Schleppleinentraining

  • Guten morgen,

    ich habe ein paar Fragen bezüglich des Schleppleinentraining. Es gibt zwar sehr viele Beiträge hierfür im Forum, aber zu meinen Fragen konnte ich leider keine passende Antworten herauslesen.

    1. Was tue ich, wenn ich meinen Sam an der Schleppleine mit "Hier" rufe, er aber gerade so abgelenkt ist, dass er nicht gleich kommt. Ich rufe aus Überzeugung nicht hundertmal, sondern höchstens zweimal. Aber was tue ich gezielt, wenn er nicht sofort kommt? Ihn an der Schleppi zu mir "holen"? oder einen Richtungswechsel?
    2. Was tue ich, wenn andere unangeleinte Hunde zu uns kommen? Die Aufmerksamkeit unseres Hundes in solchen Fällen zu bekommen ist seeeehr schwer, wie ich finde. Er legt sich meist auf den Boden und bewegt sich keinen cm mehr, ziehen will ich ihn aber auch nicht weiter, denn das Ziehen bin ich ihm auch gerade an der "kurzen" Leine am abgewöhnen. Soll ich ihn liegen lassen und warten bis die Hunde wieder weitergehen, oder ihn davor schon durch einen Richtungswechsel aufmerksam machen? Er reagiert in solchen Fällen auf einen Richtungswechsel mit sehr lautem Piensen. Wie soll ich mich verhalten? Darf er denn spielen an der Schleppi?
    Ich muss gestehen, ich habe leider anfang der Woche einen riesen großen Fehler gemacht. Mir wurde von einer Hundehalterin erzählt, dass der Hund an der Schleppleine nicht spielen darf, denn sonst würde er sobald die Schleppleine nicht mehr beutzt wird immer wieder abhauen!?
    Gesagt getan, es kamen Hunde, ich meinen Sam zu mir gerufen und abgeleint. Die vier Hunde schnupperten gegenseitig und verschwanden dann auch wieder. Mein Sam ist erstaunlich ruhig sitzen geblieben und mit mir in die andere Richtung gegangen, doch keine 2 Meter weiter packte es ihn und er machte einen großen Bogen und rannte zu den Hunden. Es gelang mir nicht meinen Hund zu mir zu rufen. Das war natürlich ein sehr großer Fehler ihn shon abzumachen. Aber was mache ich in solchen Situationen, ihn an der Schleppi spielen lassen? Ich habe Angst, dass Sam merkt wenn die Schleppi mal ab ist und dann wieder nicht auf mein Rufen hört. Was denkt ihr?
    Dass ich jetzt wieder bei null anfange ist klar, naja man lernt anscheinend auch, nicht nur der Hund;-)

    Ich hoffe ihr könnt mir Tips geben.

    Vielen lieben Dank
    Grüße von Dominik&Sam

  • Zitat

    Guten morgen,

    ich habe ein paar Fragen bezüglich des Schleppleinentraining. Es gibt zwar sehr viele Beiträge hierfür im Forum, aber zu meinen Fragen konnte ich leider keine passende Antworten herauslesen.

    1. Was tue ich, wenn ich meinen Sam an der Schleppleine mit "Hier" rufe, er aber gerade so abgelenkt ist, dass er nicht gleich kommt. Ich rufe aus Überzeugung nicht hundertmal, sondern höchstens zweimal. Aber was tue ich gezielt, wenn er nicht sofort kommt? Ihn an der Schleppi zu mir "holen"? oder einen Richtungswechsel?


    Wenn den besten Trainingserfolg haben willst, dann wartest Du den Hund aus. Übertrag ihm die Verantwortung dafür, dass er "zuhören" muß.
    Das ist anfangs und in bestimmten, sehr ablenkungsreichen Situationen natürlich sehr schwierig. Aber es bringt dir nur Probleme, wenn Du ihn dir ranziehst, oder die Richtung wechselst - da ziehst Du auch...
    Denn dadurch lernt der Hund ganz wunderbar zu untescheiden, dass er MUSS, wenn die Leine dran ist. er wird dann, wenn die Leine Ab ist, ziemlich fix bemerken, dass man ihn ohne Leine nicht ziehen kann *fail*

    Man muß sich klar machen, dass Hundehirne auch nur eine bestimmte Kapazität haben - und wenn die Grad mit Riechen, Wild Beobachten oder sonst was extrem Fesselndem beschäftigt sind, dann können die uns gar nicht hören - das wird im Hirn einfach nicht verarbeitet.
    Dann hast du also gerufen, der hund hats nicht mitbekommen aber dann zerrts an der Leine... HÄ??
    Ich steh dann rum und warte, oder ich hangele mich an der Leine näher an den Hund, um z.B. ins Blickfeld zu geraten.
    Ausserdem clicke ich dann alles(!!!!) an, was mir zeigt, dass der Hund mich wenigstens ein bißchen wahrgenommen hat - Ohren in meine Richtung drehen, abstoppen - wenn er grad in richtung von mir weg in Bewegung war, Kopfdrehungen - ich clicke da jedes einzelene Verhalten an, bis ich da bin (wenn ich mich nach vorne hangele) oder bis der Hund beim mir ist.


    Zitat


    2. Was tue ich, wenn andere unangeleinte Hunde zu uns kommen? Die Aufmerksamkeit unseres Hundes in solchen Fällen zu bekommen ist seeeehr schwer, wie ich finde. Er legt sich meist auf den Boden und bewegt sich keinen cm mehr, ziehen will ich ihn aber auch nicht weiter, denn das Ziehen bin ich ihm auch gerade an der "kurzen" Leine am abgewöhnen. Soll ich ihn liegen lassen und warten bis die Hunde wieder weitergehen, oder ihn davor schon durch einen Richtungswechsel aufmerksam machen? Er reagiert in solchen Fällen auf einen Richtungswechsel mit sehr lautem Piensen. Wie soll ich mich verhalten? Darf er denn spielen an der Schleppi?


    Ich klinke mich in dieses Verhalten hintertückisch ein, indem ich "zum anderen Hund gucken" anclicke (suche nach "zeigen und benennen". Ich ich click so früh es geht in das "hingucken" hinein, bite dann Leckerchen an, lass wieder minikurz gucken, das clicke ich an. Damit unterbeche ich auf sehr nette und für den Hund lohnende Weise das "hingucken" und es wird so kein "feststarren" daraus. Wenn essich irgendwie vermeiden läßt, ziehe ich den Hund dabei nicht durch die Gegend. Wenn er liegt, dann liegt er halt (mögclicherweise reiche ich die Leckerchen so, dass er sich dabei aufrichtet, denn Liegen kann unter umständen "anlauern" sein, und das finden ganz viele Hunde (also die anderen...) total doof), wenn er sitzt, prima, wenn er steht, auch gut - dann halte ich die Leckerchen so, dass er sich vielleicht setzt. Und dann darf er gucken solange, oder besser gesagt, sooft er mag. Wenn der Hund erstmal gemekt hat, dass es für "hingucken" einen click und nach dem click ein Leckerchen gibt, drehen sich die meisten Hunde fix von alleine zum Menschen um, TSCHAKKAAAAAAAAAAA, Jackpot! Dann geht es meist sehr schnell, dass da ein "Anzeige"Spiel draus wird. Der Hund hält ausschau nach anderen Hunden und macht seinen Menschen dann darauf aufmerksam, damit der ihm auch dafür belohnen kann ;) und schon ist man Teilnehmer am "Hundegucken"-Spiel und kein Spielverderber mehr - cool!
    Wenn man das hat, hat man die Kooperaion des Hundes beim Anblick von anderen Hunden und kann dann anfangen, anderes gewünschtes Verhalten zu formen (an lockerer Leine gehen, Rückruf, Sitzen...)

    Zitat


    Ich muss gestehen, ich habe leider anfang der Woche einen riesen großen Fehler gemacht. Mir wurde von einer Hundehalterin erzählt, dass der Hund an der Schleppleine nicht spielen darf, denn sonst würde er sobald die Schleppleine nicht mehr beutzt wird immer wieder abhauen!?
    Gesagt getan, es kamen Hunde, ich meinen Sam zu mir gerufen und abgeleint. Die vier Hunde schnupperten gegenseitig und verschwanden dann auch wieder. Mein Sam ist erstaunlich ruhig sitzen geblieben und mit mir in die andere Richtung gegangen, doch keine 2 Meter weiter packte es ihn und er machte einen großen Bogen und rannte zu den Hunden. Es gelang mir nicht meinen Hund zu mir zu rufen. Das war natürlich ein sehr großer Fehler ihn shon abzumachen. Aber was mache ich in solchen Situationen, ihn an der Schleppi spielen lassen? Ich habe Angst, dass Sam merkt wenn die Schleppi mal ab ist und dann wieder nicht auf mein Rufen hört. Was denkt ihr?
    Dass ich jetzt wieder bei null anfange ist klar, naja man lernt anscheinend auch, nicht nur der Hund;-)

    Ich hoffe ihr könnt mir Tips geben.

    Vielen lieben Dank
    Grüße von Dominik&Sam

    ah siehste, daher, siehe oben.
    Wenn dir Leute mit solchen Weisheiten kommen, dann läßt Du Sam besser gar nicht mit dem Hund spielen - oder eben doch an Schleppleine - das erfordert etwas geschicktes Leinenhändling, wenn man sie denn tatsächlich festhalten muß. Machmal kann man auch, je nach Situation schleppen lassen, und dann wegrennen durch drauftreten/wieder einsmmeln der Leine verhindern.

  • Hallo Martina,

    ich danke dir für deine ausführliche Antwort. Bei unserem Sam ist es wirklich ein "Anstarren", er lässt sich auch mit seinen so beliebten Wienerle nicht davon abbringen, er schenkt mir keinerlei Aufmerksamkeit. Wenn der andere Hund dann nun letztendlich nach dem "Begrüßen" wieder weiter geht, fängt mein Sam an heftig zu piensen, bis wir den nächsten Hund sehen. In dieser Phase ist er wirklich kaum ansprechbar oder abzulenken.
    Heute hat das Training zwar nicht sehr lange an der Schleppi gedauert aber es war ok. In Situationen, in denen Sam nicht auf einen Hund fixiert ist, kommt er bei jedem "Hiiieeer" zu mir und holt sein Leckerle ab. Aber sobald ein Hund angestarrt wird, hilft kein Rufen, ihn kümmert es nicht. Meinst du, ich soll das gezielt üben, auch wenn er sich hinlegt und einen anderen Hund im Visier hat, trotzdem auf mein Kommando kommt?
    Musste heute leider schmerzhafte Erfahrungen machen. Mein Sam an der Schleppleine, ein anderer Hund kommt, sie begrüßen sich und der Hund geht wieder zu seinem Herrchen. Sam bleibt, wie gestern sitzen, sprintet dann aber volle Kanne los, um zu dem anderen Hund zu kommen. Aus Reflex habe ich, leider ohne Handschuhe, in die Schleppleine gegriffen. Meine Hand sieht dementsprechend aus und schmerzt. Naja. Aber was mach ich in solchen Situationen? Ihn beim Rennen voll in die Leine laufen lassen? Das kann doch auch nicht der Sinn sein, aber in solche Situationen hört er einfach nicht auf mein Kommando und nimmt auch keine Leckerlis. Was denkt ihr?


    Ich danke Euch
    Gruß Dominik

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