Seit dem Nachmittag völlig verängstigt

  • Hallo,

    mein Hund ist seit heute Nachmittag total verängstigt.
    Ich habe ihn seit eineinhalb Jahren. Er ist schon eher schreckhaft und ängstlich, aber eigentlich "normal". Was heißen soll, dass wir an sich keine Probleme deswegen haben.
    Es ist jetzt das vierte mal, dass ich ihn so völlig außer sich erlebe.
    Einmal hatte er irrationale Angst vor einem Müllcontainer. Da konnte ich ihn kaum bewegen, weiter zu laufen. Die Angst verschwand aber sofort, nachdem wir am Container vorbei waren. Beim dritten mal hat er sich auf einem Spaziergang vor einem Kind auf dem Fahrrad erschreckt, die Angst war aber nach ca einer halben Stunde vorbei.
    Beim zweiten mal war es etwa so krass wie heute, das war im März. Da hat er sich auf unserem Spaziergang im Park (bekannte Strecke) vor irgendwas erschreckt, ich weiß nciht was, und war ca vier Tage einfach nur verängstigt. Am ersten Tag so schlimm, dass er sogar vor mir zurück schreckte und auch Futter verweigerte. Heute kamen wir heim und im Hof ging er plötzlich nicht vorwärts, starrte hoch zur Hauswand als hätte er irgendwas gesehen und zog krass an der Leine zurück Richtung Straße. Seine Flucht endete aber am Hoftor. In seiner Verzweiflung hat er versucht durch die Gitterstäbe zu springen. Er entspannt gar nicht, sitzt in der Wohnung mit Blick zur Tür, auf der Straße läuft er mit eingezogenem Schwanz (waren inzwischen druaßen zur "Pipirunde"), blickt hysterisch um sich, erschrickt vor jedem Schild/Ampel/Baum/Schatten.
    Kennt das jemand? Hat jemand Erfahrung mit sowas? Woher kann sowas kommen? Wie kann ich ihm helfen? Unsere normalen Beruhigungsmethoden helfen nicht.

    Danke und viele Grüße
    Lena

  • Meiner hatte das vor 2 Tagen auch.
    Und zwar sind wir abends die letzte Pippirunde gegangen, Frauchen war schwarz angezogen (zu meinem Nachteil) und Wuffi hatte seine Hundemarke am Geschirr die ziemlich klimpert.

    Kurz vor der Haustüre müssen wir einen Privatweg laufen der ziemlich eng ist.

    Hundi läuft und schnüffelt noch ein bisschen, als ich registriert habe von irgeneiner Seite kommt ein Fahrradfahrer angerast - ja, so war es dann auch!
    Er kam frontal auf uns zu, anscheinend hat er uns NICHT gesehen (was ich mir mit bestem Willen nicht vorstellen kann, denn der Weg ist GUT beleuchtet.) ca. 2 Meter vor uns hat er dann so stark bremsen müssen, dass sein Hinterrad blockierte und fast quer um meinen Chi gerutscht ist.

    Er schnurstraks weiter, ohne ein Entschuldigung oder sonst was - ich musste mich sooo beherrschen. :mute:

    Hund hat sich dann fiepend auf den Boden gelegt und war total verstört, sein Herz hat geklopft ohne Ende. Hab dann erstmal geschaut ob er etwas hat und ihn dann nach Hause getragen, dort hat er sich gleich verkrochen.

    Gestern war ich mit ihm draussen; anfangs lief er normal - aber als wir an der Stelle ankamen wo der Vorfall passiert war, hat er sich hastig in alle Richtungen bewegt, wusste gar nicht mehr wo lang. Seine Rute war eingezogen und hat immer wieder in die andere Richtung gezogen und sich regelrecht in die Leine gehängt. :verzweifelt:

    Hab ihn dann bis zur Wiese getragen und er hat gezittert wie noch etwas..und jedesmal als er ein Fahrrad gesehen hat ist er ausgeflippt und mir fast vom Arm runter gesprungen - er hat seitdem panische Angst.
    Das mit den Ampeln, Schildern und Mülltonnen hat Lori auch oft, auch ohne ersichtlichen Grund, legt sich dann aber meist gleich wieder und ist hauptsächlich bei Dunkelheit.

    Ist bei dir irgendetwas in dieser Art passiert, dass er jetzt traumatisiert ist oder kam es "einfach so"??

    Ich hätte jetzt noch darauf tippen können dass er so reagiert wenn ihm die Strecke nicht bekannt wäre, aber das ist sie ja.

    Im ersten Moment kannst Du ihm so helfen indem Du in auf den Arm nimmst und ruhig auf ihn einredest und beruhigst. Wenn er nicht total am ausrasten ist gehe doch mal langsam zu dem Gegenstand wovon er Angst hat und mach ihm klar "Das tut dir nix!" wenn er ruhig bleibt -> Belohnung.

  • Wenn meine Große sich vor irgendwas erschreckt oder fürchtet, zeige ich ihr, dass nichts passiert - entweder gehe ich hin und lasse sie nachkommen, dann untersuchen wir den Gegenstand gemeinsam, oder ich sage in ruhigem Ton "ist ok, dir passiert nichts", wenn wir etwas nicht untersuchen können z.B. Züge. Haben das nciht trainiert, hat sich so "eingeschlichen". Aber es wirkt.

  • Hallo,

    bei Angsthunden ist es enorm wichtig, dass die Besitzer nicht auch in Panik verfallen wenn der Hund gerade Panik hat.
    Entweder man geht über diese Panik hinweg und betüddelt den Hund nicht noch, oder aber man geht in die Richtung wo der Panikherd vermutet wird, schaut sich die Sache an (auch wenn da gar nichts ist) und geht unbeeindruckt wieder weg. Wenn der Hund folgt ist gut und wenn nicht, dann wird er aber nicht zu dem Panikobjekt hingezogen. Er kann auch von der Entfernung sehen, dass sein Besitzer keine Angst vor was auch immer hat.

    Auf den Arm nehmen würde ich den Hund nicht und auch nicht beruhigend auf ihn einreden, denn das zeigt ihm nur, dass es wohl einen Grund geben muss für die Angst. Schließlich verhält sich der Besitzer ja auch irgendwie komisch, was die Angst eines Hundes bestätigt.

    Ich weiss wie schwierig es ist wenn ein Hund in Panik verfällt, denn ich hatte auch einen Angsthund. Es hilft aber nichts wenn man Mitleid zeigt, so schwer das auch fällt.

    Wenn Dein Hund so lange panisch reagiert, würde ich mir mal überlegen vielleicht mal Bachblüten auszuprobieren. Diese können Ängste vermindern, oder helfen dem Hund zumindest etwas ruhiger zu bleiben.

    Manchmal hilft auch ein souveränder Zweithund, oder Hundekumpel der dem Angsthund zeigt, dass es hier nichts beängstigendes gibt.
    Das vermittelt auch Sicherheit.

    Liebe Grüße

    Steffi

  • danke für eure antworten.

    Steffi
    also wenn er sich sonst vor irgendwas kurz erschreckt, dann reagiere ich da nicht groß drauf und das hat bisher auch am besten geholfen. anfangs hat er mir dann immer leid getan und ich hab ihn getröstet. habe dann aber von einer hundetrainerin und auch aus anderen ecken gehört, dass ich das besser nicht machen soll, weil ich ihn somit "lobe". und seither bleibe ich, wie du auch empfiehlst, immer cool und souverän und er erschreckt sich nicht mehr so leicht wie zu anfang.
    ich tue auch heute nichts, was ich sonst nicht auch mache, bin also ganz normal.
    die idee mit den bachblüten ist gut, ich glaub ich hab noch rescue-tropfen. wieviel kann ich ihm denn da geben?

  • Aber ich würde mir eine erfahrene Bachblütentherapeutin, vielleicht THP, suchen, denn Rescuetropfen sind nur für den Notfall gedacht. Ggf. würde ich den HUnd tierärztlich abchecken lassen.

  • er ist drei, scheidungshund, auf nem autolackiererhof aufgewachsen. sehr sensibel und die männer warens vermutlich nicht. er wurde aber nicht misshandelt, jedenfalls nicht im gebräuchlichen sinn des wortes.
    bei einer hundepsychologin waren wir mehrmals als ich ihn gerade aufgenomme hatte. mit der hab ich das alles besprochen und wir haben im alltag geübt. wie gesagt, an sich gibts keine probleme.
    vorher ist nie "etwas" passiert. heute nachmittag kamen wir ganz normal vom spaziergang. alles war gut.
    bachblüten hab ich ihm mittlerweile gegeben.

  • Ich kann mir irgend wie nicht vorstellen, dass sonst alles normal ist. Kann es ggf. sein, dass Du etwas übersiehst (will Dir dabei natürlich nicht zu nahe treten). Sonst ruf die Tierpsychologin doch noch mal an und frag sie.

  • nee, das ist schon ok :)
    ich hab doch auch schon überlegt, ob nicht doch etwas war.

    wir waren spazieren, kamen in den Hof, wir wohnen im Hinterhaus. Da ist erst eine Art überdachte Einfahrt ca fünf Meter, dann ein kleiner Parkplatz, dann unser Haus. Wir kamen aus der Einfahrt und Elmo lief nicht weiter. Es kann sein, dass ein Geräusch war irgendwo - ich habe keins gehört.
    und natürlich rufe ich die Frau morgen an, wenns nicht besser ist.
    ABER: selbst wenn da nun vorher sonswas gewesen wäre, hilft mir die Suche danach nicht, um jetzt meinen Hund zu beruhigen. Und um jetzt die Situation zu verbessern.

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