Was will sie mir damit sagen?

  • Hallo,
    ich hab da mal eine Frage. Gerade ebend musste ich an die Tür und als ich wiederkam, hatte meine Amy (8 Monate, Labrador-Mix Hündin) einen Getränkeuntersetzer aus Pappe im Maul und schaute mich schwanzwedelnd an. Ich hab Ihr denn dann weggenommen, was nicht so einfach war weil Sie da so schön mit spielen und knabbern konnte. Gleich darauf, kaum das ich mich umgedreht habe, geht sie zu einer großen Topfpflanze und klaut sich die Tongranulatsteine daraus. Das hat Sie schon öfter gemacht und ich habe jedesmal geschimpft. Auch wenn sie bereits andeutet das Granulat zu klauen und ich deutlich "Nein" sage, interessiert sie das gar nicht. Sie macht es trotzdem wenn ich nicht schnell genug bin.

    Was will Sie mir damit sagen bzw. was ist ihr Antrieb das zu tun und wie kann ich das abstellen? Nimmt Sie mich nicht ernst? Was kann ich tun damit sie mich ernst nimmt?

    Danke schonmal

  • Sie ist 8 Monate alt, also mitten in der Pubertät, bzw. fängt damit an. Da werden einfach Grenzen ausgetestet. Welpen machen das ja auch, dass sie erst an die Schuhe gehen, wenn man nicht da ist, obwohl sie wissen, dass sie das nicht dürfen ;)
    Ich würde einfach weiterhin verbieten und ignorieren und das legt sich dann, wenn die Trotzphase vorbei ist ;) Unbedingt konsequent sein, natürlich!
    Kann es sein dass sie dieses Granulat mit Futter verwechselt? Sind es diese braunen Körner?

  • Ja genau diese braunen Kullern. Ca. 1cm durchmesser. Mit Futter leicht zu verwechseln. Aber sie macht es auch wenn sie gefressen hat. Deshalb kann ich es mir nicht so richtig vorstellen :???: Das Futter riecht doch auch besser =)

  • Hallo,

    ich habe mir mal so meine Gedanken dazu gemacht.

    Erst einmal fällt mir auf, daß es so wirkt, als ob Dein Hund gerne etwas bekauen möchte.
    Kauen wirkt beruhigend, ähnlich, wie, wenn wir Menschen einen Kaugummi kauen, oder gar eine Zigarette rauchen.
    Ich würde Deinem Hund schon etwas geben wollen, worauf dieser kauen darf.
    Sei es ein Kauknochen, oder ein Kauseil.


    Dann habe ich so das Gefühl, als ob Dein Hund das NEIN nicht so wirklich verstanden hat.
    Da wäre die Frage, ob und wie das NEIN überhaupt aufgebaut wurde.


    Dann ist mir am Schluß noch eine, eventuell etwas verrückte Idee gekommen:
    Hund will spielen - Du nicht.
    Hund nimmt sich dann etwas - und schon ist Aktion im Haus.

    Mir ist klar, daß Du nur die Teile aus der Schnauze vom Hund nimmst, eventuell sogar noch NEIN sagst, oder sonstwie versuchst, den Hund dazu zu bringen, daß er etwas nicht soll.

    Es könnte allerdings sein, daß genau das nicht beim Hund ankommt, bzw. er dies komplett "falsch" versteht.
    Kurz gesagt, Du bietest Deinem Hund grad Kino vom Feinsten.
    Es macht ihm Spaß, weil er ja Deine Aufmerksamkeit bekommt.
    Genau das, was er ja eigentlich von Dir wollte.


    Zitat

    Was will Sie mir damit sagen bzw. was ist ihr Antrieb das zu tun und wie kann ich das abstellen? Nimmt Sie mich nicht ernst? Was kann ich tun damit sie mich ernst nimmt?

    Danke schonmal

    Wenn es noch nicht geschehen ist, würde ich das NEIN erst einmal komplett neu aufbauen.
    Sei konsequent, aber bleibe dabei ganz ruhig.
    Je mehr "Theater" Du machst, desto interessanter wirst Du für Deinen Hund.
    Er versteht dann Deine "Strafe" nicht als solche (da Hunde die menschlichen Laute ja eh nicht verstehen können), sondern nimmt dies als "Belohnung" (Du beschäftigst Dich mit ihm, machst Aktion) auf.


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

  • Hey SheltiePower,
    Vielen Dank für deine Lösungsansätze. Mit den letzten Beiden könntest Du recht haben. Es wäre möglich dass das "Nein" doch noch nicht so sitzt wie ich gedacht habe. Dann werde ich das nochmal aufbauen und festigen.
    Auch mit dem Spielen, das wäre möglich. Ich habe diesen Gedanken auch schon gehabt, das sie mich damit zum spielen animieren will.


    Was habt ihr denn für Lösungsvorschläge zum "Nein" trainieren?
    Ich hab es erstmal mit leckerchen aus der Hand anbieten geübt. Wenn ich die Hand geschlossen habe, hab ich "Nein" gesagt und sie aus der anderen Hand belohnt. So hat sie es schnell begriffen. Aber ich vermute, dass das übertragen auf andere Situationen nicht so richtig geklappt hat???! Ich hab es dann so gehandhabt, dass ich in verschiedenen Situationen "nein" gesagt habe, wenn sie z.B Auf´s Sofa wollte oder etwas aus dem Müll holen oder was vom Tisch klauen....und natürlich dann gelobt.
    Habt Ihr vieleicht noch bessere Techniken wie man das gezielt trainieren kann?
    Könnt ihr mir da weiter helfen?

  • Zitat

    Was habt ihr denn für Lösungsvorschläge zum "Nein" trainieren?
    Ich hab es erstmal mit leckerchen aus der Hand anbieten geübt. Wenn ich die Hand geschlossen habe, hab ich "Nein" gesagt und sie aus der anderen Hand belohnt. So hat sie es schnell begriffen.

    Ich habe es mit meinem aktuellen Junghund ähnlich aufgebaut.
    Nur mit einem einzigen Unterschied: meine Hand war offen, das Leckerchen sichtbar auf die Handfläche zu sehen.
    Hund sieht es, und will da ran.
    Ich sage NEIN - Hund will aber immer noch da ran.
    Die Hand wird DANN ruhig geschlossen.
    Guckt der Hund mich dann an - gibt es die Bestätigung und die Belohnung von der anderen Hand.

    Offene Handfläche wieder zum Hund.
    Hund sieht dies, will wahrscheinlich noch da ran.
    Ein NEIN - Hund geht nicht ran, schaut mich eventuell sogar an.
    Belohnung von der anderen Hand (Belohnung kann ruhig anfangs "besser" sein, als das Leckerchen auf der Übungshand).

    Damit gebe ich meinem Hund ja die Chance, das NEIN richtig einzusetzen.
    Die Gelegenheit ist ja da, wird aber nicht genutzt, sobald das Wort kommt, obwohl rein theoretisch die Möglichkeit besteht.


    Klappt dies gut, kann man das Leckerchen vor dem Hund auf den Boden legen und NEIN sagen.
    Dann sollte man dies auch auf andere Gegenstände übertragen können.
    Es hilft dem Hund, wenn dies in der Übungsstunde simuliert wird.
    Nicht immer erst darauf ankommen lassen, daß so eine Situation entsteht.
    Denn dann neigen die Menschen oft wieder dazu, hektisch zu werden.
    Das NEIN sollte schon so ruhig kommen, wie beim Training auch.
    Teilweise spielen sogar die Betonung bei der Aussprache eine Rolle ;)

    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

  • Du kannst ihr bei Gegenständen auch zusätzlich was zum Tauschen anbieten, bzw. zeigen. Bei uns hat Nein zwei Bedeutungen, entweder "spucks aus" oder "geh da weg". Wenn sie was schon im Maul hat (einfach weil ich zu langsam war) und ich Nein sage, spuckt sies aus, weil sie weiß, dass sie dann von mir ein Leckerli kriegt (und zwar immer - ist zwar nicht ganz korrekt, aber mir ist es lieber dass sie was gefährliches ausspuckt).
    Wenn sie an Kabel, Schuhe oder anderes geht und ich Nein sage hört sie auf und ich lobe sie und gebe ihr dann auch oft ein Tauschobjekt (Spielzeug, Kauknochen) oder zeige es ihr: hier liegt oft irgendwas von ihr am Boden rum, das nehme ich dann und gebs ihr mit den Worten "Hier schau mal". Da ist sie dann schnell abgelenkt und hat auch nicht das Gefühl dass sie garnix darf...

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