Traumatisierter Hund macht bei Abwesenheit in Wohnung...

  • Hallo zusammen,

    eine befreundete Familie (die schon viel Hundeerfahrung und mehrere Hunde hatte) hat seit 1 Jahr eine Springer-Spaniel-Hündin (etwa 2) aus dem spanischen Tierschutz. Leila hat bis zur Übergabe an die neue Familie mit ihrer Mutter zusammen gelebt, lebt in der Familie mit einem kleinen Zweithund zusammen. Von Anfang an hat die Hündin ständig wenn sie alleine war (vor allem nachts) in die Wohnung uriniert, auch wenn sie abends nochmal lange Gassi war. Medizinisch ist soweit fast alles abgeklärt, keine Blasenentzündung, Diabetes, Cushing oder so - das Reinpinkeln passiert auch meist nur in der Nacht oder bei längerer Abwesenheit (sie kann es aber schon lange halten, das ist nicht das Problem).
    Die einfachste Variante wäre wohl den Hund im Schlafzimmer schlafen zu lassen und überall mithin zu nehmen, das möchte die Familie aber nicht und ich wäre auch nicht dafür, da sie ja immer mal wieder alleine (bzw. eigentlich ja nicht alleine, da der Zweithund dabei ist, dieser scheint ihr aber nicht zu helfen) sein muss und dies m.E. das Problem nur verstärken würde. Auch zwei Hundetrainer, die sie bereits da hatten, sahen das so.
    Für ein paar Monate hatte Leila mal nicht reingemacht, nachdem die Besitzer nach Anweisung von der Hundetrainerin der Hündin weniger Aufmerksamkeit geschenkt hatten und sie öfter auf ihr Körbchen schickten. Nun bekam die Besitzerin vor 2 Monaten ein Baby (das Dritte, sie ist also gewohnt, dass Kinder da sind) und seitdem ist das Problem wieder da - mehrmals die Woche macht Leila nachts rein, und manchmal eben auch tagsüber wenn keiner da ist.
    Leila ist von der Art ein sehr unsicherer und übertrieben hektischer Hund, der immer nur an seiner Besitzerin "klebt", verlangt man etwas von ihr überschlägt sie sich fast dabei, versteht sie nicht was man von ihr will robbt sie auf dem Boden auf einen zu und schmeißt sich auf den Rücken ehe man nur angedeutet hat sie anzufassen.
    Andere Hunde maßregeln sie oft bei Spaziergängen oder auf Hundewiesen, da sie gegenüber Menschen schon fast übertrieben ehrfürchtig ist, dass sie extram "rumhampelt" und damit scheinbar unkontrollierbar o.Ä. auf andere Hunde wirkt.
    Nunja, zwei angeblich recht gute Hundetrainer haben sie schon ausprobiert und es hat sich noch nicht wirklich was getan, langsam sind sie mit der Geduld am Ende und überlegen den Hunde abzugeben - was vermutlich auch ihr Verlustängste weiter fördern würde.
    Hat jemand eine Idee, wie man mit einem solchen Hund umgeht? Obwohl ich auch schon viele Pflegehunde hatte kann ich sie fast nicht ertragen, weil sie einem auf Schritt und Tritt folgen möchte, einen nur beobachtet ob man was von ihr will und dann so furchtbar unruhig durch die Gegend rennt. Ich glaube der Hund ist dauerhaft übelst gestresst, weil sie so extrem unsicher und unterwürfig ist. Das Beste wäre vielleicht gewesen, sie bei ihrer Mutter zu lassen...
    Ich kenne mich mit Hundepsychologie nicht wirklich gut aus, habe es so beschrieben wie ich es empfinde und interpretiere... ;)

  • Zitat

    Für ein paar Monate hatte Leila mal nicht reingemacht, nachdem die Besitzer nach Anweisung von der Hundetrainerin der Hündin weniger Aufmerksamkeit geschenkt hatten und sie öfter auf ihr Körbchen schickten


    Hat sich das wieder geändert, seid das Baby da ist?

    Hört sich für mich an, als bräuchte die Hündin mehr Sicherheit und Konsequenz.

  • Zitat


    Hat sich das wieder geändert, seid das Baby da ist?

    Hört sich für mich an, als bräuchte die Hündin mehr Sicherheit und Konsequenz.

    Ich denke nicht, sie haben sehr darauf geachtet, dass sie trotzdem so behandelt wird wie vorher. Die Hundetrainerin war gerade letzte Woche wieder da und fand den Umgang ganz gut. Inwieweit mehr Sicherheit geben? Wie sieht das praktisch aus?

    Zitat


    Wie lange muss sie denn - vorallem nachts (!) - alleine bleiben?


    Nachts so von etwa 23 Uhr bis morgens um 7, tagsüber je nachdem stundenweise oder wenn man mal ins Schwimmbad geht oder so halt entsprechend mehr Stunden, vielleicht 4?! Eigentlich sind sie aber bis auf Einkäufe, Kindergeburtstag, Spielplatz etc. viel Zuhause, die Hunde gehen auch oft mit.

  • Zitat

    Ich denke nicht, sie haben sehr darauf geachtet, dass sie trotzdem so behandelt wird wie vorher. Die Hundetrainerin war gerade letzte Woche wieder da und fand den Umgang ganz gut. Inwieweit mehr Sicherheit geben? Wie sieht das praktisch aus?

    Das hört sich aber nicht so an:

    Zitat

    Leila ist von der Art ein sehr unsicherer und übertrieben hektischer Hund, der immer nur an seiner Besitzerin "klebt", verlangt man etwas von ihr überschlägt sie sich fast dabei, versteht sie nicht was man von ihr will robbt sie auf dem Boden auf einen zu und schmeißt sich auf den Rücken ehe man nur angedeutet hat sie anzufassen.
    Andere Hunde maßregeln sie oft bei Spaziergängen oder auf Hundewiesen, da sie gegenüber Menschen schon fast übertrieben ehrfürchtig ist, dass sie extram "rumhampelt" und damit scheinbar unkontrollierbar o.Ä. auf andere Hunde wirkt.


    Ich denke, da gehört noch sehr viel mehr Ruhe rein!
    In solchen Situationen auf Ruhe zu achten und dieses auch durchzusetzen, gibt Sicherheit.

  • Zitat


    Ich denke, da gehört noch sehr viel mehr Ruhe rein!
    In solchen Situationen auf Ruhe zu achten und dieses auch durchzusetzen, gibt Sicherheit.

    Ja, das machens sie aber nach ihren Möglichkeiten schon seit mehreren Monaten - da war das Pinkelproblem ja auch erstmal weg. Sie sollen konsequent und bestimmt sein, auf innere und äußere Ruhe achten, nicht zu viel reden, dem Hund nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken, öfter mal in sein Körbchen schicken und was weiß ich nicht noch alles. Halten sie auch alles ein - soweit das eben mit 3 Kindern möglich ist, und jeder hat ja auch noch ein anderes Temperament und Charakter, das kann natürlich nicht jeder gleich gut, aber sie geben sich Mühe. Hast Du konkretere Tipps o.Ä.?

  • Sieht so aus, als würden wir uns missverstehen. ;)
    Das "ins Körbchen schicken" und zeitweise ignorieren, von der Hundetrainerin hatte, meiner Meinung nach, genau das, was ich schrieb, Ruhe reinbringen, zum Ziel.
    Und das muss dann auch konsequent, immer, wenn sie so aufgeregt ist, durchgezogen werden.
    Draussen geht es, indem man sie ran nimmt, und sie ruhig neben einem sitzen muss.
    Das funktioniert natürlich nur, wenn man selber auch ruhig ist!
    Darauf bezog sich meine Frage, ob sich seid dem Baby etwas geändert hat. Oder waren sie vorher auch nicht besonders konsequent, und das Baby hat nun noch einen Stressfaktor hinzugefügt?

    Edit: Konkretere Tipps sind schlecht zu geben, wenn man die Probanden nicht selber kennt!

  • Zitat

    Andere Hunde maßregeln sie oft bei Spaziergängen oder auf Hundewiesen,

    Ich finde das ist ein wichtiger Aspekt, denn Hunde handeln oft instinktiv richtig mit ihrem Gegenüber. Die anderen Hunde verlangen anscheind auch mehr Ruhe von der Hündin da sie merken wie gestresst sie ist.

    Ich seh das genauso wie die Anderen hier.RUHE reinbringen ist bei ihr das A und O damit sie ihr Stresslevel runterfahren kann. Weiter helfen ihr klare Regeln und geordnete Strukturen im Alltag.

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