Der liebe (Treib)trieb

  • Hallo ihr Lieben!

    Ich bin es mal wieder. Ihr habt bestimmt schon gelesen, dass ich immer mal wieder Probleme hatte mit Rückruf, dass er versucht hat, auf der Straße stehen zu bleiben und dass er sich ab und an aufgeplustert hat, wenn Fremde in meiner Nähe waren.

    Diese Sachen bestehen zwar immer noch a bisserl, sind aber nicht mehr gravierend. Wir haben die inzwischen super im Griff und wir üben täglich. An fremden Menschen und Hunden können wir mit dem Kommando "Lass" und Leckerchen problemlos vorbei; auf der Straße stehen ist im inzwischend auch zu blöd und der Rückruf klappt langsam aber sicher besser (wenn keine Ablenkung da ist).

    Nun die nächste "Baustelle" in der Hoffnung, dass ihr mir helfen könnt. Mein Dicker ist jetzt zwei Jahre alt und hat sich zu einem richtigen Appenzeller entwickelt. Sprich wachsam, sehr schnell lernend, menschenbezogen und er hat scheinbar einen richtigen Treibtrieb entwickelt. :/

    Gestern war ich mit ihm im Feld und wollte den Rückruf weiter üben. Ich habe extra einen Ort genommen, wo ich einen Rundumblick hatte und wenig Verkehr ist. Was ich dabei aber nicht bedacht habe war, dass Kaninchen sich super verstecken können und die Eigenheit haben, davon zu hoppeln, wenn einer in ihre Nähe kommt. :headbash: Carlos reagierte auf die Bewegungen und lief hinter dem Tier hinterher - so lange, bis er es nicht mehr sehen konnte (war im Rapsfeld verschwunden). Dieses Phänomen habe ich jetzt schon länger beobachtet. Er reagiert nicht auf das Tier selbst (das kann am Straßenrand sitzen und Carlos beachtet es gar nicht), sondern auf die Bewegung. Er geht auch nur nach Sicht. Ist das Tierchen aus seinem Sichtfeld, kommt er zurück. Carlos reagiert dann auf rein gar nichts... Sogar das Suuuuuuuuuperleckerchen schlechthin funktioniert nicht - und er ist verfressen ohne Ende.

    Da ja Hüten bzw. Treiben abgeschwächte Formen des Jagens sind, bräuchte ich nun Hilfe, wie ich diesen Trieb "umpolen" kann. Gibt es da eine Möglichkeit? Oder ist Carlos auf Ewig an seine Leine verbannt?

    Ich freue mich schon auf eure Antworten!

  • Zitat


    Da ja Hüten bzw. Treiben abgeschwächte Formen des Jagens sind, bräuchte ich nun Hilfe, wie ich diesen Trieb "umpolen" kann. Gibt es da eine Möglichkeit? Oder ist Carlos auf Ewig an seine Leine verbannt?

    Hihi, du hast nen riesen Pluspunkt beim Treibhund, der dürfte eigentlich nicht hetzen und packen, um zu töten. Da ist der Hase überlebenstechnisch fast auf der sicheren Seite :lol:

    Ich würde mich - aber ich habe keine Ahnung, das is nur ne Idee - an der Hütearbeit orientieren. BCs werden ja mitunter an Ort und Stelle abgelegt, um ihre Arbeit zu unterbrechen, Jagdhunde werden ins Down geschickt, damit sie fliehendes Wild nicht mehr sehen und der Bewegungsreiz wegfällt.
    Ergo würd ich bombenfeste "Ablage mit Kopf unten" trainieren. Der Hund sollte ja im Idealfall dem Bewegungsreiz widerstehen und die Situation bewältigen - an der Leine vermeidet man ja sowas nur, dadurch bekommt man ja keinen "nicht treibenden/jagdenen" Hund.

    Ich weiß nicht, ob ein "down" einem Rindertreiber wirklich gefällt, eventuell müsste man auch ein Alternativprogramm finden, Apport oder Fährten oder sogar Longierarbeit, um Impuls und Distanz zu trainieren.

  • Zitat


    Hihi, du hast nen riesen Pluspunkt beim Treibhund, der dürfte eigentlich nicht hetzen und packen, um zu töten. Da ist der Hase überlebenstechnisch fast auf der sicheren Seite :lol:

    :hust: Ich glaube, der Hase hat immer eine Chance, da Carlos eher zu der langsamen Sorte gehört... :headbash:

    Danke für deine Antwort.

    Das Problem am Treiber ist ja, dass sie dazu gezüchtet wurden, komplett selbstständig zu arbeiten. Er musste ja alleine die Rinder treiben - ohne merkliche Kommandos. Im Gegensatz zu den BCs, die zusammen mit dem Hirten arbeiten. Ich weiß nicht, ob da Arbeit in Distanz - also in dieser Situation- klappen würde... :???:

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