Eifersucht und Zurechtweisung???
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Guten Morgen ihr Lieben!
So kurz vor dem Wochenende habe ich eine dringende Frage: was kann ich tun, wenn der Hund mich als sein alleiniges Frauchen ansieht und mich versucht zurechtzuweisen?
Mein Lütter ist jetzt 11 Monate alt und nicht gerade der scheuste Hund. Er ist sehr selbstsicher im Umgang mit anderen Hunden und ist eher der Teamplayer. Auch bei uns beiden läuft es eigentlich perfekt. Er hört auf Kommandos, der Abruf klappt immer besser und er ist der liebste und verschmusteste Hund. So jetzt genug der Lobesarien - denn nun kommen seine pubertären (?) Baustellen:
1. er ist eifersüchtig und nahezu überfordert, wenn ich mit anderen Menschen kommuniziere. Er fängt an sein Heulbellen zu machen (nach 5 Minuten nicht beachten, legt oder setzt er sich hin und ist ruhig). Wenn wir weitergehen, zeigt er eine deutliche Überforderung - er fängt dann an wie wild in die Leine zu beißen, zu knurren und zu zerren. Carlos beruhigt sich dann, wenn ich ihn kurz an die Leine nehme und ihn ein paar Meter bei Fuß gehen lasse. Wenn ich ihn allerdings mit zur Arbeit nehme und mit ihm und den Menschen arbeite ist es kein Problem.

2. Carlos versucht mich zur Zeit zurechtzuweisen. Wenn ich unterwegs bin, soll der Lütte nicht in die Küche. Da das sein erklärter Lieblingsraum ist, heißt das, ich muss ihn freundlich hinauskomplimentieren. Meist weiß er schon, wenn ich an der Tür bin, dass er raus muss und geht dann. Letzte Woche allerdings hat er beim Gehen geknurrt, hat sich dann vor mich gestellt und ein knurriges Bellen gebracht. Ich habe nicht reagiert - aber trotzdem schaute er mich wie ein Auto an und fing an, mich zu beschwichtigen (Lecken, etc).
Heute morgen hat er für mich dann den Vogel abgeschossen: Er hat nach mir gezwickt. Und das aus einer nichtigen Situation. Er hat einen Handbesen geklaut und rannte durch die Bude. ich habe ruhig reagiert, habe ihn absitzen lassen und ihm zum Tausch für den Besen ein Leckerchen gegeben. Trotzig warf er mir den Besen vor die Füße, nahm das Leckerchen und reagierte auch nicht, als ich sein Diebesgut in Sicherheit brachte. Dann wollte ich an ihm vorbei und dabei packte mich Höllenhund junior an meinen Daumen und hielt mich fest. Zugebissen hat er zum Glück nicht. Mit einem Nein habe ich mich befreit und wollte dann kommentarlos gehen. Er sprang mich dann weiter knurrend an. Da er nicht beachtet wurde (ich bin dann ins Wohnzimmer gegangen), rannte er vor mir her und sprang aufs Sofa um meinen Platz zu blockieren. Dabei schaute er mich provozierend an - so getreu dem Motto: Na, was willst du jetzt machen? Ich habe ihn aus dem Wohnzimmer gelockt und ihn anschließend auf seinen Platz geschickt. Anschließend kam er wieder zu mir hin und versuchte mich wieder anzukuscheln und lieb Hund zu spielen...Ehrlich gesagt, versteh ich sein Verhalten nicht? Könnt ihr mir bitte Ratschläge geben, bzgl. wie ich mich verhalten soll und was sein Verhalten bedeutet? Habe ich etwas falsch gemacht oder ist es nur pubertäre Schwachsinn?

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Hi,
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Pubertärer Schwachsinn, war sicher die richtige Interprätation seines Verhaltens.

Ich habe es mit einem Schmunzeln gelesen und finde es ersteinmal nicht schlimm,
zumal du scheinbar eine gute Einschätzung der Situationen hast.
Meine Idee wären Hausstandsregeln evtl. mit Hausleine, um sie ruhig und konsequent durchsetzen zu können.
Denn Ruhe, Durchhaltevermögen und Konsequenz ist jetzt gefragt.
Aber das weißt du sicher selbst.
DAVON wünsche ich dir jetzt Riesenportionen!LG
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Guten Morgen,
pubertärer Schwachsinn ist so ein Begriff, mit dem ich persönlich nichts anfangen kann.
Selbstverständlich pubertieren Hunde, sie werden eigenständiger, entwickeln sich zum Hund, da sie nicht Hündchen bleiben.Das Verhalten, welches er dir gegenüber gezeigt hat, ist auch nicht mit Pubertät zu erklären.
Zur Interpretation deinerseits:
Du begehst einen Fehler in deiner Denkweise über Hunde, ist nun keinesfalls böse gemeint, aber du interpretierst das ganze Verhalten viel zu menschlich.
Wenn du dich mit anderen Menschen unterhälst und er beginnt zu heulen, jammern, bellen oder Sonstiges, ist das keine Eifersucht, sondern Frust, mangeldene Frusttoleranz.
Er steht nicht im Mittelpunkt, wird nicht bespaßt, langweilt sich.Carlos versucht nicht, dich zurechtzuweisen, er zeigt Übersprungshandlungen.
Hunde machen nichts aus Trotz und sie provozieren nicht.
Das sind menschl. Eigenschaften.
Um zu trotzen oder provozieren zu können, muss man planen können, gezielt etwas ausdenken, womit man testen, trotzen und provozieren kann.
Das können Hunde nicht.
Sie verhalten sich instinktiv.Er sprang nicht auf's Sofa, um bewusst deinen Platz zu blockieren und damit zu provozieren.
Auch hat er nicht aus Trotz den Besen vor deine Füße geworfen.Das sind alles menschliche (besonders bei Kindern) Handlungen und Gedanken.
Carlos ist mit einigen Situationen überfordert, gerät ein wenig in Stress damit und zeigt Übersprungshandlungen.
Ganz deutlich auch daran zu erkennen, dass er zwischendurch beschwichtigt.
Nichts hat das mit einem schlechten Gewissen zu tun.Tja, Tipps von hier aus zu geben, ist etwas schwierig.
Dazu müsste man euch als Team sehen.
Dieser ganze Ablauf mit dem Besen, Herauskomplementieren, auf das Sofa springen usw. haben ihn komplett hochdrehen lassen.
Wahrscheinlich war das für ihn ein Wechselbad der Gefühle.
Ist es Spiel?
Ist es Ernst?
Dadurch zeigte er Übersprungshandlungen.Insgesamt musst du schauen, ob vielleicht Kommunikationsprobleme vorliegen.
Bereits Erlerntes wird in der Pubertät schnell vergessen und längst Bekanntes kann einen Hund in dieser Phase verunsichern.
Bedenke, dass in diesem Alter (Pubertät) das Gehirn neu "geordnet" wird, ich drücke mich nun laienhaft aus.
Die Synapsen werden neu geschaltet.Du solltest viel Ruhe und Klarheit in die Kommandos bringen, achte auf deine Körpersprache!
Alles, was für Carlos vorher normal war, kann er in der Phase der "Gehirnumstrukturierung" als Bedrohung auffassen.
Da genügt schon bei einigen Hunden das Nachvornegehen oder Beugen über den Hund.
(das nur als Beispiel)Du musst nun ein gewisses Fingerspitzengefühl entwickeln, um den Hund dort hinzubekommen, wo du ihn haben willst.
Kommandos wie "aus", "runter" oder "raus" sollten intensiver geübt werden und zwar an stressfreien Tagen, an denen du nicht dringend das Haus verlassen muss.
Möglicherweise warst du an diesem Morgen selber in Stress:
Zeitdruck durch Termine etc. und Carlos sollte schnell aus der Küche verschwinden.
Ganz schnell überträgt sich das auf den Hund.Also, es handelt sich nicht um Trotz, Provokation und Zurechtweisung, sondern Übersprungshandlungen durch Unsicherheit, Stress und etwas Hektik.
Gruß
Leo -
Ob es jetzt Trotz oder eine Übersprungshandlung ist, Eifersucht oder Reccoursenverteidigung, Stress oder Unsicherheit....
...finde ich deine Reaktion darauf, so wie du es beschreibst, gut gelungen,
daher finde ich deine kleinen Interpretationsirrtümer verzeihlich.
Sicherlich dreht er manchmal hoch, das läßt sich aus deinem Beitrag gut herauslesen und er versucht auch einiges...
Das mit dem Sofa kenn ich nur zu gut.
Vieles von dem was er macht ist aufmerksamkeitsheischendes Verhalten.
Je aufgedrehter ER ist, desto RUHIGER solltest DU werden. (ganz schwer)Im Übrigen halte ich gut durchdachte Hausstandsregeln, plus Hausleine, mit konsequentem und ruhigen Durchsetzungsvermögen, für eine hilfreiche Maßnahme.
Ich glaube, du hast da einen tollen Hund erwischt!

Viel Spaß und viel Erfolg!
LG,
Susanne -
Danke euch beiden für eure Tipps.
@Leo: Bedenke, dass ich noch ein Hundeneuling bin. Carlos ist mein erster Hund und ich tue mein bestes, kann aber die ganzen Fachtermini noch nicht... Aber ich bin dabei und mit bzw. durch ihn lerne ich das Verhalten und was er mir damit zeigen möchte.
Wir als Team?! Nun, ich denke, es läuft in die richtige Richtung. Carlos arbeitet sehr gern mit mir zusammen und ist sehr aufnahmefähig. Es macht ihm richtig Spaß, mit mir unterwegs zu sein und sucht immer meine Nähe. Und er scheint sich auf mich langsam richtig zu verlassen und mir zu vertrauen.BlueSusa: Dankeschön! Du hast recht, Carlos ist ein richtig toller Hund. Und bis auf die paar Missinterpretationen ist er ein klasse Gefährte. Ruhe und Konsequenz ist das beste um mit ihm zu arbeiten - da hast du recht. Und manchmal fällt es mir ganz schön schwer - aber: es läuft immer besser.
Ich war halt nur verunsichert und mich beschäftigt die Frage, wie es zu diesen Übersprungshandlungen kommt und wie ich das vorhersehen kann. Immerhin waren das Situationen aus dem normalen Alltag, die ich immer so regle und Carlos bis dato keinen Stress verursacht haben. Oh Mann, manchmal ist es ganz schön kompliziert!
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Zitat
Ich war halt nur verunsichert und mich beschäftigt die Frage, wie es zu diesen Übersprungshandlungen kommt und wie ich das vorhersehen kann. Immerhin waren das Situationen aus dem normalen Alltag, die ich immer so regle und Carlos bis dato keinen Stress verursacht haben. Oh Mann, manchmal ist es ganz schön kompliziert!
Der junge Mann testet seine Grenzen aus.
Rechne mit dem Unmöglichen und behalte die Ruhe.
Je klarer du für ihn bist, desto größer ist die Sicherheit, die du ihm vermitteln kannst, desto höher ist dein Führanspruch, desto kontrollierter wird das Hundeverhalten sein.
Keine leichte Aufgabe, aber ich trau' dir da einiges zu....
LG
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Zitat
und er ist der liebste und verschmusteste Hund.
Schmust gern? Oder aber bedrängt Dich körperlich und Du lobst ihn dafür?
Aus Deiner Beschreibung geht hervor, dass ihm Grenzen fehlen. Ich vermute, Du bist zu passiv und es fehlt ihm an klaren Leitlinien. Er versucht nun durch seine Pöbelei da endlich mal eine klare Meinung von Dir zu sehen.
Viele Grüße
Corinna -
Zitat
Aus Deiner Beschreibung geht hervor, dass ihm Grenzen fehlen. Ich vermute, Du bist zu passiv und es fehlt ihm an klaren Leitlinien. Er versucht nun durch seine Pöbelei da endlich mal eine klare Meinung von Dir zu sehen.
Vielleicht hast du es überlesen, aber er ist erst 11 Monate alt...
Er wird noch in der 'Findungsphase' sein.
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@flyingpaws: Nein, Carlos bedrängt mich nicht körperlich. ER bekommt das Erlaubnis von mir, mit zu kuscheln, bzw. kontaktzuliegen. Carlos ist dabei auch sehr entspannt, auch wenn ich mich wegbewege, bleibt er ruhig. Stress? Fehlanzeige. Mit dem zu seichten Befehlen: öhm nö - er bekommt schon klare Ansagen, wenn er Mist baut. Leitlinien: ich tue mein bestes - er hat Regeln, die er zu befolgen hat. Sicher, er versucht immer mal wieder davon abzulenken und über die Regeln hinwegzugehen, aber da bin ich strikt.
BlueSusa: Hui, du scheinst ja Vertrauen in mir zu haben.
Ja, bei Carlos ist es im Moment sehr spannend, was er alles ausheckt. Er denkt sich immer wieder etwas neues aus, und versucht immer mal wieder ein Hintertürchen zu finden. Findungsphase??? Ja so sieht es aus... 
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Zitat
BlueSusa: Hui, du scheinst ja Vertrauen in mir zu haben.

Ja, tatsächlich.
Aufgrund deiner Beschreibung der Situationen und wie du damit umgehst...
Weiter so!
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