klaffende Fleischwunde oberhalb der Vorderpfote

  • ...lang war ich nicht mehr hier....wir hatten mächtig viel um die Ohren....

    nun habe ich eine Frage, leider in etwas traurigem Zusammenhang.

    Mein Burli hat sich am Montag in seinem Kindergarten eine schrecklich tiefe Fleischwunde zwischen "handgelenk" und "fingern" zugezogen. aus menschlicher sicht würde ich sagen, dass die stelle dem Handrücken entspricht.
    Burli rutschte vor der Auslauftür aus und schlitterte mit der Vorderpfote unter eine Auslauftür eines anderen Hundes. Wohl steckte er fest und in seiner Panik zog er wohl so stark an der Pfote, dass er sich einen Schnitt von einer Breite von ca. 5-6 cm und einer Tiefe von ca. 1,5 cm (man sah die Fingersehen!) zuzog.
    Er rannte mit extrem Butendem Fuß zu mir, worauf ich ihn sofort anleinte, ins Auto packte und zum Tierarzt fuhr.
    Er wurde dort sofort in Narkose gelegt. An der Wunde wurden 3 Aterien verödet um den Blutverlust zu stillen, die Wunde wurde gereinigt und genäht.
    Am Tage danach war er noch etwas müde, hatte aber unmittelbar nach der OP auch keinerlei Probleme mit der Pfote aufzutreten und lief normal wie immer.
    Am Mittwoch war er wie immer kaum zu bremsen und Donnerstag morgen beim Gassi auch.
    Ich habe die Wunde immer sofort nach dem Spazierengehen frisch verbunden, damit keinerlei Feuchtigkeit daran geraten würde. Er trug stets eine Halskrause, damit er nicht daran lecken konnte.
    Die wunde sah also bereits am Donnerstag schon fast verheilt aus.....

    nun mein großes Ärgernis.....
    in seiner Tagesbetreuung trug Burli zusätzlich zur weichen Halskrause einen Maulkorb, dass er unter keinen Umständen zur Wunde kommt.....
    Als ich in Donnertag mittag - wie jede Mittagspause besuchte - habe ich den Maulkorb zum Fressen entfernt und die zuständige Mitarbeiterin darüber informiert als ich wieder zurück in die Arbeit fahren wollte. Ich bat sie auch, den Maulkorb sofort wieder anzulegen, falls er daran lecken würde, weil Burli nämlich mittlerweile rausbekommen hat, wie man trotz Halskragen dran kommt.

    Als ich ihn dann Abends abholte, sprach mich die andere Mitarbeiterin mit den Worten "hat Burli hat keinen Verband mehr gebraucht..." an....
    Ich recht stutzig machte mich auf den Weg zu Burli...und was sah ich....
    Kein Maulkorb, kein Verband...Wunde klafft auf der Seite auf, klitschnasser Halskragen....

    Ich habe Burli wieder sofort gepackt, bin zum Tierarzt gefahren und glücklicherweise haben 3 Klammern gereicht um die Wunde zu schließen.
    Verdammt ärgerlich wie ich finde....die Wunde sah schon wunderbar aus und das wäre nicht nötig gewesen wenn man meine Anweisungen befolgt hätte...ICH ZAHLE SCHLIEßLICH
    und eine Aussage der Mitarbeiterin "wir haben auch nicht immer Zeit" kann und möchte ich nicht akzeptieren, da ein Blick auf den Hund reicht um festzustellen, dass seine Verbände fehlen und die Wunde klafft....und wenn man keine Lust hat zu schauen dann legt man wenigstens den Maulkorb schnellstmöglich wieder an.

    Aber nun meine Fragen...
    Wird Burli "Folgeschäden" haben? Er humpelt nicht und belastet den Fuß stets...
    Inwieweit darf er Auslauf bekommen?
    Ist es ok, wenn ich ihn an der langen Flexi laufen lasse und Verbände sofort nach unserer Heimkehr wechsle?
    Wie sieht die Behandlung nach dem Fädenziehen aus?

    Vielen Dank für eure Antworten

    Liebe Grüße
    Alexandra

  • Oh je, armer Burli :verzweifelt:

    Ich glaube nicht, dass er Folgeschäden haben wird. Was sagt denn dein Tierarzt dazu?

    Als Paule an der Pfote operiert wurde, hab ich ihn draussen an der Flexi laufen lassen. Sicher ist sicher.
    Über den Verband habe ich vor jedem Spaziergang eine Tüte gezogen und mit Tape bewestigt. Das Risiko, dass während des Spaziergangs die Wunde nass wird und Bakterien eindringen war mir zu hoch. Gerade jetzt bei dem nassen Wetter würde ich auf Nummer sicher gehen. Ein Pfotenschuh wäre da auch eine Möglichkeit.
    Dadurch musste ich den Verband auch nicht zu oft wechseln, und die Wunde hatte etwas "ruhe".

    Mach dich nicht verrückt, das wird schon wieder :solace:
    Das Verhalten der Betreuung finde ich allerdings auch nicht ok.

  • Ich werde ihm nun auch eine Plastiktüte oder was ähnliches über seinen Verband anbringen. Gut ist, dass Hansaplast an seinem kurzen Dobi-Fell prima hält.

    Darf er denn mit mir Spielen? Liebt Beißwurst spiele, apportiert sie gerne, zerrt mit mir...das ding ist unser Heiligtum. Er hat faktisch keine Schmerzen, der Tierarzt meint, wenn die Bänder oder so betroffen wären, dann würde er nicht auftreten als ob nichts wäre.
    aber mulmig ists einem doch im Magen wenn man weiß der Hund hat eine genähte/geklammerte Wunde.

    Wie siehts mit Unterordnung aus? wir haben morgen und Sonntag wieder Training....

  • Ich würde ihn auf jeden Fall 2.Wochen ruhig halten. Nicht rennen, keine zerrspiele, sondern nur an der kurzen Leine normal gassi gehen.

    Er wird es überleben und die wunde wird so sicher wieder heilen.

    LG
    Missa

  • Ich würd mich da auf den Rat des Tierarztes verlassen.

    Paule hatte zusätzlich noch ne kleine Naht am Bauch, war sowieso ziemlich "knatschig" die erste Zeit und hatte auch keine Lust groß rumzutoben.
    Wir haben "Rentnerspaziergänge" eingelegt, im Schrittempo und mit viel Schnuppern.

    Soweit du ihn schonen kannst, würd ich das auch machen.

  • es ist etwas schwierig...

    ich habe es unserer Trainierin erzählt, sie meinte dazu: ach geh....was glaubst du was meine Hunde schon genäht und geklammert wurden...und alle waren sie wieder nach 2 Tagen so als wäre nichts gewesen. Schau dass es trocken und sauber bleibt und mach es nicht schlimmer als es ist. So schlimm es vor dem nähen aussieht aber nach 3 Tagen ist das schon so gut wie zu. meine sind am tag danach schon freigelaufen...
    die gute Blickt auf 20 Jahre Dobermannerfahrung zurück....

    Der Tierarzt sagt:
    nun ja...so richtig freilaufen oder mit anderen Hunden spielen soll er nicht. am wichtigsten ist dass es nicht nass wird. sonst an der Flexi (8m) ist das schon gut so.

    eine Bekannte sagt:
    blllllooooßßß nicht mehr als eine kleine runde pipi machen lassen....

    Ich sage:
    Burli rastet langsam aber sich er aus!!!!!! er ist viel Auslauf und geistige Auslastung gewohnt....er wird richtig nervig und wenn er draußen seine Beißwurst nur sieht, rastet er aus und haut sie sich 10 aml um den Kopf wenns sein muss...Er ist sehr triebig, aber nun noch dazu unausgelastet...
    Auch im normalen leichten Trab beim joggen humpelt er nicht....


    ist er schon auf dem Wege der Gensesung?

  • Und ich würde sagen: ;)

    Lieber ein paar Tage mehr schonen, als das Risiko einzugehen, dass es nicht schön verheilt.
    Er wird es überleben, noch ein paar Tage "unausgelastet" zu sein.

    Wenn es eine gröbere Verletzung wäre, müsstest du viel länger schonen, Joyce hatte 10 Wochen Leinenpflicht mit Nichtstun nach ihrer Ellenbogen-OP. Und ja, sie hat es auch überlebt, trotz dass sie ein aktiver Hund und keine Schlaftablette ist ;)

    Insgesamt würde ich den Buben daran gewöhnen, dass es auch ein paar Tage ohne Action geht... :roll:


    Grüße
    Marina

  • Geistig kannst du ihn auch in der Wohnung auslasten, bring ihm ein neues Kommando bei oder lass ihn verschiedene Teesorten unterscheiden....

    Wenn dein hund nach ein paar ruhigen Tagen schon durchdreht würde ich dem guten insgesamt mal Ruhe beibringen. Wenn du dir den Haxen brichst kannst du auch nicht den ganzen Tag den hund bespaßen.

    Ansonsten musst du wohl selbst wissen was du tust. Wenn deine Trainerin auch mit frischgenähten Hunden gearbeitet hat, ist das ihre Sache. Das ist aber DEIN Hund!

    Wie gesagt, es ist deine Entscheidung. Wenn du und Hund nicht ein paar Tage ruhig machen könnt bzw wollt, riskierst du damit eine schlechtere Heilung. Die Risiko-abwägung musst du aber selbst machen.

    Allerdings frage ich mich auch, wozu du den Thread eröffnet hast, wenn du ihn sowieso nicht ruhighalten kannst bzw willst?

    UO kommt halt drauf an, was ihr gerade macht. Springen, Rennen, andere Belastungen wären für mich tabu. Banales Fußlaufen in normalem Schritttempo fände ich okay.

    LG
    Missa

  • Vielen Dank für eure Infos!

    Naja, wir haben jetzt am Wochenende ganz banal, Fuß, Sitz, Platz und Hier geübt, also keine Steilwand oder Hürde ;)
    das wäre ja absolut fahrlässig.

    ansonsten hab ich ihm noch 2 Fährten gelegt und ihn Leckerlis suchen lassen.
    Ich glaub das ist das Beste, wir haben also die Nahrungsaufnahme nach draußen verlagert.

    Er war kein bißchen überdreht wie ich das befürchtete. Ich glaub ich stell manchmal meinen Hund schlechter hin als er ist, er war brav und viel gepennt und wohl hats ihm gut getan.

    Am Samstag waren wir nochmal beim Wunde spülen und gestern auch....
    nun ja.....bis gestern war ich soweit zufrieden, er humpelt nicht, die Wunde suppt hald ab und an.

    aber nun, was seh ich heute morgen??? ich versteh das jetzt nun gar nicht mehr....
    Seit heute morgen zieht der den Fuß ab und an im Stand hoch, versucht quasi zu entlasten.
    Er hat auch gestern abend beim Wunde spülen bei der Tierärztin einmal bequietscht und gezappelt, wobei er es sonst mit stoischer Gelassenheit erträgt.
    Beim Verbandwechseln heute morgen hat er auch kurz so getan als würde ich ihn umbringen, wobei ich da etwas "Schikane" dahinter sehe, weil es gestern mal gezwickt hat.
    aber was ist das nun? warum tut es ihm jetzt weh? liegt das an der Heilung? oder ist die Infektion schlimmer geworden?
    wie wäre das möglich, er hat am freitag ja noch Antibiotika gespritzt bekommen...?

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