• Ich habe einen ganz arg lieben Jack-Russel-Terrier, der mein bester Freund und sozial und supernett und sozial gegenüber allen Tieren und Menschen ist. Er hört prima, läuft den ganzen Tag ohne Leine mit mir durch dir Gegend, ist also auch den ganzen Tag mit mir auf Arbeit und hat eigentlich ausser seiner Allergie die wir aber mit Spezialfutter auch in Griff bekommen haben, keine Auffälligkeiten. Er ist ein durch und durch ausgeglichener, toller, supergut horchender Jack-Russel.

    Doch in letzter Zeit macht mir Eines immer mehr Sorgen: Er ist schon immer ein Sensibelchen gewesen und auch wenn er Selbstvertrauen hat und offen auf andere Hunde und Menschen zu geht, hat er eine seltsame Form von Angst entwickelt: Er fürchtet sich wenn ich oder meine Frau laut werden und oder, was noch viel schlimmer ist, wenn ich oder das Herrchen vom Bürokollegenhund, der zwar liebe aber noch ein Welpe und somit rotzfrech ist, zurechtweisen.

    Das heisst: Er bezieht alles immer auf sich und bekommt Angst und fängt an zu zittern und will auf den Arm seit Neustem.

    Beispiel: Kollege und ich im Büro. Sein (auch lieber und süßer, aber eben noch unerzogener und spieltriebiger) Welpe reißt Blumen aus ihren Töpfen und verteilt sie im Büro. Er schimpft den Hund (aber nicht jetzt brutal oder so, aber eben im strengen Tonfall) und was ist - mein Hund (der weder in der Situation aktiv dabei war noch Schimpfe bekommt - also gar nicht gegen ihn gerichtet) ist aufrecht auf seinem Plätzchen, schaut mich mit Angsterfüllten Augen an und zittert wie Espenlaub.

    Ich beschwichtige ihn dann immer aber so richtig funktioniert das nicht. Ich selbst schimpfe meinen Hund fast nie, einfach weil es nichts zu schimpfen gibt - er ist tipptopp erzogen und stellt alle Jubeljahre mal was an.

    Ich muss hinzufügen, der Welpe liebt meinen Hund und will ihm nichts Schlimmes, aber er nimmt ihm sein Essen weg, trinkt immer sein Wasser aus, usw. Und meiner lässt es mit sich machen. Ausserdem fordert er ihn dauernd zum Spielen auf und da er größer ist, nervt er ihn halt auf Schritt und Tritt einfach weil er ihn zwickt und an ihm herumzuppselt (alles Spiel, nicht aggressiv).

    Am Anfang dachte ich, ok - mein Hund wird ihm schon sagen, wenn es ihm zu viel wird. Ist halt eben noch ein Welpe und meiner ist soo lieb, er hat halt einen langen Geduldsfaden mit dem Neuen. Doch mittlerweile traut sich mein hund kaum mehr aus seinem Körbchen und wenn ich ihn rufe und er zu mir kommen will und der andere kommt auch, dreht er auf halbem Weg um und geht wieder in sein Körbchen.

    Am Anfang dachte ich halt, gut - das machen die beiden unter sich aus und irgendwann wenn der Neue kein Welpe mehr ist, gibt es dann eine Rangordnung und fertig aus.

    Aber so finde ich das blöd, weil mein Hund mittlerweile gar keinen Spass mehr hat und nur noch gestresst ist. Klar schauen wir beide dass der Welpe in die Schranken gewiesen wird - aber mir fällt es so schwer, weil der Welpe ja auch n ganz Lieber ist und meinem Hund ja gar nichts tun will, sondern mit ihm spielen will und nie agressiv, sondern spielauffordernd ist.

    Mittlerweile schauen wir beide immer drauf, dass der Welpe meinen nicht zu sehr nervt, aber das Schlimme ist, da meiner wohl nicht auseinanderhalten kann, wem die Schimpfe gilt, erschreckt ihn das ja auch schon. Wisst ihr wie ich das meine?

    Jetzt hatte mein Kollege mir dieses Wochenende weil er weg musste, den Welpen zum Aufpassen gegeben und da sich mein Hund wirklich mit allen Hunden versteht (auch mit Problemhunden), dachte ich, es sei eine gute Gelegenheit, dass die beiden so Freunde werden. Leider hat sich alles nur noch verschlimmert.

    Der Welpe ist wirklich nicht aggressiv, aber mittlerweile fängt mein Hund schon an zu zittern und gestresst zu hecheln und auf den Arm zu wollen, wenn er sich in der Wohnung bewegt oder ihm zu nahe kommt. Ich muss sagen, klar - weil der hier in unserer Wohnung erstmal das komplette Zerstörprogramm gefahren hat, musste ich ihn oft schimpfen weil es einfach nicht anders ging und wurde dabei stimmlich streng, das wiederum hat meinem Hund total Angst gemacht.

    Es ist aber nicht so, dass mein Hund mich nicht streng kennt, also von wegen, dass er Angst hat, weil das eine neue Erfahrung für ihn ist.

    Aber es ist doch schon merkwürdig, dass wenn ich mit dem Welpen im Bad schimpfe weil er mich zu arg in die Hand beißt während ich ihn abwischen will, mein Hund in der Küche vor lauter Angst fast durchdreht?!?

    Ich bin wirklich mit meinem Latein am Ende und hoffe ihr wisst Rat.

    Wie gesagt, auch wenn ich schon mit dem Welpen schimpfe dass er meinen in Ruhe lassen soll, jage ich meinem Angst ein - eine verzwickte Situation.

    Mein Hund ist ein Rüde, 4 Jahre alt, nicht kastriert, ist sonst die meiste Zeit recht ausgeglichen (alle lieben und verlieben sich in ihn, weil er sonst ein ganz normaler, bestimmt sehr sensibler aber lebensfroher Hund ist), aber Angstzustände kenne ich von ihm schon von früher (Tierarzt z.B.) oder als Welpe wenn er in Stresssituationen war.

    Ich hoffe ich konnte so gut erklären dass ihr euch einigermaßen ein Bild machen und evtl. mir weiterhelfen könnt.

    Danke und Liebe Grüße! Alfred.

  • Hallo und willkommen im Forum :hallo:

    Mir fällt spontan eine Stelle besonders auf bzw. dazu was ein: Dein Hund hat Angst, kommt damit zu dir, zittert, sucht Schutz. Ich finde es auch wichtig Schutz zu bieten, wenn es Situationen gibt, wo der Hund sonst "ein Problem" hat (also zum Beispiel draußen vor aufdringlichen Hunden). Du schreibst aber du "beschwichtigst" deinen Hund. Das ist eine normale und menschliche Reaktion ;) Was bei deinem Hund passiert ist aber Folgendes: Er hat Angst, teilt dir das mit und du bestätigst ihn darin. Ruhiges zureden, vielleicht tätscheln, eine Tonlage, die anders ist als sonst. Was bei deinem Hund ankommt ist, dass er Rech hat, und wirklich etwas komisch ist.

    Richtige Reaktion wäre bei solchen Situationen entweder ignorieren oder dem Hund den Stress nehmen. Kommt dann auf den Hund und die Situation an. Manchmal ignoriere ich, manchmal biete ich Schutz (zum Beispiel durch davor stellen) mache aber kein Tamtam um die Situation. Ein "ist gut" oder "lass es" weiß Anjou auch einzuschätzen als "okay, Frauchen hat´s gesehen und kümmert sich selbst drum", auch wenn wir da noch fleißig weiter üben :headbash: Auch möglich wäre eben etwas zum Abbau der Anspannung anzubieten, das kann was zum Kauen sein, eine kurze Spiel- oder Zerreinheit, draußen ein Bällchen. Bei Anjou reicht es ganz kurz rumzuquietschen und ganz kurz zu "toben". Oder ich verkaufe ihm das Ganze als spannend, so in der Art (ebenfalls mit Quietsche bzw. fröhlicher Stimme) "Ja was ist denn da los?". Brabbel dann sinnlos auf ihn ein und teile ihm einfach ungezwungene, fröhliche Stimmung mit ;) Was am Besten zu dem Hund passt, muss man sehen.

    Ob das jetzt noch funktioniert, wo die Angst schon so groß ist, kann ich dir natürlich nicht sagen. Da würde ich vielleicht deinen Kollegen nochmal einspannen, dass er deinem Hund gegenüber auch nochmal deutlich macht, dass er alles gut macht und keine Angst kriegen muss (Leckerchen, Spiel, Lob, Streicheln etc.). Nur eben aufpassen, dass es kein trösten wird und der Hund in seiner Weltuntergangsstimmung verstärkt wird ;)

  • Danke für deine Antwort. Du hast recht. Ich werde jetzt anders reagieren bzw. habe das jetzt seit heute auch intuitiv gemacht. Am Anfang dachte ich halt, wenn ich ihn verhätschel jedes Mal wenns unbequem wird für ihn, lernt er es nicht, das selbst unter Hunden zu klären.

    Mein Kollege ist auch sehr kooperativ, weil ihm das natürlich leid tut. Man denkt da halt nicht dran, wenn man am anderen Ende des Büros den Hund schimpft (nicht einmal sehr laut!) und hier an meinem Arbeitsplatz schauen mich vom Plätzchen aus, zwei große, angsterfüllte Augen an und der ganze arme Hund zittert ganz furchtbar.

    Ich werde ab Morgen wirklich mehr darauf achten, dass ich ihn entweder aus der Situation nehme oder ignoriere (hatte man mir für seine Angst beim Tierarzt schon geraten).

    Nur das mit dem Zureden - ich Dummkopf - das ist natürlich mein Fehler an dieser Stelle (gewesen). Das habe ich immer gemacht, klar - ich wollte ihm mit ruhiger Stimme beruhigend mitteilen, dass doch alles in Ordnung sei.

    Heute abend war es so: Wir kamen vom Gassi mit unserem Gast fürs Wochenende und beide Hunde haben was zu Essen bekommen - da der freche Welpe aber natürlich so viel lieber das Futter meines Hundes haben will, habe ich den beiden eh schon räumlich getrennt das Futter hingestellt. Der Gasthund hatte seins im Flur (und hat es auch gegessen bzw. verschlungen) und ich habe mich mit meinem Hund in die Küche verzogen nachdem ich gesehen habe, dass er neben seinem Futter Männchen macht als ob er sagen möchte: "Oh Gott bist du verrückt mich hier neben dem Futter abzusetzen - der Welpe kommt doch gleich und nimmt es mir weg - hilf mir!!!" Er hat also männchenmachend und furchtbar zitternd in der Küche neben seinem Futter gestanden wie ein Erdmännchen und an Essen war nicht zu denken. Also habe ich die Tür zugemacht, mich zu ihm auf den Boden gesetzt und tatsächlich mit hoher Stimme gejubelt und meinen und seinen Namen gesagt. Das hat geholfen. Dann habe ich ihn ein wenig gestreichelt und ihn auf meinen Schoss kommen lassen und diesmal halt nicht runtergetan weil er mir so leid getan hat. Das hat alles geholfen. Er wurde ruhiger, hat sich gefreut über meine kleine Party am Küchenboden und hat am Ende gegessen und getrunken.

    Das Schlimme an der Sache ist: Der Welpe ist ja nicht aggressiv. Würde meiner ein zwei Mal mal n bisschen giftig werden, wüsste dieser dann um seine Grenzen und alles wäre geklärt. Und auch wenn der Welpe sein Futter wegessen würde - dann wäre das halt doof - aber da der Welpe wirklich in keinster Weise agressiv ist, verstehe ich nicht, warum meiner dann so Angst bekommt?!?

    Und wenn ich dann den Welpen schimpfe (kontrolliert, nicht laut - bestimmt und ohne Frust! Habe viel in 4 Jahren gelernt!), dann kümmerts ihn kaum aber mein Hund denkt, ich meine ihn damit und würde ihn gleich töten...?!?!

  • erstmal, warum schimpft ihr überhaupt mit dem Welpen? Das würde ich mal ganz schnell sein lassen.
    Dein Hund hat keine Angst, der ignoriert das kleine Monster. Und GENAU DAS!! solltet ihr auch tun. ;) MIT BEIDEN HUNDEN :)

    Macht die Umgebung so sicher, dass Welpi nix anstellen kann bzw. tut ihn in eine Hundebox. Dann lieber feste "Spiel- und Schnüffelzeiten", z.B. nach der Pinkelrunde. Wie alt ist Welpi?
    Futter sollte sowieso NIE rumstehen. Der Wassernapf dagegen immer gut gefüllt und erreichbar sein.

    Damit dein Hund nicht so genervt wird, vll. sogar für ihn auch ne Box.
    Kann sein, dass er am Anfang das Schnauzen auf sich bezogen hat. Ich würde ihn jedenfalls bei ner erneuten Zitterattacke liebevoll und freundlich in seine Box geleiten.


    P.S.

    Warum so ein Gedöns ums Fressen? Fressnapf und Hund in Küche. Tür zu, damit Welpi nicht rein kann.
    Dann kannste deinen Hund da ne viertel Stunde drin lassen. Was dann nicht gefressen wurde, ist halt weg. Wetten, dass das wirkt?

  • ach so, ich glaube, du hast da was Menschliches ins Hundeverhalten reininterpretiert ;)


    Wahrscheinlich merkt er schlicht, dass er durch sein Gezittere mehr Aufmerksamkeit bekommt.. is ja nich blöd, so ein Jackie *gg


    Also:
    Streßabbau durch separate Futterplätze, n besseres Management durch Boxen, so dass BEIDE Hunde mehr zur Ruhe kommen. Welpi aber auch immer wieder kleine Einheiten kriegt, wo mit ihm gespielt wird.

    Ansonsten:
    alles, auf das ihr bislang re-agiert habt (sei es durch Schimpfen, sei es durch "gutes Zureden" IGNORIEREN!!! :D

  • Warum wir ihn schimpfen??? Weil er Regeln braucht. Das Schimpfen ist wirklich nicht schlimm, brutal oder laut. Aber wenn er Blumen aus den Töpfen reisst wird er halt zurechtgewiesen - im sinnvollen Maß.

    Es ist wirklich nicht so, dass wir uns nicht auskennen mit Hundeerziehung und Futter bleibt ja auch nicht die ganze Zeit stehen (hast du meine Beiträge überhaupt gelesen?). Wasser gibt es genug, klar.

    Deine Tipps haben wir schon ausprobiert. Nichts für Ungut. Ausserdem ist Welpi schon 7 Monate alt und weiss schon, wie auf der Nase herumturnen geht und testet das auch zu genüge aus. Beiden Hunden geht es super. Sie dürfen sich frei bewegen, sie haben viel Auslauf und wir nehmen uns oft die Zeit ne Arbeitspause einzulegen um mit ihnen zu spielen. Die haben also eigentlich ein wirklich tolles Leben bei uns.

    Am Anfang dachte ich ja auch, ok - der alte Hase hat nicht immer Bock auf den jungen Hüpfer, aber mittlerweile hat er ganz offensichtlich Angst.

    Dabei hat er am Anfang so schön mit ihm gespielt! Und wir haben auch nie mit meinem geschimpft, wenn es ihm zu viel wurde und er den Welpen zurecht gewiesen hat wenn er keine Lust mehr hatte. Durften sie alles selber klären und meiner war anfänglich auch noch entspannt und hat ihn ignoriert und ist dabei entspannt da gelegen.

    Jetzt kauert er sich nur noch in sein Plätzchen wenn der Welpe ihn auffordert mit ihm zu spielen. Als wäre die Freundschaft total gekippt...

  • Zitat

    Das Schlimme an der Sache ist: Der Welpe ist ja nicht aggressiv. Würde meiner ein zwei Mal mal n bisschen giftig werden, wüsste dieser dann um seine Grenzen und alles wäre geklärt. Und auch wenn der Welpe sein Futter wegessen würde - dann wäre das halt doof - aber da der Welpe wirklich in keinster Weise agressiv ist, verstehe ich nicht, warum meiner dann so Angst bekommt?!?

    Warum er so eine Angst hat, kann man dir so schlecht beantworten. Vielleicht war es eine bestimmte Situation, vielleicht überfordert es ihn einfach und er weiß nicht damit umzugehen, vielleicht hat es sich durch die unbewusste Bestätigung immer mehr gesteigert, keine Ahnung...
    Ich habe hier auch so einen Kerl sitzen, der sich einfach alles gefallen lässt, statt mal eine Ansage zu machen (auch wenn sich das bei ihm denke ich noch ändern wird je älter er wird, er entdeckt gerade erst seine Hormone ;) ). Kann das also schon verstehen. Aber im Prinzip hat das auch Vorteile, wenn der Hund eben nicht überreagiert und dich das stattdessen regeln lässt. Kann man alles immer so und so sehen. Wenn er der Typ Hund ist, würde ich ihm eben schon die Sicherheit geben, die er braucht.

    Was du ja auch gemacht hast beim Füttern. Tür zu, so dass der Welpe nicht hin kann sollte reichen. Irgendwann kriegt er dann schon raus, dass er jetzt die Ruhe dafür hat ;)
    Wenn nicht (und er der Typ dafür ist und Trockenfutter kriegt) könntest du zum Beispiel auch ein Spiel draus machen und ihn die Leckerchen erarbeiten oder im Flur "jagen" lassen, um die Anspannung abzubauen. Da wäre ich aber vorsichtig, dass das nicht zur Gewohnheit wird und er nachher anfängt zu mäkeln. Eigentlich sollte es reichen, wenn er weiß "Tür zu heißt, ich hab Ruhe zum fressen". Da finde ich das "aus der Situation nehmen", was du ja selbst geschrieben hast, auch am Besten.

    In anderen Situationen kannst du ihm eben den Schutz bieten, indem du dich davor stellst oder - du scheinst ja mit einwirken zu dürfen - den Welpen weg/ auf seinen Platz schickst. Das braucht natürlich seine Zeit, aber wenn der Kleine irgendwann gelernt hat auf seinen Platz zu gehen, wird es für euch auch leichter deinem Hund Ruhe zu bieten.

    Zitat

    Mein Kollege ist auch sehr kooperativ, weil ihm das natürlich leid tut. Man denkt da halt nicht dran, wenn man am anderen Ende des Büros den Hund schimpft (nicht einmal sehr laut!) und hier an meinem Arbeitsplatz schauen mich vom Plätzchen aus, zwei große, angsterfüllte Augen an und der ganze arme Hund zittert ganz furchtbar.

    Da würde ich vermutlich wirklich einfach ignorieren oder nur ganz kurz, wenn er so was kennt, mit "ist in Ordnung" oder so reagieren. Es ist eine räumliche Distanz da, du kannst sicher sein, dass es keine negativen Folgen für deinen Hund gibt. Schutz ist also nicht gefordert. Da muss er einfach von selbst sehen, dass doch gar nichts passiert. Meinem würde es helfen ihn ins Platz zu schicken (kann ja ruhig direkt neben dir sein), er findet alleine nur schwer zur Ruhe in so Situationen.

    Zitat

    Nur das mit dem Zureden - ich Dummkopf - das ist natürlich mein Fehler an dieser Stelle (gewesen). Das habe ich immer gemacht, klar - ich wollte ihm mit ruhiger Stimme beruhigend mitteilen, dass doch alles in Ordnung sei.

    Wie gesagt, ich finde das eine völlig normale Reaktion ;) Ist ja irgendwie intuitiv. Dass das beim Hund ganz anders ankommt, darüber muss man sich erstmal klar werden. Schließlich lernt der Hund ja "ruhiges, nettes zureden" ist Lob und soll ein Verhalten bestätigen. Da ist es schwierig mit "trösten" nichts Falsches zu fördern. Irgendwann klappt das aber meistens. Ich kann Anjou mittlerweile auch "ironisch" übertrieben betüddeln und, obwohl er ganz sicher keine Ironie versteht, bestätige ich da nichts. Man lernt halt einzuschätzen welcher Typ Hund in welcher Situation das Ganze nachher wirklich noch als Bestätigung seiner Ängste ansieht, wenn man sein Verhalten da reflektiert.

    Zitat

    Und wenn ich dann den Welpen schimpfe (kontrolliert, nicht laut - bestimmt und ohne Frust! Habe viel in 4 Jahren gelernt!), dann kümmerts ihn kaum aber mein Hund denkt, ich meine ihn damit und würde ihn gleich töten...?!?!

    Hier wäre mein Weg wieder deinen Hund zu ignorieren. Er hat mit der Situation nichts zu tun, also würde ich ihn auch in keinster Weise mit einbeziehen. Wenn er räumlich "dazwischen gerät" würde ich ihn ruhig und freundlich auf seinen Platz schicken, aber ansonsten hat er mit der Sache halt einfach nichts zu tun. Ein paar Minuten später, wenn er nicht völlig fertig ist, würde ich vielleicht mal hingehen oder ihn eben zu dir kommen lassen. Aber alles so normal wie möglich, ohne Worte, kurzes streicheln oder Leckerchen hinschmeißen und weiter machen, als ob nix ist. Da muss man eben aus der Situation raus gucken, dass man nix Falsches bestätigt. Gleichzeitig aber auch, dass es kein "strafendes" Ignorieren wird und er auch noch deswegen meint, er hätte was falsch gemacht. Also wenn du ihn sonst im Vorbeigehen schon mal streichelst, dann mach das, aber eben nicht betüddeln.

    Ich denke, wenn du das Ganze bewusst angehst, ihr schaut, dass er nicht "zwischen die Fronten" gerät und ihr das Timing bei euren Reaktionen im Auge behaltet, um nichts Falsches zu bestätigen, sollte das schon werden =) Der Welpe wird ja auch schnell älter und die Situation dadurch besser steuerbar... Ihr kriegt das schon hin!

  • Zitat

    Warum wir ihn schimpfen??? Weil er Regeln braucht. Das Schimpfen ist wirklich nicht schlimm, brutal oder laut. Aber wenn er Blumen aus den Töpfen reisst wird er halt zurechtgewiesen - im sinnvollen Maß.
    .


    wie schnell kriegt ihr das denn mit? Bist du sicher, dass ihr schnell genug seid? Ertappt ihr ihn wirklich inflagranti? Ansonsten nützt das Schimpfen nämlich nix. ich würde auch versuchen, den Junghund (ist mit sieben Monaten ja kein Welpe mehr!) anders maßzuregeln.
    Ich glaube auch, dass sich die verbale Zurechtweisung im Zweifel abgenutzt hat, der Hund dagegen mittlerweile unempfindlich geworden ist. Nur mein Eindruck.
    Könnt ihr bestimmte Dinge (wie Blumen umschmeißen) nicht besser im VORWEGE verhindern?


    Ich hab deine Beiträge sehr wohl gelesen. Will allerdings nicht ausschließen, dass ich ggf. etwas überlesen haben könnte ;)


    ne Idee:
    könntest du mal n Video von dem Verhalten deines Hundes und oder beider Hunde drehen und einstellen? Dann kann man sich ein besseres Bild machen.

  • Tani,

    toll, was und wie du es geschrieben hast ... :gut: ich selber bin wahrscheinlich inzwischen zu müde :muede:


    Alfred,
    grade dieses "freie Bewegen" würde ich bei den Hunden massiv einschränken.
    Das empfinden die als Regellosigkeit. Und Regellosigkeit verunsichert Hunde. Wie Tanni ... und auch andere schon geschrieben haben:

    egal ob Jackie oder Junghund: zurück auf den festen Platz.
    Freundlich, aber bestimmt. Und ansonsten NICHT um die unangenehmen Verhaltensweisen kümmern.

    Wenn ihr den Jungrüden bei ner Blumentopfattacke inflagranti erwischt --- am besten, sobald ihr beobachtet, dass sich die IDEE entwickelt, ein klares "NEIN", sollte er dann nicht hören : Blumensprayer mit Wasser
    - einmal gezielt - ist da viel effizienter als jedes Geschimpfe :D

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