Rückrufproblem - aber nur an einer Stelle

  • Danke Franziska, das sind schonmal gute Tipps.

    Das mit dem immer wieder heran rufen, belohnen und gleich wieder laufen lassen mache ich schon immer. Das klappt auch überall sonst. Aber das mit dem anleinen ohne Rückruf probiere ich auf jeden Fall aus.

    Jeden Morgen die gleiche Runde ist es eigentlich schon, ich gehe auf dem Weg immer bis zum gleichen Punkt und kehre dann um, egal wann sie sich löst. Aber das ist halt nicht sehr weit, dauert eben max. 15-20 min.

    Vielen Dank

  • So. Da sich das Problem jetzt auf eine 2. sehr bekannt Gassistrecke ausgeweitet hat habe ich mir erstmal was überlegt und heute mal durchgezogen.

    Ich bin eine andere aber auch bekannte Strecke gegangen, man muss ja nicht gleich mit dem schwersten anfangen. dort ist sie mir dann ab auf einen Acker. Aber - anstatt zu rufen bin ich los gesprintet, vom Hund weg, so schnell ich kann (das ist leider derzeit noch nicht sehr schnell :ops: ). Sie kam hinterher, lief aber an mir vorbei und geradeaus weiter, als sie dann weiter als 10m vor mir war habe ich still und heimlich kehrt gemacht und bin in die entgegengesetzte Richtung gerannt. Sie kam wieder recht schnell hinterher, lief aber wieder an mir vorbei, dasselbe dann nochmal als sie wieder so weit vor mir war, entgegengesetzte Richtung und los. Dann kam sie, hielt aber bei mir an und guckte mich völlig irritiert an. Dafür habe ich sie dann belohnt und bin die ursprüngliche Richtung weiter gelaufen.
    So habe ich dass dann immer gemacht wenn ich merkte, dass sie sehr unaufmerksam wurde oder mich gar ignorierte. Im Wald dann auch, ich sprintete sogar den Berg hoch. Ich war komplett unberechenbar, habe unvermittelt die Richtung geändert, und merkte dann irgendwann dass sie ständig guckte was ich machte, immer aufmerksamer wurde und vor allem nicht mehr so weit von mir weg ging.

    Jetzt sitze ich hier total nass geschwitzt, der Hund ist fix und fertig, und überlege ob es wohl nicht besser sein wird mich vor dem nächsten "Spaziergang" für meine Sprints aufzuwärmen bevor ich mir noch was verzerre. Und wenn mich einer gesehen hat der denkt wahrscheinlich, jetzt ist sie komplett irre mit ihrem Köter.
    Mir tuts wahrscheinlich schon alleine deshalb gut weil ich bei den Sprints im THS eh viel zu langsam bin, so trainiere ich das gleich mit. :lol:

    Ne, mal im Ernst. Das ziehe ich jetzt mal ne Weile durch. Ich hoffe sie durchschaut mich nicht zu schnell damit.

  • Schön, dass das funktioniert hat.
    Für mich hat das wegrennen zu viel von einer jagdspielaufforderung. Reagiert sie denn nicht, wenn du ganz einfach weggehst?

  • Zitat

    Schön, dass das funktioniert hat.
    Für mich hat das wegrennen zu viel von einer jagdspielaufforderung. Reagiert sie denn nicht, wenn du ganz einfach weggehst?

    Nö. Da weiß sie dass sie noch ganz viel Zeit hat gerade da rumzuschnüffeln wo sie interessiert ist. Da guckt sie wohl immer wieder wo ich bin, aber macht dann in aller Ruhe weiter ihr Ding.
    Und - würde sie mich jagen, dann würde sie denke ich nicht einfach an mir vorbei rennen sondern eben versuchen mich zu fangen. Und sollte das mal der Fall sein, dann muss ich mir wieder was überlegen, im Moment sieht es aber nicht danach aus.

  • Oh jeh, Achtung lang !!!!

    Nachdem es jetzt eigentlich die ganze Zeit super war mit Mara, nur kleine Aussetzer an bestimmten Stellen, die aber nicht schlimm waren, ist sie mir heute richtig abgehauen, und das in einer Situation, die eigentlich seit ich sie habe super sitzt.

    Ich muss jeden Abend in den Pferdestall und Mara ist seit Jahr und Tag jeden Abend dabei und läuft dort frei.
    Heute waren wir allerdings das erste Mal etwas später dort, so dass es nach ca. einer dreiviertel Stunde dunkel wurde. Normalerweise brauche ich zum misten und füttern immer so ca. ne halbe Stunde, aber heute war es recht viel da die Pferde zur Zeit auf dem Paddock sind und nicht auf der Koppel.
    Ich muss vielleicht dazu sagen, dass ich während des Mistens gerade an der Ablage übe für die BH, d.h. so lange ich den Mist auflade muss sie in eine Ecke liegen. Das ist normalerweise auch kein Thema, ich brauch für eine Karre ca. 5 min. Dann bringe ich die Karre zum Misthaufen, da läuft sie immer mit, schnüffelt mal rechts mal links, und danach läuft sie mit mir wieder zurück zum Stall.

    Und dann, plötzlich, geht sie nicht mehr mit mir links in den Stall rein, sondern läuft, nicht mal besonders schnell aber sehr zielstrebig geradeaus über die Koppel in die Dämmerung davon. Ich rufe noch, keine Reaktion. Ist ja klar dass ich ihr nachlaufe, sie müsste ja nur unterm Zaun durch und wäre dann auf der Straße, die aber - direkt neben dem Stall - nicht viel befahren ist. Sie lief quer über die Koppel, ich hinterher. Leider kommt nach ca. 500m die Bundesstraße, allerdings sind zwischen Koppel und Bundesstraße noch ein paar Bauernhöfe.
    Ich sehe dann wie sie bei einem der Höfe auf dem Misthaufen steht, ich laufe zu ihr hin, rufe sie, sie schaut mich noch an - und zack. Rennt weiter, Richtung Bundesstraße und war nicht mehr gesehen. Dann brach bei mir natürlich Panik aus. Ich habe sie nicht mehr gesehen, rief nach ihr, ich habe sie auch nicht mehr gehört (normalerweise klimpert der Tasso-Anhänger am Halsband so dass ich sie recht gut hören kann), ich war echt panisch.
    Dann hörte ich, wie eine Bekannte auf einem der Höfe nach ihr rief. Ich lief hin und rief nochmal, da kam sie mir - sichtlich erleichtert von der Koppel her entgegen gelaufen. Die Bekannt erzählte mir dann noch, dass sie mich auf der Koppel verzweifelt gesucht hätte und wie ein Blitz los geschossen sei als ich sie rief um schnell bei mir zu sein.
    Ich lobte sie kräftig (was mir echt schwer fiel, war ich doch fast am heulen) und den Rest des Abends musste sie dann an der Leine verbringen.

    Im Moment bin ich echt ein bisschen fertig. Sie war total zuverlässig in den letzten Wochen, bis auf 2-3 Stellen, wo sie aber nie weit weg lief, und wenn ich in die andere Richtung abgedreht habe kam sie sofort hinterher. Danach habe ich sie an diesen Stellen konsequent angeleint ein paar Tage lang und dann war gut.

    Aber heute wollte sie so richtig offensichtlich einfach weg von mir. Es sah nicht so aus als ob sie was gejagt hätte, sie hatte es nämlich nicht sonderlich eilig, es war eher so "ich geh dann mal - Tschüss!! ".

    Was mache ich denn jetzt? Wie gesagt, am Stall hat sie das letzte Dreiviertel Jahr nie versucht weg zu laufen, und da die viel befahrende Bundesstraße ja eigentlich weit weg ist war es nie ein Thema für mich sie dort anzuleinen, ist ja auch viel geschickter, den eine volle Mistkarre und dann noch den Hund an der Leine durch die teilweise engen Türen ist einfach ungeschickt. Außerdem war Stall immer unsere Abend-Pipirunde, das ließ sich immer so toll verbinden, sie hatte Bewegung und konnte sich lösen.

    Ich arbeite ständig und immer an unserer Bindung, auf den Gassigängen spiele ich viel mit ihr, wir machen kleine Übungen, Futterbeutel suchen, ich habe jetzt noch mit Clickertraining angefangen, es funktionierte zu 98% wirklich einwandfrei. Als die ersten Probleme auftauchten vor ein paar Wochen (siehe Thread Anfang) hatte ich sie auch an der Schleppleine, aber da funktioniert alles, auch bei größter Ablenkung, so dass ich bisher keinen Grund drin sah, sie weiter an die Schlepp zu nehmen.

    Ach Mensch, ich bin grad echt kurz vorm heulen und ich zittere immer noch weil ich so große Angst um sie hatte. Außerdem ist es schon ein doofes Gefühl wenn der Hund so offensichtlich weg von mir will. :sad2:

    Hat jemand noch nen Tipp???

  • Ich würde mal versuchen, die Situation nachzustellen, aber diesmal mit Schleppleine und/oder ein paar Leuten, die die Kleine notfalls einfangen, einfach um zu gucken, ob sie's nochmal macht. Ich könnte mir vorstellen, dass sie was draus gelernt hat, wo sie dich doch panisch gesucht hat.

    Ich wüsste echt nicht, was man dir da raten soll, ausser: weiterüben. Sie ist gerade erst halbwegs erwachsen, und sie muss eben auch ihre Erfahrungen machen, das hat nichts mit "sie will weg von mir" zu tun! Sie löst sich eben von Mamas Rockzipfel, hör bitte auf, an eurer Bindung zu zweifeln. Wie gesagt, arbeite schön weiter am Gehorsam und ruhe dich nie auf bisher Erreichtem aus (machst du eh nicht, so wie ich dich einschätze).

  • Ich weiß nicht, ob ich dir wirklich raten kann, denn ich hab grad mal 3 Monate unseren Rüden und das ist unser 1. Hund. Daher versuche ich mich halt überall zu informieren, denn gerade was die Abrufbarkeit angeht mach ich mir jetzt schon sorgen, wenn er mit ca. 1 Jahr in die Pupertät kommt und vielleicht läufigen Hündinnen hinterher geht (er ist jetzt 6 Monate alt und hört "noch" aufs Wort).
    Als ich deinen letzten Beitrag sah musste ich an einen Bericht über Schleppleinentraining denken. Es wurde gesagt, dass es bei Hunden, bei denen es nötig wird (genau so wie du es beschrieben hast) die SL für 6-12 Monate dran muss, und auch nur langsam gekürzt werden darf, bis schließlich von den erstmals 10m nur noch 30 cm am Halsband hängen.
    Ich hab das so verstanden, dass der Hund darüber hinweg getäuscht werden soll, dass er irgendwann nicht mehr unter Leinenkontrolle steht...
    Jedenfalls wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man das so lange durchziehen muss oder es besser ganz lassen sollte. Aber wenn ja, dann tatsächlich über so einen langen Zeitraum keinen Freilauf!
    Lg und viel Erfolg
    Diana

  • Lunasmama:
    Danke für Deine aufmunternden Worte. :hug:
    Das Problem war halt auch noch die Dunkelheit. Hätte ich sehen können wo sie hin läuft, dann hätte ich wahrscheinlich "richtiger" reagiert.

    Oscar:
    Ich weiß dass das richtige Schleppleinentraining so ablaufen sollte.
    Aber Mara ist ein Hund, der es wirklich braucht blitzschnell über die Wiesen zu flitzen, wild Haken schlagend wie ein Hase, sie ist dabei immer abrufbar aber wenn sie diese Möglichkeit nicht mindestens einmal am Tag bekommt wird sie unleidlich. Und genau das ist so frei mit Schleppleine einfach nicht möglich.

  • Ein Restrisiko bleibt immer, auch wenn der Hund an der schleifenden Schleppe ist. Man kann nur mit dem Hund trainieren, halbwegs vorausschauend durch die Welt gehen und hoffen, dass das reicht, um Gefahren von dem Hundeschatz abzuwenden.

  • Zitat

    Ein Restrisiko bleibt immer, auch wenn der Hund an der schleifenden Schleppe ist. Man kann nur mit dem Hund trainieren, halbwegs vorausschauend durch die Welt gehen und hoffen, dass das reicht, um Gefahren von dem Hundeschatz abzuwenden.

    So ist es. Generell ist sie ja wirklich zuverlässig. Aber manchmal scheint das kleine Hundehirn einfach auszusetzen und sie kommt mir vor wie ein anderer Hund.

    Neulich hat mal ein erfahrener Hundehalter zu mir gesagt: "Man kann trainieren, trainieren, trainieren, aber bis sie ca. 2 Jahre alt sind muss man immer mit allem rechnen".
    Keine Ahnung ob das wirklich zutrifft, sie ist mein erster Hund.

    Jedenfalls werde ich sie, wenn es dunkel ist, erstmal nicht mehr mit in den Stall nehmen, denn Hund an der Leine am Mistkarren ist sehr ungeschickt. Und irgendwo festbinden so lange ich den Karren leere möchte ich sie auch nicht. Zumal sie sich dann auch nicht bewegen kann, da kann ich sie auch gleich daheim lassen.

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