Es liegt an mir!
-
-
Vielleicht erinnern sich einige an uns und unser Problem, ich fasse nochmal kurz zusammen:
Meg ist jetzt etwa vier Jahre alt und lebt seit zwei Jahren bei uns. Vorher war sie ein ungarischer Straßenhund.
Soweit klappt inzwischen alles ganz gut mit ihr, ich habe jetzt sogar entdeckt, dass sie wahnsinnig gerne lernt und ganz versessen auf das Clickern ist.
Eine Macke jedoch konnten wir bislang einfach nicht in den Griff kriegen: Das Ausbellen vom Herrchen. Generell schlägt sie gerne mal kurz an, wenn jemand ins Haus kommt (außer bei mir), aber das ist okay, sie hört auch gleich wieder auf. Bei meinem Mann baut sie sich aber regelrecht vor ihm auf, kommt dazu auch eigens angelaufen, macht sich steif und bellt und knurrt, als wär er ein Fremder. Sie ist allerdings immer im Rückwärtsgang, geht also nicht aggressiv nach vorn, sondern weicht absolut zurück und läuft weg, wenn er eine Bewegung auf sie zu macht. Und das, wenn er in der Wohnung auch nur einen Raum betritt, in dem sie schon drin ist, er muss also gar nicht von draußen rein kommen.
Umgekehrt, wenn er in einem Raum schon drin ist, den sie betritt, ist sie der liebste Kuschelhund der Welt, sie legt sich zu ihm aufs Sofa oder ins Bett, wälzt sich und balgt mit ihm herum und lässt sich von ihm den Bauch kraulen. Wenn er den Raum verlassen will, rennt sie schnell vor ihm raus. Manchmal kommt sie in den Raum dann wieder zurück, und wenn er dann wieder hinein will, geht das Getöse wieder los. Dabei ist es übrigens egal, ob ich mich in diesem Raum befinde oder nicht.So. Und jetzt haben wir festgestellt, dass all das nur dann stattfindet, wenn ich mich in der Wohnung befinde. Wenn ich nicht zuhause bin, macht sie gar nichts. Sie läuft zwar immernoch vor ihm aus den Räumen raus, aber sie macht kein Theater, wenn er wieder hinein will.
Nun ist es natürlich so, dass ich die Hauptbezugsperson bin, aber seltsam ist das Verhalten doch allemal, oder? Stellt sie meinen Mann in Frage, wenn ich da bin? Ist ihr dann nicht so richtig klar, ob er auch ein Boss ist oder eher sie selbst? Anders kann ich mir das nicht erklären, was meint Ihr?
- Vor einem Moment
- Neu
Hi,
Interessiert dich dieses Thema ? Dann schau doch mal hier *.
-
-
Hallo,
den ersten Thread bezüglich deines Mannes und der Hündin gab es im Dezember 2009, danach folgten noch ein oder zwei, indem sich das Problem leicht verbessert hatte...aber ganz weg ist es noch immer nicht.
Schon damals mutmaßten wir, dass der Hund dich als Ressource betrachtet.
An deiner Stelle würde ich einen guten Hundetrainer hinzuziehen, denn sie reglementiert deinen Mann, übt Kontrolle aus, was offensichtlich mit deiner Anwesenheit zusammenhängt.
Das sollte sich nun ein Profi vor Ort ansehen, das Problem besteht seit etwa 18 Monaten, etwas zu lange.
Gruß
Leo -
Ich hab sowas ähnliches beim Rütter gesehen.
Da musste sich dann der Mann dann um den Hund kümmern, die Frau blieb außen vor, so weit ich mich erinnere.Aber da sollte ein Trainer her! Nicht das es wieder schlimmer wird.
-
Inzwischen hat mein Mann leider auch gar keine Lust mehr, daran mitzuarbeiten. Also dass er derjenige ist, der sie füttert oder derlei Dinge.
Hat denn jemand vielleicht einen guten Tipp für einen kompetenten Trainer in meiner Gegend (71263)?
-
Was übrigens tatsächlich auffallend ist, ist das, was wir ja schonmal besprochen hatten: Wenn ich sie öfter mal wegschicke, sie also nicht immer in meiner Nähe sein darf, dann wird es besser. Wenn ich mich intensiver um sie kümmere oder sie viel in meiner Nähe sein darf, dann wird es wieder schlimmer.
Ich hab das in letzter Zeit etwas vergessen und vernachlässigt, weil ich viel mit ihr geklickert habe und immer so glücklich war, dass sie so schön mitmacht.
Das fällt mir jetzt erst ein. Vielleicht sollte ich daran arbeiten. An mir selbst. Hund öfter wegschicken und auch nach dem Klickern nicht mehr dauernd in meiner Begeisterung beachten.
Außerdem fällt mir jetzt noch was ein: Meg holt sich in der Tat ihre Streicheleinheiten von meinem Mann selbst ab. Er sollte sie da wohl auch öfter mal ignorieren oder einfach wegschicken und ihr diese Ressource nur geben, nachdem er sie zu sich gerufen hat. Und sie dann auch wieder wegschicken, nach dem Motto "Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen." Im Prinzip muss ich selber das auch so machen.
Hach, Ihr seid einfach immer toll, gebt so schöne Denkanstöße, manchmal müsst Ihr gar nicht viel sagen, dann kommt man von selber drauf...
Ich werd das jetzt mal einige Zeit so probieren, das mit dem Wegschicken und Herrufen wird mein Mann ja wohl hoffentlich auch auf die Reihe kriegen. Wenn es dann keine spürbare Verbesserung geben sollte, dann kommt der Trainer dran.
-
-
hej,
ganz grundsätzlich bin ich einig mit meinen Vorschreibern.
Allerdings habe ich da auch eine Idee, auch deshalb weil ich uns Menschen nicht gerne nur als Resource ansehe
Ich bin mir recht sicher, dass Du das Verhalten von Meg ohne zu wollen verstärkt hast.
Beachtung ist für einen Hund ein echter Wert und die Situation, dass beide Menschen sich mit ihr abgeben, erst recht, wenn man selber sich schon sehr freut, dass ein "Rudel"-Mitglied wieder zurückgekehrt ist, kann wie eine Belohnung wirken.
Dass Ihr beiden (Menschen) das nicht toll findet, damit kann sie scheinbar gut leben und das Verhalten Deinem Mann gegenüber deute ich so, dass sie versucht ihn zu beschwichtigen, damit er nicht all zu sauer wird.Deshalb mein Rat, der meiner Meinung nach nichts verschlimmern können sollte, tu so, als ob ihr Verhalten für Dich so unerträglich ist, dass Du weg musst.
Es sollte logisch sein, dass Du dann gar keinen Kontakt zu Deinem Hund aufnehmen darfst, schliesslich bist Du entnervt und gehst wegen ihr, mit Deinem Mann kannst Du aber gerne kurz reden etc. schon nur damit klar ist, dass er nicht das Problem ist.
Hunde sind so gute Pragmatiker, dass der Lerneffekt hauptsächlich dann gegeben ist, wenn Du am Gehen bist und ganz kurz, wenn Du weg bist.
Hier hilft also mehr nicht, wenn Du versuchst den Effekt damit zu verstärken, dass Du länger weg bleibst.
Natürlich kannst Du erwünschtes Verhalten damit bestärken, dass Du ihr positive Beachtung gibst, wenn sie sich wie gewünscht verhält.
Ganz attraktiv müsste, nach diesen Überlegungen, sein, dass Du dies im gleichen Raum tust, wie Dein Mann sich befindet.
Es geht dabei Deiner Hündin sehr stark um ein "Wir"-Gefühl.Wenn ich recht habe, sollte könnte es im schlimmsten Fall zu folgendem längerfristigen Verhalten kommen.
Am Anfang wird Meg sehr irritiert sein, dass Du gehst und wird ihre Bellaktionen entweder abschwächen oder ganz aufhören.
Dann kann es passieren, dass die Bellaktionen sogar verstärkt auftreten.
Dies geschieht dann, wenn sie versucht eine Lösung zu finden, wie sie Dich zwingen kann wieder so zu reagieren, wie sie es eigentlich wünscht.
Eine endgültige Verbesserung sollte aber innerhalb von zwei Wochen zu merken sein, sonst kann man dies abbrechen.
Entscheidend dürfte sein, dass Ihr erwünschtes Verhalten bestärken könnt, am Besten mit dem "Wir"-Gefühl.Was auf keinen Fall passieren darf, Meg darf auf keinen Fall Deine Mann mehr bedrängen, höchstens mit verstärktem Gebell in der zweiten Phase, dann sollten aber das Beschwichtigungsverhalten gegenüber Deinem Mann auch verstärkt auftreten.
Dies wäre ein echter Beweis, dass ich vollständig falsch liege und dann kann ich nicht mehr voraussehen, was das Weggehen bewirken könnte, was das Verhalten Deiner Hündin angeht.
In so einem Fall sofort abbrechen und mich als Knalltüte bezeichnen.
Dies schreibe ich aber nur zur Absicherung, ich kann mir so überhaupt nicht vorstellen, dass dies geschehen wird.Ich glaube nicht, dass es sich beim Verhalten von Meg um ein Macht- oder falsch und gebräuchlich, Dominanzproblem handelt.
Hunde erkennen uns als Menschen, dies zeigen sie die ganze Zeit mit ihrem Verhalten, dass fast immer anderst ist, gegenüber Menschen wie gegenüber Hunden.
Schon nur deshalb sehe ich die Beziehungen von Hunden gegenüber Menschen viel persönlicher und weniger hierarchisch.
Ein Problem, dass sich aber immer wieder stellen kann, Hunde sind genau so sehr auf ihren Vorteil bedacht wie wir Menschen, deshalb werden sie alle Vorteile dankend annehmen, die wir ihnen anbieten und werden es auch nicht schätzen, wenn wir sie ihnen wieder abstreitig machen.
Ausserdem sind Hunde unglaublich gute Teamplayer, sie interessiert es eigentlich nie, weshalb wir eine Aufgabe an sie delegieren, sie nehmen sie einfach war, so gut wie sie können.
Auch deswegen gibt es immer wieder Probleme, können oder wollen wir uns nicht um etwas kümmern, dass der Hund als wichtig ansieht, dann macht er das.Das Verbellen selbst, das Meg Deinem Mann gegenüber zeigt, können Hunde zwar als störend bis aufdringlich empfinden aber untereinander führt es nie zu Machtkämpfen, sondern höchsten dazu, dass ein Hund (meist überlegen) einen anderen Zurechtweisen kann, was dem Zurechtgewiesenen nun nicht unbedingt passen muss.
Meg hält sich aber auf gutem Abstand zu Deinem Mann, wie gesagt, das ganze Verhalten scheint mir eher beschwichtigend aber dazu kommt auch, dass sie sich überlegt aus der Reichweite Deines Mannes hält und so eine Zurechtweisung umgeht.Liebe Grüsse aus Dänemark
PS: Erfolgsberichte sind die Leckerli in einem Forum

-
Zitat
Inzwischen hat mein Mann leider auch gar keine Lust mehr, daran mitzuarbeiten. Also dass er derjenige ist, der sie füttert oder derlei Dinge.
Schade, das wäre jetzt nämlich meine Idee gewesen.
Ich denke auch, dass sie Dich als Resource sieht. Da wäre es vielleicht wirklich hilfreich, wenn sie ihr Futter wirklich ausschließlich nur noch von Deinem Mann bekommen würde.
Ich finde auch die Idee sehr gut, dass Du jedes Mal, wenn das Theater wieder losgeht, einfach den Raum verlässt.
Meine Lucy hat ein ähnliches Verhalten an den Tag gelegt, allerdings draußen. Niemand durfte mir zu nahe kommen, weder 2 noch 4-Beiner, dann ging das Theater los. Auf Anraten einer Trainerin bin ich dann einfach weggegangen. Da stand sie dann und hat blöd geschaut. Ich musste es eine ganze Weile so tun. Heute kann ich sogar fremde Hunde streicheln.

-
Das klingt einleuchtend, denn sie zeigt dieses Verhalten ja nicht, wenn ich nicht da bin. Ich hab das auch noch nie probiert.
Ich werde das mal versuchen und entsprechend erzählen, wie's gelaufen ist. Danke für den Tipp!Eins hab ich aber wohl irgendwie nicht ganz verstanden: Kann so ein Verhalten tatsächlich eine Beschwichtigung sein? Inwiefern wirkt das denn auf einen Hund, der anstelle meines Mannes ist, beschwichtigend, wenn er verbellt wird?
-
Ach so, und noch eine wichtige Frage: Wie sollte sich mein Mann idealerweise verhalten, wenn sie ihn verbellt? Soll er sie gar nicht beachten?
-
Zitat
Ach so, und noch eine wichtige Frage: Wie sollte sich mein Mann idealerweise verhalten, wenn sie ihn verbellt? Soll er sie gar nicht beachten?
Also ich bin ja hier auch eher Lernender als Lehrender, aber ich würde das Bellen an Stelle Deines Mannes komplett ignorieren.
Also ich würde beim Bellen irgendwie nie von Beschwichtigung ausgehen.
Aber das ist jetzt nur ein Gefühl, wirklich Ahnung hab ich nicht und lasse mich da gern eines Besseren belehren. 
- Vor einem Moment
- Neu
Jetzt mitmachen!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!