Aggression gegen andere Hunde - Herangehensweise sinnvoll?
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Grimaldi -
5. Februar 2012 um 12:37
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Hallo,
ich würde gerne eine Einschätzung von euch erhalten.
Ein naher Verwandter von mir besitzt eine Australien Shepherd Hündin (4 Jahre alt), die eine angstmotivierte Aggression gegen andere Hund zeigt.
Sie leidet unter Deprivationsschäden und ist somit sehr unsicher im Verhalten zu anderen Hunden, geht aber nach vorne, um andere Hund auf Abstand zu halten.
Nun wurde eine Hundetrainerin kontaktiert. Diese riet dazu, erstmal keinen leinenlosen Kontakt zu anderen Hunden zuzulassen, sondern eher an der (geringen) Leinenaggression zu arbeiten - es soll der Hündin gezeigt werden, dass die fremden Hunde ihr nichts tun und keine Pöbelei von Nöten ist.
(Durch Bogenlaufen, die anderen Hunde schönfüttern, Abstumpfung etc.)
Sobald die Hündin dies verinnerlicht hat, soll sich dieses Verhalten auf den Freilauf übertragen und die Hündin soll anderen Hunden einfach aus den Weg gehen, wenn sie will, oder freundlich Kontakt aufnehmen.Nun wurde ich gefragt, ob ich diese Herangehensweise für richtig halte - und ich war, ehrlich gesagt, überfragt.
Kann dieses Training zum gewünschten Erfolg führen? (Ziel wäre, dass die Hündin freundlich Kontakt aufnimmt, oder anderen Hunden aus den Weg geht, falls kein Kontakt gewünscht ist; sie soll sauberer kommunizieren und "gemäßigter".)Mit dieser Problematik hatte ich noch nie zu tun, dennoch hätte ich eher erwartet, dass der Hund im Freilauf erst einmal durch einen Maulkorb oder Ähnliches gesichert wird (um Verletzungen zu vermeiden) und sie dann mit souveränen Hunden an ein sauberes und sicheres Sozialverhalten herangeführt wird.
So würde ich an diesem Problem arbeiten - wäre dieser Weg den erfolgversprechend respektive erfolgsversprechender?Über eine Einschätzung würde ich mich (und auch die eigentlichen "Problembesitzer") sehr freuen!
Grüße,
Grimaldi -
5. Februar 2012 um 12:37
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Unsere Border-Hündin (sie kam vor einem Jahr 5jährig zu uns) hat das gleiche Problem und meine Tochter arbeitet seit einigen Monaten nach genau dieser Methode mit ihr.
Vorher hatte sie einiges ausprobiert, was allerdings nie wirklichen Erfolg brachte.Es dauert sehr lange, man muss geduldig und konsequent sein, aber bei uns stellen sich so langsam aber sicher Erfolge ein.
Leider ist es oft ein Spießrutenlaufen, da andere HH nicht verstehen, warum der Hund an der Leine ist, man keinen direkten Kontakt möchte und auch noch Bögen läuft. -
hallo,
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gruß marion -
Hey,
erstmal danke für eure Antworten.
Also ist diese Herangehensweise sinnvoll, auch wenn die Leinenaggression eigentlich NICHT das Problem ist (auch wenn es natürlich zusammenhängt)?
Mein Gedanke war nämlich eher: 'mehr Sicherheit im Freilauf mit anderen Hunden (Hauptziel somit erreicht)--> Leinenaggression verringert sich/hört auf (positiver Nebeneffekt)', aber 'mehr Sicherheit an der Leine (sicheres Auftreten/ gemäßigtere Aggression an der Leine) --> mehr Sicherheit im Freilauf (gemäßigtere Aggression auch ohne Leine; Hauptziel erreicht)' funktioniert eurer Meinung nach ebenso, oder?
Grüße,
Grimaldi -
Das Umgekehrte kann der Fall sein, so erlebt bei Satoo. Am Anfang dachten wir auch: positive Hundekontakte, im Freilauf lernen lassen. Endergebnis war bei uns: Leinenaggression wurde immens verstärkt und dabei waren wir nur 3mal in der Gruppe und es ist nichts Akutes vorgefallen. Er war einfach nur total überfordert und konnte vor lauter Stress gar nichts lernen, sondern erfuhr noch mehr Unsicherheit in unserer Anwesenheit.
Heute würde ich von Anfang an so vorgehen, wie die Trainerin es beschrieben hat.
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Mehr Sicherheit im Freilauf lässt sich aber aktiv nicht einfach herstellen.
Du hast den Hund nicht unter Kontrolle und wenn er ständig mit seiner Methode, 'aggressives nach vorne gehen' Erfolg hat, kann sich auch kein postiver Trainingsfortschritt einstellen.
Wodurch soll denn diese Sicherheit entstehen?Bei uns war es so, dass z.B. kein wirkliches Muster zu erkennen war. Einige Hunde werden vorsichtig, aber freundlich begrüßt, einige links liegen gelassen und andere werden sofort attakiert (auch total friedliche Zeitgenossen mit ordentlicher Körpersprache).
Somit ist es keine Lösung, sie mit gut sozialisierten Artgenossen auf eine Wiese zu schicken und zu hoffen, dass sich dadurch ihre Ängste/Verhalten von alleine bessert.Um Sicherheit zu vermitteln brauchst du zunächst die Kontrolle über den Hund und seine Aufmerksamkeit, nur dann kannst du aktiv einwirken und die Situation Schritt für Schritt entschärfen bzw. positiv neu belegen.
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Leider ist es richtig, dass der Hund durch sein Verhalten Erfolg erzielt und es so fest Konditioniert hat. Es ist immer schwierig zu ersehen woher dieses Problem entstanden ist, wenn man den Hund nicht kennt.
Aber es gibt noch die Möglichkeit einer desensibilisierung - hat dein Trainer etwas davon erwähnt!? Dies kannst Du auch nur mit unterstützung ausführen. Kurzbeschreibung: es geht dabei darum, den Hund Stück für Stück an den anderen heranzuführen, wobei dabei ganz genau geachtet werden muss wo dein Hund anfängt stress bekommt oder er den anderen Hund anfixiert, dann wird wieder die Richtung gewechselt und wenn der Hund sich beruhigt hat wieder in die Richtung des anderen Hundes. Ziel ist, dass du deinen Hund an den anderen vorbei bekommst ohne das er irgendein Anzeichen von Stress oder Aggression zeigt. Dies kann bis zu 1 Std. dauern... Daher braucht man Jemanden anderes der die Zeit und gedult hat. Und ich finde es wichtig dies in Zusammenarbeit mit dem Trainer zu machen als coach an deiner Seite... -
Ich bin echt platt beim Lesen!
Unsere Hündin ist genauso wie der Border von Liloo!! Ich kann auch überhaupt kein Schema erkennen!!
Allerdings hat meine Hündin andere Hunde auch immer fixiert, das macht sie auch immer noch.
Wir haben auch angefangen mit einer Trainerin zu arbeiten. Es waren aber erst 4 Termine. Morgen ist der 5. Wir haben bisher auch nur angeleint geübt.Blickkontakte soll ich belohnen, also clickern. "Schau mal" (zu mir) klappt unter Ablenkung sprich anderen Hunden noch nicht wirklich gut. Dafür hat sie den Fingertouch schon ganz gut drauf. Das mit den Bögen laufen üben wir auch.
Ich bin manchmal recht durcheinander, hab erst auch nicht gewusst ob die Methode gut ist, hab für mich noch nicht den "roten Faden" gefunden.
Deswegen würde ich mich freuen, weiteres von Euch dazu zu hören!P.S. Leinenaggressiv ist meine von sich aus gar nicht. An angeleinten Hunden gehen wir anstandslos vorbei.
Sie geht allerdings nach vorn, wenn unangeleinte Hunde auf sie zustürmen, wenn sie angeleint ist und sich dann bedrängt fühlt.
Ich wäre so froh wenn ich auch dieses Ziel erreichen könnte (freundlich Kontakt aufnehmen oder andere Hunde links liegenlassen!) -
Mein Hund, den ich vor 5 Monaten aus dem Tierschutz übernommen habe, geht auch nach vorne, wenn ihm ein anderer Hund zu nahe kommt. Ich arbeite jetzt seit ca. 3 Monaten nach der Methode, die in dem oben eingestellten Link (Zeigen & Benennen) beschrieben ist.
Nachdem wir an der Leine sehr gute Fortschritte gemacht hatten, folgte der "Praxistest" bei einer Hundetrainerin, die einen sehr souveränen Rüden hat. Die erste Begegnung erfolgte auf dem Hundeplatz, die beiden Hunde waren durch einen Zaun getrennt. Lief super, Basko war völlig tiefenentspannt und hat sich nach einer Weile am Zaun direkt gegenüber von dem anderen Rüden abgelegt, ohne das geringste Anzeichen von Stress oder Anspannung zu zeigen.
2 Wochen später sollte ein gemeinsamer Gassigang folgen. Beide Hunde erst an der Leine, die Hundetrainerin mit ihrem Rüden vorweg. Basko war wieder total entspannt und hat sich nicht die Bohne für den anderen Hund intessiert. Dann auf Anweisung der Trainerin beide Hunde mit schleppender Leine. Beide liefen nebeneinander her und Basko fand es völlig normal. Ich war schon total begeistert.
Dann wollte die Trainerin schauen, ob es mit ihrer nicht ganz so souveränen Hündin auch so gut klappt. Gleiches Spiel wie beim Rüden. Erst beide Hunde angeleint, dann beide mit schleppender Leine. Nur - mit der Hündin lief es dann leider nicht so gut. Basko ist zu ihr hingerannt, stand seitlich von ihr und hat sie kurz darauf angegriffen, ohne dass die Hündin ihn (für mich erkennbar) provoziert hätte. Die Trainerin hatte Basko aufgrund seines super Verhaltens im Beisein ihres Rüden leider falsch eingeschätzt
.Die Sache mit dem Freilauf kann also ganz schön nach hinten losgehen. Ich habe mich jetzt darauf eingestellt, für eine sehr lange Zeit einen Mindestabstand von 2-3 m (Baskos Wohlfühldistanz) zu anderen Hunden einzuhalten und frei laufende Hunde von meinem angeleinten Hund fernzuhalten.
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