Stress beim Gassigehen

  • Hallo ihr Lieben!

    Malwieder ich. Unser Iago (Kleinspitz, Fotoalbum hier: https://www.dogforum.de/iago-ein-riese…en-t154964.html) ist mittlerweile gut 9 Monate alt, pubertiert gern rum, zickt wie eine tiroler Bergziege ("Ich kote heute hier auf dem Hügel,komm und sammels doch hhiiiier"), hört alle 2 Tage mal einen Tag GARnicht, zerstört Schuhe usw.
    Ich wende mich aber an euch mit einem Problemchen dass mich unter den anderen Wehwehchen etwas mehr trifft als die anderen. Es ist nix schlimmes, aber einfach für uns als Halter und auch den kleinen Spinner unfein durch erhöhtes Stresspotential auf beiden Seiten:
    :???: Unser kleiner Haudegen liebt alle Hunde abgöttisch. Und er will IMMER spielen. :headbash:

    Das sieht dann zB an der Leine beim Gassigehen so aus: Iiiirgendwo anderer Hund, Iago siehts, geht in "Spitz pass auf" Stellung und will nurnoch hin. Darf er aber natürlich nicht. Also wird gezittert, gejammert, gezogen. Meine Reaktion ist dann dass ich stehen bleib mit ihm, in ablege (weitergehen geht auch kaum weil er nich geht sondern erdmännchen spielt), und dann versuche die aufmerksamkeit auf mich zu ziehen. Stupsen, Leckerchen, alles icht so richtig effektiv. Ich muss dazu sagen dass er - meiner Einschätzung nach - nicht aggressiv ist sondern wirklich eher verspielt, neugierig und freundlich. Auf der Hundewiese ist er zwar einer von den dreisteren Kameraden aber sehr sozial und freundlich. Ich bin immer wieder fasziniert, weil er ALLE Hunde zum Spielen bringt, selbst solche, die eigentlich garnicht spielen... "Oh, der spielt sonst nie" und "Oh, toll, dass ist das erste Mal dass er spielt" hab ich schon vermehrt gehört. Wenn ihn ein Hund aber dann gleich "bös" ankäfft oder mal zeigt wo der Hammer hängt lässt ers auch schnell sein. Sobald der Hund aus dem Sichtfeld ist gehts dann auch wieder.

    Wir trainieren momentan vermehrt Aufmerksamkeit, da er sowieso sehr neugierig ist. "oooh Katze!" und wusch erstmal rennen. Er steht zwar nach 10 Sekunden wieder neben mir ( Au weh, Frauchen ist ja futsch) aber naja. Wie gesagt, wir arbeiten vermehrt an Aufmerksamkeit, mein Freund viel draußen und ich klickere seit kurzem mit ihm, vor allem aber in der Wohnung. Ich muss gestehen dass die letzten zwei Wochen die Bewegung recht kurz gekommen ist. Erst war ich krank, dann mein Freund, und der jeweils andere hatte Mega Berufsstress.

    Es gibt vermutlich keine Patent-Lösung. Daher freu ich mich über Ideen, Tips, Berichte... Mein Ziel ists, dass der Spaziergang für uns beide stressfreier wird. Viele andere kleine Probleme haben wir gut im Griff mittlerweile aber das stresst schon.

    :gott: Danke euch schonmal! :)

  • Für mich klingt es fast danach, als hättest Du ihn in der Vergangenheit öfters von dir "weg" geschickt, (zum Spiel) weshalb es ihm jetzt schwer fällt, die Tabuzonen anderer Hunde einzuhalten.
    Es kann auch sein, dass er das Spielverhalten als Kommunikationsmittel einsetzt um seine eigene Unsicherheit gegenüber älteren Fremdhunden zu überspielen.

    Und jetzt zeigt er sich frustig, da er nicht seinen Willen bekommt, weil Du ihm das Spielen und die Kontaktaufnahme zu anderen Hunden verwehrst.
    Da hilft aktuell sicher nur eins: Nerven wie Drahtseile- so wie Du gerade an die Sache rangehst (stures Warten, bis sich Jungspunt beruigt hat) ist keine verkehrte Maßnahme.

    Außerdem würde ich an der Beziehung zu Dir arbeiten. Ihm Regeln und Grenzen vermitteln, die er in diesem Alter braucht. (Nicht weit von Dir wegrennen, bei Dir in der Nähe bleiben- eine gemeinsame Kommunikationsebene finden und ihn nicht selbst entscheiden lassen, zu welchem Fremdhund er jetzt Kontakt aufnehmen darf). Gerade in dem Alter ist es nicht verkehrt, wenn der Junghund lernt- Frust auszuhalten (schau mal im Forum nach "Frustrationstoleranz".)

    Vielleicht wäre auch eine feste Gassi-Gruppe etwas für Euch, mit souveränen Althunden, die nicht auf sein Spielverhalten eingehen und ihm Grenzen aufzeigen.

  • Danke für deine Antwort.

    Hm, eigentlich reagiert er schon so auf andere Hunde, seit er bei uns ist. Immer gleich spielen wollen, hin wollen.
    Wir wohnen zwar am Stadtrand aber trotzdem nicht ländlich, daher geht er viel an der Leine. Wenn er dan frei gehen darf, hält er sich viel in unserer Nähe auf und hört auch gut (jetzt mal davon ausgegangen, dass keine anderen Runde in der Gegend sind. Wenn ich sehe dass uns jemand begegnet Leine ich ihn immer an.)

    Weg geschickt hab ich ihn in der Form eigentlich nie.

    Frustration ist sicher ein gutes Stichwort, seine Toleranz - außerhalb der Wohnung - ist da sehr niedrig. In der Wohnung gehts super aber draußen jammert er immer sofort.

    Okay danke, ich werd das mal aktiv weiter beobachten. Eine Gassi-Runde wär sicher was, da muss ich nur schauen obs sowas hier a) gibt und b) wie das zeitlich machbar ist.

    Danke!

  • Zitat


    Hm, eigentlich reagiert er schon so auf andere Hunde, seit er bei uns ist. Immer gleich spielen wollen, hin wollen.

    Das ist auch vollkommen normal. Viele Welpen sind so. D.h. das man von Welpe an dem Hund beibringen muss, dass er grundsätzlich keinen Erfolg hat, wenn er sich ungestüm und ungeduldig zeigt. Erst wenn er an seinem Halter orientiert ist und ruhig ist, darf er zu den Hundekumpels. Wenn man das von Anfang an trainiert und konsequent dabei ist, dann lernt ein Hund, das sich nur das ruhige Verhalten bei Hundekontakten für ihn lohnt.

    D.h. im Endeffekt, dass du das jetzt mit ihm trainieren mußt, wie bei einem Welpen, nur dauert es jetzt entsprechend länger. Wenn du befreundete Hunde hast trainiere das erst 1:1 und nicht gleich mit Hundegruppen. Dann kannst du sein Grundgehorsam festigen und es in Hundebegegnungen abrufen, damit er die Möglichkeit hat alternativ etwas zu machen.

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