Hund aus Tierheim und Erziehung
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Hallo!
Nachdem meine Liebe alte Gina über die Regenbogenbrücke ging holte ich mir aus dem Tierheim einen 3,5 Jahre alten Rottweilermischling. Rüde, kastriert. Er ist jetzt seit 4 Wochen bei mir. Im großen und ganzen ein ganz lieber, teilweise auch recht folgsam. Was mir Probleme bereitet ist das Fuß gehen und das er mich bei Ablenkung komplett ignoriert. Und sein Jagdinstinkt ist auch nicht ohne
Da darf er jetzt eben nicht mehr von der Leine, nur mehr an der Schleppleine da der Drang abzuhauen und das ganz plötzlich immer stärker wird.
Wie man einem Hund das Fußgehen beibringt mit Richtungswechsel und so weiß ich ja und wir üben das auch fast täglich auf einer Wiese. Hundeschule wird natürlich auch besucht. Aber wir sind jetzt bei einem Punkt wo er keine Fortschritte mehr macht. Die Übungen auf der Wiese und auch in der Hundeschule klappen "relativ" gut. Sobald wir aber woanders sind geht gar nix mehr. Kommt ein Hund zieht er wie verrückt hin, geht wer vorbei will er hin. Hat er keine Lust an der lockeren Leine zu gehen zieht er.
Ich wollte jetzt mal fragen wie lange das bei einem doch nicht mehr ganz jungen Hund dauert das es auch nicht nur während des bewussten Übens klappt. Wie lange braucht so ein Hund bis die nötige Bindung da ist das er mich nicht mehr ignoriert? Generell hätt ich ja kein Problem damit wenns Monate dauern sollte, aber gewissermassen steh ich mit ihm etwas unter Zeitdruck da er ja zum Teil ein Listenhund ist und ich innerhalb 2 Monate die Prüfung für den Hundeführerschein, also bei uns Sachkundenachweis, bestanden haben sollte. Ich bezweifle aber das ich das in dieser Zeit hinkriege. Der Hundetrainer von der Schule wird ihn sich noch in einer Einzelstunde ansehen, aber das Üben selber liegt im Endeffekt ja natürlich bei mir.
Hat jemand vielleicht ein paar nützliche Tipps für mich? Übrigens wenn er beim Training nicht mehr will fängt er an an mir hochzuspringen. Da muß ich dann schon ziemlich streng mit ihm sein, denn mit lieb zureden geht da gar nix mehr.Lg, Renate
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Hm meinem Gefühl nach würde ich sagen, dass ihr primär nicht an eurer Bindung arbeiten solltet, sondern an eurer Beziehung. Hört sich für mich sehr stark danach an, dass bei euch beiden der gute Herr die Hosen an hat

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Hallo,
ähm was meinst du denn mit "ich muss schon ziemlich streng sein"?
Wie lange trainiert ihr denn?
Vielleicht ist er nach einer Zeit lang einfach nicht mehr in der Lage, konzentriert zu sein?!1 Monat für einen Tierheimhund ist ja nicht sooo wahnsinnig viel. Es hört sich für mich so an, als würdest du zu viel von ihm verlangen/erwarten.
Vielleicht sind deine Anforderungen zu hoch, sodass er keine Fortschritte mehr macht (also zu schwere Übungen?).
Bedenke: Draußen auf einer Wiese, wo es zig Ablenkungen gibt, ist es viiiel schwerer. Ich würde in komplett reinzarmer Umgebung trainieren und das dann steigern. Und dir ist bestimmt auch bekannt, dass ein Hund Dinge erst einmal generalisieren muss, sprich: Er weiß nicht automatisch, dass Fuß abseits der Hundwiese auch Fuß bedeutet.Womit motivierst/belohnst du ihn?
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Auch wenn das nicht so einfach ist: Hol mal Luft, nehm den Druck raus und dränge ihn nicht so! Du kannst doch von jemandem, der seit 4 Wochen in einer völlig neuen Umgebung mit völlig neuen Menschen, Hunden und einer anderen Umwelt lebt, noch keine Höchstleistungen erwarten! Dein Hund hat momentan ganz anderes zu tun, als sich um Befehle und Anweisungen zu kümmern.
Dass euch die Prüfung im Nacken liegt, ist natürlich Mist. Aber du siehst ja, dass ihr so auch nicht weiterkommt. Dein Hund erlebt dich momentan als jemanden, der nur Druck ausübt und viel von ihm erwartet. Viele Hunde machen das mit dem Hochspringen, wenn sie wirklich überfordert sind und einfach nicht mehr weiter wissen. Das bringt euch nichts!
Mach mal ein paar Tage Pause, mach mit deinem Hund etwas schönes - ausgiebige, entspannte Erkundungsspaziergänge, kleine Spielchen, viel Schmusen etc. Gönn ihm das mal! Und dann fangt ihr ganz neu an, ohne diese Anspannung, ohne zu große Erwartungen. Und zwar OHNE Ablenkungen! Gleich irgendwo anzufangen, wo euch andere Hunde und andere Ablenkungen begegnen, ist für JEDEN Hund viel zu viel erwartet! Du machst ihm viel zu viel Druck, das wird so nichts.
Dein Hund ist nicht ungehorsam oder hat kein Bock, er ist einfach überfordert, und das zu Recht.
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Hi Renate,
ich hab zwar keinen älteren Hund aus dem TH, aber vielleicht kann ich dir mit meinen Erfahrungen mit Titus, den ich mit 5 Monaten aus dem TH geholt habe, ein wenig helfen.ZitatWas mir Probleme bereitet ist das Fuß gehen und das er mich bei Ablenkung komplett ignoriert. Und sein Jagdinstinkt ist auch nicht ohne
Da darf er jetzt eben nicht mehr von der Leine, nur mehr an der Schleppleine da der Drang abzuhauen und das ganz plötzlich immer stärker wird.
Wie man einem Hund das Fußgehen beibringt mit Richtungswechsel und so weiß ich ja und wir üben das auch fast täglich auf einer Wiese. Hundeschule wird natürlich auch besucht. Aber wir sind jetzt bei einem Punkt wo er keine Fortschritte mehr macht. Die Übungen auf der Wiese und auch in der Hundeschule klappen "relativ" gut. Sobald wir aber woanders sind geht gar nix mehr. Kommt ein Hund zieht er wie verrückt hin, geht wer vorbei will er hin. Hat er keine Lust an der lockeren Leine zu gehen zieht er.
Das mit dem Richtungswechsel ist super. Allerdings solltest du deine Übungen jetzt auch mehr in den "Alltag" verlegen, damit der Hund nicht lernt "Nur auf der Wiese und in der HuSchu mache ich es so." D.h., gib ihm die Möglichkeit, das bisher gelernte auch auf den Gehweg etc. zu übertragen. Nicht zu viel erwarten und kleine Trainingsschritte machen, auch die "Ablenkungen" nach Möglichkeit nur laaaangsam steigern. Viel Lob und Leckerlie nicht vergessen!Zitat
Übrigens wenn er beim Training nicht mehr will fängt er an an mir hochzuspringen. Da muß ich dann schon ziemlich streng mit ihm sein, denn mit lieb zureden geht da gar nix mehr.Das mit dem Hochspringen kenne ich von Titus aus. Bei ihm ist das allerdings ein Zeichen deutlicher Überforderung, also schlichtweg zu viel, zu lange, mit zu viel Ablenkung geübt. In solchen Momenten drehe ich mich weg und binde ihn wenn möglich an nen Laternenpfahl oder so, so lange, bis er sich beruhigt. Oder ich gebe ihm ne Kaualternative, Zerrseil oder Ähnliches, Kauen beruhigt. Oder er bekommt ein "Sitz", das klappt bei uns zu 99,9999% und als Belohnung werfe ich ein Leckerlie, das Titus dann suchen darf.
Ich finde es toll, dass du einen "Listi" adoptiert hast. Bedenke nur einfach, dass der Hund auch erstmal Zeit braucht, sich an dich zu gewöhnen, das neue Umfeld etc. und er eben viel lernen muss. Daher würde ich generell empfehlen:
- kurze Trainingseinheiten, dafür ruhig ein paar Mal am Tag
- vorher ruhig erstmal laufen und schnüffeln lassen
- Gelerntes in immer mehr Alltagssituationen abrufen, dabei mögliche Ablenkungen und Schwierigkeitsgrad nur langsam erhöhen
- immer mit einem Erfolgserlebnis abschließen lassen
- wenn er unkonzentriert wird oder eine "Übersprungshandlung" zeigt, wars zuviel. Das beim nächsten Mal berücksichtigen und in der akuten Situationen den Hund notfalls zur Ruhe "zwingen"Beim Vorbeigehen an Menschen und Hunden würde ich versuchen, mich selbst spannender zu machen. Sprich: ein Stückchen schneller laufen, mit Leckerlie oder Spielzeug ablenken. Nicht frontal auf Menschen zugehen, sondern eher im Bogen und den Hund dabei auf die "andere Seite" bringen, so dass du zwischen Hund und "interessantem Gegenstand" bist.
Ich hoffe, dass ich dir ein wenig helfen konnte!
Viel Erfolg und Freude mit dem Hundi!
Annika -
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Hmmm, mag sein und kann ich selber jetzt nicht so beurteilen. Zuhause klappt es eigentlich ganz gut mit dem gehorsam. Er bleibt beim rein und rausgehen immer hinter mir, wartet bis ich ihm die Erlaubnis gebe zu fressen wenn die Schüssel am Boden steht und geht auf seine Decke wenn ich ihn hinschicke. Von daher denke ich das ich zumindest Zuhause schon das sagen habe. aber draussen ist es oft echt ein Problem.
Mit streng meine ich in scharfem Ton aus sagen, oft hilft das nichts da muß ich ihn kurz hochziehen am Halsband. Dann die sitzanweisung und dann gehts normal weiter. Er macht das übrigens nicht erst wenn wir schon eine Weile geübt haben sondern oft schon wenn wir anfangen.
Ich übe fast täglich wie vom Hundetrainer empfohlen 10 - 15 Minuten. Hauptsächlich das Fuß gehen da das ablegen und bleib die einfachste Übung bei ihm ist. Belohnt wird mit Käse oder Leckerlis. Und zwar immer dann wenn er was richtig gemacht hat. ich gehe, wenns klappt das er auch beim wenden bei mir bleibt lass ich ihn sitzen und belohne.
Die Wiesen bei uns sind keine Hundewiesen sondern da sind wir ganz alleine, zum Glück leb ich ja am Land.
Das meine Erwartung zu hoch ist kann durchaus sein, eigentlich ist es auch so weil ich mir ständig wegen diesem blöden Hundeführerschein Gedanken mache.Das Spielen mußte er auch erst lernen, erst seit ein paar Tagen kann ich ihn ein wenig dazu animieren. Was ich schon alles eingekauft habe für ihn, soviel Geld hab ich noch für keinen Hund ausgegeben *gg*
Aber vielen Dank für eure Tipps, ich muß mich echt zusammenreissen und ruhig werden

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Zitat
Mit streng meine ich in scharfem Ton aus sagen, oft hilft das nichts da muß ich ihn kurz hochziehen am Halsband.
Wozu ziehst du ihn am Halsband hoch?
Weiß er überhaupt, was "aus" bedeutet? Hast du das richtig aufgebaut und geübt?
Dass er drinnen hört aber draußen nicht, sagt doch alles. Ein Hund muss sowas erstmal generalisieren. Wie schon gesagt wurde: Was drinnen gilt, gilt für einen Hund draußen noch lange nicht. Er weiß es nicht besser. Und er KANN es noch nicht. Kein Wunder, dass er überfordert ist und an dir hochspringt. Er ist schlichtweg vollkommen durcheinander und weiß überhaupt nicht, was du von ihm willst.
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Zitat
Kein Wunder, dass er überfordert ist und an dir hochspringt. Er ist schlichtweg vollkommen durcheinander und weiß überhaupt nicht, was du von ihm willst.
Woher entnimmst du, dass das Hochspringen aus der Überforderung entsteht? Woher weißt du, dass er überfordert ist? Natürlich _kann_ es eine Übersprungshandlung sein, _muss_ es aber nicht. Es könnte genauso gut ein rotzfreches Verhalten sein, u.s.w.. Finde es immer wieder merkwürdig mit welch absoluten Glaubenssätzen im Internet hantiert wird

Zum 'Fuß' Aufbau: ich habe nicht ganz verstanden, wie du das momentan versuchst aufzubauen. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass du das Ganze übers Futtertreiben aufbaust - dazu sollte ihm Futter natürlich wichtig sein, bzw. du lässt ihn seine Futterration eben so erarbeiten. Viel Erfolg dabei - das wird schon

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In meinem ersten Beitrag schrieb ich, dass es an Überforderung liegen KANN. ;-)
WENN es also so ist, ist es kein Wunder. Man kann von keinem Hund in einem solchen Zeitraum und unter solchen Bedingungen erwarten, dass er Höchstleistungen erbringt.
Besser? ;-)
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Zitat
Wozu ziehst du ihn am Halsband hoch?Weiß er überhaupt, was "aus" bedeutet? Hast du das richtig aufgebaut und geübt?
Er weiß was aus bedeutet da er auch sein Spielzeug bei diesem Wort freigibt und generell beim Spielen dann aufhört. Nur eben nicht gleich beim üben. Warum ich ihn am Halsband hochziehe? Das darf man jetzt nicht als würgen verstehen bitte! Ich gebe dabei einen kurzen Druck um ihn rauszureissen. Er hört sonst nicht auf und wenn ich ihn wegstosse sieht er es erst recht als Spielaufforderung. Wenn ich ihn ignoriere un mich umdrehe springt er mich von hinten an. Mal abgesehen davon ist es nicht gerade lustig wenn mich so ein großer Hund bespringt und nicht ablässt

Was meinst du jetzt mit solchen Bedingungen? Es ist doch wohl nicht zuviel 10 Minuten am Tag zu üben?? Und länger ist es nicht.Futter ist ihm nur solange wichtig solange keine Ablenkung vorhanden ist. Sonst ignoriert er auch das Futter
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