Welpe und Menschen mit Behinderungen

  • Hallo :)

    Ich ziehe in ein paar Wochen in einer Dorfgemeinschaft wo nur Menschen mit Behinderungen und Azubis und Heps wohnen. Da fange ich auch mein Ausbildung an. In diesem Dorf gibt es auch andere Hunde und sehr viele Katzen. Alles ist sehr ländlich und friedlich. Ich ziehe aber nicht alleine da hin sondern nehme auf jedenfall meinen Border Colli Mix mit. Die Dorfgemeinschaft hat auch nichts dagegen. Nur ich habe richtig viel angst vor alles. Wie wird sich mein Hund verhalten? Wie reagiert er auf ein neues Zimmer? Was ist wenn mein Hund mit den betreuten nicht zurecht kommt? Kann er bis dahin auch ein paar Stunden alleine sein? Wie verhält er sich wenn ich ihn mit zu arbeit nehme?

    Ach das sind alles so viel Sorgen und ich traue mich auch gar nicht die anderen Hundebesitzer in dieser Dorfgemeinschaft zu fragen was sie für Erfahrungen gemacht haben. Ich frage lieber euch
    :ops: erstmal.... Ich wurde gerne wissen ob ihr irgendwelche Erfahrungen gemacht habt mit euren Hund und Menschen die Behindert sind?

    Ich habe mit meinen Hund schon ein bisschen geübt bitte denkt nicht das ich verrückt bin aber ich wollte umbedingt wissen wie mein Hund Petto reagiert. Ich habe folgendes gemacht, ich habe meine Freunde und Geschwister gesagt sie sollen sich verkleiden und auf Krücken laufen und Humpeln und Laut reden und sich ...ja wie Behinderte verhalten. Das haben die auch gemacht. Mein Hund fand das überhaupt nicht gut und hatte angst. Und als einer der ´´ Schauspieler´´ zu meinen Hund gekommen ist dann hat er sofort geknurrt. Wir haben ihn dann auch alle in ruhe gelassen...

    Ist mein Hund jetzt traumatesiert :???: wie kann ich den noch üben?

    Ich freue mich auf eure Antworten

  • Hallo Nani,

    traumatisiert ist Dein Hund nicht, nur unsicher weil er das nicht kennt.

    Ich hab eine Tochter, die schwerbehindert ist und unser Hund kommt super damit zurecht.

    Was kennt Dein Hund denn? Kennt er Rollis und auch E-Rollis? Menschen die sich teilweise recht unkoordiniert bewegen, also Spastiker? Menschen mit unkontrollierten Gefühlen?

    Hast Du es vorwiegend mit Menschen zu tun, die eine geistige Behinderung haben oder mehr mit Menschen die körperbehindert sind?

    Birgit

  • Hallo Birgit

    In der Dorfgemeinschaft sind ein paar Häuser in dennen Gruppen wohnen. Meine Gruppe besteht aus einigen Jugendlichen und Erwachsene mit Geistlicher Behinderung. Wir haben auch ein Autist da und 2 Rollstuhlfahrer. Die Betreute kennen Hunde und gehen sehr vorsichtig mit ihnen um aber trotzdem wurde ich mein Hund und die Betreute nicht zusammen alleine lassen.Klar.
    Im Bus hat Petto schon oft Rollstuhlfahrer gesehen die fand er aber nicht so interresant. Auch hat er schon einen Mensch gesehen mit spastischen bewegungen und einen der einen Helm an hatte und sich (leider) immer wieder selbst geschlagen hat. Petto blieb einen Moment stehen und ist dann einfach weiter gelaufen. Wir kann ich ihn an Behinderte gewöhnen?

  • Mein Hund fand früher auch alles, was nicht korrekt geht, beschissen. Angst, hätte es gerne verbellt (und hat es auch ab und zu). Geholfen hat, schon aus der Ferne für ruhigbleiben zu loben und ganz extrem eine Dame mit Rollator, die sich 3 mal mit mir unterhalten hat und sich vom bellenden Hund nicht hat beeindrucken lassen. Irgendwann hat Lena kapiert, hey, die tut mir nix und seit dem sind Rollatoren sogar eher toll.

    Ich kann mir vorstellen, dass der Hund das am Anfang alles doof findet, eben weil er unsicher ist. Durch Umzug und die "andere Gangart" der dort lebenden Menschen. Aber er wird sich daran gewöhnen.

    Falls es dir als Sicherheit hilft, kannst du entweder einen Maulskorb dir anschaffen für die ersten Tage oder eine kurze Leine machen, die du immer am Hund hängen hast und dem Hund ein Geschirr anlassen, damit du ihn besser unter Kontrolle kriegst, falls sie irgendwo anfängt, etwas aus Angst zu verbellen.

    Das ist ein Lernprozess für deinen Hund, aber ich denke, das wird schon *aufmunter*

  • Ja. Aber ich ziehe in 5 Wochen erst aus und dann habe ich noch einen ganzen Monat wo Petto in aller ruhe das Dorf kennen lernen kann. Und wenn es nicht funktioniert dann wurde ich sogar meine Ausbilung abbrechen und irgendwas anderes machen. Ich möchte überhaupt nichts was Petto nicht gut tut aber dazu muss ich es doch erst ausprobieren?!

  • Okay... nun gut, Du hast es vorwiegend mit geistig und/oder mehrdach Behinderten zu tun... Womit Du ganz einfach rechnnen musste ist, dass geistig Behinderte ziemlich ungebremst in ihrer Gefühlswelt sind und Freude genauso ungebremst ausleben wie Ärger, Wut oder Traurigkeit.

    Körperbehinderte können eventuell nicht immer Deinem Petto ausweichen oder sind in ihren Bewegung unkoordinierter oder gröber als Nichtbehinderte.

    Für Petto ist wichtig, dass Du souverän und ruhig auf all diese Dinge reagierst, denn an Deiner Person und vorallem an Deiner Führung orientiert er sich.

    Eventuell wirst Du manches schönfüttern müssen, aber das erachte ich als weniger dramatisch.

    Krücken und Co... ich würd vieles erstmal einfach so auf den Boden legen, damit Petto sich das in Ruhe anschauen und kennenlernen kann.

    Erst dann würd ich Leute damit agieren lassen und auch erstmal mit einer gewissen Entfernung, so dass Petto sich wohlfühlt.

    Entfernung dann schrittweise verringern und Hundi sowohl verbal als auch mit Körpersprache signalisieren: Hey, alles oki . Nix los.. Toll machst Du das und viel Loben & positiv bestärken.

    Allerdings, auf alles kannst Du Petto nicht vorbereiten und es kann sein, dass er auch mal unsicher im Umgang mit den Dorfbewohner ist. Da bist Du dann gefragt. Stichworte hier: Umsicht, Souveränität und Petto eben in seinen Reaktionen im Auge habe und auf diese eingehen. Auch zur Not den Hund aus der Situation rausnehmen.

    Birgit

  • Meine Meninung: üben, üben, üben... Ich würde Petto erstmal allgemein an Trubel gewöhnen, geh an Spielplätzen vorbei, an Wohnheimen für Menschen mit Behinderung. Er ist noch klein, er hat wirklich noch die Möglichkeit alles gut kennen zu lernen. Ich bringe Pia regelmäßig bewusst in solche Situationen, an Rollstühlen vorbei. Gewöhn ihn an fallende Menschen, das finde ich ganz wichtig. Und viele fremde Menschen, überschwengliche Menschen, die auch mal an Stellen packen, an denen man einen Hund nicht anpackt (meine Kinder streicheln zum Beispiel von oben und vom Kopf-nicht von der Seite und auch mal über den Schwanz).
    Pia soll eventuell später mal mit mir arbeiten gehen (ich bin Lehrerin an einer Förderschule) und selbst wenn sie es nicht wird: wir haben kleine Kinder und Besuch geht hier ein und aus, da sind Kinder bei, die wissen nicht, dass man einen Hund lieber von der Seite streicheln sollte oder fallen schonmal beim Fußball spielen...
    Also: Du hast noch Zeit. Übt bewusst Situationen mit Menschen, die sich anders verhalten als Du.

    LG

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