Allgemein - Eure Einschätzung, Tipps? lang

  • Hallo zusammen,

    bei uns ist am Samstag ein 13 Monate alter Terrier-Schnauzer-Mix eingezogen :D
    Er hat in Spanien in einer Familie gewohnt, ist von dort vor einigen Wochen ins Tierheim gezogen, wurde vor 9 Tagen nach Deutschland geflogen, kam dort in eine Pflegefamilie und lebt nun bei uns.

    Viiiiiiel Vergangenheit für einen so jungen Hund.

    Wir sind beide insofern hundeerfahren, als dass wir (getrennt voneinander) vorher auch schon Hunde hatten.
    Allerdings waren diese schon älter und erzogen, als sie bei uns ankamen...
    Gut, meine Terrierhündin nicht, jedoch hatte sie bis auf ihre Dickschädeligkeit auch nicht allzu viel von einem Terrier...

    Wir möchten den Dicken nun erstmal eine Zeit lang "ankommen" lassen und dann ab nächsten Monat auch zur Hundeschule.
    Bis dahin wird Zuhause der Alltag geübt.

    Ich muss sagen, er lernt wirklich sehr schnell. Als er ankam, kannte er "Sitz" und "Nein" (das hatte die Pflegefamilie super geübt) und war stubenrein. Also eine super Basis.

    Mittlerweile hat er auch gelernt, dass Badezimmer und Schlafzimmer tabu sind. Er läuft fröhlich mit zu den Zimmern und bleibt dann an der geöffneten Türe sitzen/stehen, bis wir fertig sind, oder trollt sich vorher wieder.

    Ich habe gestern angefangen, mit ihm den Begriff "Korb" zu üben. Momentan sind wir soweit, dass er - wenn ich neben dem Körbchen stehe - auf "Korb" hin reinspringt, sich hinsetzt und erwartungsvoll anblickt. Anfangs bekam er sofort dann ein Leckerli. Mittlerweile lobe ich ihn mit der Stimme und zögere das Leckerli immer etwas weiter hinaus. Sobald er es bekommen hat, klatsche ich in die Hände und sage "Raus". Ich hoffe, dass er so versteht, dass er - wird ihm gesagt, dass er in seinen Korb soll - den Korb auch erst auf Kommando wieder verlassen soll. Meint ihr, das passt so?
    Ich werde meinen körperlichen Abstand vom Körbchen immer mehr ausdehnen, bis ich in der Lage bin, den Dicken auch von einem anderen Zimmer aus zu schicken. So auf jeden Fall der Plan...

    Das hat natürlich alles Zeit und ich hoffe, dass wir nicht schon zuviel machen, aber ich denke, es ist für ihn einfacher, von Anfang an die gleichen Regeln zu haben, als wenn er anfangs innen auf kaum was hören muss und das nach und nach verschärft wird.

    Wirklich sitzen tut "Korb" also noch nicht, was mir einige Fragezeichen bei dem "Problem" Bellen beschert.
    Während er am ersten Tag nur bei lauten Geräuschen in oder außerhalb der Wohnung angeschlagen hat, bellt er heute zum Beispiel Reflektionen aus dem Garten an.

    Natürlich wollen wir ihm das Bellen nicht gänzlich untersagen. Und dass viel aus der Unsicherheit und Reizüberflutung her resultiert, ist uns durchaus bewusst. Wir möchten nur nicht den Punkt verpassen, wo er anfängt, aus reiner Spaß an der Freud zu bellen.
    Am ersten Tag haben wir das Bellen gänzlich ignoriert. Gestern habe ich dann angefangen, sein Bellen (so ich denn einordnen konnte, woher es resultierte... zum Beispiel ein Geräusch im Keller) kurz mit einem gelangweilten "Is gut" zu kommentieren. Dann bin ich ruhig in die Richtung geschlendert, aus der das Geräusch kam, habe den Dicken auf mich aufmerksam gemacht (der spätestens auch dann das Bellen aufhörte) und bin mit ihm zum Korb gegangen. "Korb", "Sitz", Leckerli, "Raus". Klappte prima.
    Ich wollte (immer Menschen mit ihrem Denken ) ihm dadurch begreifbar machen, dass ich dafür zuständig bin, hier aufzupassen. Najaaaaa, DAS habe ich dadurch wohl nicht erreicht. Denn heute bellt er wesentlich häufiger und hält auch die Schnüss nicht, wenn ich mit ihm zum Körbchen gehe. Eben ist er fast ausgeflippt, als das letzte Leckerli im Kong die Frechheit hatte, in dem kleinen Loch festzuhängen :lachtot:

    Wie würdet ihr in dieser Situation vorgehen? Ich habe hier schon einiges zum Thema Bellen gelesen, kann aber nicht so ganz einschätzen, was für uns passt, da er ja erst seit gefühlten 10 Sekunden hier ist....

    Dann noch kurz zum Thema Erziehung:
    Mein Freund und ich sind - öhm - na sagen wir "unterschiedlich" in unserer Konsequenz. Ich bin eher die ruhige, manchmal vielleicht zu strenge, konsequente Person. Ich füttere Leckerli, wenn der Dicke sich eins verdient hat, ansonsten nicht.
    Gebe ich z.B. das Kommando "Sitz", dann bleibe ich beharrlich, bis dieses ausgeführt wird. Anschließend lobe ich überschwänglich. Ich lasse mich nicht anspringen und ignoriere auch das Anschleppen vom Spielzeug, wenn ich gerade beschäftigt bin und keine Zeit zum Spielen habe.
    Mein Schatz ist da halt etwas anders.
    Er füttert Leckerlis, um sich beliebt zu machen und freut sich nen Wolf, wenn der Dicke ihm anschließend auf Schritt und Tritt hinterher läuft :lol:
    Wenn er ein Kommando gibt, dann ist das meist zunächst recht laut und kann auch schon mal grob klingen. Reagiert Wuff nicht, wird das in verschiedenen Tonlagen wiederholt ;) Reagiert Wuff noch immer nicht, gibt er irgendwann auf :roll: Das Auffordern zum Spielen findet er gnadenlos niedlich und reagiert hocherfreut, indem er sich immer zu ein paar Minuten Spiel überreden lässt, egal was er macht.
    Das sind jetzt nur ein paar Beispiele.

    Ich finde die Art und Freude von meinem Schatz wirklich total herzig und gehe eigentlich davon aus, dass unser Hund durchaus lernt zu unterscheiden, was er bei wem darf und wer was fordert, frage mich aber natürlich auch, ob ihm diese Unterschiede zusätzliche Schwierigkeiten bei der Eingewöhnung machen könnten? Wie sieht das bei euch aus? Habt ihr euch mit euren Partnern auf eine Art geeinigt, oder geht ihr einfach jeder nach einigem Ermessen mit dem Wuff um? Klappt das?

    Ich würde mich sehr über ein paar Antworten freuen. Und versteht mich nicht falsch, der kleine Mann soll alle Zeit der Welt haben, um sich hier einzuleben. Nur möchte ich von Anfang an nichts "Falsches" beibringen...

  • Hallo und herzlich Willkommen

    also, ich finde Du machst das gut und Dein Hund wird schnell verstehen, was Du von ihm willst.
    die Sache mit dem Körbchen ist toll, nur das in die Hände klatschen würde ich lassen, denn dadurch kann ein Hund schnell hochdrehen. Gib ein ruhiges Auflösungskommando wie "ost ok"

    Dass Dein Freund eine andere Erziehungsmethode vorzieht, sehe ich nicht so dramatisch, denn der Hund weiß, wer die Kommandos gibt und wird sich damit arrangieren.

    Wichtig ist Konsequenz und Ruhe.

    Die Bellerei wird sich bestimmt legen, wenn der Hund sich eingelebt hat. Es kann Unsicherheit den neuen Dingen und Geräuschen gegenüber sein. Warte mal ab

  • Vielen lieben Dank für deine Antwort!

    Ok, das "klatschen" lasse ich weg. Da habe ich mir keine Gedanken drüber gemacht :smile:

    Ja, so langsam zeichnet sich ab, dass er sich unterschiedlich auf uns einstellt ;)

    Unfassbar, wie dankbar, liebenswert und lernwillig der Kleine ist. Heute werden wir dann langsam mit dem Alleinebleiben beginnen.

    Mal sehen, was er da so drauf macht :D

    lg

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