Mein Kampf gegen die "Leinenaggression".

  • Hallo ihr!
    Ich übe seit Monaten verzweifelt mit Flora das an der Leine gehen. Sie ist ein Jagdhund, 14 Monate alt und dementsprechend immer mit der Nase auf dem Boden und nach irgendetwas suchend, was natürlich in ihren Genen liegt und ich deswegen ihr nicht ablernen o.ä will.
    Habe jetzt schon fast alles ausprobiert (mit ignorieren, stehen bleiben wenn sie zieht, umdrehen wenn sie vorrennt, ...) hat alles nur für kurze Zeit oder gar nichts genützt.
    Heute hab ich wieder mal einen Versuch gestartet ihr die Leine und das entspannte Gehen neben mir zu lernen und siehe da - es hat funktioniert! (Das ist Schritt 1, denn mit fremden Menschen und Hunden hat sie auch ihre Probleme, aber ich finde, korrigiert mich wenn ich falsch liege, dass ich mit ihr zuerst das Vertrauen zu mir und zur Leine - hoffentlich klingt das nicht blöd - aufbauen muss, damit sie auch dann in anderen Situationen brav und ungezwungen mit mir spazieren kann).
    Also habe ich mir Martin Rütters Buch wieder mal zu Herzen genommen und die "Ziehen ignorieren und jedes mal Umdrehen und anderen Weg laufen"-Variante zu Herzen genommen. und es hat wirklich geklappt! Das hat mich ungemein motiviert und positiv gestimmt.
    Nach ein paar Anläufen hat es schon richtig gut geklappt, ist brav neben mir hergelaufen, hat immer zu mir raufgeschaut (ich aber nicht zu ihr runter, so stands im Buch) gewartet was ich als nächstes mache und ist ganz entspannt neben mir hergelaufen (man kann sich gar nicht vorstellen wie mich das gefreut hat ;) - vielleicht lags ja auch nur an der Hitze, dass sie so brav gegangen ist. ). Auch wenn ich schneller bzw. sehr sehr langsam (richtig Zeitlupe schon) gegangen bin hat sie das alles im gleichen Tempo wie ich gemacht. Manchmal hat sie dann doch wieder was gerochen und war total auf das fixiert und hat komplett vergessen dass sie eigentlich neben mir herlaufen sollte. Natürlich kann das nicht auf Anhieb perfekt sitzen, was ich auch vollkommen akzeptiere (ich probier das ja jetzt auch schon sehr lange). Nur wollte ich mal fragen, ob sie durch das abrupte aufhören und schnüffeln und in diese richtung ziehend alles vergisst was wir geübt haben etc? Weil die Spur bzw. der Geruch ist ja dann wieder spannender als neben mir herlaufen. und habt ihr ein paar Tipps wie ich das "umgehen" bzw. sie von den Gerüchen ablenken könnte, damit unsere Trainingseinheiten, wenn nicht schon jetzt, produktiver sind?

    Ich hoffe meine Frage ist irgendwie verständlich, danke fürs Lesen und einen schönen Tag noch :)

  • ich habe mit meinem hund ähnlich die leinenführigkeit trainiert, mit nur einem unterschied:

    an kurzer leine soll er neben mir herlaufen und die leine muß locker durchhängen.

    ist die leine langgestellt, darf er schnüffeln und auch ein bissel ziehen.

    zum beispiel gehe ich mit meinem hund bis zum löseplatz an kurzer leine, dann stelle ich die leine lang, hund kann schnüffeln gehen und sein geschäft erledigen.
    es ist die belohnung, nachdem er schön neben mir gegangen ist. ;)

    evtl wäre das was für euch?
    da deine hündin gern schnüffelt wäre das eine tolle belohnung, nachdem sie gut- an kurzer leine- gelaufen ist. ;)

  • Barni (Beagle->Jagdhund) kann auch total lieb sein und ist im nächsten Moment schon wieder abbgelenkt...
    An der Schleppleine hab ich ihn garnicht unter Kontrolle :ops:
    Trainiere die leinenführigkeit auch ähnlich wie du, aber habe noch ein Extra-Kommando fürs Hochgucken, was dann auch mit einem Leckerli bestätigt wird!

  • Ich würde lieber mehrere Traningsläufe machen und dafür kürzer und positives Verhalten belohnen in dem sie dann wieder lang laufen darf und in Ruhe schnüffeln...
    Den Hund also aus dem Fuß entlassen wenn sie es besonders gut macht und bevor die Konzentration sich wieder auf was anderes richtet.
    Dazu würde ich am Anfang jeden Schritt des Hundes mit Leckerlie bestätigen und das in so einer Zeitfolge, dass der Hund sich nicht abwendet und sie dann nach ein paar Metern wieder schnüffeln lassen usw..

  • Leinenführigkeit....auch bei uns ein großes Thema. Ich glaube, bei uns liegt's einfach daran, dass ich zuwenig mit Balu an der Leine laufe, sprich Stadtgang etc. Ich merk's im Urlaub, da wo Leinenpflicht ist. Letzthin an der Nordsee....! Nach 2 Tagen lief Balu fast ohne Probleme, auch wenn Hundebegegnung "absehbar war"...! Klar, bei zig Vierpfoten...da wurde es schon langweilig sich aufzuregen...! Aber wehe hier zu Hause...irgendwann mal...irgendwo im Wald...ein Hund....! Dem muß ich's aber zeigen... Zitat Balu!

  • Zitat

    Ich würde lieber mehrere Traningsläufe machen und dafür kürzer und positives Verhalten belohnen in dem sie dann wieder lang laufen darf und in Ruhe schnüffeln...
    Den Hund also aus dem Fuß entlassen wenn sie es besonders gut macht und bevor die Konzentration sich wieder auf was anderes richtet.
    Dazu würde ich am Anfang jeden Schritt des Hundes mit Leckerlie bestätigen und das in so einer Zeitfolge, dass der Hund sich nicht abwendet und sie dann nach ein paar Metern wieder schnüffeln lassen usw..

    x Stimmt, das mache ich auch. Dieses Mal waren es 20Minuten. Länger will ich das auch nicht machen, denn man merkt ihr an, dass sie das schon ein wenig fordert. und außerdem war es heiß. Also ja, ich mache das am Tag 2mal. Ist das zu oft? Sonst lass ich sie auch laufen und toben und schmeiß ihr ein Stöckchen oder sie kühlt sich bei einem Bach ab und geht "Leckerlie tauchen" :)

    x Das Problem beim "mit Leckerlie belohnen" ist, dass sie dann immer meint, dass "sie eh schon brav war und jetzt ruhig mal weglaufen kann". Ist mir halt mal aufgefallen. Jedes mal wenn ich sie mit einem Leckerlie belohnt hab ist sie schnurstracks nach vorne gehechtet und war schon fast wieder dabei zu ziehen und herumzuschnüffeln. Das habe ich davor vergessen zu erwähnen! ;)

    Danke für eine eure Antworten! :smile:

  • 20 Minuten finde ich viel zu lange.
    Ich mache immer nur wenige Meter und wenn es gut war, lasse ich den Hund wiederlaufen und nach ein paar Minuten üben wir wieder...
    Das mit dem Leckerlie nehmen und nach vorne hechten hat deine Hündin wohl fehlverknüpft, daher würde ich dir raten jeden Schritt des Hundes zu belohnen (der nachschub der Leckerlies muss sofort ohne Unterbrechnung weitergehen - Leine in die linke Hand und in die rechte Hand das Futter zum geben immer schön die Hand nach unten) und sofort eine klare Ansage starten, wenn der Hund die Idee hat wieder rauszugehen.
    Dies ist aber eine Übung von Wochen und Monaten bis der Hund das so konditioniert hat, dass die leckerlies wichtiger werden wie alles andere und dann erst kann man die Abstände der Leckerliegabe langsam verringern...
    Das dauert, aber meiner Meinung nach lohnt es sich.
    Konsequenz, Geduld und Spucke zahlen sich hierbei echt aus.

  • Zitat

    20 Minuten finde ich viel zu lange.

    Also nicht durchgehend. immer mit Pausen und wieder schnüffeln / bisschen laufen lassen etc.
    Ich meinte nur die "ganze" Übungseinheit im Wald ;)

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