Angst vor U-Bahngleisen

  • n'Abend zusammen!

    Gestern war ich mal wieder mit meinem Hund unterwegs, in den Öffentlichen. Das ist nichts Neues für ihn, das machen wir fast täglich. Sein erster Ausflug in die große weite Welt von der Züchterin weg war mit Bus, U- und S-Bahn, seither haben wir täglich mit ihm geübt und er verhält sich im ÖPNV mittlerweile vorbildlich, legt sich zwischen meine Beine, wenn wir stehen, unter/vor den Sitz, wenn wir sitzen, und bleibt liegen, wenn andere Hunde in Sicht sind (ab und an muss ich ihn da noch festhalten oder ihn mit "bleib" auf seinem Platz halten, aber im großen und ganzen bin ich zufrieden).
    Am U-Bahnhof Hallesches Tor aber hat er gestern Panik geschoben. Das kommt immer mal wieder völlig unvorhergesehen vor, er hat tierische Angst vor den Gleisen - also diesem Abgrund - und drängt sich dann immer so weit davon weg wie möglich, egal, ob er dann Leuten zwischen die Beine rennt. Gestern ging es so weit, dass er sich einkauerte und für einen Moment gar nicht mehr weitergehen wollte :???: Am Montag waren wir noch am gleichen U-Bahnhof, da hat er das Theater nicht gemacht (sondern lieber ein Häufchen gemacht :muede: ). Es kommt selten vor und nicht an jedem U-Bahnhof. Ich hab es bisher häufiger am U-Bahnhof Alexanderplatz bemerkt. Dort ist er mal als Welpe über die Kante geschubst worden, so ein Idiot hat mich angerempelt und der Hund ist quasi abgestürzt, er ist nicht gefallen, ich hatte die Leine ganz kurz und er hing in der Luft. Klar, könnte man jetzt sagen, der Hund hat Angst, verständlich. Aber warum hat er dann nicht immer Angst und nicht an jedem U-Bahnhof, warum an dem einen Tag gar nicht und am anderen so massiv? Und, was noch viel wichtiger ist, wie kann ich ihm diese Angst nehmen?

  • Naja, hört sich an wie die 1.000 Mülltonnen, an denen wir problemlos vorbei marschieren - die 1001. könnte ihn aber umbringen wollen.
    Lebensgefährlich sind übrigens auch (natürlich nur die rundgeschnittenen) Buchsbäume :lachtot:


    Ich denke es ist einfach eine dieser Phasen, wo die Hundetiere schon mal Gespenster sehen. Bei uns verstärkt sich das bei den Mülltonnen beispielsweise, je dunkler der Weg wird. Oder beim Buchsbaum hat er nur schiss, wenn der nicht "wild" aussieht.
    Ich zeig Murphy dann immer, dass die Tonne (o.ä.) überhaupt nicht schlimmes ist, fass es an und dann kommt er meist vorsichtig - aber neugierig - zu mir.
    Das wird bei Gleisen natürlich eine Nummer schwerer sein. :???:
    Generell finde ich in der Situation "gesunden" Respekt aber nicht verkehrt.

  • Erstmal zu Fluffy, danke für die freundliche Anschuldigung, ich weiß ja nicht, ob du schon mal in Berlin am Alex am Gleis der U2 Richtung Ruhleben warst, wenn es dort voll ist. Ich konnte nur an der Stelle vorbei und ich hab mir gedacht, lieber soll er rechts am Gleis vorbei, als dass links einer auf ihn drauf latscht. Und dann kam der Spacken von der Seite. Ist passiert, ja, mein Gott, dafür lass ich mir jetzt sicherlich nicht nachträglich einen schwarzen Peter zuschieben, danke ;)

    Zitat

    Ich würde mich mit dem Hund in der Mitte des Bahnsteigs aufhalten,
    einige Bahnhöfe haben ja noch Sitzbänke, da würde ich mich draufsetzen
    und mehre Züge durchfahren lassen. Wenn ich es eilig hätte, würde ich in der
    Mitte des Bahnsteigs warten bis der Zug hält und die Türen geöffnet sind und
    dann zügig einsteigen.

    Ich kann mit Othello zum Beispiel zum U-Bahnhof Tempelhof gehen, er läuft vor dem Streifen mit den Rillen, der für die Blinden da ist, damit sie wissen, wo die Kante anfängt, ohne Probleme. Ob ein Zug ein- oder ausfährt, ist ihm völlig wurscht. Ich kann ihn an der Kante absitzen lassen und er bleibt da, auch, wenn der Zug einrollt und einen riesen Lärm macht. Er steigt ein und aus, und wenn wir irgendwo lange stehen und warten müssen, legt er sich auch ganz relaxt auf den Bahnsteig. Und dann ist mal ganz plötzlich so ein Tag, da hat er dann plötzlich Panik vor der Kante und drängt sich so weit es geht weg. Fährt der Zug ein, ist er wieder völlig easy, dann ist die Kante ja quasi weg und er steigt ein. Meistens ist er am nächsten Tag wieder völlig relaxt, und drei Wochen später hat er plötzlich wieder Panik. Ich will ihn nicht zwingen, an der Kante zu laufen, aber es ist auch extrem nervig, wenn du ihn schon auf der Seite laufen lässt, wo die Kante nicht ist, und er trotzdem noch wegdrängt, bockt, Leuten in den Weg läuft - und ich mich noch anstarren lassen muss, als hätte der Hund die Panik vor mir und davor, mit mir irgendwo hinzulaufen :dead: Und da ich keinen Indikator dafür habe, wann er so was bringt und wann nicht, würde ich einfach gern mit ihm üben, dass er nie mehr Angst davor haben muss. Es ist ja für ihn auch nicht schön, wenn er Angst vor was hat, er ist ansonsten ein sehr unerschrockener Hund. Böller, vorbeifahrende Feuerwehrwagen mit voll aufgedrehter Sirene, macht ihm alles nix aus.

    wisnoa, gesunden Respekt finde ich auch nicht verkehrt, aber bei ihm ist es ja, wenn es auftritt, kein Respekt sondern eine richtige Panik. Und ich weiß nicht, wie ich das gezielt mit ihm üben soll, weil es ja unregelmäßig und nur ab und an und auch nicht überall und auch nicht immer am gleichen Ort auftritt :/ Sonst wär ich längst mal einen Nachmittag mit ihm zum U-Bahnhof xy marschiert und hätte da geübt... Bin ein bisschen ratlos :???:

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