Ignorieren -> Aggression
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Hallo Forum!
Ich lese schon länger mit, habe jetzt aber ein konkretes Problem(?), sodass ich mich soeben angemeldet habe. Vielleicht hat jemand Lust darüber zu lesen und einen Kommentar zu scheiben.
Ich erzähl mal:Wir haben seit 5 Wochen einen 15 Wochen alten Appenzeller Sennenhund, der mir/uns schon sehr ans Herz gewachsen ist. Der Umgang mit ihm macht viel Freude und er entwickelt sich toll. Ich bin seine Bezugsperson. Er scheint mir zu vertrauen, sich an mir zu orientieren und ist schon recht gehorsam. Aber...
An mehreren Abenden ist es jetzt schon passiert, dass er sich ziemlich aggressiv geworden ist. Er hat sich auf seinen Platz im Esszimmer gelegt (nicht sein Schlafplatz), ich habe ihn noch kurz gestreichelt und habe mich dann aufs Sofa gesetzt, um zu lesen. Er ist mir nachgelaufen und hat das Sofa/mich angesprungen. Ich habe seine Pfoten nach unten gestellt und "nein!" gesagt. Er springt nochmal, ich sage wieder "nein!" und als ich ihn vom Sofa wegdrücken wollte, hat er in meine Hand geschnappt. Ich sagte wieder "nein!" und hab ihn dann ignoriert (immernoch auf dem Sofa sitzend). Das hat ihn immer aggressiver gemacht und er hat verucht überall zu beißen. Darufhin ich laut:"Aua! Nein!" und habe den Raum verlassen. Ich habe nen paar Minuten draussen gewartet, bin hereingekommen und hab ihn auf seinen Platz gebacht...dann wiederholte sich das beschriebene Szenario. Er kam mir aber noch aggressiver vor. Oder ist es für ihn immernoch Spielen?
Ich habe mich dann so hingesetzt, dass er nicht mehr an mich herangekommen ist. Ich habe mir erhofft, dass er sich irgendwann dann wieder auf seinen Platz legt, aber er hat dann begonnen alle möglichen anderen Gegenstände anzuknabbern. Ich hin, "nein" gesagt. Während ich ihn an sein Halsband gefasst habe, um ihn zu seinem Platz zu bringen, hat er wieder in meine Hand gebissen. So ging das einige Male und wir beide wurden wohl nach und nach immer gestresster (ich lauter/energischer, er aggressiver).
Auf einmal war er dann völlig "durch den Wind" und ist wie n Bekloppter durchs Zimmer gelaufen. Ich habe ihn dann in seinen Schlafraum geschickt. Das war vielleicht nicht ideal, aber ich glaub für ne bessere Lösung hatte es sich schon zu weit hochgeschaukelt. Habe anschließend ne halbe Stunde gewartet, bin dann zu ihm und hab ihn per Hand gefüttert und gestreichelt, um den Abend nicht so enden zu lassen.
Aber:
Befürchte, dass sein Vertrauen mir gegenüber unter solchen Aktionen leiden könnte (ich werde auch teilweise recht laut, weils in dem Moment dann weh tut oder mich sein Verhalten schockiert). Manchmal ist er für mich einfach noch nicht berechenbar.
- Was läuft falsch, dass er dermaßen aggressiv wird?
- An welcher Stelle hätte ich etwas anders machen können? (z.B. Ein Spielzeug als Ablenkung?)
- Wie erkenne ich ob es spielen oder "ernst" ist? Gibt es da überhaupt einen Unterschied?Ein paar Dinge zu, die bei der Beurteilung mit einfliessen könnten:
- in Situationen, die für ihn neu sind, zeigt er sich tw. sehr ängstlich oder bellt zunächst
- er ist ansonsten ziemlich fröhlich und temperamentvoll
- er lebt bei uns auf dem Bauernhof, auf dem immer ziemlich viel passiert, großes Gelände, viele andere Tiere, nicht wenige Menschen, er ist überall dabei (wenn er nicht gerade schläft) und läuft hauptsächlich mit mir und den anderen Menschen draußen herum.So, fürs Erste genug geschrieben. Ich würde mich über Erfahrungsberichte, Einschätzungen oder Tipps freuen

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Hallo,
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ich finde, dass du zu viel hektik verbreitest.

mein tipp wäre: hausleine an den schnösel und wenn er sich nicht nach einem "nein" verkrümelt - an der hausleine zu seinem platz bringen, damit er dort runter fahren kann. so kann er dir auch nicht in die hände beißen.
je mehr du dich in der situation aufregst/lauter wirst-, desto schlimmer wird es/schaukelt sich der hund hoch.
deshalb: kurz und knapp, vorgehen, ohne laut zu werden.wenn er auf seinen platz liegt, dann leg ihn etwas zum kauen hin, damit er sich abreagieren kann. kauen baut stress ab.
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bitte hab ein Auge darauf, dass er genug ruhezeiten bekommt. ein junger hund möchte lieber "mitten drin" statt "nur dabei" sein und manchmal ist es zu viel des guten, das merkt man daran, dass hundchen plötzlich total "überdreht".

liebe grüße
biggi
und viel spaß mit dem kleinen.

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@TanteFlauschi: Ja, ich glaub auch, dass ich zu hektisch werde. Bis jetzt hab ich mir jedes Mal vorgenommen ruhiger an derartige Situationen heranzugehen, aber irgendwann stresst es mich halt auch. Bin auch eher ein temperamentvoller Mensch. Schwer das abzustellen bzw. so viel Geduld aufzubringen....
Deinen Rat werde ich befolgen, er scheint sinnvoll zu sein. Heute Abend mach ich dann direkt die Leine dran und leg ein Spielzeug bereit. Danke!Was mich noch interessiert: Woran erkenne ich obs Spiel oder Ernst ist?
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Selbst wenn es ein Spiel wäre, muss dein Zwerg ja lernen, dass du entscheidest, was anliegt. Eben auch, ob gespielt wird.
Dadurch, dass du ihn zwar ignorieren wolltest, aber ja auch teils gezwungenermaßen immer wieder auf ihn eingegangen bist, hat sich das ganze einfach total hochgeschaukelt. Deshalb würd ichs wie Tante Flauschig machen und ihn quasi zum Ruhegeben zwingen. Einmal ein Nein und wegschicken - obwohl: weiß er denn schon, was ein Nein bedeutet? - und danach ohne jeden Kommentar an der Leine auf seinen Platz bugsieren und ihm in Gedanken dort viel Spaß wünschen. Schimpfen und laut werden verschärft die Situation nur unnötig, er soll ja lernen, auf ein ruhiges Wort von dir zu reagieren.
In der Suchfunktion findest du bestimmt auch eine Anleitung, wie man einem Welpen verlässlich das Nein beibringt
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Zitat
Was mich noch interessiert: Woran erkenne ich obs Spiel oder Ernst ist?
Wo ist denn für dich der Unterschied?
Immerhin ist es ein 15 Wochen alter Welpe. Was soll der schon "ernst" meinen?Das bisschen rumgespacke würde ich nicht überbewerten, sondern ganz bewusst in das Erziehungstraining mit einbauen. "Nein" üben, auf den Platz schicken üben, an der Beisshemmung arbeiten, spielen, rumalbern und damit aufhören und runterkommen usw.
Des weiteren darfst du ruhiger werden und dich nicht von so Kleinigkeiten gleich auf die Palme bringen lassen. Immerhin wird der Hund größer, kräftiger und wird auf freche Art seine Grenzen ausloten... dann gehts doch eigentlich erst richtig los. Was du jetzt durchmachst ist im wahrsten Sinne "Kindergeburtstag".
Hier passt wiedermal das Zitat aus dem Film "From Dusk till dawn": Everyboby be cool, YOU be cool :-)Es klingt so, als wäre bei euch auf dem Hof immer Jubel, Trubel, Heiterkeit. Ich würde den Hund da rausnehmen und ihn quasi nur noch "kontrolliert bespaßen". Soll heissen, dass du auf Ruhezeiten achten solltest, damit er sich erst gar nicht daran gewöhnt, immer auf 180 zu sein. Bei manchen Hunden muss man Entspannung regelrecht trainieren.
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Hallo,
ich fasse mich kurz:
Du bist zu laut, du bist zu unruhig, du fasst ihn viel zu viel an, du provozierst seine Reaktionen.
Gruß
Leo -
Zappa: Der Unterschied liegt für mich in der Motivation für die Aggression: Beim Spielen ist es eher austesten und wenns "ernst" wird ist es eher (aus Angst/Unsicherheit) angreifen oder verteidigen. Und natürlich mache ich mir Gedanken über solche Aktionen und überlege, was man anders machen kann. Das heißt ja nicht, dass ich direkt befürchte, dass er zum Problemhund wird

@DieSchweizer: Deinen Kommentar finde ich wenig hilfreich.
@Die_Caro: Ja, du hast recht, auch beim Spielen muss ich Grenzen aufzeigen. Aber wenns nur Spielen war kann ichs anders interpretieren. Nämlich eher so: Das ist normal, Beißhemmung aufbauen und gut is" (mal überspitzt ausgedrückt. "Nein" versteht er(ist aber noch nicht 100%ig gefestigt), aber je länger so etwas dauert, desto weniger kommt es bei ihm an.
Ich geh jetzt einfach wieder ganz gelassen ran und mache heute Abend Leine dran.
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Zitat
Hallo,
ich fasse mich kurz:
Du bist zu laut, du bist zu unruhig, du fasst ihn viel zu viel an, du provozierst seine Reaktionen.
Gruß
Leoalso das ist kurz und knapp zusammen gefasst.
fehlen die blumigen worte drum rum. -
Ich glaube nicht, dass er in dem Alter irgendwas wirklich ernst nimmt, er ist ja schließlich noch ein Baby. Mein kleiner Neffe haut mir auch eins auf die Nase, aber er ist noch so klein, dass er den Gedanken, das böse zu meinen noch gar nicht fassen kann. Die lachen sich dann eher über das erschrockene Quietschen was folgt kaputt.
Ich würde das Training jetzt als Grundbaustein sehen. So hat er die Basics für spätere Situationen, in denen bei einem Hund, der nicht gelernt hat, Frust zu ertragen, dann tatsächlich Konflikte entstehen könnten. Er übt ja alles im Spiel.
Also solltest du jetzt wirklich das Nein festigen und ihm beibringen, zuverlässig auf seinen Platz zu gehen und dort zu bleiben.Die wichtigsten Sachen hat Leo ja zusammengefasst: dabei leise sein, ruhig sein, nicht körperlich werden und sich nicht auf die Situation einlassen. Das bringt es, finde ich, auf den Punkt
- Vor einem Moment
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