Teenagerhirngespinste und Abruf

  • Hallöchen!

    Mein Zwerg, der mit seinen stattlichen 16 kg und etwas mehr als 45 cm Schulterhöhe nun eigentlich keiner mehr ist, kommt nun mit 5 Monaten und 1 Woche schön langsam in die Pubertät.
    Nur kurz vorweg, ich weiß, dass ich den besten Hund der Welt habe, denn er läuft soweit brav an der Leine, ist seit der 11./12. Woche absolut (!) stubenrein, macht drinnen nichts kaputt, macht keinen Lärm, hört brav auf Sachen wie Sitz, Platz, raus aus der Küche, gibt Pfoten, Laut und ist generell sehr freundlich zu alles und jedem. Er fährt brav Auto, Ubahn, Straßenbahn, trägt Beißkorb (wenn auch oft mit vorwurfsvollem Blick) und darf in einigen Tagen/Wochen Bürohund werden. :smile:

    Das einzige Problemchen, dass sich schön langsam rauskristallisiert, ist das Abrufen. :lepra:
    Wir gehen den größten Teil der Zeit im Grünen ohne Leine, klappt(e) auch prima, da er immer einen gewissen Radius um mich/uns einhielt. Doch momentan hat er seine Phasen, wo er anscheinend total auf Durchzug schaltet. Manches Mal muss ich ihn 2-3 mal rufen, bis er kommt, oft reagiert er nicht gleich auf seinen Namen und wenn ich dann "komm" rufe, setzt er sich hin, schaut mich an, zeigt mir die lange Nase und macht partout nicht das, was gerade gefragt ist. Er läuft nicht weg, aber er weiss, was gefragt ist, macht es aber nicht. Lustigerweise, wenn wir in der Gruppe mit mehreren Hunden unterwegs sind, reagiert er besser. In fremden Gebieten macht er das nicht/kaum, vermutlich, weil er sich nicht auskennt und noch eher unsicher ist.

    Da ich mit meinen Fingern ziemlich laut pfeifen kann, reagiert er dann auch alleine sofort, das ist aber nicht Sinn und Zweck der Sache, wenn er oft auf seinen Namen nicht hört. Manchmal reicht auch ein Schlüsselgeklimper, um seine Aufmerksamkeit auf mich zu lenken, aber manchmal schaffe ich auch das nicht.

    Ich hab nun überlegt, mir eine Schlepp zuzulegen, und damit zu trainieren, da er leider Gottes nun auch anfängt, hie und da Vögel zu jagen, da vergisst er aber die Welt um sich herum. Aus dem Spielen mit anderen Hunden abzurufen kann ich momentan sowieso noch vergessen. Wenn ich ihn dann aber habe, weil ich einen Moment wo er da ist, oder ruhig ist, erwische, dann akzeptiert er es, wird gelobt und folgt dann auch brav wenn wir zB weitergehen.

    Was meint ihr? Testet er, oder weiß er manchmal nicht, was gefragt ist? Ich habe eigentlich immer Leckerli einstecken, selbstverständlich bekommt er die nur, wenn er sofort kommt, sonst lobe ich mit Stimme. Ein einziges Mal ist er auf die Straße (also 1m runter vom Gehsteig zwischen die Autos) gelaufen, da gabs einen symbolischen Satz heiße Ohren und er hat die Wiesen soweit nie selbstständig verlassen)

    Die Hundeschule hat momentan Winterpause, soweit ich weiß, der nächste Kurs geht nächstes Jahr los, wir werden aber sicher wieder einen besuchen. Im ersten Welpenkurs haben wir Fußgehen geübt, generelle Aufmerksamkeit (an der es jetzt eindeutig hapert), und ein bisschen Abrufen sowie vertraut werden mit alltäglichen Sachen und Geräuschen.

  • Zitat


    Was meint ihr? Testet er, oder weiß er manchmal nicht, was gefragt ist?


    Der Junghund entdeckt seine Welt :D
    Es ist ganz normal, dass sich in dieser Phase die angehenden Jugendlichen mehr nach aussen orientieren, mutig sind, mehr ausprobieren, "testen" eben, klar "weiß" der Hund was Kommandos sind, aber nun stehen dagegen richtig viele neue Reize an, denn auf eigene Faust was machen ist ja nunmal viel spannender, da rattert das Gehirn, da fließen Botenstoffe im Hirn noch und nöcher und da ist es manchmal dem Hund einfach nicht möglich auf einen Abruf zu reagieren, wenn dagegen eine Wildspur oder ein Pferdeköttel anstinkt :lol:

    Ich würd ne Schlepp ranmachen und mir nich den Abruf mit allerhand anderen Geräuschen wie Pfeifen und Schlüsselklimpern "verbauen". Was willst du später dabeihaben, wenn alle "akustischen Hinweise" nicht mehr funktionieren :ugly:
    Zeig deinem Hund seine und deine Welt, lass ihn eigene Erfahrungen machen genau wie ihr interessante Dinge gemeinsam erleben könnt. Der Hund orientiert sich neu und checkt genau was geht (und sollte demnach auch lernen was nicht geht).

  • Hallo,

    das klingt für mich stark nach austesten. ;) "Mal sehen, ob ich erst beim dritten Mal rufen kommen muss." :headbash:

    Ich finde, dass deine Idee mit der Schleppleine die absolut richtige ist. Ich habe das nicht gemacht, als Arnold in der Phase war und bereue, dass ich erst so spät daran gedacht habe. Wenn im Januar eh die nächste HuSchu-Runde angesagt ist, dann würde ich das bis dahin so überbrücken. Zumal wegen dem Jagen. So kannst Du da zusätzlich noch einwirken und das umlenken lernen.

    Jedes Mal wenn er jetzt merkt/lernt, dass er ja auch erst nach dem 2. oder 3. mal kommen "darf", wirft euch ein wenig zurück. Sobald er "Jagderfolg" hat (hinterher flitzen ist auch schon Belohnung), wird er auch das Jagen schnell ganz toll finden.

    Alternativ kannst Du mal schauen wie er reagiert, wenn Du EIN Mal rufst, umdrehst und schnell und übertrieben in die entgegengesetzte Richtung läufst/rennst. Kommt er mit, oder achtet er wirklich überhaupt nicht darauf was Du machst und wo Du bist? Am besten dabei noch trampeln, damit er das auch ja hört. ^^ Ich musste mich damals nur ein Mal verstecken und er hat mich gesucht und gesucht - seitdem achtet Arnold immer darauf wo ich bin - er hatte sich wohl ein wenig erschrocken. :lol:

  • Estandia:
    Danke für deine Antwort. Dass er entdeckt, neues lernt und alles am besten sofort ausprobieren will, weiß ich ja, ich lasse ihm ja auch Gelegenheit dazu.
    Gut, dann werde ich akustische Signale soweit weglassen und beim an der Leine gehen den Blickkontakt etwas üben und mir eine Schlepp anschaffen, damit er weiß, wann Schluss ist. (Na das kann was werden :hust: )

    Sonnenbebi:
    Danke auch an dich. Das hatten wir einmal, allerdings vor einigen Wochen, da war er noch nicht so selbstsicher, ist abgehauen, wir haben uns versteckt und innerhalb von 3 Minuten hatten wir einen winselnden, aber überglücklichen Hund zwischen den Beinen. Das hat er sich auch gemerkt, allerdings dürfte diese Erinnerung momentan etwas vernebelt sein :lol: Rufen und umdrehen+gehen/weglaufen zog früher ganz gut, allerdings denkt er sich momentan wohl "Pff, dann geh doch, das is mein Ghetto, da kenn ich mich aus, da bin ich King".

  • Ach herrlich - na so sind sie die Kleinen. :hust: Dann muss die Schlepp wohl her. ;)

    Ist aber auch nicht tragisch und wenn Du wie gesagt jetzt damit anfängst, wo das vielleicht noch nicht sooo ritualisiert ist, sollte das kaum Probleme darstellen.

    Und Bindungsspiele an der Schlepp sind auch toll. Zusammen buddeln und die Welt bestaunen. Zu mir sagte man damals, dass ich einfach spannender als alles andere sein muss und Arnold am besten noch auf die ganzen spannenden Sachen hinweisen muss. So merkt er, dass "DIE" voll Plan hat und bei IHR immer was los ist, wenn sie ruft (ob nun Lob oder ein Spiel oder sonstiger Spaß).

    Viel Spaß beim "schleppen". ;)

  • Hinweisen tu ich ihn, er hat im Herbst (zeitweise findet mans auch jetzt noch) total gerne mit den riesigen Laubhaufen gespielt, die durften wir dann immer aufstöbern und er fing ein Blatt nach dem anderen.

    Nun gut, außer an Laternenpfosten und Hinterlassenschaften schnüffeln, werden wir ja hoffentlich was tolles finden.

    Die Schlepp mach ich ich aber mit Geschirr, auch wenn er momentan das Halsband eindeutig bevorzugt. :headbash:

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