Verfressener Staubsador und der agressive Futterneid

  • Ohje... ich erschlage Euch jetzt mit einem Riesen-Text. Vorab schon mal sorry fürs Abladen :D

    Bis vor kurzem noch habe ich den Labby-Anteil in Mira stark angezweifelt. Mittlerweile zeugt ihre Fressgier aber doch davon.... da ist ganz klar n Labby drin! Bisher war das noch handlebar, mit Ausnahme der üblichen „sie findet etwas Tolles auf der Wiese und inhaliert es in Sekunden“.

    Gestern artete die Gier dann aber aus. Die Samstags-Mantrail-Gruppe trat sich dieses mal zu einem „Staffel“-Trail rund um einen größeren See. D.h. Die Hunde warteten nicht wie üblich im Auto, sondern waren mit dabei. Soweit so gut.

    Am ersten Punkt warteten 2 Teams (ich und ein Kollege mit einem ganz zierlichen 2jährigen irischen Wolfshund) auf die andren Teams die unterwegs zum Arbeiten waren. Wir vertrieben uns die Zeit mit den Hunden. Als Amy, der Wolfshund, zu mir kam, lies ich beide vor mir absitzen und es sollte n Häppchen geben. Was tut meine eigentlich anderen Hunden gegenüber eher unterwürfige Diva? Sie greift das Kalb von Wolfshund an. Oha! Alarm! So kenn ich die nicht... Ich führte sie weg und löste die Situation auf.

    Später, ich lag als Opfer auf ner Bank und weil der eingeplante Hundeplatz am Hang voller Dornen war, legte ich Mira hinter der Bank ab. Tommy, ein Bernhardiner und eigentlich Miras bester Freund, fand mich und als ich ihm zur Bestätigung sein Lecker geben wollte, fällt meine Irre wie ein Werwolf über ihn her und greift auch ihn an. Ich war so perplex, dass ich nicht reagieren konnte. Ich lag ja noch halb auf der Bank...

    Wer jetzt denkt... Geschichte aus. Fehlanzeige! Nach dem Trail ging die Meute zum Grillen auf einem großen eingezäunten Grundstück- die 5 Hunde im Freilauf. Irgendwie schien ihr neuentdecktes Verhalten bei ihr als positiv abgespeichert worden zu sein. Als jeder Hund einen großen Fleischknochen bekam und alle (bis auf eine!) entspannt vor sich hinkauten, drehte die Olle wieder ab. Resultat – abpflücken, Rest vom Abend an der Leine neben mir abliegen, während alle andren Wuffels sich frei bewegen durften.

    Ich bin echt entsetzt. Sie flippt dermaßen aus, dass ich echt Angst hatte dazwischen zu geraten (sie hat in vor mir in die Luft geschnappt *heul*). Kaum vorstellbar, was passiert wäre, wenn Amy auf den Kampf eingegangen wäre...

    Sie kam erst mit 7 Monaten aus Griechenland zu mir, hat aber dann bei der Nanny, bei Freunden, auf dem Hundeplatz und beim Trailen mit andren Hunden immer Futterkontakt und eigentlich sollte das passen. Es war NIE ein Problem. Ich glaube, das veränderte Verhalten kommt daher, dass sie zum ersten Mal ein eigenes Revier hat. Wir sind Dezember von einer Wohnung im OG ins Häuschen mit Garten gezogen, den sie ausgiebig nutzt und auch verteidigt. In der Wohnung zeigte sie überhaupt nicht an, war andren Hunden unterwürfig und manchmal sogar ausweichend bis ängstlich. Dominant zeigte sie sich nur im Spiel lange bekannten Kollegen gegenüber. Da war sie schon immer die Kampfsau – aber immer nur im Spaß, wenn auch manchmal heftig. Seit dem Umzug hat sich sehr verändert. Da wir hier mit der 82jährigen Omma (die 4 Tage die Woche von 7-13 Uhr für die „Erziehung“ verantwortlich ist) alleine wohnen, finde ich das Anschlagen grundsätzlich richtig und gut. In manchen Fällen hapert es jedoch noch an der Abbruch-Taktik.Wir arbeiten daran...

    Hat wer Erfahrungen mit futteraggressiven Hunden? Wie kann ich das wieder wegbekommen? Bisherige Taktik: Abpflücken, zurückdrängen, anleinen, abführen. Natürlich bekomme ich das aufgrund der neuen Situation noch nicht in Ruhe und Bestimmtheit hin, sondern eher mit dem Gefühl der Panik und auch Angst.

    Die Erinnerung an den irren Werwolf hat mich heute Nacht sehr unruhig schlafen lassen. Wenn sie nicht meine wäre, fände ich sie echt unsympathisch. Hilfe! Mein Hund wird zum A....loch :verzweifelt:

    Ist für Euch denkbar, dass das Revier-Verteidigungsverhalten ursächlich ist für die Aggression? Ihr das Revier dauerhaft zu beschränken fände ich persönlich schade für sie. Sie darf aufgrund des Jagdtriebes nicht von der Leine und wir haben einen echt großen, tollen und geschützten Garten. Nur an einer Seite führt ein reiner Fußweg vorbei, quasi ein Hundeparadies. Ich würde ihr das ungern vorenthalten. (wie immer bin ich viel zu nett zu dem irren Miststück)

    :hilfe:

    /edit: Sie ist nach der 1ten Läufigkeit kastriert

  • Aggressives Verhalten von Hunden entsteht bei Angst, Rivalität, Frustration oder Verteidigung von Revier und Ressourcen. In Turnierkämpfen wird die Rangstufe ermittelt.

    Aggressionsverhalten hat für Hunde wichtige biologische Funktionen. Es dient abstandsvergrößernd der Selbstverteidigung, dem Schutz des Rudels und dem Wettbewerb um Ressourcen (Nahrung, Geschlechtspartner, Territorien, dominanter Statusgewinn).

    Du schreibst sie war als Welpe schon eine "Kampfsau" und meinst sie hat nur gespielt?
    Das war wohl eher üben.

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