Übersprungshandlung
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Gast45931 -
28. April 2011 um 20:54
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Okay, ich weiß nicht so richtig wie ich anfangen soll, aber ich versuch es mal verständlich auszudrücken. Seit ich Abi hatte, bzw. eben die Prüfungen und damit verbunden wenig Zeit für Aimee (ihr ging es super meine Mutter ist immer mit ihr spazieren gegangen, hat mir ihr gespielt etc.). Trotzdem habe ich das Gefühl, dass die Zeit Aimee in gewisser Weise verändert hat. Angefangen hat es damit, dass sie nur noch rumlag, sie hat quasi gar nicht mehr damit gerechnet, dass ich mit ihr spazieren gehe. Am Anfang hat sie es nicht verstanden, irgendwann lag sie dann nur noch teilnahmslos herum. Ich habe natürlich (muss man dazu sagen) habe trotzdem versucht abends noch mit ihr eine kleine Runde zu machen oder wenigstens mit ihr zu spielen. Jedenfalls habe ich fast das Gefühl, dass sie irgendwie dachte etwas falsch zu machen. Sie hing extrem an mir und wollte alles recht machen- für einen Hund der bis dahin wirklich 0 will to please gezeigt hatte sehr, sehr, sehr ungewöhnlich. Auch auf dem Hundeplatz zeigte sich das. Als wir begannen dort hinzugehen (Junghundegruppe mit 10-20 Hunden), ging mein Hund wie eine 1, als hätte sie nie was anderes gemacht im Slalom um die anderen Hunde- obwohl sie zu dem Zeitpunkt noch leicht leinenaggressiv war, wenn es ihr zu eng wurde.
Diese Verhaltensweise bzw. auch der will-to-please ist nach dieser Zeit geblieben. Sie klebt an mir, ohne mich zu kontrollieren. D.h. sie rennt mir nicht den ganzen Tag hinter mir her, achtet aber darauf wo ich mich "niederlasse" und kommt dann und legt sich dazu. Sie steht nicht unter Stress, ist entspannt und schlummert dann vor sich hin. Es versetzt sie auch nicht in Stress wenn ich aufstehe und irgendwas mache.
Die Sache ändert sich dramatisch wenn sie bemerkt, dass ich gehe. Sie gerät in Stress und zeigt auch deutliche Übersprungshandlungen wie in den Schwanz beißen. Die Sache wäre leicht gelöst wenn ich das üben könnte, indem ich einfach Jacke und Schuhe anziehe und gehe. Tsja, leider merkt der Hund den Unterschied zwischen richtigem Gehen und "Pseudogehen".
Bleibt sie bei meinen Eltern- ist also folglich nicht alleine, hört mich mit dem Auto wegfahren, fängt sie des öfteren an zu weinen, außer ich schleiche mich heimlich davon. Letztens trat auch das Problem auf, das meine Mutter zuhause war, ich bin auf die Toilette und der Hund lag weinend davor, während als ich alleine da war alles kein Problem war.Nein, das Problem liegt auch nicht darin, dass sie nicht alleine bleiben kann. Ziehe ich ein normales Ritual durch, ist die Welt in Ordnung. Sie schläft während meiner Abwesenheit.
Stress zeigt sie auch beim Spazierengehen. Bis vor kurzem habe ich noch mit ihr im Wald gespielt. Apportier- und Suchspiele. Nachdem wir den Jagdtrieb im Winter mithilfe der Schleppleine so in den Griff bekommen haben, dass sie wieder hab freilaufen lassen können. Sie zeigt kein Jagdinteresse mehr und wenn lässt sie sich abrufen. Jetzt ist mir aufgefallen, dass sie bei einem Spaziergang in meiner Sichtweite in den Wald rannte und zielos (wirklich zielos) überdreht umherrannte. Danach sind wir andere Strecken gelaufen, bei einer mit großer Wiese passierte das Gleiche (nein, sie jagte definitiv nicht, sie bleibt auch abrufbar und kommt sofort). Vorgestern war ich wieder im Wald. Sie schnüffelte sich irgendwo fest und ich bin dann losgerannt, sie liebte eigentlich dieses Spiel. So nicht vorgestern. Sie rannt los und dann plötzlich wieder überdreht in den Wald, lies sich aber wieder sofort abrufen. Ich habe jetzt sämtliche Spiele weggelassen und sie dackelte zufrieden mit mir mit und bot sich wieder ständig für Unterordnungsübungen an, was sie liebt. Ich muss sie dann teilweise energisch mit einem "Geh" wegschicken, damit sie mal Schnüffel geht. Ich muss aber immer "Bescheid sagen" wenn ich weitergegangen bin wenn sie schnüffelte, sonst sah man wieder aufkommenden Stress.
Okay, ein Roman, danke für alle, die bis zum Ende gelesen haben. Hat vielleicht jemand einen Rat wie ich die Übersprungshandlungen, vorallem das in den Schwanz beißen in den Griff bekommen kann? Im Wald mache ich jetzt eben einfach nichts mehr, außer Unterordnung, aber ein bisschen schade ist es schon...
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Was ich vergessen habe. Nachdem sie das erste Mal diese "Symptome" zeigte, habe ich sie auf einem Spaziergang an die Schleppleine genommen. Da war aber die Welt in Ordnung, weil sie ja mich so immer im Blick hatte und wir so gut wie gar nicht gespielt haben (es war sehr heiß). Die Schleppleine (habe ich das Gefühl) hat ihr auch irgendwie die Sicherheit gegeben, dass ich nicht einfach weit weg sein kann...
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Ich denke, dass sie ein bißchen unsicher ist, weil ihr Leben sich ja bezugspersonentechnisch geändert hat.
Nach Deinen Schilderungen wirkt sie als wolle sie einen auf "Lieb Kind" machen, weil sie weiss, dass Du Dich freust, wenn sie will-to-please zeigt und sie sich halt zurückgesetzt vorkommt, weil Du wenig Zeit für sie hattest.Ich würde das erst dann näher "betrachten" an Deiner Stelle, wenn sie so bleibt, obwohl wieder der normale Tagesablauf eingekehrt ist.
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Nicht falsch verstehen, meine Mutter ist höchstens 1-2 Wochen mit ihr gelaufen, es gab keinerlei Bezugspersonenwechsel!
Das Verhalten hält sich jetzt seit ca. 2 Monaten (normaler Tagesablauf!) unverändert!
Aber danke für deine Einschätzung :)
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Zitat
Die Sache ändert sich dramatisch wenn sie bemerkt, dass ich gehe. Sie gerät in Stress und zeigt auch deutliche Übersprungshandlungen wie in den Schwanz beißen. Die Sache wäre leicht gelöst wenn ich das üben könnte, indem ich einfach Jacke und Schuhe anziehe und gehe. Tsja, leider merkt der Hund den Unterschied zwischen richtigem Gehen und "Pseudogehen".Okay, ein Roman, danke für alle, die bis zum Ende gelesen haben. Hat vielleicht jemand einen Rat wie ich die Übersprungshandlungen, vorallem das in den Schwanz beißen in den Griff bekommen kann? Im Wald mache ich jetzt eben einfach nichts mehr, außer Unterordnung, aber ein bisschen schade ist es schon...
Was ist der normale Ablauf bevor du die Wohnung verlässt? Wie übst du das mit dem Pseudo-gehen? Du könntest ja sozusagen wirklich zum Beispiel einmal um den Block gehen und dann wieder kommen.
Wie reagierst du, wenn der Hund in seinen Schwanz beißt?
Wie reagistst du oder deine Eltern wenn sie jault?
Ich erkenne hier einen verunsicherten Hund. Was der genaue Auslöser war, kann ich nicht genau sagen. Aber der Hund wird wahrscheinlich bemerken, dass du sein jetziges Verhalten "merkwürdig" findest. Deine veränderten Verhaltensweisen, die daraus resultieren, wird der Hund bemerken - auch wenn es nur winzige Kleinigkeiten sind => Unsicherheit => er will in deiner Nähe bleiben, weil du ihm Sicherheit gibst. -
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Das ist interessant...
Also, wenn niemand anderes im Haus ist, dann bekommt sie was zu knabbern und schläft dann die restliche Zeit. D.h. ich ziehe mich an, hole etwas zum Knabbern, lege ihr das hin und gehe dann. Dabei zeigt sie keinerlei Stress.
Es geht eher um das "alleine lassen" wenn meine Eltern noch zuhause sind. Ich mache in Prinzip nichts anders wenn ich sie nicht mitnehme, ich ziehe ihr eben nur kein Halsband an und lasse die Leine da. Sie zeigt sie Stressanzeichen allerdings auch manchmal, selbst wenn ich ihr schon ein Halsband angezogen habe, was klar macht, dass ich sie mitnehme. Um den Block gehen, mhm schwierig, aber ich könnte ja mal was zu Essen holen gehen o.ä., dass ist eine gute Idee.
Wie geübt, mhm, eben wie wenn man übt einen Welpen alleine zu lassen, Müll rausbringen, Post annehmen, so Sachen. Wobei mir einfällt, dass ich einmal lediglich das Auto von der Straße in den Hof gefahren habe und sie geheult hat wie ein Schlosshund...
Wenn sie sich in den Schwanz beißt beruhige ich sie mit einem "Ist okay", sie hört dann auf. Wobei ich nicht weiß ob ich das ignorieren muss?
Wenn sie jault, dann wird sie ignoriert, sie hört dann auch auf, sobald ich quasi außer "Hörweite" bin, also nach 5-10 Minuten. Es ist nicht so, dass sie durchheulen würde.
Die Unsicherheit hast du komplett richtig erkannt. Uns ist diese in jeder Hinsicht aufgefallen. Zum Beispiel war sie früher eher der Hund, der jeden toll fand. Als ich im Tierheim war (wegen Chip lesen lassen) wollte sie sich nicht anfassen lassen. Sie war auch früher Leinenaggressiv, wo sich ebenfalls herausstellte, dass es aus Unsicherheit ist. Inzwischen versteckt sie sich hinter mir, wenn sie ein Hund anpöbelt (was natürlich gewünscht ist!!)....
Puh, ich hoffe, ich habe nichts vergessen. Ach ja, sie wird im Mai 2 Jahre alt, kann das vielleicht noch eine Angst/Unsicherheitsphase sein?
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