Provokation in ihrer unsichtbaren Form?
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Also mein Hund ist ja eigentlich die coolste Socke seit langem, nur momentan macht er mich ein bisschen stutzig.
Wir waren gestern bei einer Bekannten und ihrem Hund. Ihrer ist Rüde, unkastriert und vier. Der ist meinem ein, zweimal aufgeritten draußen und gut wars. Gandhi hat das mit einem eher teilnahmslosen Blick hingenommen und hat nachher fröhlich weiter mitgespielt. Klar, er zwickt auch mal in Ruten oder Ohren, aber das ist alles Spiel. Ich habe meinen Hund noch nie drohen gesehen oder knurren gehört, wenn es ums Miteinander mit anderen Hunden geht. Er ist auch außer einem Versuch, noch nie einem andern Hund aufgeritten. Seine Decke hat einmal herhalten müssen

Wir waren nachher noch einen Sprung bei besagter Bekannten in der Wohnung, ne Kleinigkeit trinken, Gandhi hat sich dann zu unseren Füßen gelegt und war ruhig. Er hat sich kaum bewegt und auch keine Geräusche gemacht. Ihr Hund hat noch ein bisschen gebraucht, bis er sich beruhigt hatte, und ist ihm aber drinnen mindestens 10-20 mal aufgeritten. Als dann endlich Ruhe war und ihr Rüde auch am Boden lag, lagen sich die zwei dann ein paar Meter entfernt gegenüber und nach 5 Minuten springt ihrer auf, bellt meinen an und will ihm schon wieder drauf. Das ganze gabs noch ca. 2,3 mal, immer nach kurzen Ruheepisoden und wir sind dann gegangen, es war spät, mein Zwerg war müde und es war ihm sichtlich dann auch schon genug. Er hat aber nicht sichtlich aufgemuckt und hat auch nicht versucht, ihn zu besteigen, sondern deutlich beschwichtigt und sich sonst wirklich mustergültig verhalten.
Sowas ähnliches hatten wir bereits einmal, da waren wir bei einer Freundin und deren Hündin, die meinen, da war er ca. 3 Monate alt, sehr bemuttert hat. Und auch da war es so, als wir drinnen waren und die Hunde Ruhe gaben, die Hündin nach 10 Minuten laut bellend auf meinen hingeschossen ist und den zur Sau gemacht hat. Meiner lag aber ruhig am Boden und machte den Eindruck, als würde er dösen. Meine Freundin meinte, klar kriegt der sein Fett ab, der hat meine Hündin ohne Unterlass ständig angestiert, in IHREM Zuhause.
Kann es also sein, das mein Hund quasi still und heimlich die anderen durch Blicke und anstieren so sehr pflanzt, dass die irgendwann den Zuckaus kriegen?
Danke für eure Antworten!
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Hm, keine Ahnung, klingt für mich erstmal nicht ganz so plausibel.
ABER- wieso zum Teufel erlaubst du, dass der andere deinen Hund 10-20(!) mal berammelt?! Dass das mal passiert, okay, auch als Stressgeste oder was auch immer. Aber, ganz ehrlich, meiner würde sich das definitiv nicht gefallen lassen und ich wäre da auch ganz bei ihm. Das ist doch nur noch frech, als Halter würde ich da auf jeden Fall eingreifen, siehst du das nicht so?
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Das kam vielleicht im Text nicht so rüber, die Halterin und ich haben sehr wohl eingegriffen, wenn der andere Rüde draufwollte. Aber er hat eben nicht aufgehört. Meiner wehrt sich bei sowas (noch?) nicht. Weiß auch nicht wieso, er ist generell sehr friedlich. Der andere Rüde hatte sicher Stress, der hat auch nicht aufgehört zu pumpen..
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Oh okay, alles klar, das kam für mich tatsächlich nicht so rüber.

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Wir waren gestern wieder gemeinsam unten.
Das Aufreiten hat sich gelegt, war wirklich deutlich weniger.
Als dann noch ein anderer Junghund dazukam, begann dieser, den Aussie von meinem wegzubellen und zu -knurren, als er meinen Hund besteigen wollte.Meiner hat sich davon nicht wirklich beeindrucken lassen, und dann weitergespielt.
Kann mir das also keiner sagen, bzw. abschätzen, ob mein Hund still und heimlich die anderen provoziert?
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Das wird dir wohl keiner sagen können, denn es war niemand dabei der das gesehen hat.
Alleine "anschauen" - als Unterschied zu "fixieren" würde ich jetzt aber nicht als Provokation ansehen, aber wie gesagt niemand kann da was Genaues sagen.Das der Aussie den verbellt hat finde ich z.b. sehr interessant, denn Hunde ergreifen ja auch Partei für andere wenn sie glauben das das nicht so zu laufen hat.
Meine Frage wäre noch, was macht denn deine Freundin oder auch die mit der Hündin wenn ihre Hunde so "extrem" reagieren?
Selbst wenn der Rüde nach ermahnen nicht aufhört auf zu reiten muss man ja was machen.
Müsste man eben auch sehen wie das Aufreiten "gemeint" ist. Als Spielaufforderung - Miniprovokation, Stressabbau, schon in Richtung "mobbing" etc.Das Problem was ich leider immer wieder sehe das Verständnis für Hundeverhalten ist gemeinhin nicht besonders Groß, aber die Partei für den eigenen Hund riesig. Wenn also was "Vorfällt" dann ist schnell mal der andere Hund Schuld.

Aus deinen Ausführungen finde ich jetzt aber nicht besonders ersichtlich das dein Hund wirklich "provoziert". Vielleicht ist das eher sowas wie "He, komm aus der Reserve Alter! Mach mal was, loooos!" Weil dein Hund eben liegt und sich scheinbar wenig beeindrucken lässt?! -
Dass Hunde Partei ergreifen, weiß ich und ich finds immer wieder interessant.
Es ist aber nie was gröberes gewesen, hie und da kommt einer "schlichten", wenns ihm zu bunt wird, aber meist spielen die dann gemeinsam.Mittlerweile hört der Aussie sofort auf, wenn man ihn ermahnt, es ist auch deutlich weniger geworden. Ich glaube, da sie meinte, dass es nur wenige Hundehalter bei uns in der Gegend gibt, die die Hunde frei laufen und spielen lassen, dass ihrer eine Weile zu kurz kam, bzw. in seiner Neugier auf andere Hunde gebremst war und deswegen nun jede Gelegenheit mit einem andern Hund frei zu spielen (und diesem natürlich auch bisschen den Ton anzugeben
) nutzen wollte. (ich hab immer genug spiel- und tobekameraden für meinen gefunden..)Ich glaube nicht, dass es als mobbing durchgeht, meiner ist davon ziemlich unbeeindruckt, aber vielleicht ist ja das der Knackpunkt?

Bei mir ist es eigentlich nicht so, dass ich immer die Schuld am andern (Hund/Halter) suche, es ist mein erster Hund und ich weiß auch, dass es sicher einige Dinge gab, die ich hätte besser machen könne, bzw. bin ich drauf und dran ein paar Fehlerchen auszumerzen. Deswegen war ja auch meine Frage, ob meiner das rausfordert und nicht die Anschuldigung "Der böseböse Aussie reitet dauernd auf"

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Es gibt einfach Hunde, die werden von anderen missverstanden, warum auch immer. Mein Wonder war auch mal so. Er hat andere Hunde auf die Palme gebracht, weil er eben nicht wie gewünscht reagiert hat. Gerade die, die versuchen, das Gegenüber zu ignorieren, pushen den anderen dadurch manchmal. Wie gesagt, mein Wonder kommuniziert wirklich fast garnicht, das ist nicht seine Stärke. Er hat sich dann teilweise verhauen lassen, wo ich dann immer eingreifen musste. Er hat einfach alles mich regeln lassen, was wirklich zu der ein oder anderen Feindschaft mit anderen Hunden geführt hat, weil die Wonders Verhalten nicht interpretieren konnetn. Er hat sich eben nicht sonderlich unterwürfig gezeigt, eher einfach cool und ignorant. Wenn das Gegenüber dann selber nicht ganz sicher im Umgang mit anderen Hunden ist, kann das bei dem schnell zu Frust führen.
Amber ist zum Beispiel wieerum so ein Hund (mit Wonder seiner Art kommt sie aber klar). Bei ihr läuft das oft so ab: Sie will spielen, macht Spielaufforderungen; der andere reagiert nicht, wie gewünscht; dann will sie gern aufreiten, weil sie nicht weiß, was zu tun ist; der andere ist sehr geduldig und lässt ihr das durchgehen; dieser Hund legt sich irgendwo hin; Amber fixiert den und will, dass er irgendwie was tut; er macht nix; Amber wird wütend und relatib grob zu ihm und zwingt ihm zum Spiel :)Ich denke das gibt sich auch mit zunehmender Reife.
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Zitat
Ihrer ist Rüde, unkastriert und vier.
Hallo,
ob es an deinem Hund liegt, der still und leise durch Blicke provoziert kann ich von hier aus nicht beurteilen. Solche Fälle gibt es allerdings und war auch selbst schonmal mit meinem Momo betroffen.
Da lag ein Mini-Aussie auf dem Platz und stierte unentwegt zu Momo hinüber. Dieser fühlte sich provoziert und schlug darauf lautstark an.
Der komplette Platz drehte die Köpfe und man konnte merken, wie es in deren Köpfen brummelte: ".....böser Hund, ungezogenes ETWAS!"
Dabei war der wahre Übeltäter in 10 Meter Entfernung zu suchen, ruhig zwischen den Beinen seines Herrchens liegend. Es hat eine Weile gedauert, ehe auch andere das so beobachten konnten. Nachdem mal klar war, WER hier der Unruhestifter war, konnte man auch etwas dagegen unternehmen.
In dem hier beschrieben Fall wundert es mich ein wenig, dass ein 4 Jahre alter Rüde derart vehement versucht, bei anderen Hunden aufzureiten. Wenn er das wirklich in dieser Häufigkeit probiert und man ständig hinter ihm her sein muss, um ihn davon abzuhalten, würde ich mal klären lassen ob der Rüde nicht sexuell überaktiv ist.
Es ist auch für den aufsteigenden Rüden Stress, wenn dies sexuell motiviert geschieht. Wenn es aus mangelnder Erziehung herrührt, kann man daran arbeiten. Aber wenn es sexueller Natur ist sollte man zumindest mal den Gedanken durchspielen, ob man dem Hund nicht einen Gefallen tut und ihn kastrieren lässt. Jaaaa....das böse Wort, ich habs ausgesprochen

Der Rüde hat bislang noch großes Glück gehabt, dass er auf so gutmütige Artgenossen gestossen ist, wo nichts passiert. Wenn er aber an einen Hund gerät, der sich das nicht gefallen lässt, kann es sehr schnell hässlich werden - für beide Seiten absolut nicht wünschenswert.
20-30 mal Aufreiten ist in meinen Augen zumindest ein Warnsignal und gehört zweifelsohne unterbunden.
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