Hund hat Angst bei anderen Hunden

  • Hallo zusammen,

    habe seit zwei Wochen eine einjährige Beagledame aus einer privaten Vermittlung übernommen. Sie hat sich für diese kurze Zeit erstaunlich gut eingelebt und ist auch ein richtiger Schatz, man kann mit ihr sehr gut arbeiten ( Beagle>>mit Leckerlies geht alles) und haben ihr auch schon so manche Macke abtrainieren können. Doch die kleine Dame hat Angst vor anderen Hunden. Wenn wir auf einem Spaziergang einem anderen Hund begegnen, beginnt das Problem erst mit der von Schauz zu Schnauze Situation. Sprich ohne direkten Körperkontakt mit einem anderen geht sie völlig stressfrei dran vorbei. Doch wenn ein anderer Hund sie beschnuppern möchte zieht sie sofort den Schwanz ein. Und wenn mal ein temperamentvollerer Artgenosse auf sie zukommt, erstarrt sie völlig. Selbst bei sehr vorsichtigen Hunden lässt sie kein Beschnuppern (durch schwanzeinziehen) zu. Ich habe sie in solchen Momenten weder gestreichelt noch beruhigend zugeredet, da dies nur das angstvolle Verhalten untersützen würde. Laut der Vorbesitzerin sollte sie sich hervoragend mit alle anderen Tieren sprich auch Hunden vertragen haben und wäre auch regelmäßig mit anderen Hunden in Kontakt gewesen. Nunja bei uns zeigt sich ein völlig anderes Bild. Was meint ihr dazu??

  • Möchtest du, dass sie diese Hundebegegnungen über sich ergehen lässt oder möchtest du, dass sie sich erstmal wohl fühlt? Kann es sein, dass sie ihren "wahren" Charakter inkl. Vorlieben erst jetzt zeigt bzw. zeigen kann?

    Mein Hund ist sehr sozial und hat ewig und 3 Tage mit anderen Hunden auf der Straße + in der Auffangstation + im TH zusammeleben müssen - war alles problemlos.

    ABER: Seit sie bei uns ist, mag sie Begegnungen mit großen und v.a stürmischen Hunden nicht mehr so gerne. Sie lässt sich mal mit eingezogenem Schwanz beschnuppern, aber zu 90% will sie danach weg und dann gehen wir auch. Wenn ein stürmischer Hund auf uns zukommt, block ich ihn ab (das war für mich das Schwierigste, weil ich Angst hatte, dass diese Hunde dann auf mich losgehen), da ich weiß, was kommt. Unser Problem ist, dass Tass ALLES über sich ergehen lässt (welche Alternativen hatte sie denn bisher auch als Winzling), sich dabei aber nur hilfesuchend umblickt und andere Hundehalter einfach nicht anleinen, nicht kurz halten, nicht mal fragen, ob der Hund an uns dran kann.

    Erst vorhin nahm ich sie an die Leine (dabei kann mein Hund nicht mal bellen und freut sich erstmal auf jeden...irgenwie rafft sie erst auf 1m, dass ein Hund GROß oder STÜRMISCH sein kann), als ein Hund auf uns zukam. Wir bleiben stehen und ich halte sie kurz, die Frau hatte den Hund an der Schleppleine (aber nicht im Griff), ich schrei noch "Ist ihr Hund lieb und ruhig?" und was macht sie? Gibt ihrem Hund immer mehr Leine (ich dachte mir nur "Wo soll ich denn hin?"), der stellt sich über ruckzuck Tass drüber und fängt an sie brutalst anzukläffen und zu knurren. DANACH zieht sie ihren Hund nicht mal weg oder scheißt ihn zusammen...nee, ich muss meine fast durch die Luft schleudern. Ja wie um Himmels Willen soll sie denn ihre Angst vor großen Hunden verlieren, wenn ständig so ne Scheiße passiert. Und soll ich mich echt über sie beugen, damit mein Hund nicht angegangen wird.

    Wirkliche entspannt ist sie nur bei Hunden in Katzengröße oder Hunden, die zwar groß sind, aber sie einfach in Ruhe lassen. Aber auch das hat gedauert und braucht mehrere Begegnungen mit dem gleichen Hund. Sobald ein Hund bellt, kläfft, nach vorne springt, hat sie Angst.

  • Dies kenne ich nur zu gut! Ich finde es gibt ein ungeschriebenes Gesetzt unter Hundehaltern - begegnest du Jemanden mit einem angeleinten Hund, leinst du deinen Hund auch an oder nimmst ihn zu Dir! Nicht nur als respekt dem Anderen gegenüber, auch zum Schutz deines Hundes - denn es wird schon einen Grund haben, warum der Hund an der Leine ist!!!

    Nun zur Frage: Ist ihr Verhalten an der Leine sowie im Freilauf? Wenn Du bei ihr bist, dann würde ich gar nicht erst zu diesem Kontakt kommen lassen. Wie auch schon geschrieben, würde ich den anderen Hund abblocken, dass er gar nicht zu dicht an ihn ran kommt (sich davor stellen, oder auch "forschen Schritt auf den anderen Hund zu gehen". So lernt dein Hund evtl. auch das er sich bei dir nicht fürchten muss und wird so insgesamt entspannter...

    Wie alt ist dein Hund und wie hat er vorher gelebt? Vielleicht hat er auch einfach zu wenig Sozialkontakt genossen und kann mit anderen Hunden nichts anfangen und fühlt sich daher bedroht!?
    Lg,

  • Kann leider bis jetzt nicht sagen wie sie sich im Freilauf anderen Hunden gegenüber verhält. Hab sie gestern das erste mal ohne Leine laufen lassen, und ausgerechnet dann kam kein anderer Hund. Die Begegnungen waren also bis jetzt immer mit Leine (die anderen Hunde waren auch angeleint)
    Zu 100 % kann ich nicht sagen wie sie vorher gelebt hat. Ich muss darauf vertrauen was die Vorbesitzerin über sie berichtet hat. Sie meinte sie würde sich super mit Hunden und auch generell mit anderen Tieren verstehen und hätte auch regelmäßig KOntakt mit anderen Hunden gehabt. Ich möchte einfach, dass sich "Lilly" auch bei anderen Hunden wohlfühlt, dass ich ihr irgendwie die Angst nehmen kann. Bei uns ist sie total verspielt und bei anderen Hunden der totale Angsthase. Wenn sie gelassen andere Hunde ignorieren würde, wäre ja alles ok, aber ich sehe eben wie sehr gestresst sie in solchen Situationen ist. Habe auch leider noch nicht die Chance gehabt, festzustellen ob sie nach mehreren Begegnungen mit dem gleichen Hund weniger gestresst reagiert. Also brauche dringend einen ruhigen Übungshund :hilfe:

  • An erster Stelle sollte für dich eure Beziehung stehen und nicht der erzwungene Kontakt mit anderen Hunden.

    Solange ihr das offensichtlich so unangenehm ist, würd ich ihr das einfach nicht zumuten. Sie sollte ja lernen, dass sie bei dir sicher ist und mit dir gut behütet durch die Welt spazieren kann.
    Also aufdringliche Hunde abblocken und ansonsten würd ich kontrollierten Kontakt im Freilauf mit unaufdringlichen Hunden ermöglichen.

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