Problem mit Aufmerksamkeit

  • Vielleicht hat hier jemand einen Rat für mich, Anregungen, Ideen, oder den Hinweis, STOPP, da ist ein Fehler...

    Ich habe ja eine ängstliche Hündin, damals echt panisch.

    Vor einiger Zeit haben wir einen Hundeverein gefunden, in den wir aufgenommen werden können. Die ersten Male war natürlich nur ein Kennenlernen, Helen hatte sichtlich Angst, so viele neue Menschen und Hunde, andere Umgebung usw.

    Beim 4 Mal stieg sie aber schon aus dem Auto aus und freute sich sichtlich, heute, nach ca. 4 Monaten lässt sie sich auch von allen mal streicheln...

    So, nun kommt mein Problem: Die Grundkommandos wie Fuß, sitz, Platz, bleib kennt sie und führt sie auch äußerst sauber aus. Nur leider ist sie im Fuß auf dem Platz überall, nur nicht bei mir. Was dann eben auch heißt, dass sie beim Richtungswechsel etc. den Anschluss verliert. In der Auflockerungsphase arbeite ich auch alles noch einmal ab, da klappt es locker vom Hocker mit trabendem Hund und Blick in die Augen. Könnte ich mit leben, wenn es zu Hause im Garten oder auf den Gassirunden genauso wäre.

    Zu Hause trabt sie neben mir her, schaut mir in die Augen, passt sich mir an, egal, wohin ich gehe - nur eben auf dem Platz nicht und da mache ich nichts, aber auch gar nichts anders.

    Eure Meinung hätte ich auch gerne mal zu den neuen Trainingsmethoden:

    1. Die Hunde gehen nur noch einzeln auf den Platz mit HH und einem "Co.-Trainer". Die Hunde werden nicht mehr an der kurzen Leine sondern an der Schleppe geführt. Der Co-Trainer hält die Schleppe und steht hinter dem Hund. Der Hund soll sein Herrchen/Frauchen anschauen, wird dann ruhig bestätigt, einen Moment Blickkontakt noch halten und dann soll man zur "Auflösung des Kommandos" zurückspringen und sich tierisch freuen und dann mit Lecker belohnen. Schaut dein Hund dich nicht an, sollst du ein Negativ-Kommando (Nein, nene, o.Ä) einführen. Naja, bei Helen ist das Problem, dass sie dann doch eher Angst bekommt, wenn ich losspringe oder nur völlig verdutzt guckt und ganz lahm hinter mir her kommt. Nächstes Problem laut Trainer ist, dass Helen mich sofort nach der Belohnung wieder anschaut. Das ginge wohl zu schnell, das soll ich ihr abgewöhnen.

    2. Auch wieder mit dem Co-Trainer, der die Schleppe hält. Zwischen 2 Finger wird ein Lecker geklemmt. Dann wird mit beiden Händen eine Halbkugel geformt. Die Hände in gebückter Haltung zwischen die Knie (je nach Größe des Hundes). Herrchen/Frauchen bewegen sich rückwärts, der Hund soll mit der Schnauze in der Halbkugel folgen. Der Co-Trainer schaut, dass er die Leine auf Spannung hält, um den Hund anzuspornen. Später kann man sich dann drehen, sodass der Hund dann automatisch bei Fuß läuft. Die Verknüpfung, dass er dich beim Fuß laufen anschaut, stellt der Hund automatisch her...

    Ich enthalte mich hier erstmal meiner Meinung, möchte mal etwas von euch dazu hören. Ich fordere euch jetzt richtig... Macht euch mal Gedanken zu Training nach den Methoden zu Hause und evtl. Folgen auf Spaziergängen etc...

    Herzlichsten Dank

  • Hi,

    den Sinn von Variante 1 habe ich nicht recht verstanden - aber vielleicht soll hier ein Spannungsbogen aufgebaut werden? Also der Hund soll eine gespannte Erwartungshaltung bekommen, dass gleich die Party losgeht? Funktioniert natürlich nur, wenn die Party auch als Party empfunden wird :roll:

    Variante 2 hört sich wie eine Abwandlung vom Futtertreiben an? Da würde ich lieber Futtertreiben in Reinform machen. Zum Googlen: Futtertreiben, Dildei.
    Das Zurückhalten mittels Leine durch den Trainer soll wahrscheinlich auch die Erwartungshaltung verstärken? :???:

    Alternativ kannst Du versuchen, sie über Beute zu arbeiten (Lind-mäßig), Clickern und Futterspucken wären auch Möglichkeiten.

    Viel Spaß, denn darum soll es bei solchen "Tricks" ja hauptsächlich gehen :rollsmilie3:

  • Was möchtest DU denn, was ist dein Ziel ?

    Das der Hund sich zuhause, ohne Ablenkung, anders benimmt ist doch logisch, draussen gibts jede Menge zu sehen, da ist viel mehr um einen herum.
    Für mich ist "Aufmerksamkeit" keine Frage des Anschauens, der Dressur, des Fuß-Kommandos, sondern eine Frage der Beziehung, des Miteinanders.

    Gruß, staffy

  • Das kommt mir sehr bekannt vor.
    Rocky hat mich nach seinem Einzug regelrecht belagert
    und in Grund und Boden gestarrt. Sobald wir draußen waren
    war ich komplett abgeschrieben.
    Also wurden die Regeln geändert:
    ich rede so gut wie kein Wort mit ihm in der Wohnung,
    ausser Befehle wie "Geh ins Körbchen" oder "Komm"
    Natürlich spiele ich mit ihm und selbstverständlich
    gibt es Kuschelstunden, aber eben ohne zu reden.
    (Die Methode ist nicht auf meinen Mist gewachsen,
    ich weiss aber nicht, ob man hier Namen erwähnen darf).
    Ich schließe ganz bewusst Türen, um ihn daran zu erinnern,
    dass ich nicht immer für ihn "ansprechbar" bin und lasse
    ihn auch nicht mehr ständig hinter meinem Stuhl oder
    direkt vor meinen Füßen liegen. Draußen verstecke ich mich oft
    vor ihm oder lasse einfach die Leine fallen und gehe weg,
    wenn er mal wieder zu abgelenkt ist.
    Seit drei Wochen mache ich das jetzt so und ich habe draußen
    so gut wie nie Probleme mit ihm.
    Ist er einmal wirklich extrem unaufmerksam kommt ein kurzer
    Pfiff mit der Pfeife, auf die er sehr gut reagiert. Bei deinem
    ängstlichen Hund ist das aber wahrscheinlinch keine so
    gute Idee.
    Gib nicht auf, ihr bekommst das schon hin :smile:

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