• Hallo ihr lieben. Also ich habe derzeit ein schwieriges Problem und hoffe, dass ich die richtigen Worte finde. Ich habe eine 7 jährige Golden Retriever Hündin, die ich vom Land in die Stadt geholt habe.

    Zur Vorgeschichte vom Hund: Bei meinen Eltern wurde sie mit Alkohol konfrontiert, oft hatte mein Vater ziemlich alkoholisiert auf den Hund eingeredet. Einmal als Besuch da war, zog er an ihren Pfoten um sie heraus zu bekommen, obwohl sie sich auf den Rücken geworfen hatte und klar zeigte sich unterworfen zu haben. Der Hund war oft alleine und auf sich gestellt. Sie hatte bei mir Regeln und Strukturen, doch leider hielten sich meine Eltern nie daran, sodass der Hund nie eine Line hatte. Aus beruflichen Gründen konnte ich sie zuvor nicht mitnehmen, den nich arbeitete in Österreich. Als ich wiederkam fand ich einen Hund vor, der unter Anspannung stand, desen Ohren ständig nach hinten zeigten, der Angst zeigte und oft Lücken suchte um sie zum eigenen Vorteil auszunutzen ( Bsp: essen vom Tisch klauen, etc) Sie ist stark übergewichtig(39 kg) und hat Probleme mit den Gelenken. Ich konnte das nicht mehr mit ansehen und habe beschlossen sie zu mir in die Wg zu holen, in der ich seit kurzem lebe. Mir fiel auf, dass sie extrem auf Geräusche reagiert, die an Schüsse erinnern. Als ich bei meine Eltern spazieren ging legte sie sich im Wald oft hin, verweigerte den Weg zu gehen. Sie war mit mir beim Tierarzt es wurde eine Unterfunktion der Schilddrüse festgestellt und es wird eine Arthrose vermutet, sie bekommt auch seit sie bei mir in der Stadt ist Diätfutter.

    In der Stadt: habe ich sie jetzt eine Woche und ich bin erstaunt wie gut sie sich verhält, sie reagiert gelassen auf andere Hunde (wenn auch ich Ruhe ausstrahle) sie läuft gut an der Leine und zeigte keine Trennungsschwierigkeiten von ihrer alten Heimat) Einmal beim Spazierengehen war ein Geräusch ähnlich wie ein Schuss; sie konnte sich kaum beruhigen, zog wie verrückt und wollte vor Schreck auf die Straße rennen und zitterte am ganzem Körper. Wie verhalte ich mich in solch einem Fall optimal?

    Mein größtes Problem ist: Jetzt sind meine Mitbewohner auch wieder da und sie testet sie aus wie weit sie gehen kann. Auch mich, was vorher scheinbar mühelos funktionierte wird jetzt zum Problem. Zum Beispiel habe ich die Regel, dass sie wen nwir essen im Korb liegen bleiben soll, weil sie sonst bettelt. Das klappte zuvor prima, als mein Freund da war, doch heute als meine Mitbewohner eintrudelten ging sie immer wieder raus, ich musste sie immer wieder zurück führen, sie streckte provokant die Pfoten raus, den Kopf, versuchte sich auf jede Art zu wiedersetzen umd zum Schluss der Vorstellung, versteckte sie sich inter den beiden. Beide sagten: lass sie doch....

    ich will dass meine Maus endlich einmal ein strkturiertes Leben führen kann, auf dass sie sich sicher und aufgehoebn fühlen kann. Die Regel sind wichtig, dass sie lernen kann,dass auf uns Verlass ist. Was ratet ihr mir im Allgemeinen im Umgang mit meinen Hund? Was muss ich besonders beachten? Wie richtig auf solch ein ängstliches Tier eingehen

    Wie soll ich mich verhalten wenn sie sich inter jemanden versteckt?

    Ich danke euch, dass ihr euch diesen ellenlangen Text durchgelesen habt.

  • Hi, wenn sie erschrickt würde ich das ignorieren (versuchen) und weitermachen. Nicht beruhigen und streicheln, das bestätigt sie vielleicht.

    Wenn sie im Korb bleiben soll, würde ich sie dort anbinden. Die Maus hat Hunger, ist doch klar. ;) Schließlich gibt es Diät.

  • Bestimmt werden noch ganz viele, ausführliche Antworten kommen - vom Gefühl her wollte ich nur schnell schon mal vorab schreiben, da ich selbst zwei (ehemalige) Angsthunde habe:
    Ich würde sie erstmal in Ruhe ankommen lassen - eine Woche in einer fremden, neuen Umgebung ist nichts.
    Ansonsten nicht zu hohe Ansprüche stellen, nicht ungeduldig werden und vor allem: nicht denken, dass sie irgendwas macht, um dich zu ärgern oder "auszutesten".
    Oft könnte man das denken, meist ist es aber die grundlegende Unsicherheit, etwas falsch zu machen, was diese Hunde "aufmüpfig" erscheinen lässt.
    Das hinter anderen Menschen (und nicht dir !) verkriechen, würde ich so werten, dass sie nicht weiß, was du von ihr willst und sie sich deswegen "versteckt".
    Sämtliche Dinge, wo du mit ihr schroff sein oder sie körperlich anfassen müsstest (Wegziehen vom Tisch, Hinbringen zum Körbchen etc.) würde ich vermeiden bzw. umgehen.
    Binde sie doch einfach an einem Haken in der Wand im Körbchen fest, wenn ihr esst.
    Den Mitbewohnern würde ich klar machen, dass das dein Hund ist und deine Regeln gelten.

    Bei der "Schussgeräusch"-Empfindlichkeit: (hat meine Hündin übrigens auch) wird es evtl. nicht ganz leicht, kann man aber "desensibilisieren". Anonsten draußen zunächst ignorieren, nicht beruhigend auf sie einreden (wird als Bestätigung der Angst empfunden).
    Zur Desensibilsierung: das Geräusch z.B. von CD abspielen (gibt extra solche CD's http://www.pfotenshop.com/Hund/Training-…-be-afraid.html
    mit allen möglichen Geräuschen, z.B. auch für "Silvester-Angst"-Hunde) zunächst ganz leise und immer lauter werdend (gibt genaue Anleitungen dafür) - und wenn Hund relaxt zusätzlich noch mit etwas angenehmen (Spiel, Leckerlie) verbinden.
    Bei meiner Hündin ist es so viel besser geworden, obwohl wir mittlerweile auf dem Land in Jagdrevier wohnen.

    Mit viel Geduld (und Liebe) wirst du's schaffen.....
    Gruß
    Nicole

  • Hallo,

    erst einmal möchte ich dir sagen, dass ich toll finde, dass du sie genommen hast.

    Versuche, dich in deinen Hund hineinzuversetzen.
    Nichts, was sie macht, macht sie, um dich zu provozieren.
    Das ist sehr wichtig, dass du das verinnerlichst.
    Viele Menschen neigen dazu, dem Hund böse Absichten oder Provokation zu unterstellen.
    Hunde versuchen, durch bestimmte Verhaltensweisen Erfolg zu haben.
    Das ist Ziel und gehört zum natürlichen Verhalten.
    Also "Betteln" bei Tisch ist in der Regel irgendwann belohnt worden, sei es nur ein heruntergefallener Krümmel gewesen.
    Ich denke, du erwartest noch zu viel, denn durch ihr Vorleben hat sich schon einiges etabliert.
    Du möchtest, dass sie nicht bettelt.
    Verstehe ich vollkommen.
    Platziere sie nicht zu weit weg, stelle ihren Platz nicht zu nah an den Tisch, finde ein gesundes Mittelmaß.
    Übe das "auf dem Platz bleiben" erst im Trocknen, dann, wenn ihr nicht esst.
    Baue es positiv auf.
    Belohne das erwünschte Verhalten, lasse sie erst nur in den Korb (?) hineingehen, loben, dann belohnst du, wenn sie eine Sekunde bleibt usw., Zeit verlängern.
    Nimm Leckerchen zur Hand, soll sie länger liegen bleiben, "versüße" es mit einem Kauartikel.
    Das Bleiben und Verweilen auf dem Platz soll etwas Angenehmes sein.
    Zurzeit scheint es sie zu stressen.
    Diese Hündin würde ICH defintiv nicht anbinden.
    Einen unsicheren Hund kann man schnell stressen und sie stellt keine Gefahr dar, dass man sie sichern müsste.
    Es muss alles langsam geübt und aufgebaut werden.
    Noch macht das alles für sie keinen Sinn.
    Keinesfalls will sie provozieren (das sieht nur so aus).

    Angstverhalten:
    Das kenne ich zu gut, ein Schuss, ein Knall, ein Heißluftballon... meint Hund bekommt Todesangst mit Fluchtgefahr, zittert wie Espenlaub.
    Wirklich machen kann ich bei ihm nichts.
    Aber ignorieren kann ich es auch nicht, genauso wenig bestätigen, indem ich beruhige.
    Am besten verfahre ich, wenn ich stehenbleibe und ihn an der Brust festhalte, wie ein Kind beschütze, ich sage dann nichts, versuche ihn durch Massage herunterzubekommen.
    Bei richtigem Stress kannst du nicht allzuviel machen.
    Selber ruhig bleiben.

    Gruß
    Leo

  • Hallo Nicole,

    Vielen Dank für deine schnelle Antwort. Ich bin ja ansonsten auch schon total stolz auf meine süße. Wie sie sich in der Stadt verhält und sogar problemlos an anderen Hunden vorbei geht.

    Sie schläft immer vor meiner Tür, scheint sich nocht nicht lösen zu können, aber vermutlich erwarte ich zu schnell zu viel. Ich dachte bei Philina, dass Regeln ihr Sicherheit geben, desshalb wollte ich von Anfang an meine Regeln setzen.
    Was soll ich also tun, wen nich ihr sage sie soll in den Korb gehen und plötzlich doch aufsteht oder sich auf die Seite schmeißt und ich sie gar nicht greifen kann. Lieber erst mal gar nicht in den Korb schicken? oh man, dann habe ich ja meinen Hund noch mehr Angst gemacht, dass ist ja schlimm... vielleicht unerwünschtes verhalten nur verbal korrigieren?

    Danke für den Tip mit der CD, dass wusste ich noch gar nicht ist eine super Idee. Werde ich machen

  • Hallo Leo,

    Also danke für deine Antwort sie hat mir viel Kraft gegeben und gezeigt, dass ich es doch nicht so falsch mache. In der Stadt als sie diese Panik zeigte habe ich genauso reagiert wie du gesagt hast. Ich bin extra ruhig und gelassen gegangen, habe nicht an der Leine geruckt sondern sie an der straße nur festgehalten, ihr freiraum beim laufen gegeben und als sie zu sehr zog mir die leine um den bauch geschlungen, sodass es für sie nicht so ruckt. Was meinst du mit dem Korb, sollte ich das Kommando einfach abbrechen wenn ich merke, dass es sie stresst, oder lernt der hund nur, dass ich nicht konsequent bin dadurch? ich grübele echt viel darüber nach, weil ich will dass es ihr gut geht und sie einfach mal ankommen kann

  • achso was mir noch einfällt, als meine mitbewohnerin kam und ich philina in den Korb geschickt habe, warf sie sich auf den rücken, kratzte mit den krallen über den korb, knallte mit ihren Kopf gegen den tisch und führte dies fast 3 minuten fort. habe das gefühl meine mitbewohner halten meinen hund für verrrückt und mich für oberstreng. ist das kratzen und umherschubbern von Philina ein Zeichen für den Stress? neuerdings wirft sie sich auch ständig auf den rücken und streckt die beine nach oben wie bei einer unterwerfung. was bedeutet das aus hundesicht? warum setzt sie das neuerdings so oft ein? sie ist echt seit sie hier ist ein komplett anderer hund und ich würde so gerne verstehen warum sie so handelt.

    danke euch allen, ihr helft mir sehr.

  • Zitat

    Was meinst du mit dem Korb, sollte ich das Kommando einfach abbrechen wenn ich merke, dass es sie stresst, oder lernt der hund nur, dass ich nicht konsequent bin dadurch? ich grübele echt viel darüber nach, weil ich will dass es ihr gut geht und sie einfach mal ankommen kann

    Du solltest nicht sooo viel darüber nachdenken, dass dein Hund lernt, dass du inkonsequent bist.
    Ich glaube, du verlangst einfach noch zu viel, Dinge (im Korb bleiben), die sie noch nicht leisten kann, weil es noch nicht richtig aufgebaut wurde, stressen sie.
    Und wenn DU jetzt der Stressauslöser bist, wird es viel schwieriger für den Hund, Vertrauen aufzubauen.
    Stell dir vor, dich würde jemand in China aussetzen (oder sprichst du Chinesisch?), jemand sagt und zeigt dir Sachen, die du erledigen sollst, verstehst aber kein Wort und immer wieder werden Dinge verlangt, in denen du weder einen Sinn siehst, geschweige denn, dass du die Menschen verstehst.
    Genauso ergeht es deinem Hund.

    Dass sie sich ständig auf den Rücken wirft, kann ein Zeichen von Stress sein, sie beschwichtigt, ist vollkommen verunsichert, weiß nicht, woran sie ist.
    Also, baue es in Ruhe auf, loben und belohnen niemals vergessen, wenn sie schon eine richtige Richtung zeigt.
    Und habe nie Angst davor, dass sie dich nicht ernst nimmt.
    Davor haben viel zu viele Menschen Angst, kein Hund will die Weltherrschaft.
    Sie möchten einfach verstanden werden und eine Person haben, der sie vertrauen können.
    Daher kann ich dir nur raten, alles langsam aufzubauen.
    Erst eine Sekunde den Platz aufsuchen, dann 10 Sekunden bleiben und übe nur so lange, wie der Hund auch Spaß (!) daran hat.
    Apropos "Spaß":
    Spielen fördert die Bindung, gerade bei einem unsicheren Hund sehr förderlich.
    Stecke Leckerlies ein, lasse deine Hündin sie unterwegs suchen.
    Knuddel sie, massiere sie, zeige ihr deine Freude, ein Hund ist eine Bereicherung.
    Sie wird dir "dankbar" sein, wenn du ruhiger wirst und nicht zu viel verlangst.
    Nur so viel, wie sie auch leisten kann, eine Steigerung gibt es immer, ein Hund wird ca. 15 Jahre alt.

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