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Spiel oder Ernst? Kann ihr Verhalten nicht deuten ...

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    Ich habe mal wieder ein Problem mit meiner Großen ...


    Mit manchen Hunden ist sie weniger gut verträglich, und zeigt - wenn sie angeleint ist - eine regelrechte Leinenaggression. Sind sie und der andere Hund abgeleint, dann zickt sie schon mal, schnappt vor etc. Gebissen oder aggressiv geknurrt hat sie aber noch nie ...
    Andere Hunde wiederum machen ihr null Probleme, und sie verhält sich super.


    Meine erste Frage ist nun: Wie kann ich das trainieren, dass sie mit allen Hunden verträglich ist? Geht das überhaupt?


    Heute Abend beim Gassigehen kam es dann zu folgender Szene: Wir liefen auf eine Gruppe von Hunden zu, u.a. war eine Hündin dabei, die sie sehr mag, und ein Rüde, den sie zumindest toleriert ... Meine Große kannte alle Hunde in der Gruppe, bis auf eine Hündin, die wir bislang immer nur "von weitem" gesehen hatten.
    Sie lief an der Schlepp, und ich ließ meine Große zu ihrer "Freundin" hinlaufen. (Meine Kleine versteht sich mit jedem Hund und begrüßte erstmal alle in der Gruppe.)


    Zu spät sah ich, dass auch ein Welpe dabei war ...
    Mit diesem hat sich kürzlich in einer ähnlichen Situation (viele Hunde auf einem Haufen) die folgende Szene ereignet: Mia ist zum Welpen hin und hat ihn irgendwie kurz "gepackt" ... Das war weder aggressiv, noch hat sie gebissen. Sie spielt auf diese Weise auch mit meiner Kleinen ... sie packt sie, und wirft sie auf den Boden oder zieht sie am Fuß durch die Gegend. Mit der Kleinen ist es Spiel, die Kleine stört sich nicht daran.
    Ich kann aber schlecht einordnen: Ist es, wenn sie einen anderen kleinen Hund draußen sieht, auch Spiel? Oder mobbt sie? Besteht eine Gefahr für den anderen Hund? Wie gesagt, sieht Mia nicht erregt oder aggressiv aus, und ich habe Schwierigkeiten, ihr Verhalten in solchen Momenten zu deuten.


    Heute also sah ich plötzlich, dass besagter Welpe auch dabei war ... Mia lief ihm wieder hinterher, der Welpe fiepte, ohne dass Mia ihn überhaupt berührt hatte, und die Besitzerin des Welpen hat die Szene aber nicht beobachtet, hat nur ihren Hund fiepen gehört, sich wohl erschrocken, und sie hat Mia weggescheucht, was ja auch ok war.
    Kurz drauf (ich war gerade kurz durch einen der Hunde abgelenkt) sah ich, wie Mia über einer anderen Hündin stand (diese hatte sich so halb unterworfen, lag aber auch nicht ganz auf dem Boden, deren Frauchen stand ruhig und gelassen daneben), und diese an den Genitalien ausgiebig beschnüffelt hat. Auch hier gab es keinerlei Aggression oder ähnliches ... Mia hat geschnüffelt, die andere Hündin hielt still.
    Als die HH des Welpen diese Szene sah, ging sie auf die beiden Hunde zu (die Hündin gehört nicht ihr sondern der anderen Frau), schnappte sich Mia, und legte sie gewaltsam auf den Rücken, um sie zu maßregeln ... Darauf ließ sie schimpfend weg, weil ich meinen Hund nicht selbst von der anderen Hündin weggeholt hatte.


    :???:


    Ich frage mich nun: Hätte ich Mia gar nicht in die Hundegruppe laufen lassen dürfen, obwohl sie ja die Hunde kannte (bis auf die Hündin, die sie beschnüffelt hat)?
    Dürfen kleinere Zickereien zwischen Hunden bei solchen Begegnungen vorkommen, oder sind sie schon Vorboten von Beißereien?
    Hat die andere HH richtig gehandelt, Mia so zu maßregeln? (Ich war völlig verdutzt, und wußte gar nicht, was ich dazu sagen soll.)
    Mia hat dieser Hündin ja nichts getan, sondern sie nur beschnüffelt, was für mich friedlich aussah.
    Wie kann ich mit Mia eine bessere Verträglichkeit mit anderen Hunden üben? Oder soll ich sie lieber gar nicht mehr zu anderen Hunden hin lassen?


    Bin gerade etwas ratlos, wie ich mich am besten zukünftig richtig verhalten kann.

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  • Es darf auch mal "krachen" wenn sich Hunde treffen, die gehen nun mal nicht auf einander zu und Schütteln sich die Hände. Entscheidend ist immer wie das abläuft, solange es dabei immer zu Beschwichtigungsgesten auf beiden Seiten kommt ist die Welt in Ordnung. Wenn Hunde spielen ist das ziemlich komplex und normalerweise versichern sich alle Parteien ständig daß alle das auch als Spiel auffassen. Nur wir Menschen haben damit oft ein Problem (mich mit eingeschlossen). Ruhig bleiben und genau die Körpersprache beobachten je mehr man sich einmischt um so mehr kann passieren.
    Aber: Wenn jemals sich irgendjemand trauen sollte meinen Hund zu maßregeln ohne daß Gefahr für sein Tier bestand, dann hätte derjenige ein Problem :ugly: . Ich bin der Alpha und nur ich habe das Recht meinen Hund zu maßregeln. Das ist genauso dämlich wie die Angewohnheit mancher Menschen jeden daher gelaufen Hund anzutatschen.

    “Hunde sind unsere Verbindung zum Paradies. Sie kennen nichts Böses oder Neid oder Unzufriedenheit. Mit einem Hund an einem herrlichen Nachmittag an einem Hang zu sitzen, kommt dem Garten Eden gleich, wo Nichtstun nicht Langeweile war - sondern Frieden.”
    (Milan Kundera)

  • Tja... das Verhalten eines hundes zu deuten, wenn man es selber nicht geshehen hat, ist schwierig - selbst wenn es so ausführlich beschrieben wurde, wie von dir.
    Das was ich jetzt aus deiner Beschreibung lese, ist dass deine Hündin scheinbar generell recht dominat und auch grob auftritt. Sie vordert von anderen Hunden Respekt und nimmt sich selber recht viel herraus. Das kann in dieser speziellen Sitauton viele Auslöser gehabt haben (fremde Hunde anwesend, neue Gruppenkonstellation etc.) und ich halte das Ganze für nicht weiter schlimm, du solltest es aber im Auge behalten, damit das Ganze nicht ins Mobbing kippt. Das kann sehr leicht passieren, und die Grenzen sind oft nur schwer zu ziehen.
    Pickt sie sich z.B. immer wieder gleiche Hunde heraus um von diesen aktive Unterwerfung einzufordern, oder stürtzt sie mit großem Getöse in spielende Hundegruppen um diese zu trennen ist meiner Meinung nach definitv Handlungsbedarf gegeben. Solche Situationen solltest du frühzeitig erkennen und sie noch vor der entsprechenden Aktion abrufen.


    Nebenbei: Es ist völlig normal, wenn ein Hund nicht jeden Hund leiden kann - und ich halte es auch nicht für notwendig (und auch nicht möglich) ihm das "beizubringen". Wir mögen ja auch nicht jeden, der des Weges daher kommt.
    Wichtig ist, dass man seinen Hund beim Erstkontakt mit fremden Hunden, oder beim Hundekontakt in größeren Gruppen gut beobachtet und frühzeitig ein kippen der Situation erkennet. Ich kennes es selbst von meiner (die übrigens auch zum Mobbing neigt): Mit einzelnen Hunden kann sie noch so gut auskommen - mischt man alle ihre Hundefreunde in eine Gruppe, entehen Spannungen. Das ist normal, denn alle Hunde mussen plötzlich ihren Status unterienander neu ordnen. Und genau das überfordert meine häufig, was sich dann in Mobbing äußert.


    Die Situation mit dem Welpen ist so eine Sache... ich nehme an, dass deine ihn sich bei ihrer ersten Begnung so grob gepackt hat, dass dieser sie nun in schlechter Erinnerung behalten hat. Daher sein quitschen, ob wohl deine ihn nicht berührt hat.
    Ob deine bei dieser ersten Begegnung wirklich nur spielen wollte, oder ihn grob unterworfen hat kann ich nicht beurteilen. Vorstellbar ist beides.
    Das grobe Spiele würde ich ihr (zumindest in Bezug auf fremde Hunde) auch abgewöhnen - ganz einfach um unangenhemen Situationen aus dem Weg zu gehen und auch um eventuellen Verletzungen vorzubeugen. Auch das sollte mittels Abruf gehen.


    Das Verhalten der anderen Hundebesitzerin finde ich allerdings völlig daneben und zeugt auch nicht von viel Hundesachverstand. Erstens bestand anscheinend kein Handlungsbedarf, und zweitens hätte es ein: "Rufen sie man bitte ihren Hund zurück!" auch getan. Über das Unterwerfen des Hundes (egal ob eigener oder fremd) per sgn. "Alphawurf" brauchen wir glaub ich nicht genauer zu reden... der ist schlicht weg quascht und kontraproduktiv, selbst wenn ein Eingreifen nötig gewesen sein sollte.

    "Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom."
    - Albert Einstein


    Es grüßen Eva, Der Katzendackel und das Skadidil
    Und immer im Herzen:
    Nemo 11.05.2004 - 23.09.2014

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  • Danke für Eure Einschätzungen.


    Ja Brazzi, so wie du das beschreibst, würde das schon auch auf meine Große passen. Mit Hunden in ihrer Größe spielt sie wirklich schön (vorausgesetzt sie interessiert sich überhaupt für den anderen Hund) ... Oft kommt dieses grobe Spielen, das auch oft in eine Art Mobbing übergeht, bei kleinen Hunden vor, die ihr natürlich schon allein ihrer Größe wegen unterlegen sind. Speziell eben mit meiner Kleinen. Bei anderen kleinen Hunden unterbinde ich das natürlich schon im Ansatz.
    Ich habe es aber auch schon erlebt, dass sie freundlich und interessiert auf kleine Hunde zugegangen ist .... Man weiß es einfach nicht vorher ...
    Kann ich Mia abgewöhnen, dass sie nicht mehr so dominant mit anderen Hunden umgeht? Bzw. diese nicht mehr aktiv unterwirft? Kann man irgendwie erreichen, dass sie im Kontakt mit anderen Hunden cooler reagiert?


    Das Blöde mit dieser anderen HH war, dass es ja nichtmal um ihren eigenen Hund ging, als sie meine runtergedrückt hat, sondern um einen fremden Hund. Ich fand die Aktion echt ätzend, so im Nachhinein betrachtet ... Sie regt sich ständig lautstark auf, wenn meine Große mal ein bißchen zickt. Ich persönlich denke aber auch, dass das normal ist. Bei Mia läuft das meist so ab, dass sie erst kurz zickt, und sich danach super mit den anderen Hunden versteht.


    Ich bin mir einfach nun nicht mehr sicher, ob ich ihr überhaupt noch erlauben soll, zu anderen Hunden hinzugehen. Andererseits ... wenn ich sie immer weg ziehe oder einen großen Bogen um Hunde mache, fördert das ja auch nicht gerade das entspannte Verhältnis zu anderen Hunden.

  • Ich würde mich eher von dieser HH als von anderen Hunden fernhalten oder dieser mal anständig den Marsch blasen :aufsmaul:

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  • Zitat von "La_Bella"

    Ich habe es aber auch schon erlebt, dass sie freundlich und interessiert auf kleine Hunde zugegangen ist .... Man weiß es einfach nicht vorher ...


    Man kann mit der Zeit lernen auch die kleinesten Signale des Hundes zu lesen und somit irgendwann ziemlich gut eingreifen, bevor es zu grob ist.
    Aber das braucht Zeit und Übung. Es sind zum Teil wirklich nur Kleinigkeiten, wie eine minnimale Verlagerung des Körperschwerpunkts, ein Seitenblick, eine Versteifen. Und grade während eines ausgelassenen Spiels kippt die Stimmung manchmal so fließend, dass man ungewollt "zu spät" eingreift, also erst nach dem kippen.
    Empfehlen kann ich an dieser Stelle "Ausdrucksverhalten beim Hund" und "Hundepyschologie" von Feddersen-Petersen und auch "Das andere Ende der Leine" von MacConnell. Die beiden ersten sind aber wirklich harte Lektüre und nicht immer leicht zu lesen. Lohnt sich aber wirklich - mir sind danach so einige Lichter bezüglich Skadis Verhalten aufgegangen :smile:
    Ich bin bei ihr am Anfang oft völlig aus allen Wolken gefallen, wenn sie mal wieder losgezickt hat.
    Bei ihr ist das Ganze allerdings auch mit der Kastra deutlich besser geworden - voher war jede Hündin eine erklährte Konkurenntin und somit ein Todfeind :roll: . Das, und ihr extremer Futterneid sind inzwischen Geschichte, aber die Tendenzen um maßregeln, mobben und aufspielen sind geblieben und müssen von mir unter Kontrolle gehalten werden.
    Und mit der Zeit habe ich Skadis Signale deuten können und sie rechtzeitig aus den entsprechenden Situationen abgerufen. Danach ist das Mobben (vor allem aus dem Spiel heraus) immer weniger geworden - statt in die Meute zu preschen guckt sie mich nun an.


    Wichtig ist, dass das Ganze positiv aufgebaut wird, als ein freundliches Zurückrufen und anschließend ein Leckerli. Schimpfen ist völlig kontraproduktiv.
    Es funktioniert außerdem nur, wenn man es konsequent durchhält.... ist man eine Zeit lang etwas nachlässig, nehmen auch die Pöbeleien wieder zu - zumindest bei meiner Zicke :D


    Das bedeutet für mich persönlich, dass ich bei einem Rudelspaziergang oder auf der Hundewiese gedanklich immer (soweit es geht) beim Hund bin - Gedanken verloren über's Wetter oder Kochrezepte quatschen und die Hunde "halt mal machen lassen" ist dann halt nicht drin. das kann ich eben nur, wenn ich mit einzelnen Hundekumpels unterwegs bin.


    Deiner Hündin Hundekontakt gänzlich zu verbieten halte ich im übrigen auch für nur wenig sinnvoll.
    Aber der Rahmen des Kontakts muss halt passen.
    Bei der Erstbegegnung mit fremden Hunden sollte die Situation übersichtlich und ruhig sein.
    Bei einer Gruppenbegegnung sollten gewisse Verhaltensregeln von Mensch und Hund eingehalten werden (das vor allem auch bedeutet, dass niemand einen fremden Hund zu maßregeln hat :/ )
    Schwierig sind solche Sitautionen oft nicht unbedingt wegen der Hunde, sondern wegen der Besitzer, denn nicht jeder setzt sich gewissenhaft mit dem Verhalten seines Hundes und Hunden im allgemeinen außeinander und viele verstärken durch ihr eigenes unsicheres Verhalten brenzlige Situationen.
    Wie oft höre ich, wenn ich Skadi aus einem wilden Spiel abrufe Satze wie: "Warum muss sie denn jetzt kommen? Darf sie nicht spielen?" oder "Lass sie doch ein bisschen Bellen, sie ist doch ein Hund, da muss sie das doch dürfen".
    Das sind aber die gleichen Leute, die dir an den Kopf werfen, dass dein Hund "unsozial" ist, wenn er einem aufdringlichen Junglabbi etwas deutlicher die Meinung sagt.
    Deshalb ist wichtig, dass du dich selber sicherer machst, in dem du deinen Hund studierst und einschätzen lernst. Dann kannst du nämlich auch derartige Komentare besser als das einschätzen, was sie sind: unqualifiziert. ;)

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    - Albert Einstein


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