Mein Hund schnappte nach dem Freund- Dominanz?Eifersucht?

  • Ich denke, dass die Situation für den Hund einfach ziemlich offensiv gewirkt haben könnte.
    Der Korb ist ja auch so etwas wie ein Refugium für den Hund - ehrlich gesagt, habe ich von dort noch nie den Hund weggezogen, sondern ich hole ihn dort durch Ansprache raus.
    Du sagst doch, dass er eine energische Ansage versteht.

    Ansonsten: ein alternder Hund nimmt vieles nicht mehr so gut wahr, darauf kann man sich selbst mit behutsamer und langsamer Körpersprache einstellen.
    Es kann natürlich auch sein, dass er Deine Schwangerschaft (Glückwunsch) bemerkt und insgesamt verunsichert ist.

  • Hallo,

    bleibe mal ganz ruhig, mit ein paar Erklärungen ist sein Verhalten sehr einleuchtend gewesen.

    Sei mir nicht böse, aber du denkst zu menschlich.
    Wie Eva die schon erklärte, hat der Hund sich nicht geschämt, er hatte schlichtweg Angst, sonst nichts.
    Hunde schämen sich nicht und haben kein schlechtes Gewissen.
    Im weiteren Sinne sind sie auch nicht eifersüchtig.

    Dein Hund möchte gerne im Mittelpunkt stehen, wenn du dich deinem Freund näherst, es geht um den Augenblick der Aufmerksamkeit und es handelt sich nicht um dauerhafte Eifersucht oder gar um das Verdrängenwollen deines Partners.
    Daher hat weder das eine noch das andere irgendetwas mit Dominanz zu tun.

    Sein Verhalten war lediglich eine Abwehrreaktion.
    Der Hund wollte nicht heraus, lag auf seinem Ruheplatz und dann wurde sich vehement durchgesetzt, das auch noch an einer empfindlichen Stelle des Hundes:
    Der Hals!
    Was hätte er tun sollen?
    Seine vorheriger Missmut wurde ignoriert, also folgte ein Abschnappen.
    Dass du völlig unangemessen reagiert hast, wurde nun hinreichend erklärt, darauf gehe ich nun nicht weiter ein.

    Das nächste Mal:
    Hund zu sich rufen und nicht durchsetzen!
    Niemals körperlich werden.
    Freundlichst ansprechen und schauen, wie der Hund reagiert.

    Um dein Baby musst du dir keine Sorgen machen, wenn du dafür sorgst, dass dein Hund eine babyfreie Zone bekommt, niemals bedrängt wird und das Kind ihn nicht als Spielzeug benutzt.
    Einfachste Signale des Hundes, wenn er keine Lust auf das Kind hat, dürfen niemals übersehen werden.
    Ein Hund hat auch Rechte, nämlich auf Ruhe und einen angemessenen Umgang.
    Dass er ungestört fressen und schlafen kann, sollte selbstverständlich sein.
    Auch für das Baby bzw. später Kleinkind.

    Generell braucht kein Halter sich vehement durchzusetzen, in der Regel hat der Hund das menschl. Anliegen nicht ganz verstanden.
    Für Kommunikationsprobleme kann der Hund nichts.
    Keine Angst, dadurch erleidet kein Halter "Machtverlust" - viel schlimmer ist ein Vertrauensverlust (durch Alphawurf und sonstige aversive Reize!)

    Lasst den Hund tierärztlich durchchecken, viell. sieht er nicht gut.
    Mein Hund sieht abends sehr schlecht, ist dadurch schnell unsicher und geht in der Dunkelheit nicht mehr so gerne heraus.

    Es gibt zahlreiche Bücher über das Thema "Kind und Hund".
    Sie könnten dir helfen.

    So, nun mache dir nicht allzuviel Sorgen, der Hund hat hündisch gesprochen, nicht mehr und nicht weniger.
    Wenn du dich ein wenig auf den neuesten Stand des Hundeverhaltens und Erziehung bringst, wird dir ein Licht aufgehen und du wirst dir sagen:
    "Mist, hätte ich das eher gewusst, wäre es so nie passiert".
    Aber es ist doch nie zu spät.

    Gruß
    Leo

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