Angst vor anderen Hunden

  • Hallo liebe Mitglieder,

    ich habe seit 3 Wochen eine mitlerweile 5 Monate alte Peking Palasthündin. Es läuft soweit alles super mit ihr, sie ist stubenrein, frisst und trinkt ordentlich und wächst und gedeiht.
    Allerdings hat sie beim Gassigehen große Angst vor anderen Hunden. Ich möchte dazu sagen, dass sie in einem Rudel von 13 anderen Hunden aufgewachsen ist, darunter auch Pekingesen, Shih Tzus, einem Yorkshire Terrier und einer Berner Sennenhündin. Allerding kannte sie nur den Garten als Auslauf und hat dementsprechend keine anderen Hunde außer ihrem Rudel kennengelernt.
    Wenn uns ein anderer Hund, ob Chihuahua oder Rottweiler, entgegenkommt, bleibt sie zunächst wie angewurzelt stehen und wenn der andere näher kommt, zieht sie den Schwanz ein und versucht zu flüchten.
    Ich ignoriere momentan ihr Theater, lasse sie realtiv kurz an der Leine, damit sie nicht wegläuft (meist flüchtet sie sich sowieso hinter mich bzw. zwischen meine Beine) und versuche mich mit dem anderen HH zu unterhalten, sie soll lernen, dass das eine ganz normale Situation ist und sie keine Angst haben muss. Wenn der andere HH kommentarlos vorbei geht und der Hund auch kein großes Interesse an ihr zeigt, dann läuft sie ihnen auch ein paar Schritte hinterher und schaut ihnen nach.
    Vielleicht hat jemand von euch ja ein paar Tipps oder kann Erfahrungen austauschen?
    Grüße, Melle und Baghira

  • So ähnlich war das bei Foc anfangs auch (nur das er ein 70cm Hund ist, das sah schon lustig aus, als er sich vor nem Dacker versteckt hat).
    Ich habe wie du, ihn nicht allzuviel beachtet. Bin aber nicht stehen geblieben (damit die Situation für ihn nicht schlimmer wird) sondern bin mit einem freundlichen "weiter" einfach an den Hunden vorbeigegangen - hat er sich komplett gewehrt (das war die ersten Tage so) habe ich mich vor ihn gestellt und die anderen Hunde vorbeigelassen. Aber wie gesagt, ich habe keine große Sache draus gemacht. Und als er sich immer mehr entspannt hat (d.h. ist nicht mehr mit eingezogenem Schwanz stehen geblieben und ließ sich relativ ohne Probleme dran vorbeiführen) habe ich mich mit Freunden getroffen, die sehr gut sozialiserte Hunde haben. Eher ruhigere Expemplare. Und mit denen hab ich dann geübt. Immer nur ein Hund auf einmal! Und gar kein großes TamTam gemacht, wir sind uns "zufällig" beim Gassigehen über'n Weg gelaufen und sind dann einfach die Strecke nebeneinander hergegangen. Und inzwischen macht Foc das ganz entspannt. Nur Stehen bleiben und vor dem Hund stehen mag er noch nicht so, er fühlt sich einfach sicherer wenn er unterwegs ist - und das ist im Moment auch noch ok, wir arbeiten ja daran.
    Also ich würde nicht stehen bleiben - das macht es für die Kleine noch schlimmer. Versuch lieber am Anfang kommentarlos (oder nur ein einfaches "weiter", "komm") dran vorbeizugehen und dann könnt ihr ja mal versuchen nebeneinander ein paar Meter zu gehen. Aber das ist auch nur meine Erfahrung. Bei Bewegung ist Foc sicherer und traut sich auch mal den anderen zu beschnuppern.

    GLG und ich drücke die Daumen, dass das wird :)

  • Hallo,
    leider machst du es genau falsch, indem du noch die Leine festhälst und ihr die Fluchtmöglichkeit nimmst, wird sie bedrängt und verknüpft das Erlebnis negativ (was später zu echter Leinenaggression führen könnte) und zudem denkt sie noch, dass sie bei dir keinen Schutz findet. (Hatte ich jetzt zumindest so verstanden)
    Besser wäre es, wenn sie hinter dich geht, dass du den anderen Hund blockst und ihn nicht zu deiner Kleinen lässt. So lernt sie erst mal, dass sie dir vertrauen kann und du für sie da bist.
    Zu dem Hundeproblem ist es besser wenn du dich wie oben geschrieben mit gut sozialisierten Althunden triffst. Die werden sie dann im Freilauf nicht bedrängen und ganz lieb mit ihr umgehen. Vielleicht kannst du dazu auch in die Hundeschule gehen, weil dort ein eingezäunter Platz ist oder aber du nimmst sie an die Schleppleine, sodass sie mehr Raum zum Kommunizieren hat. So brauchst du aber keine Angst haben, dass sie dir gleich wegläuft.
    Auf keinen Fall würde ich sie dazu zwingen mit anderen Hunden Kontakt aufzunehmen, wenn ihr verabredet einen einzelnen lieben Hund trefft und sie darauf gut reagiert, ist das schon mal ein Anfang. Aber momentan muss sie ja auch erst mal zu dir Vertrauen aufbauen, sodass sie weiß, du bist da wenn es brenzlig wird.

    Übrigens zeigt sie ja Interesse wenn sie nach der Begegnung hinterher möchte. Das zeigt aber auch, dass ihr der Abstand zwischendurch zu klein wird und sie das ganze erst mal von weiten betrachten möchte.

  • Hallo,
    erstmal Danke für die schnellen Antworten! :smile:
    Zu Lisa: vielen Dank für deine Tipps, ich werde das mit dem Vorbeilaufen öfter machen, vielleicht wird sie dann auch sicherer, wie schon gesagt schaut sie dem anderen auch ganz neugierig hinterher, wenn sie vorbei laufen und sie gar nicht beachten. Aber gut zu wissen, dass es dieses Problem auch bei größeren Hunden gibt ;)
    Was das Üben mit bekannten Hunden angeht: meine Eltern haben auch zwei Pekendamen, anfangs hatte Baghira da auch Angst und hat sich zurück gezogen und die beiden haben sie auch gelassen und nicht bedrängt, und schon am nächsten Tag war das für sie in Ordnung, es geht also. Wenn wir mit den dreien zusammen draußen waren hat sie auch vorlaut andere Hunde angebellt, mit zwei Beschützern ist man eben mutiger. Nur wenn sie alleine ist und fremde Hunde kommen reagiert sie so ängstlich.
    An mini_monster: auch dir danke! Mir bleibt in gewissen Situationen keine andere Möglichkeit, als ihren Bewegungsradius einzuschränken, da sie ganz am Anfang auch unkontrolliert auf die Straße gerannt wäre vor lauter Angst. Die Idee mit der Schleppleine ist aber gut, das werde ich mal ausprobieren! Was den Schutz angeht lasse ich sie gewähren, wenn sie hinter mich geht oder sich zwischen meinen Beinen verkriecht, ich weiß nicht ob du das damit meintest? Über eine Hundeschule habe ich schon nachgedacht, aber ich denke es ist momentan wirklich besser, wenn sie nur mit einzelnen Hunden konfrontiert wird, in einer Gruppe würde sie das ganze glaube ich heillos überfordern.
    Grüße, Melle und Baghira

  • Hallo,
    bei uns in der Hundeschule gab es kontrolliert ablaufende Spielstunden. Da wurde richtig aufgepasst, dass kein Hund bedrängt wird. Du könntest auch einfach mal mit ihr dorthin und dich vor den Zaun setzen. Dann kann sie die anderen beobachten.

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