Was kann ich machen wenn mein Hund zu kontaktfreudig ist?

  • Hallo,

    ich habe ein Frage bezüglich des Verhalten von meinen Tigger. Er liebt alle und jeden. Hund oder Mensch ganz egal, er freut sich über jeden. Wenn wir Gassi gehen und er sieht einen Mensch oder anderen Hund möchte er unbedingt dorthin. Man kann ihn zwar kontrollieren, aber er zieht schon in dessen richtung. Auch wenn Besuch kommt, Hof wie im Haus, freut er sich unheimlich und stürmt auch hin. (Im Haus haben wir schon trainiert das er auf sein Platz bleibt, und erst bei Kommando begrüßen darf)

    Kann man das tranieren, das er andere Menschen und auch Hunde ignoriert? Kontakt und freundlichkeit ist ja in Ordnung und auch wichtig, aber nicht jeder in unserem Dorf mag Hunde, und leider mag er zwar fast jeden Hund, aber ihn mag kaum einer. Ist konsequentes Weitergehen (weiterziehen) die richtige Trainingsmethode? Oder kann mir jemand einen Tipp geben was man machen kann? Hundeschule sind wir, aber die ist nur 1 mal die Woche, und wir gehen ja jeden Tag 3 mal Gassi :-D.

    Ich hoffe ich konnte mein Problem etwas verständlich rüberbringen.

    mfG :D

  • Ignorieren und weiterlaufen, das mache ich gerade mit meiner Hündin. Allerdings liegt bei uns das Problem eher darin, dass sie an der Leine pöbelt. Das will ich natürlich nicht durch falsch verstandene Aufmerksamkeit belohnen. Dein Problem hatten wir aber auch als Amy noch jünger war. Da hab ich diese Gelegenheiten immer genutzt Amy auf mich zu konzentrieren durch direkte Ansprache und Spielzeug. Hast dus so schonmal versucht. Bei uns hat das super geklaptt.

  • Denke auch hier greift das selbe Schema: Den Hund dazu bringen es richtig zu machen und dann positiv zu belohnen. Hieße für mich in dem Fall, dass du ihn beim Vorbeigehen versuchst abzulenken, wenn er sich nicht über die fremden Personen oder Hunde freut und alles so lief wie du es möchtest, wird er dafür belohnt.

  • Es kann aber auch sein, dass sein "freudiges" Verhalten anderen Menschen und Hunden gegenüber eher mit maßloser Distanzlosigkeit zu tun hat. Das würde auch dazu passen, dass andere Hunde nicht besonders freundlich auf ihn reagieren.

    Ich würde mit ihm erstmal im Haus und auf dem Grundstück trainieren, dass er gar keinen Besuch mehr begrüßen darf. Wenn er erst kurz stillhalten muss und dann doch hinrennen darf verschiebt sich das Problem nur um ein paar Minuten nach hinten. Bring ihn auf einen Platz und lass ihn gar nicht mehr aufstehen. Erst, wenn er komplett entspannt, darf er seinen Platz verlassen.

    Und lass ihn ruhig öfter mal "nicht dabei" sein, bzw. achte in der nächsten Zeit sehr bewusst darauf, dass ihr alle Interaktionen beginnt und nicht der Hund. Bin da in der Regel kein Freund von, aber ich glaube dein Hund muss erst mal lernen, dass er nicht der Mittelpunkt des Universums ist und etwas Frustrationstoleranz entwickeln.

    Liebe Grüße,
    Eivi

  • Zitat

    Ich würde mit ihm erstmal im Haus und auf dem Grundstück trainieren, dass er gar keinen Besuch mehr begrüßen darf. Wenn er erst kurz stillhalten muss und dann doch hinrennen darf verschiebt sich das Problem nur um ein paar Minuten nach hinten. Bring ihn auf einen Platz und lass ihn gar nicht mehr aufstehen. Erst, wenn er komplett entspannt, darf er seinen Platz verlassen.

    Liebe Grüße,
    Eivi

    So machen wir das in Regel eigentlich auch. Wir bekommen ja nicht jeden Tag besuch, und wenn muss er auf seinen Platz und dort auch liegen bleiben. Erst wenn er sich komplett beruhigt hat und schon chillt darf er begrüßt werden oder begrüßen gehen.

    Was bedeutet nicht dabei sein lassen? Weniger mitnehmen? Oder im Garten mehr ignorieren? Spielen, Essen, Reingehen, Rausgehen kommt eigentlich von uns aus. Nur schlafen darf er wenn er möchte :-D...

    Danke für die hilfreichen Tipps

  • Ja genau. Zum Beispiel, dass er im Haus nicht immer hinterherdackeln darf oder ihr euch bewusst ohne ihn beschäftigt. Aber wenn das schon klappt und ihr alle Aktionen von euch aus startet, dann ist es anscheinend wirklich mehr auf draußen beschränkt.

    Manchmal hilft da eine Überkonfrontation. Du "langweilst" ihn am besten mit Kontakten. Vielleicht mal mehrere Samstag in die Stadt fahren und einfach auf und ab gehen und gar nicht mit ihm sprechen. Erst wenn er sehr entspannt ist und die anderen Passanten und Hunden nicht mehr so erregt zu Kenntnis nimmt und Kontakt zu dir aufnimmt, lobst du ihn und gehst nach Hause. Vielleicht ist er tatsächlich einfach nur total froh jemanden zu sehen, wenn ihr mal spazieren geht. Lebt ihr vielleicht ein bisschen abgeschieden?

  • Zitat

    Kann man das tranieren, das er andere Menschen und auch Hunde ignoriert? Kontakt und freundlichkeit ist ja in Ordnung und auch wichtig, aber nicht jeder in unserem Dorf mag Hunde, und leider mag er zwar fast jeden Hund, aber ihn mag kaum einer. Ist konsequentes Weitergehen (weiterziehen) die richtige Trainingsmethode? Oder kann mir jemand einen Tipp geben was man machen kann? Hundeschule sind wir, aber die ist nur 1 mal die Woche, und wir gehen ja jeden Tag 3 mal Gassi :-D.


    im grunde genommen brauchst du nur zwei dinge.

    einen guten rückruf und ein kommando, mit dem du ihn stoppen kannst.

    außerdem sollten kontakte über dich laufen. bedeutet: du nimmst kontakt auf und entscheidest, ob dein hund darf oder nicht.

    und für alles, was dein hund in diesen momenten toll macht (sich an dir orientiert)- wird er gelobt und belohnt.

    ein beispiel: am horizont taucht ein mensch mit hund auf. dein hund sieht das herannahende gespann. er läuft evt ein paar schritte vor, die leine spannt sich. du sprichst deinen hund mit seinen namen an. reagiert er und schaut sich nach hinten um, kommt von dir sofort das signal zu dir zu kommen und du nimmst ihn mit einer sehr freudlichen geste mit dir mit und wechselst die richtung und lobst ihn. hierbei lernt er, dass sich ein umorientieren- zu dir auf jeden fall lohnt. das ganze kann man auch wunderbar mit einem spiel bestätigen.

    ist er in seinem film festgefahren, hilft eine leichte berührung an seinem körper um ihn aus diesem film rauszuholen und ihn zum "umorientieren" zu bewegen.

  • Wir wohnen zwar in einem Dorf aber abgeschieden kann man das nicht nennen. Hier haben viele Leute einen Hund, aber leider ist der kontrolliert Kontakt sehr schwer, da alle kleinen Hundehalter ihren Hund hoch nehmen und die Straßenseite wechseln, sind die andere großen Hunde relativ Aggro gegenüber Tigger.

    Das mit der Stadt und ihn überkonfrontieren, klingt nach einer guten Idee. Aber auch das mit der kontrollierten Kontakt ist im Dorf machbar, denke ich.

    Das wichtigste ist glaube ich das ich es in meinen Kopf bekomme, dass das nicht gerade in ein paar Tagen geschafft ist. Ich bin persönlich sehr ungeduldig. Aber ich arbeite daran ;-)

    Danke für Eure super Tipps. Kommt Zeit kommt Freude :-D

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