Hund knurrt und bellt an der Leine

  • Hallo,

    ich habe nun seit ca. 6 Monaten einen Holländischen Herder, der jetzt ca. ein halbes Jahr alt ist. Sie ist immer ganz lieb und nett zu allen Menschen sowie Hunden. Nun fängt sie aber an, nur an der Leine, Menschen anzubellen und anzuknurren wenn wir Gassi gehen. Dies macht sie allerdings nur, wenn sie an der Leine ist. Vor einigen Tagen zum Beispiel waren wir am Hundestrand, wo ca. 40 andere HUnde mit Haltern waren. Natürlich waren dort fast alle Hunde ohne Leine, sowie auch mein Hund. Dort hat sie keinen einzigen Hund oder Mensch angebellt bzw. angeknurrt. Das komische ist ja, das sie es nur macht wenn sie an der Leine ist und sie macht es nicht bei jedem Menschen.

    Was kann ich dagegen machen und was kann der Grund sein das sie es macht?

    Ich sage schon immer im scharfen Ton "NEIN" oder "AUS" und habe auch schon versucht mit Leckerlies sie abzulenken.

  • Hallo,

    mit sechs Monaten kann die sogenannte "Unsicherheitsphase" anfangen.
    Möglich, daß alles, oder auch nur einiges, nun als "böse" eingestuft wird.

    Hunde, die unsicher sind, bellen grundsätzlich schon mal schneller los.

    Warum sie es an der Leine macht?
    Ganz einfach!
    Mir Dir hinten dran fühlt sie sich "sicherer", bzw. "stärker". Da kann man schon mal eher Rabatz machen, als wenn man alleine ist.

    Warum sie es nicht macht, wenn mehrere Hunde da sind?
    Auch ganz einfach!
    Bei Anwesenheit von mehrere fremden Hunde, werden diese einfach "ausgeschaltet".
    Dein Hund kann sich nicht konzentrieren, es sind zu viele. Also lieber so tun, als ob sie nicht da wären.
    Wäre nur ein einzelner Hund da, sähe die Situation wieder anders aus.
    Da kann Dein Hund sich auf den einzelnen konzentrieren und alles genau abschätzen, was sie nun machen soll.


    Ablenken wird Dir nicht viel helfen.
    Könnte dann vorkommen, daß der Schuß nach hinten losgeht.
    Daß Du den anderen Hund, den "Feind" viel wichtiger machst, als er eigentlich ist.

    Sei souverän, führ Deinen Hund sicher vorbei.
    Lauf eventuell einen Bogen, lauf nicht direkt, also frontal auf den anderen Hund zu.
    Du kannst Deinen Hund belohnen, wenn sie ruhig bleibt, denn das ist es ja, was Du willst.
    Aber lenk sie nicht mit Leckerchen oder Spielzeug ab. Denn dann entsteht kein Lerneffekt.


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

  • Danke für die schnelle Antwort.

    Wenn ich sie nicht an der Leine habe und es kommt nur ein Hund, dann bellt oder knurrt sie auch nicht.
    Es ist einfach nur wenn sie an der Leine ist.

    Also soll ich immer, wenn ich sie angeleint habe, einfach einen Bogen um die Menschen bzw. Hunde machen und sie wird sich das bellen und knurren abgewöhnen?

    Wie lange dauert die "unsicherheitsphase"?

  • Zitat


    Wenn ich sie nicht an der Leine habe und es kommt nur ein Hund, dann bellt oder knurrt sie auch nicht.
    Es ist einfach nur wenn sie an der Leine ist.

    Das ergeht einigen Hundehaltern so.
    Wenn Du die anderen HH und deren Hunde kennst, kannst Du ja nach Absprache folgendes ausprobieren:
    Dein Hund ist an der Leine, und Ihr Zwei kommt irgendwo hinzu.
    Dein Hund macht Rabatz.
    Du läßt einfach nur die Leine fallen und drehst Dich um und gehst weg.

    Aber, mach es nur nach Absprache und wenn Du die Leute und deren Hunde kennst!
    Nicht einfach so.

    Zitat

    Also soll ich immer, wenn ich sie angeleint habe, einfach einen Bogen um die Menschen bzw. Hunde machen und sie wird sich das bellen und knurren abgewöhnen?

    Es kommt immer auf die Situation an, warum der Hund bellt.
    - Hund sieht den "Feind" und verbellt diese
    - Hund "will spielen" und fordert das lautstark ein
    - Hund ist "nur" unsicher, oder gar überfordert
    - möglich ist auch, daß bald die Läufigkeit ansteht, und ihre Hormone deshalb "verrückt" spielen ;)

    Willst Du irgendwo, also zielgerichtet, hin, dann wirst Du besser einen Bogen laufen müssen. Mit der Zeit wird der Bogen immer kleiner, oder fällt sogar ganz weg. Je nach dem, wie ruhig Du Deinen Hund durch solche Situationen führen kannst.

    Oder, wenn Du im "reinen Trainingsmodus" befindest, könntest Du folgendes ausprobieren.
    Du gehst mit Deinem Hund, der macht Rabatz, sobald er die andere Hund schon vom weiten sieht,
    also drehst Du dich um und gehst in die Richtung, aus der Du gekommen bist.
    Ist Dein Hund wieder ruhig, kannst Du Dich wieder umdrehen und versuchen, dem "Feind" langsam zu nähern.
    Solange der Hund ruhig dabei ist, kannst Du sie gerne belohnen.
    Macht sie wieder Rabatz, dann drehst Du Dich wieder kommentarlos um.

    Zitat

    Wie lange dauert die "unsicherheitsphase"?

    Das ist vom Hund zu Hund unterschiedlich.
    Bei manchen geht es schnell, andere brauchen länger, bei einigen merkst Du das noch nicht mal, bei anderen ist glatt der Weltuntergang ausgebrochen!
    Und Hunde haben mehrmals in ihrer Entwicklungszeit diese sogenannte "Unsicherheitsphase".

    Wichtig ist dabei: geh nicht darauf ein, wenn der Hund zum Beispiel nun plötzlich die "böse Mülltonne" anbellt, beruhige sie nicht, oder gar bedauern. Sollte sie dabei neugierig sein, dann laß sie gehen und selbst erschnüffeln, daß da nichts "böses und gefährliches" ist.
    Sonst wirst Du ihr das zeigen müssen, daß die Mülltonne nicht der berühme böse, schwarze Mann ist :D


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

  • Ich danke für die guten Tipps =)

    Sie macht es mehr aus Angst, weil wenn sie jemanden sieht, dann zieht sie ihren Schwanz ein und macht ihre Nackenhaare hoch. Sie fängt an zu bellen und knurren. Sind wir dann beim HUnd angekommen, hört sie auf zu bellen und knurren und hat "nur" noch die Haare hoch und Schwanz eingezogen.
    Kommt allerdings ein Mensch ohne Hund, dann bellt und knurrt sie durchgehend.

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