Hund Sicherheit vermitteln?! -aber wie?

  • Hallo liebe Community!

    Ich habe das Forum schon durchforstet aber irgendwie nicht das Thema gefunden was mich beschäftigt...Daher der neue Post.

    Kurz zu meiner Situation:

    Ich habe mir von ca. 1 Woche einen 4-jährigen Dackel-Mischling aus dem Tierheim nach Hause geholt und auch von Anfang an das Gefühl gehabt, dass wir beide ein ganz gutes Team werden können. Es klappt auch alles ganz gut, Leinenführigkeit ist kein allzu großes Problem, arbeiten muss ich vor Allem daran, dass er mir nicht ständig vor die Füße läuft... :smile: Ansonsten achtet er auf mich und hört auch schon ganz gut und lernt schnell. Beim Gassi gehen interessiert er sich nicht weiter für andere Menschen (Jogger, Radfahrer, Eltern mit Kindern oder Kinderwagen etc.) wenn diese vorbei gehen bzw. wir aneinander vorbei gehen, auf andere Hunde reagierte er bisher übrigens auch immer freundlich.
    Nun war ich am Wochenende wieder mit ihm im Park und als wir (meine Mutter und ich) auf einer Parkbank eine Pause eingelegt haben kamen Leute an uns vorbei und mein Hund hat geknurrt und gebellt als diese näher kamen, die Leute haben ihn nicht weiter beachtet, dennoch hat er einen kleinen Satz nach vorn gemacht und weitergebellt. Auch durch "Aus" und hinsetzen lassen lies er sich nicht beruhigen. :sad2:
    Man muss noch dazu sagen, dass der Weg an dieser Stelle ziemlich schmal ist und die Leute dadurch gezwungener Maßen recht nah an uns vorbei gehen mussten (Zaun auf der einen, Hang auf der anderen Seite). Er hat bisher noch nie so reagiert und ich bin nicht sicher, wie ich sein Verhalten deuten kann. Ich denke er ist natürlich noch unsicher, da er ja erst ganz kurz bei mir ist aber dennoch irritiert mich sein Verhalten. Normalerweise nutzt er jede Gelegenheit um an Streicheleinheiten zu kommen. Besuch wird freundlich empfangen und auch Fremden gegenüber ist er zwar zurückhaltend aber freundlich. Zu Hause knurrt und bellt er noch manchmal kurz wenn jemand durchs Treppenhaus geht. Ich schicke ihn dann auf seinen Platz und alles ist wieder gut, mittlerweile guckt er meistens nur noch bleibt aber liegen. Generell wirkt er zu Hause gelassen und ist draussen erst so richtig aufgekratzt...

    Lange Rede kurzer Sinn: Was meint ihr? Ist der Kleine "nur" unsicher oder nimmt er mich in solchen Situationen nicht "für voll" (sry für die Formulierung...) und will beschützen? Was kann ich tun um die Bindung zwischen uns zu stärken und weiter Vertrauen aufzubauen? Ich versuche ihn immer auch mental zu beschäftigen (z.B. mit Leckerchenversteckspielchen für die Nase drinnen und draußen) und ihm auch viel Streichel- und Spieleinheiten zu geben. Oder ist meine Sorge übertrieben und/oder ich einfach nur zu "ungeduldig"?? :ops:
    Es ist mir wichtig von Anfang an liebevoll und konsequent zu sein um ihm Sicherheit zu vermitteln und ihm "seinen Platz" in seinem neuen zuhause zu zeigen, ihn mit neuen Situationen vertraut machen ihn aber natürlich auch nicht überfordern... :???:

    Sorry für den vielen Text, ich hoffe ihr habt trotzdem die Geduld es zu lesen und ein paar hilfreiche Tipps für uns!

    :smile:

  • Hallo,

    wahrscheinlich ist dein Hund ab einer gewissen Distanz unsicher gegenüber fremden Menschen, nämlich dann, wenn es ihm zu eng wird und die Menschen recht nah an ihn heran müssen.
    An Beschützerinstinkt denke ich weniger.

    Mit Kommandos wie "aus", "nein" oder anderen Abbruchkommandos erreicht man in der Regel nichts oder erreicht sogar das Gegenteil, denn auch negative Aufmerksamkeit ist eine Bestätigung für den Hund.

    Wenn du um das Verhalten des Hundes nun weißt, solltest du jetzt erst mal dafür Sorge tragen, dass er nicht wieder in die Situation kommen muss, es selber regeln zu müssen.
    Du nimmst also den Hund auf die Seite, wo der fremde Mensch nicht läuft, auf die "fremde Menschen abgewandte Seite", nimm ihn kurz, lenke die Aufmerksamkeit auf dich.
    Das ziehe erst mal eine Weile durch, damit er lernt, dir vertrauen zu können und bei dir Sicherheit zu finden.
    Notfalls laufe einen Bogen, wenn es zu eng wird.
    Auf einer Parkbank kannst du ihn hinter deine Beine "parken".
    Wichtig ist, dass du ruhig und gelassen bleibst, sonst werden ihm Menschen noch unheimlicher, wenn man zu viel "Aufstand" betreibt.
    Später, wenn er dir schon recht gut vertraut, kannst du ihn schon vorher auf Menschen aufmerksam machen.
    Das solltest du freudig machen (schauspielerisches Talent ist angesagt):
    "Schauuuu mal, wer da kommt....", ist er ruhig und reagiert angemessen (ohne Knurren/Bellen), lobst du ihn:
    "Feeein...." und gehst gelassen weiter.
    Du musst nun einfach beobachten, welche Distanz für ihn akzeptabel ist, im "kritischen" Bereich hilfst du ihm aus der Situation, regelst es zunächst für ihn, später eben die vorhersehbare Situation benennen (es kommt wer).

    Gruß
    Leo

  • Hallo,
    Leo (dieschweitzer) hat viele gute Tipps bereits gegeben.
    In einem Punkt habe ich zwar andere Ansichten, aber viele Wege führen eben nach oben.

    Ich kann dem eigenntlich nichts mehr ergänzen. Du solltest dir aber im klaren darüber sein, das dies noch einige Zeit dauern kann. Nicht aufgeben, Ruhe und Geduld bewahren und du wirst bald einen Hund an deiner Seite haben der sich auf dich verlässt.

    Durch die Ablenkung, wird er bald merken, dass du alles untr Kontrolle hast und du es für ihn regelst und er bei dir in Sicherheit ist.

    LG
    Lisa

  • Danke für eure Antworten! Werde das auf jeden Fall versuchen! :gut:
    Ich bin da auch ganz zuversichtlich, dass des klappen wird. Man darf ja auch nicht vergessen das der kleine jetzt erst seit 1 Woche bei mir ist und dafür klappt ja sonst schon alles ganz super (manchmal fast schon zu gut...Daher kommt wahrscheinlich auch das Problem das ich manchmal gar nicht mehr dran denke wie frisch unsere Beziehung noch ist... :ops: )

    So, jetzt gehts erstmal Gassi... ;)

    Liebe Grüße!!

    Sonja

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