uns Probleme und sie wartet nur auf einen Grund uns bei der Wohnungsbaugesellschaft anzuschwärzen. Sie hat bestimmt kein Verständnis.

    Anstellen tut sie sonst weiter nix, sie bellt und jault "nur".

    Ich weiß ja eigentlich, dass es keine unmöglichen Zeiten sind aber innerlich fang ich an zu zittern...

    Das ist natürlich eine scheiß Situation! Dann hilft nix... fangt an zu trainieren. Macht es doch so, wie ich es vorgeschlagen habe. Mit der Anbindung. Hund bellt, ab auf die Decke und anbinden. Hund wird erst wieder beachtet wenn er sich entspannt hingelegt hat und ruhig ist. Dann hingehen, sanft streicheln und loben und ableinen. Fängt sie wieder an, wieder Decke und anbinden. Das gleiche würde ich übrigens auch machen wenn Besuch da ist. Dieser darf sie dann auch nicht beachten. Das ruhige Liegen auf ihrem Platz würde ich immer wieder belohnen mit Zuneigung. Zickt sie rum... Decke. Und du musst zwischendurch gaaaanz tief ein und ausatmen, Schultern nach hinten, Brust raus. Stärkt das Selbstvertrauen. Du schaffst das schon. Und diese Phasen mit dem ruhigen Liegen weitest du aus. Dann verlässt du mal für längere Zeit den Raum, dann die Wohnung, dann das Haus. Immer ausweiten. Kommst du nach Hause und sie bellt, ignorieren, Decke, anbinden. Diese Methode hat schon einigen bekannten Hundehaltern von mir geholfen mit dieser Art von Problemen.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!