Drinnen- und Draußenhund

  • Ich würde meinen Hund so gern verstehen, vielleicht könnt ihr mir ja einmal mehr dabei helfen :smile: .
    Ich habe eigentlich zwei Hunde in einem. Einmal meinen Drinnenhund, der ist lieb, aufmerksam, devot, gelehrig. Er kann apportieren, sowohl Dummies als auch Bällchen, reagiert auf Sitz! Platz! Bleib! Hol! Nein! fast sofort und fast immer. Er kommuniziert in verblüffend vielen Tonlagen mit uns, "redet" überhaupt sehr viel.
    Und dann ist da der Draußenhund, der auf fast gar nichts reagiert. Also ohne Leine ist er autonom, außer, dass er kommt, wenn ich ihn rufe, kennt er da keine Regeln. Zudem ist er unter Hunden sehr selbstbewusst, aber nie agressiv, eher frech. Unter Hunden gibt er auch keinen dieser für uns bestimmten Laute von sich.
    Wie erklärt sich das? Er ist nicht immer abgelenkt, manchmal sind wir die ganze Zeit allein im Park. Aber trainieren kann man da dennoch nicht mit ihm, er macht nur mit, wenn es ihm Spaß macht.
    Meine Erklärung ist ja: Mein Hund weiß zu Hause nicht, dass er ein Hund ist, er erinnert sich erst daran, wenn er raus geht :D . Oder?

  • Zuhause kennt er alles, und die Übungen mit Dir sind Abwechslung. Draussen ist es aufregend, er muß schnuppern, schauen ob jemand kommt, viele Gerüche und Geräusche.
    Den Übergang vom Üben drinnen zum Üben draussen muss man langsam und mit steigender Ablenkung trainieren!

  • Langsam und mit steigender Ablenkung heißt was? Leider habe ich keinen Garten und, wie gesagt, im Park ist es zu bestimmten Uhrzeiten ziemlich einsam. Heute gesehen, er apportiert zwei Mal halbherzig, aber eigentlich scannt er vorrangig den Park, ob nicht doch ein Kumpel kommt und ihn von mir erlöst. Also, den Zwischenschritt würde ich gern finden und gehen, aber ich weiß nicht, wie ich draußen spannend für ihn werde. Wiener Würstchen bringen es leider auch nicht.

  • Naja - wenn er drinne auch vollzeit-bespielt wird (ich übertreibe, ich weiß.... *gg), warum sollte er dann draußen auch noch mitmachen, da gibt´s doch Spannenderes..... Euch hat er ja hinterher drinnen wieder, zum Apportieren, Dummy-werfen und Bespaßen.

    Schon mal probiert, daheim einfach Ruhe zu halten, und draußen dann die tollen Spiele mit ihm zu machen?

    Nebenbei würde ich unterwegs jedes noch so geringfügige Signal, dafür, daß er sich an Euch orientiert (erstmal jeden Blick u.ä. in Eure Richtung), bestätigen, damit er weiß, was Du überhaupt willst von ihm. Nimm Deine Dummies mit, er wird sich an Dir orientieren, weil jederzeit eines für ihn "abhanden kommen" könnte. Schon bist Du interessanter. Oder mach ein wenig Unterordnung, mit viel Spaß, zwischendurch. Immer mal wieder was Kleines, das ihm gefällt, zwischendurch. Er wir immer öfter zu Euch gucken - es könnte ja was Spannendes dort passieren. Meinen hab ich so hingekriegt, daß er inzwischen auch von spielenden Hunden abrufbar ist, weil er mich immer im Hinterkopf hat, und er zu mir guckt, bevor er Unsinn macht (durch nen Zaun buddeln in einen Garten o.ä.), und mir damit die Chance gibt, einzugreifen und nein zu sagen (außer bei Wild - da sagt er sich, wer viel fragt, kriegt viele Antworten *gg). Früher war auch alles Andere interessanter und aufregender als ich. War ja auch langweilig - ich bin einfach durch die Gegend "geschlappt", und hab erwartet, interessanter zu sein als der Rest der Welt..... *hust.....zumal damals noch gar keine Bindung vorhanden war. Meine Kleine, die Biene, hatte mich in der Hinsicht echt verwöhnt: für die war es das Größte, wenn sie mich irgendwohin begleiten durfte, auch wenn ich mal nix mit ihr unterwegs gemacht hatte. Bossi stellt da doch "etwas" andere Ansprüche.....

    Achja - wichtig ist, daß Du verhinderst, daß er sich den Spaß ohne Dich selbst genehmigt. Wenn er unaufgefordert zu Hunden rennt, nimm ihn an die Leine, sobald Du einen Hund siehst (in aller Regel wirst Du den zuerst entdecken, weil Du größer bist), und laß ihn erst hin, nachdem er Dich z.B. angekuckt hat und kurz sitzt vorher o.ä., was auch immer. So wirst Du der Schlüssel für sein Vergnügen, weil Du die Genehmigung und Freigabe erteilst, dort hingehen zu dürfen (nach Absprache mit dem anderen Halter). Irgendwann wird er Dich automatisch "fragen" (sprich angucken), ob er hin darf. Dann loben und hinlassen, das ist die größte Belohnung in dem Moment für das richtige Verhalten, das "Nachfragen".

  • Vielen Dank, das ist ja wirklich hilfreich :smile: . Ich werde das alles im Hinterkopf behalten.
    Du liegst bestimmt richtig. Vor Weihnachten war er noch viel aufmerksamer. Nun, nachdem zwei Wochen lang fünf Familienmitglieder um ihn herum gewuselt sind und sich eigentlich immer jemand mit ihm beschäftigt hat, hat er fast alles verlernt. Aber seit heute kehrt Ruhe in unseren Alltag, da wird er mich draußen eventuell doch eher als Bereicherung empfinden :D . Danke :smile: .

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