Ignorieren -> Aggression

  • Hallo,

    genau das Problem haben wir mit unserem Berner wenn am Tag zu viel passiert ist. Beispiel Mittwoch abend: Er war tagsüber schon ständig im Garten mit meinem Mann (hat ein bisschen vor sich hingedöst, aber nicht viel geschlafen), abends sind wir ne Stunde baden gefahren (mit dem Auto natürlich, bevor jemand denkt er wäre neben dam Fahrrad hergelaufen) und danach, als ich mich gemütlich auf die Couch gelegt habe, ist er auch völlig aufgedreht und hat mich und die Couch angebellt. Durch Nein ließ er sich nicht abbringen, ignorieren hat genauso wenig genutzt, also bin ich aufgestanden, habe ihn Sitz machen lassen (um die Situation erstmal aufzulösen) und habe ihn für kurze Zeit ruhig gestreichelt. Danach ist er in den Flur und hat bis morgens durchgeschlafen. An anderen Tagen, an denen nicht so viel los ist, passiert so was nicht. Daher nehme ich das Gebell nicht als Agression war, auch nicht als Spielaufforderung sondern als Übersprungshandlung. Nimm ihn aus der Situation heraus, aber nicht durch Spielen, sondern bringe Ruhe in ihn hinein (und in Dich natürlich auch, sonst überträgt sich das alles auf den Hund). Und vorallem, wie die anderen auch schon geschrieben haben: weniger ist mehr bei einem Welpen. Viel Erfolg.

  • Zitat

    Zappa: Der Unterschied liegt für mich in der Motivation für die Aggression: Beim Spielen ist es eher austesten und wenns "ernst" wird ist es eher (aus Angst/Unsicherheit) angreifen oder verteidigen.


    Ich glaube, du denkst da ein bisschen zu komplex. Für Hundi ist das alles nur eine große Entdeckungstour ohne Hintergedanken.

    Zitat

    @DieSchweizer: Deinen Kommentar finde ich wenig hilfreich.


    Echt? Ich fand den gut. Du schreibst ja selbst, dass du dir Gedanken machst, was du alles ändern kannst. Leo hat dir quasi eine kleine Liste geschrieben: sei ruhiger, gelassener und weniger taktil.

    Und mehr ist es eigentlich tatsächlich nicht :-)

  • Naja, ich hatte ja bereits im Eingangspost erwähnt, dass ich irgendwann unruhig und etwas lauter werde. Eine Zeit lang gelingt es mir ruhig zu bleiben, aber es scheint dann nichts zu bringen und irgenwann habe ich dann einfach die Faxen dicke. Dass das nicht gut ist war mir ja bewusst. Aber WIE bleibt man denn auf Dauer ruhig. Das ist doch das Ding.
    Ich glaub nicht, dass ich ihn zu viel anfasse. (Was genau ist gemeint?) Aber dieser Punkt wäre durch die Leine ja auch hinfällig.
    Und wann bzw. wo genau provoziere ich seine Reaktion? Indem ich mich aufs Sofa setze und lese? Indem ich in wegschuppse? Indem ich ihn ignoriere?
    Der Kommentar wirkt halt etwas überheblich, vorwurfsvoll und nicht wirklich analytisch. Lösungsvorschläge sind auch nicht enthalten. Ist nicht bös gemeint aber da frag ich mich echt warum man überhaupt antwortet.

    Janosch: Dass an solchen Tagen zuviel passiert ist, kann tatsächlich sein. Z.B. waren wir letztens zum ersten Mal bei der Hundeschule und abends gings dann auch ab. Ich werde nochmal mehr auf Ruhezeiten achten.

    Jetzt liegt er übrigens neben mir und schlummert vor sich hin :smile:

  • Zitat

    Ich lese schon länger mit .


    ....wäre das so, wüsstest du Leos Kommentar einordnen zu können ;)

    Mach einfach alles ein wenig ruhiger. Sei selbst leiser und bedachter, push
    den Lütten nicht noch. Lass ihn mehr ruhen...

    Susanne

  • Zitat

    Hallo,

    ich fasse mich kurz:

    Du bist zu laut, du bist zu unruhig, du fasst ihn viel zu viel an, du provozierst seine Reaktionen.

    Gruß
    Leo


    sei leiser, werde ruhiger, fass ihn weniger an und du wirst sehen, dass seine
    Reaktionen deutlich gemäßigter werden...

    Sorry, aber mehr aufn Punkt geht nicht!

    Susanne

  • Zitat


    Ich glaub nicht, dass ich ihn zu viel anfasse. (Was genau ist gemeint?)

    Das zum Beispiel:

    Zitat

    Während ich ihn an sein Halsband gefasst habe, um ihn zu seinem Platz zu bringen, hat er wieder in meine Hand gebissen.

    Zitat

    Er ist mir nachgelaufen und hat das Sofa/mich angesprungen. Ich habe seine Pfoten nach unten gestellt und "nein!" gesagt. Er springt nochmal, ich sage wieder "nein!" und als ich ihn vom Sofa wegdrücken wollte, hat er in meine Hand geschnappt.

    Das führt zu Übersprungshandlungen, daher klingt es nicht nach echten Aggressionen.
    In dem Alter wird noch wild geknurrt und gekläfft, gerade beim Appenzeller.

    Nach den Übersprungshandlungen sperrst du ihn unangemessen lange weg, das kann er nicht verstehen.

    "Nein" versteht nicht jeder Hund nach 5 Wochen, selbst wenn du es konditioniert hast.
    Du musst ihm eine Alternative bieten, das belohnen und bei so einem jungen Hund muss man alles mit etwas Humor nehmen.
    Hausregeln werden nicht so schnell begriffen, es ist ein junges, verspieltes Hundekind, was deine Anweisungen, Wünsche und Anforderungen noch nicht verstehen kann.

    Zitat

    Und wann bzw. wo genau provoziere ich seine Reaktion? Indem ich mich aufs Sofa setze und lese? Indem ich in wegschuppse? Indem ich ihn ignoriere?
    Der Kommentar wirkt halt etwas überheblich, vorwurfsvoll und nicht wirklich analytisch. Lösungsvorschläge sind auch nicht enthalten. Ist nicht bös gemeint aber da frag ich mich echt warum man überhaupt antwortet.

    In der Kürze liegt die Würze und Tipps hattest du auch bekommen, eigentlich beinhaltete es eben alles.
    Tut mir leid, wenn du es missverstanden hast, war nicht überheblich gemeint.

    Ja, du provozierst sein Verhalten, durch Lautstärke, Schubsen und Ungeduld.
    Für deinen Appi ist das eine Spielaufforderung, der dreht hoch.
    Fast alle Hunde sind in dem Alter so.
    Und irgendwann werden sie dann doch ruhiger und benehmen sich gesittet.

  • Für mich ist das ein Zeichen von Respektlosigkeit von deinem Hund dir gegenüber. Sowas ist die Vorstufe von absoluter Ranghöhe (hatten wir damals bei unserem Macho auch) Ich kann dir nur raten ganz schnell etwas daran zu ändern, das kann sonst extreme Ausmaße annehmen und du bekommst es mit zunehmenden Alter immer schwerer in den Griff. Für mich gibt es da auch mittlerweile nicht mehr die Differenz "Baby" und Teenie. Der Kleine protestiert schließlich gegen etwas, also ist er auch reif genug dafür, die Konsequenzen zu tragen.
    Etwas unternehmen heißt für mich (und genau so habe ich es auch erfolgreich durchgeführt):

    Kein Schmusen mehr wenn ER es fordert (Er kommt, du schickst ihn weg und rufst ihn nach kurzer Zeit wieder, DANN wird geschmust)

    Fressen nur nach Aufforderung

    Haus/Wohnung betreten nur nach Aufforderung und vorallem als LETZTER

    Spielzeug komplett weg, DU bestimmst, wann ihr spielt

    Wenn er pöbelt, verlässt ER den Raum und nicht DU

    Klingt hart, ist es auch (ich weiß ja, was Welpi so drauf hat mit seinen Blicken) aber nur so schuppst er dich nicht vom Thron

    Lg


  • Ohoooohhhh, du wirst dich hier im Forum warm anziehen müssen, denke ich... Das nur schon mal als kleine Vorwarnung ;)
    Was du an Tipps gibst, halte ich generell nicht für schlecht (z.B. fressen nach Aufforderung) - aber wie du das begründest... da stehen mir die Haare zu Berge :hust: Meinst du wirklich, dass ein kleines Hundekind das alles tut, um dir den "Rang" streitig zu machen? Solche Annahmen gelten in der Hundeforschung und -erziehung mittlerweile als überholt... Für mich ist z.B. das Warten mit dem Fressen, bis eine Aufforderung kommt, ein tolles Mittel, um Titus lernen zu lassen, dass man nicht immer SOFORT, HIER und JETZT das tut, was man möchte und man mit ein wenig Geduld belohnt wird! Aber die Weltherrschaft strebt ein so kleener Kerle bestimmt nicht an :lol:

    Und zur TE: Auch ich musste erstmal durch die von dir beschriebenen Situationen mit nem "Beißerle"- und ich sag dir was: Dadurch, dass ich ruhiger im Umgang mit HUnd geworden bin, hat er sich deutlichst! entspannt... Klar versucht er es manchmal noch (und das tut weh! ich weiß das, glaub mir!) - wenn ich das aber komplett ignoriere, ruhig den Raum verlasse oder einfach das weitermache, was ich grade mache, dann hört Titus mittlerweile schnell auf damit (und wird dann, wenn er runtergefahren ist, ein wenig bekuschelt oder bespaßt!). Das Problem ist halt: Wenn sie erst gelernt haben, dass man damit das Fraule ja doch irgendwann dazu kriegt, dass sie quietscht und einen "anmacht" (tolles Spielchen für Hundekinder), dann wird er es immer wieder tun. Am Besten wirkt also wirklich Ignorieren!!! Halte durch, es wird besser!!! Du kannst dir ja gerne meine älteren Beiträge durchlesen - da wirst du sehen, dass ich auch manchmal echt mega-genervt von Titus war... Aaaaber: Heute kommt so ne "Haaalllooooo, Fraule, mach was mit mir"-Schnappen/Zwicken vielleicht 3 Mal am Tag vor!
    EDIT: früher war das eigentlich fast den ganzen Tag lang ;)

  • Zitat

    Für mich ist das ein Zeichen von Respektlosigkeit von deinem Hund dir gegenüber. Sowas ist die Vorstufe von absoluter Ranghöhe (hatten wir damals bei unserem Macho auch)

    Sorry, das ist totaler Quatsch.
    Das ist ein noch wildes, unerzogenes, verspieltes Hundekind, was absolut nicht in den Sinn hat, die Macht zu ergreifen - du verunsicherst die TS noch mehr als ich.
    Kein Hund hat mit 15 Wochen solche Vorhaben geplant.
    Beschäftige dich bitte mit dem Thema Dominanz.
    So etwas ist nicht angeboren, Hunde neigen nicht dazu, die Weltherrschaft an sich zu reißen.
    Das sind veraltete Thesen.

    Zitat

    Ich kann dir nur raten ganz schnell etwas daran zu ändern, das kann sonst extreme Ausmaße annehmen und du bekommst es mit zunehmenden Alter immer schwerer in den Griff.

    Was soll sie denn machen?


    Zitat

    Der Kleine protestiert schließlich gegen etwas, also ist er auch reif genug dafür, die Konsequenzen zu tragen.

    Gegen was protestiert er denn?


    Zitat

    Haus/Wohnung betreten nur nach Aufforderung und vorallem als LETZTER

    Was macht das für einen Sinn?

    Zitat

    Wenn er pöbelt, verlässt ER den Raum und nicht DU

    Wen pöbelt er denn überhaupt an?
    Was soll er durch das Aussperren lernen und wie lange soll er vor der Tür verharren und nachdenken?

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