Ausbildung zum Hundetrainer

  • Selbst im Lehramtstudium kommt das Thema Didaktik zu kurz. Da lernt man zwar eine ganze Menge an Wissen zu den jeweiligen Fachgebieten, aber wie man etwas den Kids in der Schule vermittelt, kommt viel zu kurz, und muss sich jeder Student zum Großteil selber erarbeiten. Das erklärt auch, warum es "gute" und "schlechte" Lehrer gibt.
    Mit Fachwissen allein kommt man nirgendwo weit.

    Genauso verhält es sich mit dem Hundetraining. Wer nicht die Geduld hat, dem Menschen zu erklären wie sein Hund drauf ist, und wie man die Trainingseinheiten im Detail umsetzt, der hat am Ende weder eine gute Quote, noch zufriedenen Kunden. Mir fällt oft auf, dass genau solche Leute zu den Oldschool-Methoden zurückgreifen.
    Damit erreicht man scheinbar schnelle Lösungen, welche sich erst viel später bitter rächen. Da fällt dann die Beurteilung des Fehlers oft nicht mehr auf den Hundetrainer zurück.

    Was mir auch aufgefallen ist, bei den bisher angebotenen Ausbildungsmöglichkeiten:
    Jeder "Experte" kocht sein eigenes Süppchen. Wenn mir ein Hundetrainer mit hundert Expertennamen daher kommt, dann schalte ich nach eine Weile leider ab. Klar kann so was als gute Referenz dienen, aber wichtiger ist es doch, alle Möglichkeiten und Methoden zu kennen um dann die entsprechend passend auf den Hund, der gerade vor einem steht, anzupassen.
    Nicht nur eine Methode ist die ultimative zielführende. Vielmehr ist es doch wichtig den Hund zunächst zu analysieren und die Vorgeschichte zu erfragen. Das Hundehalter-Team zu kennen gehört auch dazu.
    Daraus dann dann entsprechend ein Trainingsplan ganz individuell auf den Hund zugeschnitten werden.
    Ich finds im Allgemeine immer echt nervtötend, wenn jemand daher kommt und sagt diese und jene Methode ist die einzig wahre. Und genau das sagen aber indirekt superviele vermeindliche Hundetrainer.

    Von meiner Trainerin weiß ich gar nicht wo sie wie und was gelernt hat.
    Ich habe ihre Website gefunden, die zunächst eher stümperhaft aussah. Aber weil sie sehr detailliert erklärt, wie sie ans Training heran geht und welche Möglichkeiten da sind (nicht nur eine), hat mich das zu einem Anruf bewogen.
    Bis heute weiß ich gar nicht wo meine Trainerin ihr Wissen her hat. Was ich aber weiß, sie geht individuell auf unsere Situation und auf unseren Hund ein. Sie zeigt uns verschiedenen Trainingseinheiten und Ansätze, und zwingt uns nicht eine Methode auf. Wir als Hundehalter müssen viel mitdenken, wir müssen Ashanti genau beobachten und uns mit hündischer Körpersprache auseinandersetzen.
    Und wenn uns irgendein Trainingsansatz nicht passend erscheint, dann besprechen wir das und schauen, was evtl besser für beide passen könnte.

    Als Gegenbeispiel kann ich dann die Trainerin nehmen, welche hier in unserer Gegend bekannt und viel tätig ist. Sie kommt schon in einem normalen Gespräch ziemlich schnell auf bestimmt Erziehungsmethoden, die sie dann anpreist wie ein Jahrmarktsschreier, der seine Fische anbietet. Eine Anmerkung wie "Ich möchte aber nicht per Leinenruck mit Ashanti arbeiten" wird direkt überhört, oder es kommt ein "Gegenargument" á la "Aber das ist ein Ridgeback, die sind immer so stur, da muss man anders heran gehen"
    :kotz:
    Sorry, mein Hund ist ein echtes Sensibelchen, reagiert auf kleinste körpersprachliche Aktionen, und ich möchte nicht ihr Unsicherheit oder Ängstlichkeit noch weiter schüren was am Ende noch zu Misstrauen und fehlende Bindung führt.

    Im Großen und Ganzen wünsche ich mir ein einheitliches Lehrsystem, welches aber nicht nur die eine ultimative Methode lehrt, sondern das ganze Thema Hund und deren Erziehung aus allen Blickwinkeln betrachtet.
    Die meistens heute angebotenen "Hundetrainerausbildungen" bestechen doch meist durch Einseitigkeit und Propaganda der jeweiligen "Experten" welche hinter dem Konzept stehen - leider.

  • das wiederum ist subjektiv ... dass er was kann. Ansonsten würden die vielen Old School-Anhänger nicht zu ihren Kunden kommen.

    Ich vergleiche das mal mit dem Human-Bereich. Hier gibt es auch unterschiedliche pädagogische Ansätze und psychotherapeutische Verfahren. Jede hat seine Berechtigung, es kommt auf das jeweilige Klient-Problem-Gespann an. Aber auch hier fände ich es gut, wenn z. B. ein Therapeut alle Verfahren beherrscht und daher flexibel agieren kann.

    Mich würden an der Stelle konkrete Erfahrungsberichte derjenigen interessieren, die eine solche Ausbildung durchlaufen haben. Hat sie das gehalten, was versprochen wurde? Hat sie gut auf den Traineralltag vorbereitet. Wie fokussiert auf eine Richtung war die Ausbildung?

  • ich schiebe das nochmal hoch. es sind doch bestimmt leute im forum, die eine hundetrainerausbildung absolviert haben :schieb:

  • Ruetter kommt von der ATN? Wusste ich garnicht.
    ATN ist halt sehr theoretisch.
    Bei Facebook gibt es eine ATN Gruppe, frag da doch mal nach.
    Vor einiger Zeit hatten die teilweise veraltete Scripten, cih weiss nicht wie das inzwischen ist.

    Ansonsten halte ich es wie die Meisten hier, Erfahrung sammeln, sich viele verschiedene Trainer anschauen und nochmal Erfahrung sammeln.
    Ich halte von den selbstgestrickten Ausbildungen einzelner Trainer auch nix.

  • AH, ok.
    Die bieten ja auch eine Hundetrainer Ausbildung an, dachte die haette er gemacht.

  • Ich möchte an dieser Stelle einmal das Buch "Wer denken will, muss fühlen" von Elisabeth Beck empfehlen.
    Misstrauisch ohne das buch vorher gekannt zu haben, habe ich ungewollt ein Seminar von ihr besucht. Eine gute Freundin "schleppte" mich damals mit. Zuvor dachte ich, toll wieder so ne 0815 Hundefrau...

    Jedoch, kann ich heute mit Überzeugung sagen, dass sie mein Leben mit meinem Hund verändert hat. Verändert deswegen, weil ich meinen Hund heute mit ganz anderen Augen sehe...und mein Hund mich anscheinend auch, denn wir sind eine Einheit geworden, ein Team, beste Freunde, ohne diese ganzen "Methoden".

    Es ist nicht das Training was zählt, damit Hund und Halter eine Einheit werden, sondern was ganz anderes, was ganz besonderes....

    Dieses Buch ist kein Erziehungsrategeber, kein Trainingsbuch und kein runtergeschriebenes Werk einer Frau, die behauptet sie würde Hunde verstehe, so wie viele andere. Wirklich ich habe auch nie viel von all den Büchern gehalten, die auf dem Markt erhältlich sind, weil doch irgendwie in jedem was anders steht. Aber bei diesem Buch hatte ich zum ersten mal das Gefühl, es ist die Wahrheit!!!! Es stimmt mit meiner eigentlichen Ideologie überein.

    Wenn also ein Mensch das Buch ließt, der die Hundetrainerausbildung anstrebt und nach dem lesen sagt:" Ja, genau das ist es, das sind die Grundsätze meiner Hundetrainerkarrie, den kann ich nur bitten, ein Hundetrainer zu werden.

    Seit ich das Buch gelesen hab und ich es hab auf mich wirken lassen, habe ich Fähigkeiten an mir entdeckt bezüglich des Zusammenlebens mit dem Hund, die in mir schlummerten, die ich aber wegen all der Behauptungen nicht angewendet hab. Dieses Buch und auch die Liebe zu den Hunden hat mein Leben bereichert.

    Vielleicht habt ihr ja Lust es zu lesen.... ich kann es wirklich nur jedem nahelegen, der irgendwie das Gefühl hat, dass der Hund zwar irgendwie gut hört, aber irgendwie doch was nicht so ganz stimmt, als würde da irgendwas fehlen.....

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