"Kann nicht alleine bleiben", die 10723gste

  • Guten Morgen!


    Irgendwie verfasse ich derzeit lediglich "Problem-Threads", aber nun gut :/

    Diesmal geht es nicht um Semira, sondern um Timmy. Er wohnt jetzt seit knapp einem Monat bei "uns" - das sind mein Partner und ich. Wir haben auf Anraten der Pflegestelle, bei der er die vergangenen acht Monate verbringen durfte, von Anfang an mit dem "Alleinesein-Training" begonnen, d.h. wir schlossen zuerst nur kurz die Tür, kamen sofort wieder herein, danach blieben wir 15, 30 Sekunden, eine Minute, 5 Minuten usw. draußen. Wir bauten es also recht langsam auf. Zurzeit üben wir kaum das "Ganz-Alleinesein", d.h. Semira befindet sich in seiner Gesellschaft, da ich das Gefühl habe, dass das zz. zu viel für ihn wäre. Nun stehen wir bei ca. einer Stunde. Wir variieren die Zeiten auch täglich, sprich, wir verlassen teilweise nur für 5 Minuten die Wohnung, um beispielsweise den Müll rauszubringen, doch scheint er (immernoch) immensen Stress zu haben. Er läuft teilweise unruhig umher, hechelt - und pinkelte heute sogar zweimal in einem "Trainings-Intervall" ( 1x ca. eine Std.) rein :sad2:

    Anfangs hatten die beiden noch die ganze Wohnung zur Verfügung stehen, mittlerweile haben wir es auf das Schlafzimmer beschränkt. Semira kommt damit besser klar, da sie weniger Reizen ausgesetz ist; Timmy verhält sich (wir filmen immer mit der Kamera) unabhängig von dem Platzangebot immer gleich (s.o.). Ich weiß allmählich nicht mehr, was ich machen soll. Er ist, wie gesagt, sehr unruhig, teilweise legt er sich direkt vor die Schlafzimmetür, doch dann springt er wieder auf und läuft hechelnd durch's Schlafzimmer. Er findet keine Ruhe.

    Verabschiedung läuft wiefolgt ab:

    Ich verabschiede mich mit den Worten "Tschüs Sem und Timmy", danach verlasse ich unmittelbar die Wohnung. Wenn ich zurückkomme, begrüße ich sie mit den Worten "Hallo Sem und Timmy". Ich beachte sie nicht weiter, sodass Timmy erstmal "runterkommen" kann. Diverse Knabbersachen hab ich ihm auch schon angeboten, doch diese rührt er nicht an, wenn ich weg bin, weswegen sich für gewöhnlich Semira daran zu schaffen macht, was ja nicht Sinn und Zweck des Ganzen ist :roll:


    Ach ja, in der Wohnung klebt er förmlich an einem, wenn er so könnte, wie er wollte. Wir versuchen das dann zu unterbinden, indem wir die Tür hinter uns schließen, wenn wir in ein anderes Zimmer gehen oder ihm durch ein Handzeichen zu verstehen geben, dass er dort bleiben soll, wo er sich zu dem Zeitpunkt befindet (Hundebett o.ä.).


    Der laufende TV scheint sich auch nicht positiv auf ihn auszuwirken, weswegen ich denke, dass wir uns die Sache mit dem Radio ebenso "sparen" können :/


    Auf Antwort hoffende Grüße

    Mondstein

    PS: Bei etwaigen Unklarheiten könnt ihr selbstverständlich nachhaken...

  • Hallo!

    Ich lese bei Timmy sehr viel Streß heraus.
    Das unruhige Hin und Her laufen, die Hechelei und auch, daß das Kauzeug nicht angerüht wird, spricht dafür. Ebenso die Pinkelei.

    Zum einen, es ist sicherlich nicht verkehrt, von Anfang an das "Allein bleiben" zu üben. Würde ich auch nicht anders machen wolllen.

    Aber, der Timmy ist erst mal ein Monat bei Euch. Es besteht bei ihm die Möglichkeit, daß er noch nicht "richtig angekommen" ist. Er muß sich erst noch mal bei Euch eingewöhnen, und, was ganz besonders wichtig ist, Vertrauen zu Euch aufbauen.
    Denn, ist das Vertrauen erst einmal da, klappt das mit dem "Alleine bleiben" auch etwas leichter.

    Kennt Ihr seine "Hintergrundgeschichte"?
    Er kommt von einer Pflegestelle, was war davor?
    Es könnte sein, daß seine bisherigen "Erfahrungen" etwas kontraproduktiv auf Euer Training auswirken.


    Da er in Eurer Anwesendheit förmlich an Euch "klebt", würde ich mit dem Training eher einen Schritt nach hinten machen und an einem anderen Punkt neu aufbauen.
    Fangt mit dem "Alleine bleiben" erst einmal an, in dem er in Distanz zu Euch liegen bleiben kann. Zum Beispiel in seinem Körbchen in der Ecke, wo er aber noch mitbekommt, daß Ihr ebenfalls da seid.
    Klappt das relativ gut, steigert Ihr das Ganze, indem Ihr erst einmal nur von einem Raum zum anderen geht. Anfangs vielleicht noch, ohne die Türen zu schließen. Einfach nur mal die Räume wechseln.
    Kommt die Phase, wo er selbst dann ruhig liegen bleiben kann, könnt Ihr das Ganze steigern, indem Ihr mal die Tür zum Nebenzimmer kurz schließt.
    Klappt das gut, würde ich erst mit dem "Draußen" Training anfangen, sprich die Post holen, oder den Müll wegbringen.

    Eventuell gehört der Timmy zu den Hunden, die sich in einer "Höhle" viel besser aufgehoben fühlen?

    Knabbersachen würde ich erst einmal nicht mehr verteilen. Da er, streßbedingt, ja sowieso nicht dran geht.


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

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