Herdentrieb und Jagdtrieb
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Hallo liebe Hundefreunde,
Ich habe mich in diesem Forum angemeldet weil ich Hilfe bei der Erziehung meiner Hündin brauche.
Ich besitzte einen Australian Shepherd Blue Merlin, sie ist 3 Jahre alt.
Meine Hündin ist eigentlich gut erzogen und ich gebe ihr genug auslauf, jetzt wo es warm vorallem ist nehem ich den Hund überall hin. Mein zurzeitiges problem ist das Jagd bzw. Herdenverhalten meiner Hündin.Sie wirkt stark gereizt auf sich bewegende Objekte bzw. Menschen. sobald ein Jogger an ihr vorbeirennt fängt sie an ihn hinterherzurennen und den weg zu blockieren, ein typisches Herdenverhalten würde ich sagen. Bellen tut sie nicht aber der Trieb ist da. Vorallem jetzt wo ich meine Hündin überall mitnehme wird es immer extremer. Das Spiel wird ernst. Ich kann meine Hündin nicht von der Leine lassen wenn sie alles was sich schnell bewegt hinterherrennt. Zwar tut sie "noch" nichts da es mehr noch ein Spiel ist aber aus spaß kann schnell ernst werden.
Das Extreme geschah heute bzw. da bin ihc am Grübeln ob es nicht doch ehr ein Jagdtrieb ist. Ich war mit freunden am See mit meiner Hündin und nach ca. einer Halben stunde kam sie mit einer toten Ente an. Ich bin natürlich sofort zum Arzt gegangen, es ist zum glück nicht passiert. Ich glaube die Ente war einfach schon alt das sie nicht merh wegkam.
So wie es jetzt aussieht kann ich sie natürlich nicht mehr frei laufen lassen.
Wie kann ich meinen Hund das verhalten abtrainieren? Ist es überhaupt möglich? es ist ja schließlich ein natürlicher trieb von meiner Hündin.
Danke das ihr meinen Post gelesen habt und bedanke mich schon mal im voraus für Antworten, tipps und hilfen
mfg,
Flo - Vor einem Moment
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Hi,
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Naja, auch bei einem Trieb muss der Hund gefördert oder gehindert werden. Wenn du ihr Verhalten zulässt, geht sie davon aus, dass du es duldest, d.h. sie hat keinen Grund, es nicht zu tun.
Entweder also, du tranierst es ihr ab indem du ihr bspw. eine Ersatzhandlung beibringst ("sehe ich einen Fahrradfahrer gehe ich sofort zu Herrchen, dann gibt's da suuuper Leckerlis oder eine Runde Spiel!"), oder du verbietest es ihr per Abbruchsignal und setzt das ggf. an der Schleppleine durch. In dem Fall dann aber auch auf jeden Fall dicke belohnen, wenn sie auf das Signal hört!
Was machst du denn sonst so mit ihr? Agi, Suchspiele, Wurfspiele...?
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Hütehunde halten Schafe zusammen, weil sie so ihren Jagdtrieb ausleben können.
Hunde, die Menschen als Jagdobjekte auserkoren haben, sind tatsächlich gefährlich. Dein Hund gehört als erste Maßnahme also an die Leine, ohne Ausnahme.
Es gibt viele Punkte, die man bei einem solchen Hund "bearbeiten" muss, die da wären:
Training zur Kontrolle des Jagdtriebes
genereller Gehorsam
kontrolliertes Ausleben des JagdtriebesNochmal eine Verständnisfrage: Wie kann es sein, dass Dein Hund eine halbe Stunde unbeaufsichtigt am See unterwegs ist?
Ich denke das Hinzuziehen eines Trainers wäre sinnvoll.
Viele Grüße
Corinna
PS: Herdentrieb hat übrigens eine ganz andere Bedeutung. Das bedeutet, dass Indivduen einer Art alles zusammen machen
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Das soll jetzt kein Vorwurf sein..., aber hast du dich vor der Anschaffung deines Hundes über die typischen Rasseeigenschaften (z.B. Hütetrieb) informiert?
Ich würde dir für die nächste Zeit konsequentes Schleppleinentraining empfehlen, damit dein Hund nicht ständig Erfolg mit dem unerwünschten Verhalten hat und rassegerechte Auslastung.
Informiere dich am besten bei einem Trainer.Die Farbe heißt übrigens "blue merle".

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Übrigens: Hütetrieb = Jagdtrieb (ohne packen und töten)
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Ups, ich dachte die Hündin heißt "Blue Merlin"

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Magpie
Danke für die antwort und Tipps.
Ich gehe mit meinen Hund nicht zur Hundeschule aber ich Spiele mit den Hund eig. täglich. Generell Wurfspiele mit dem Ball und ich trainiere mit meiner Hündin Frispys werfen. Das wäre dann würde ich sagen der Jagdersatz.ZitatEs gibt viele Punkte, die man bei einem solchen Hund "bearbeiten" muss, die da wären:
Training zur Kontrolle des Jagdtriebes
genereller Gehorsam
kontrolliertes Ausleben des Jagdtriebes
Wie ich es genau kontrollieren kann weiß nicht, deshalb frage ich hier.Meine Hündin ist gehorsam, Sie hört auf meine Signal und ist immer auf mich fixiert (Angeleint und ohne Leine)
Mein Problem ist wenn ich meine Hündin rufe wärend sie gerade dabei ist einen Jogger hinterher zu laufen hört sie nicht direkt auf mein Signal bzw. erst beim zweiten mal, ich will das sie erst gar nicht den trieb hat ihn hinterherzulaufen.Zitat
Wie kann es sein, dass Dein Hund eine halbe Stunde unbeaufsichtigt am See unterwegs ist?Der Hund war nicht unbeaufsichtigt. Zu der Situation mit der Ente kam es das ich einen stock "verworfen" habe, in einen Busch wo in der nähe Enten waren und wärend meine Hündin gerade im Busch war und ich dachte das sie jetzt mit einen x beliebigen stock zurück kommt hatte sie eine tote Ente im Maul.
Da ist mir dann erst klar geworden das ich was unternehmen muss und das ich den hund nicht mehr frei laufen kann, da der jagdtrieb außer kontrolle gekommen ist in den letzten Tagen. Ich hätte das schon beim kleinsten anzeichen schon viel früher unterbinden müssen.
ZitatDas soll jetzt kein Vorwurf sein..., aber hast du dich vor der Anschaffung deines Hundes über die typischen Rasseeigenschaften (z.B. Hütetrieb) informiert?
Ja habe ich natürlich, Ich spiele mit meinen Hund als ersatztrieb Frispy täglich. Die Züchterin hat mir damals sogar gesagt das das ein sehr guter ausgleich wäre.
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Also machst du Discdogging? Oder wirfst du Frisbees und sie holt sie (wie Stöckchen werfen)? Ersteres ist, soweit ich weiß, auf Dauer unheimlich schlecht für die Gelenke (das ständige Hochspringen); letzteres ist nicht sonderlich anspruchsvoll für Hunde und führt oft Hyperaktivität, besonders bei triebigen Rassen wie dem Aussie.
Es ist sicherlich kein adequater Ersatz für das vielseitige Hüten und Treiben von Schafherden oder anderen Nutztieren
seltsame Aussage der Züchterin und das lässt mich ein wenig an ihrer Seriösität zweifeln.Eine Empfehlung: http://hundetraining.dreipage.de/aussies_68745836.html - ich habe selten eine so treffende Rassebeschreibung gelesen. Für dich sind vermutlich besonders die Punkte im unteren Drittel interessant, in denen im Einzelnen auf die typischen Charaktereigentschaften eingegangen wird, u. a. Aggressionspotenzial, Wachtrieb, und Hütetrieb/Jagdtrieb.
Es gibt hier sicher Leute, die sich wesentlich besser mit Aussies auskennen, denen überlasse ich gerne das Feld. Meine ersten Gedanken waren aber, wenn sie so einen starken Hütetrieb hat, ob du sie schon mal am Vieh vorgestellt hast? Diese Rasse wurde nicht umsonst dafür gezüchtet, das sind Arbeitshunde. Aus welcher Zucht kommt sie denn (Show-/Arbeitslinie)?
Ansonsten würde ich sie immer eher geistig auslasten, d.h. keinesfalls einfaches "Stock werfen/Hund bringt ihn/Stock werfen/Hund bringt...", sondern ordentlich aufgebautes Apportieren, Dummyarbeit, Fährtenarbeit, Obedience etc, woran auch immer deine Hündin Spaß hat. Aber alles auf einem normalen Erregungslevel, d.h. du solltest das jederzeit abbrechen können, ohne dass deine Hündin überdreht. -
Zitat
Ups, ich dachte die Hündin heißt "Blue Merlin"

Ich musste bei Blue Merlin erstmal spontan an den blauen Marlin denken
Ehrlich gesagt, hast du viele evrschieden Baustellen mit deinem Hund, die alle mit der Rassedisposition eines Hütehundes einhergehen.
Es liegt in deren Genen, auf Bewegungsreize stark anzusprechen und dementsprechendes Verhalten abzuspulen.
Dieses"Ausschauhalten nach Bewegungsreizen" kann man durch übermäßiges Ballspielen übrigens prima verstärken.
Ungesichertz laufen sollte dein Hund erstmal nicht. Und für die generelle Erziehung solltest du dich mal eingehend mit Lerntheorien, Motivation und normalem hündischen Verhalten beschäftigen, so dass du dann gezielter Fragen stellen und auch beantworten kannst.
Prinzipiell kann man seinem Hund viel beibringen, es ist nur eine Frage der eigenen Konsequenz und Trainingsbereitschaft und auf seiten des Hundes eine Frage der Motivation.PS: Ich habe nicht ganz verstanden, bist du mit der toten Ente zum TA gefahren? Was sollte das denn bringen?
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Also generell sind Wurfspiele Jagdersatz, das stimmt. Aber ich verstehe nicht, warum du ihren Jagdtrieb damit auch noch unterstützt bzw. förderst?
Ich meine, nur weil ein Hund einen Trieb zu etwas hat heißt das ja nicht, dass man den ausbauen muss. WENN du den aber natürlich ausbaust verstehe ich nicht, warum du dich wunderst, wenn sie das Jagen mehr und mehr von sich aus anbietet.
Um auch konstruktiv zu sein:
Mache andere Sachen mit ihr. Lenke die Aufmerksamkeit auf DICH, mach vielleicht ein bisschen Obedience o.Ä., aber unterstütze nicht ihr Jagen weiter, wenn du es ihr abtrainieren willst. Und wie schon genannt lass sie nicht mehr ohne Leine laufen, bis sie das Jagdverhalten abgestellt hat.Mein erster Aussie hatte von Anfang an im Wald IMMER die Leine dran, bis er etwa ein Jahr alt war und schon aus der Pubertät raus. Währenddessen hat er ein paarmal rehe o.Ä. gesehen. Als er dann aber eben "fertig" mit der Grundausbildung war, konnte ich ihn immer problemlos im wald ohne Leine laufen lassen. Vorbeihüpfenden rehen schaut er zwar hinterher, aber er jagt nicht.
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