Angst vor Gegenständen, fremden und bekannten Menschen

  • Dein Hund zeigt sein Verhalten seit einem Jahr !?
    Begonnen hat es scheinbar in einer Zeit, als Madame erwachsen wurde, die Hormonumstellung stattfand, Hunde sehr empfänglich für solche "Ängste" sind.

    Wie seid ihr dem begegnet ? Was habt ihr getan, damals und seit dem ? Habt ihr sie immer nur mit Futter gelockt und sonst umgedreht ? Was habt ihr im letzten Jahr geändert, probiert ?

    Gruß, staffy

  • Hallo staffy,

    die Ängste vor Menschen insbesondere Männern und eher wenigen Frauen, zeigt sie seitdem sie hier ein paar Mal aus dem Garten ausgebüchst ist, als wir hier frisch eingezogen sind. Die Angst hat sich aber eher mit der Zeit weiter aufgebaut, das war also nicht von jetzt auf gleich so extrem. Am Anfang war hier natürlich auch noch mehr Trubel, Freunde die einen besuchen, um die Wohnung zu sehen, Handwerker etc. Seither bekommen wir hier eher selten Besuch. Sie ist auch nicht grundsätzlich allen ihr Fremden gegenüber ängstlich, die bei uns zu Besuch sind.

    Wir (also mein Mann und ich) locken sie eigentlich gar nicht mehr, fordern sie höchstens mal auf mutiger zu sein oder wie neuerdings bei meiner Schwester mit ihr zu spielen und zu kabbeln und sie dann bissl in die Richtung zu lenken ohne sie zu drängen. Anfangs haben wir je nachdem, wer denn Buffy mal streicheln oder herzeln wollte schon mal versucht sie mit Leckerli zu locken, aber was nicht fruchtet, kann man auch weglassen. Meine Schwester hat es natürlich am letzten WE mit Leckerli locken versucht, die Buffy auch angenommen hat, aber sie ist dann eben wieder ganz flugs zu mir gekommen. Fällt mir halt bissel schwer meine 14 Jahre ältere Schwester zurecht zu weisen :roll: Ich weiß in dieser Hinsicht nicht so recht, was nun tatsächlich richtig und was falsch ist, was ich allerdings weiß ist, dass man den Hund lieber ignorien sollte, weil er jede Aufmerksamkeit als positive Bestärkung sehen könnte und schimpfen mit ihr, tu ich bei diesen Angstzuständen ohnehin nicht. Gemeckert wird nur, wenn wir sie auf frischer Tat beim Mülleimerausräumen erwischen. ;)

    Meine Vermutung war, dass sie bei ihren unerlaubten Alleinrundgängen durch die Siedlung irgendwann mal an den Falschen geraten ist, weil sie wie gesagt, vorher überhaupt Null Probleme mit Menschen hatte.

    Ich hoffe, ich hab deine Fragen irgendwie einigermaßen beantwortet ?

    VG
    Biene

  • Das heißt aber, du hast sie immer gelockt, versucht zu ermutigen und in Ruhe gelassen, wenn sie nicht wollte ?

    Hast du mal überlegt, daß sie alleine gar nicht aus der Nummer raus kommt, daß sie sich einfach nicht traut und dein "aufmuntern" noch als "Frauchen ists auch nicht geheuer" deutet ? Hast du sie einfach mal genommen, völlig ruhig und souverän und bist mit ihr an unheimlichen Dingen, Menschen etc. vorbeigegangen, hast mit ihr zusammen etwas angeschaut, sie mehr oder weniger gezwungen, über ihren Schatten zu springen, dir zu vertrauen und etwas zu wagen ?

    Für mich liest sich das nämlich nach einem Hund, der einmal ängstlich war - warum auch immer - und nun nach dem Motto lieber nix riskieren, dann passiert nix, lebt. Manchmal muß man jemanden zu seinem Glück zwingen, damit er wieder zurück ins Leben findet.

    Allerdings müßte das schon sehr überlegt geschehen, den Hund genau lesen und wissen, was man ihr zumuten kann. Man kanns auch "versauen" und sie schnappt sogar ... daher bitte nicht einfach was testen.

    Hast du schonmal an einem kompetenten Trainer als Unterstützung gedacht ? Nur für 1 oder 2 Stunden, der euch zuhause anschaut, dir erklärt warum sie was macht und wie man das Training am Besten angeht ?

    Gruß, staffy

  • Zitat

    Das heißt aber, du hast sie immer gelockt, versucht zu ermutigen und in Ruhe gelassen, wenn sie nicht wollte ?


    Anfangs haben wir öfter versucht sie zu locken, aber auch nicht immer. Wenn wir jetzt Besuch bekommen, lassen wir sie in Ruhe und schicken sie ggf. auf ihren Platz, wenn sie da nicht ohnehin schon ist.

    Zitat

    Hast du mal überlegt, daß sie alleine gar nicht aus der Nummer raus kommt, daß sie sich einfach nicht traut und dein "aufmuntern" noch als "Frauchen ists auch nicht geheuer" deutet ? Hast du sie einfach mal genommen, völlig ruhig und souverän und bist mit ihr an unheimlichen Dingen, Menschen etc. vorbeigegangen, hast mit ihr zusammen etwas angeschaut, sie mehr oder weniger gezwungen, über ihren Schatten zu springen, dir zu vertrauen und etwas zu wagen?


    Beim Spazierengehen bleibt einem ja oft nichts anderes übrig, als sie mitzunehmen, also da klappt es, wie mit den Kindern, iwann die Woche. Aber ehrlich gesagt, ist mir bisher nicht in den Kopf gekommen, dass sie auffordern etc. als "Ach Frauchen/Herrchen ist das also auch nicht geheuer" deuten könnte. Aber wie kann ich sie zu Hause souverän an eine Sache ranführen, wenn sie sich total sträubt zu einem Besucher, den sie nicht kennt hinzugehen?

    Zitat

    Für mich liest sich das nämlich nach einem Hund, der einmal ängstlich war - warum auch immer - und nun nach dem Motto lieber nix riskieren, dann passiert nix, lebt. Manchmal muß man jemanden zu seinem Glück zwingen, damit er wieder zurück ins Leben findet.

    Allerdings müßte das schon sehr überlegt geschehen, den Hund genau lesen und wissen, was man ihr zumuten kann. Man kanns auch "versauen" und sie schnappt sogar ... daher bitte nicht einfach was testen.

    Hast du schonmal an einem kompetenten Trainer als Unterstützung gedacht ? Nur für 1 oder 2 Stunden, der euch zuhause anschaut, dir erklärt warum sie was macht und wie man das Training am Besten angeht ?


    Da könntest du durchaus Recht haben. Ich habe schon nach einem Trainer mit verhaltenstherapeutischer Ausbildung recherchiert, der sie sich bei uns zu Hause mal anschaut und uns Tipps und Tricks sagt. Habe auch schon zwei ins Auge gefasst und mein Mann spricht heut Abend auch noch mit einer Kollegin, die totaler "Rütterfreak" ist, ob sie evtl auch eine Empfehlung für unsere Region hat. Und nächste Woche werde ich dann mal telefonieren.

    Ich danke dir, staffy, für's aufzeigen diverser Maßnahmen und Ideen, manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht, man schaut sich den Hundeprofi an und kommt gar nicht auf die Idee, sich selbst mal einen nach Hause zu holen.

    In diesem Sinne wünsche ich ein schönes Wochenende
    Biene

  • Hi Nalomy,

    Habt ihr einen richtig guten gelassenen Hundekumpel und den passenden HH dazu? Ich koennte mir vorstellen die Stadtbesuche mit Anhang/Begleitung zu machen.

    Nach Deiner Berichterstattung koennte ich mir auch vorstellen dass sie beim mehrmaligen Ausbuechsen etwas Schlechtes/Angsteinfloessendes erlebt hat. Da warst Du als Beschuetzer nicht mit dabei. Moeglich ist es dass sie mit Gieskanne oder einer platzenden Tuete verjagt wurde.

    Alles Gute!!

  • Hallo,

    das habe ich im Stillen auch schon vermutet, also das mit der Brötchentüte nicht, das ist mein Vergehen, wie ich schon festgestellt hab.

    Ihre richtigen Hundefreunde wohnen leider bissl weiter weg, sie hat eine heimliche große Liebe (ein Berner aus der Nachbarschaft, die kuscheln immer durch dessen Zaun :headbash: und fiepen sich Ewigkeiten hinterher), aber zu den Halter haben wir erst einmal zu Gesicht bekommen. Aber wir lassen uns ohnehin jetzt professionelle Hilfe nach Hause kommen, zum gucken und therapieren. Wird schon :D

    Ich hab aber auch gutes zu berichten, Fräulein scheint ihre Angst vor Brötchentüten ad acta gelegt zuhaben, wenn wir eine in der Hand haben, wartet sie jetzt darauf, dass sie diese zerlegen kann, in der Hoffnung noch ein Krümelchen oder gar ein Leckerli darin zu finden :???: Das hätten wir also schon früher haben können :headbash:

    Aber nun mal das Kurioseste vom gestrigen Spaziergang: Gnä' Frau ist gerade läufig und wenn kein anderer Hund in der Nähe ist, lassen wir sie laufen und wenn ein Rüdin oder ein anderes Mädel vorbei kommt und sie mag, darf sie auch offline spielen. Gestern kam uns ein Mann entgegen, wir machen sie dann nicht an die Leine, weil sie ohnehin einen großen Bogen drum macht und einfach weiter dackelt. Denkste!! Da läuft sie an ihm vorbei, dreht sich um und stupst ihn an die Hände. Wir waren so perplex und konnten außer Bauklötze staunen, erstmal nix sagen. Als der Typ dann an uns vorbei war, konnte ich mich gerade noch entschuldigen. Das macht sie sonst NIE!! Kommt das nun, weil sie gerade läufig ist, hat sie sonst nicht daran gehindert, einfach weiter zu marschieren?

    Gruß
    Biene

  • Das kann natürlich an der Läufigkeit liegen, aber ...
    ... kann es sein, daß du gerade etwas entspannter durch die Gegend läufst und dir gar nicht mehr soviele Gedanken um den "armen" Hund machst ? ;-)

    Gruß, staffy

  • Ja entspannter bin ich auf jeden Fall. Mir war ihr offline laufen ohnehin nie ganz geheuer, weil sie mal hört und mal die Ohren auf Durchzug stellt, aber da wir gerade immer Party machen, wenn wir sie rufen und ihr das wohl ganz gut gefällt :gut: bin ich wesentlich entspannter. Und gestern an dem Mann vorbei, meint ich noch so zu meinem Mann: "ach lass sie laufen, die geht eh nicht hin" und haben uns dann weiter unterhalten und schwupp, waren sie da, die Bauklötze :lol:

    Mal schauen, wie's wird, wenn sie nicht mehr läufig ist.

    Aber unsere Bindung wird momentan auch fester, hab ich den Eindruck, ich beschäftige mich mehr mit ihr (Clickern, Tricks, apportieren üben) und viel mehr kuscheln und nicht nur das tägliche Spazierengehen und Rumgeblödel zu Hause ;)

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