Niereninsuffizienz

  • Hallo,
    ich habe eine Frage. Vielleicht kann mir jemand helfen. Zunächst eine Schilderung der Problematik!
    Bei meinem Hund (16,5 Jahre) wurde am 21.12.2011 erhöhte Harnstoff (BUN) und Kreatininwerte festgestellt.
    Der BUN Wert lag bei 70,00 und der Kreatininwert bei 1,86 meine TA empfahl mir eine Kontrolluntersuchung in 3 Monaten. Diese fand am 19.04.2012 (auch wegen blutigem Durchfall) statt die Werte BUN 75,00, Krea:2,07 darufhin haben wir das Futter von Hills Trockenfutter Mature Adult auf Hills Nassfutter K/D umgestellt(ein spezielles Diätfutter). Im Juni ging es meinem Hund sehr schlecht Erbrechen und Durchfall worauf hin ich wieder den TA aufsuchte es wurde wieder eine Blutuntersuchung und ein Ultraschall gemacht. Der Ultraschall ließ eine Bauchspeicheldrüsenentzündung vermuten, die Blutuntersuchung bestätigte die Diagnose. Der BUN Wert lag da bereits bei 89,00 und der Krea: bei 2,15. Wir haben nun das Futter nochmals umgestellt und frisch gekochtes Geflügel und Reis unter der Zugabe von Petzym verabreicht. Im Juli wurde unser Hund wieder schwächer und er hatte neurologische Ausfälle (bis dahin hat er mit mir noch größere Sparziergänge gemacht). Nach einer erneuten Blutuntersuchung am 30.07.2012 stellten wir mit bestürzen fest, das der BUN Wert bei 372,00 und der Krea.Wert bei 9,18 lag. Nun war die Frage ,Empfehlung unserer TÄ ihn einzuschläfern oder nicht, nach einigen recherchen im Internet bin ich auf diese Seite gestoßen und habe Hoffnung erhalten. Wir haben uns nun gegen eine Euthanasie entschlossen und möchten nun alles versuchen ihn wieder soweit fit zu bekommen. Uns ist natürlich klar, das er irgendwann daran sterben wird. Ich bitte um Rat was man gegen die neurologischen Ausfälle tun kann.
    Gruß
    Jerry033 :hilfe: :hilfe:

  • Wird er denn behandelt oder nur die Blutwerte kontrolliert?

    Ich habe selbst letztes Jahr einen Hund an Nierenversagen verloren (allerdings durch Leptospirose ausgelöst) und habe das auch alles durch.

    Ein Hund mit solchen Werten sollte SOFORT intensiv infundiert werden, d.h. über eine Braunüle Ringerlösung i.v., bis zu 100ml pro kg Körpergewicht je 24 Stunden(unter regelmäßiger Kontrolle). Falls ihr keine Erfahrung mit Hundekrankenpflege habt, wird er dafür stationär aufgenommen werden müssen. Auch medikamentös kann man durchaus einiges Versuchen um die Nieren zur Arbeit anzuregen.
    Wenn ihr den Kampf aufnehmen wollt, wäre evtl. eine gute TK mit der Möglichkeit der stationären Aufnahme der richtige Weg.

    Ob es sinnvoll ist um das Leben des Hundeopas zu kämpfen würde ich von seinem sonstigen Gesundheitszustand abhängig machen. Wenn das Herz ok ist und auch sonst alles soweit in Ordnung, würde ich es versuchen.

    Alles Gute!

  • Hallo Ilonaundco,

    vielen Dank für Deine Nachricht.
    Unsere TÄ hat auch angeboten eine Infusion zu geben, allerdings hatte Sie angemerkt ob dies in seinem jetzigen Zustand sinnvoll wäre. Gestern war er sehr schlecht drauf, heute kann ich in seinem Gesicht die Lebensfreude sehen. Aus diesem Grund haben wir Kontakt zu einer Tierheilpraktikerin aufgenommen.
    Alles weitere später.

    Jerry033

  • Die Anmerkung das sie nicht wüsste ob eine Infusion sinnvoll ist bei einer massiven Niereninsuffizienz finde ich "äußerst merkwürdig". Hört sich nicht sehr vertrauenserweckend an.

    Infusionen, anfangs i.v., sind das wichtigste bei einer erfolgversprechenden Nierenbehandlung. Die Niere muss dringend gründlich gespült werden wenn man sie wieder in Gang bringen will. Die Entgiftung ist bereits massiv gestört (die hohen Harnstoffwerte), darum ist dem Hund dauernd übel und es geht unweigerlich bergab. Das kann man, wenn überhaupt, nur durch intensives Infundieren aufhalten, und zwar schnellstens.


    Ich kann euch nur DRINGEND raten eine zweite Meinung einzuholen, möglichst in einer guten Tierklinik.

  • Hallo Ilonaundco,

    vielleicht ist es falsch herüber gekommen aber der Gesamtzustand von Jerry war bereits sehr schlecht. Unsere TÄ hat ausserdem selbst einen Hund durch diese Krankheit verloren. Sie wollte Jerry nur vor weiteren Qualen schützen.

    Wir haben uns auch noch einen Rat bei einer Tierheilpraktikerin und einem befreundeten Apotheker geholt.

    Da es Jerry aber immer schlechter erging, haben wir uns am Samstag schweren Herzens zu dem Entschluß durch gerungen Ihn von diesen Qualen zu erlösen. Es war für uns die schwerste Entscheiung die man sich nur vorstellen kann. Eine Woche haben wir immer wieder Hoffnung gehabt, da hat er uns (für einen kurzen Moment) mit seinen wachen Augen angesehen. Aber wir mussten feststellen, das er uns damit scheinbar nur zeigen wollte dass alles in Ordnung sei, Er war immer öfter komatös und kontte kaum noch laufen.
    Bei aller Trauer um den Verlust eines tollen Begleiters freuen Wir uns Ihn 16,5 Jahre bei uns gehabt zu haben.

    Ich hoffe das dieser Austausch manch einem, der vor derselben Entscheidung steht eine Hilfe sein wird.

    Jerry033 :dead2:04.08.2012

  • Hallo Jerry, erst mal herzliches Beileid , dies ist eine sehr traurige Nachricht. :sad2:

    Bei mir hatte ein Tierarzt ebenfalls so eine schlechte Nachricht überbracht, daraufhin habe ich viel im Internet recherchiert, mir half die Internetseite über chronische Niereninsuffizienz weiter. Daraufhin habe ich einen weiteren Tierarzt aufgesucht, der mir sagte, dass man meinen Liebling noch behandeln kann aber ich musste mich darauf einstellen, dass ich ihm für den Rest seines Lebens nur noch spezielles Futter geben darf.

    Die Kombination aus neuem Tierarzt, guter Behandlung und dem richtigen Futter hat ihn wieder richtig fit gemacht und wir können jeden Tag zusammen genießen.

    Allen die so eine Nachricht erhalten kann ich nur empfehlen, eine weiter Meinung einzuholen, denn in vielen Fällen kann man noch viele schöne Jahre gewinnen. ABER beachten, dass spezielle Futter darf keine Zusatzstoffe wie Düftstoffe etc. enthalten, ich möchte jetzt hier nicht einfach einen Link reinsetzen aber wenn jemand wissen möchte, welches Futter uns der Tierarzt empfohlen hat, dann könnt ihr mich gerne anschreiben.

    LG Miana

  • Als erstes herzliches Beileid!

    Ich möchte Euch nur den Rücken stärken, ich hätte mich genauso entschieden. Und hätte Euch daher auch den gleichen Rat wie Eure TÄin gegeben.

    Denkt an die letzten Jahre zurück, er hat Euch viel gegeben und es nicht verdient, zu leiden.

    Ich wünsche Euch viel Kraft für die nächsten harten Tage.

    LG - Jessica

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