neuem Hund Dinge wegnehmen

  • Huhu!

    Seit 8 Tagen wohnt Louie bei uns. Er kommt aus Spanien, ist 7 Jahre alt und wir haben keine Ahnung, welche Rassen drin stecken. Erstmal ein Bild, der rechte, helle Hund ist Louie.

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    Ich muss sagen, bis jetzt können wir uns wirklich nicht beschweren. Die zwei scheinen ihre Rangordnung geklärt zu haben, ich kann mit beiden gleichzeitig ganz entspannt spazieren gehen, er gewöhnt sich an seinen Namen und wirkt sehr entspannt. Man kann die beiden schon zusammen füttern und auch das abtrocknen und anleinen klappt immer besser :lol:

    Nur, gestern hatte Louie ein Spielzeug im Maul und er hat angefangen, das Ding zu fressen. Da wollte ich ihm das wegnehmen. Doch er hat dann angefangen zu knurren und leicht zu bellen. :verzweifelt: Wie soll ich mich da verhalten? Wenn ich ihm ein Leckerlie zum "Tausch" anbiete, belohne ich ihn doch quasi für sein Geknurre... oder? Andererseits: ich möchte von Anfang an verhindern, dass er denkt, so ein Verhalten würde akzeptiert. Ich möchte aber nicht gebissen werden. Ich hab dann auch etwas Angst in so einem Moment, und das spürt er ja auch.

    Also, wie soll ich mich da verhalten?

    Liebe Grüße und vielen Dank, Ramona

  • Öhm, wieso belohnst mit dem Angebot von etwas Besserem denn das Knurren?

    Bei einem Hund mit unbekannter Vorgeschichte wäre das Tauschen mein Weg.

    Anstatt entweder einen Triggerpunkt zu erwischen mit konsequenter Wegnahme oder mich in einem Machtkampf einzulassen, den ich evt. mit Bisswunden verliere.

    Ich würd auch anfangen, jedes Ablegen von iwas ( Spielzeug, Stock-> alles was aus der Schnauze fällt) seitens des Hundes mit "Fein Aus " zu benennen und zu loben.

  • Nein, du belohnst ihn nicht für das Knurren, wenn du einen Tausch gegen ein Leckerchen "anbietest".

    Das Ausgeben von Beute solltest du jetzt gezielt, durch Tauschgeschäfte, üben.
    Dazu musst du ein Wort (z.B. "aus) konditionieren.
    Hat er also ein Spielzeug im Maul, halte ihm ein Leckerchen vor die Nase, bevor er knurrt.
    In dem Augenblick, wenn er die Beute freiwillig ausspuckt, weil er das Leckerchen haben möchte, sagst du "aus", gibst ihm das Fressen und dann wiederholst du das Ganze mehrfach, indem du ihm immer wieder den Ball zurückgibst und gegen etwas Leckeres tauscht.
    Mache ein Spiel daraus, wähle zum Tauschen was wirklich Gutes.
    Er soll begreifen, dass das Ausgeben von Spielzeug lohnenswert ist, anstatt verteidigen zu müssen.
    Vielleicht solltest du zu Übungszwecken am Anfang kein heiß begehrtes Spielzeug einsetzen.

    Viele Grüße!

  • Der Hund verteidigt etwas für ihn etwas besonders Gute, für ihn ganz normal ... für uns Menschen in der Regel "problematisch", weil wir es auf uns beziehen.

    Der Tausch vermittelt ihm eins, nämlich dass er das besonders Gute gegen etwas noch Besseres eintauscht.

    Nimmst Du es ihm einfach nur weg, dann wird er u.U. beim nächsten Mal das besonders Gute noch vehementer verteidigt, weil Du es ihm beim letzten Mal weggenommen hast.
    Bekommt er etwas zum Tausch, dann ist es kein Verlust, sondern ein Gewinn für ihn, egal ob er ein Leckerlie bekommt oder Du ein anderes Spieli wirfst oder was auch immer er sehr gerne mag.

    Wenn der Hund weißt, dass sich der hergeben für ihn lohnt, wird er das ohne Mucken und Murren tun. Allerdings muss er das auch erst lernen.

  • Es geht nicht um Machtkampf oder die Frage, wer die Hosen an hat, sondern um ein sauber auftrainiertes konfliktfreies "Aus" .

    Vor diesem Hintergrund sollte klar sein, dass ein freudiges Aus möglich ist, weil er lernt, dass danach was Gutes folgt.
    Und dann ist die Idee mit dem Tausch vielleicht nicht mehr so abwegig :D

  • Ich vermute beim Bild einen HSH-Mix.
    Falls das stimmen sollte... HSH sind oft sehr ressourcenfixiert und es kann böse enden, wenn man ihm das besonders begehrte Teil mit Ach und Krach abnehmen will.
    Du hast oben ja schon gute Tips für die Herangehensweise bekommen.

  • Die oben genannten Vorgehensweisen würde ich auch anwenden. Tausche gegen Leckerlie (das aber nicht wieder wegnehmen :)) und gib ihm das Spielzeug später wieder (wenn er es grundsätzlich haben darf).
    Wenn du etwas wegnehmen möchtest tu es aber auch. Heißt: sag nicht "aus", er fängt an zu knurren, es wird dir zu brenzlig und dann lässt du es lieber. Er lernt dann, dass er nur knurren braucht, und er muss es nicht hergeben. Warte also eine entspannte Situation ab in der du auch selbstbewusst genug bist, das durch zuziehen. Sonst lass es erst einmal bis er das "aus" drauf hat, z.B. beim Ballspielen.
    Viel Erfolg!
    Berichte mal wie du es gemacht hast, wie lange es dauerte etc.

  • Zitat

    Tausche gegen Leckerlie (das aber nicht wieder wegnehmen ) und gib ihm das Spielzeug später wieder (wenn er es grundsätzlich haben darf).

    Man kann auch gegen ein anderes Spielzeug tauschen.
    Hat der Hund begriffen, was Aus bedeutet, kann man ja auch anders belohnen.

    Wichtig ist nur, das das, was nach dem Aus folgt, auch Hundesicht auch toll ist :D

    Bandit ist z.b. Sehr erregt, wenn er einen dicken Stamm " bearbeitet" , dabei knurrt er, der ganze Körper ist angespannt, und ein Aus in dieser Situation war eine Herausforderung.

    Nachdem er aber gemerkt hat, dass das Aus nicht das Ende vom Spiel bedeutet, sondern dass er nach einem kurzen Absitzen GEMEINSAM mit mir auf den Ast stürzen darf, ist das Ganze kein Thema mehr :applaus:

  • Ach ja, so lange du ihm nichts wegnehmen kannst. Lenke ihn ab bzw. rufe ihn zu dir, damit du erst gar nicht in die Situation kommst... Geh dann zu dem Ding hin was er nicht haben darf (im Idealfall folgt er nicht oder läuft hinter dir her), sag "aus" oder was du auch immer benutzt. Und nimm es weg. Dann mach was schönes mit ihm, es soll ja nicht als "schlimm" abgespeichert werden.

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