Probleme mit Artgenossen

  • Von Hündinnen hab ich dieses Verhalten in dem Alter noch nicht gesehen.
    Mir ist noch was eingefallen: als wir sie am Dienstag geholt haben, waren wir in ihrem alten zu Hause noch Gassi. In einer Straße dort ist dann ein Hund an einem Gartenzaun hoch gesprungen und hat gebellt. Tinka ist dann nur kurz erschrocken, hat geschaut und ist dann ganz normal weiter gelaufen.
    Also muss es wohl überwiegend an ihrem neuen zu Hause liegen.
    Ich will sie jetzt auch nicht direkt wieder in die Situation setzen, einem anderen Hund ganz nahe zu kommen. Das wäre nach gestern vielleicht etwas viel Stress.
    Jedenfalls bräuchte ich jetzt einen Lösungsansatz wie ich mich jetzt vorerst verhalte, wenn wir anderen Hunden begegnen und sie Terror macht.
    Da wir drei mal am Tag raus gehen bleibt das eben nicht aus.

  • In wie weit kann sie denn schon Kommandos?? Also sitz oder Bei-Fuß-gehen oder sonstiges??

    Ein Versuch wäre es sie in einigem Abstand absitzen zu lassen und zu beobachten, aber abhängig davon wie doll sie sich reinsteigert. Führt es nämlich dazu, dass sie ausrastet und der andere Hund verschwindet, dann wäre es ja ein Erfolg für Sie, da sie ihn vertrieben hat... Wird sie ruhig kann man sie ggf. Loben, aber auch das ist von Hund zu Hund abhängig, bei meiner führt das dazu, dass sie merkt das da ja doch etwas war, und wufft dann doch noch mal nach oder bekommt ne nachträgliche Bürste... :headbash: Insofern seh ich das als selbstverständlich an, dass der Hund jetzt ruhig zu sein hat...

    Wenn ihr den anderen Hund vor ihr seht geht einen Bogen, belohnt sie fürs ruhig bleiben, ich würde aber immer drauf achten, dass der andere Hund wahrgenommen wird und ihr dann versucht sie auf euch zu konzentrieren. Übt das euch angucken, auch mit Leckerlie oder Spieli. Nicht um sie abzulenken, sondern um sie zu Belohnen wenn sie hinschaut und sich dann wieder auf was anderes konzentriert.

    Wenn ihr schon in der Situation seid und nicht mehr ausweichen könnt, dann einfach mit einem klaren Kommando weitergehen. Man ist immer geneigt was sagen zu wollen, es zu unterbinden, es ins gute Umleiten zu wollen usw., weil man sich in der Situation ja selber nicht wohl fühlt. Meine Erfahrung ist, dass das gar nix bringt. Nach dem Motto Augen zu und durch den Hund an die abgewandte Seite nehmen und strammen Schrittes weiter. Und wichtig, guck weder den anderen Hund/Halter an noch Deine, sondern schau ganz gezielt an einen entfernten Punkt auf den du hinzielst. Bei uns hat es am Anfang auch sehr geholfen den anderen Hundehalter in so einem Moment nicht zu grüßen, auch wenn das etwas unhöflich erscheint. Aber so habe ich meinem Hund scheinbar doch vermittelt, dass uns das entgegenkommende Gespann nicht sonderlich interessiert. Und nach und nach kann man das ja wieder einführen ;)

    Wie ist sie denn mit Spielies oder Leckerchen?? Interessiert sie sich dafür draußen?? Meine hat das gar nicht interessiert, aber sonst könnte man vielleicht doch darüber auch Ansätze finden....

    Erwarte keine Wunder!! Und nicht verzweifeln, man sieht irgendwann nur noch überall die super tollen Hunde die ruhig sind und das eigene Monster, für das man jetzt die Verantwortung hat. Das kann einen schon ganz schön runter ziehen, aber Kopf hoch, schultern zurück und Dein Ding machen!! :gut:

  • Sitz klappt ganz zuverlässig und an Fuß arbeiten wir gerade...ich denke aber, wenn sie sich hochgeschaukelt hat, nimmt sie keine Hörzeichen mehr an.
    Wir hätten heute die Möglichkeit, mit 3 anderen Hunden Gassi zu gehen. War ja gestern auch das gleiche Spiel. Zuerst Terror gemacht und nachher mit dem anderen Hund Leine an Leine gelaufen.

    Sollte ich das heut mit den 3 Hunden genau so machen oder sollte ich ihr noch Zeit geben? Beim Gassi gehen kann einem halt immer ein anderer Hund begegnen und jetzt würde sie eben sehen, dass die anderen Hunde nichts machen.

  • Wie souverän sind denn die anderen Hunde?? Wie reagieren die auf ein pöbelndes pubertäres Hundeding?? Wie gut kennen die sich untereinander und fangen möglicherweise gemeinsam an sie zu Mobben, was sehr kontraproduktiv wäre...
    Im Endeffekt lässt es sich von aussen immer schwer sagen. Aber für den direkten Kontakt würde ich doch erstmal einzelne souveräne Hunde bevorzugen und keine Gruppen von Hunden. Aber du könntest die zum Beispiel nutzen um in einigem Abstand mit ihr zu üben, dass keine Gefahr von ihnen ausgeht. zumindest wenn die so zuverlässig sind, dass die nicht auf euch zugestürmt kommen. Also keine Ahnung wie ihre Individualgrenze ist, aber z.B. in 100 oder 200m Abstand spazieren gehen und tolle Sachen üben. Und auf alle Fälle in einem positiven Moment abbrechen!!! Und wenn die drei das nächste Mal spazieren gehen das gleiche wieder und schauen ob du dich annähern kannst, oder die Hunde sich einzeln kennengelernt haben und das dann klappt zusammen zu gehen.
    Klar, das kann auch sofort klappen mit den anderen, nur wenn nicht kann das ganze halt auch nach hinten los gehen. Es ist halt eine krasse herausforderung für sie und kann leicht in Überforderung enden und die Situation dann noch verschlimmern...

    Ich persönlich würde wie gesagt einzelne Hundefreundschaften aufbauen und Gruppenbegnungen erst dann machen, wenn sie etwas entspannter ist. Es bringt einfach nichts, wenn man es überstürzt. Der Hund verliert Vertrauen, man selber auch und diese Situationen zehren an einem. Sie zu dass sie gezielt positive Kontakte knüpft, dann lässt sichd as gut weter ausbauen!!

  • Die anderen Hund sind souverän. Einer von ihnen ist der Rüde von gestern. Sie werden ignorieren, dass sie angekläfft werden. Ich wollte sie auch nicht direkt mit den anderen zusammen bringen, sondern einfach mit ein paar Metern Abstand hinter den anderen her laufen. Ich denke, so wird sie sehen, dass es keinen Grund gibt andere Hunde anzumachen.
    Ich werd dann ihr Gekläffe einfach ignorien und normal mein "Gassi Programm" abspulen.

    Heut war ich mit der Kleinen im Feld und hatte die Schleppleine dran. Sie hat sich immer abrufen lassen und hat beim spielen ihren Ball immer wieder gebracht. Sie ist nie weit von uns weg. Das ist zwar grundsätzlich schön, aber das schiebe ich auch auf ihre noch vorhandene Unsicherheit. Beim Bällchen werfen bin ich fast über einen Hasen drüber gefallen, der dann aufgesprungen und weggehoppelt ist! :D
    Als Tinka ihn wahrgenommen hat, hab ich direkt die Aufmerksamtkeit auf mich und den Ball gelenkt. Hat auch prima funktioniert und sie hat den Hasen ignoriert.

  • Wollte nur mal hören wie es gelaufen ist!?

    Zitat

    Heut war ich mit der Kleinen im Feld und hatte die Schleppleine dran. Sie hat sich immer abrufen lassen und hat beim spielen ihren Ball immer wieder gebracht. Sie ist nie weit von uns weg. Das ist zwar grundsätzlich schön, aber das schiebe ich auch auf ihre noch vorhandene Unsicherheit. Beim Bällchen werfen bin ich fast über einen Hasen drüber gefallen, der dann aufgesprungen und weggehoppelt ist! :D
    Als Tinka ihn wahrgenommen hat, hab ich direkt die Aufmerksamtkeit auf mich und den Ball gelenkt. Hat auch prima funktioniert und sie hat den Hasen ignoriert.

    Das klingt doch schon super!!

  • ich denke das ist gut so :gut:

    Eine weitere Variante zum Reagieren ist mir gerade noch eingefallen, weil wir auf enger Straße den beiden Randalehunden des Viertels entgegenkamen: einfach umdrehen und weggehen... Ohne Kommentar und raus aus der Situation. Bin total stolz auf meine Trulla, dass sie inzwischen auf die Krawallmacher zu 97% nicht mehr reagiert, während die beiden Frauchen non-stop mit "ist doch guuuut, schluss jetzt, sei still, jaja du hast ihn ja schon verjagt, ruhig, sei stilll, schluss blaablaablaa..." noch bestimmt 5 Minuten auf ihre armen Wauzies eingeredet haben. Und wir waren schon längst mit über Baumstämme hüpfen und auf große Steine springen beschäftigt ;) Hab ich lange nicht geglaubt, dass wir da hin kommen....

  • :smile:

    Ich würde aber eher gar nicht reagieren, also quasi Augen zu und durch; den anderen Hund einfach ignorieren, als aus der Situation raus zu gehen. Sonst hat sie ja eigentlich einen Erfolg. Aber das ist wohl von Hund zu Hund auch unterschiedlich.

  • Jain, generell wenn der Abstand groß genug ist schon, aber wenn es so eng ist, dass die Hunde nur im Miniabstand aneinander vorbeikommen oder sich vielleicht sogar tatsächlich erwischen könnten, bringt das auch nix.

    Und sie hat ja keinen Erfolg in dem Sie ihn vertrieben hat, weil man umdreht, man nimmt sie in dem Moment lediglich aus einer Situation der völligen Überforderung.

    Ansonsten, wie vorher schon geschrieben Augen zu und durch, genau, aber nicht wenn es brenzelig werden könnte, damit ist keinem geholfen... Man muss es jeweils auf die Situation abstimmen. Sollte nur eine Ergänzung zu der Liste der möglichen Reaktionen sein ;)

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