Springt über den Zaun
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Hallo,
also ehrlich gesagt hat mir der Tipp mit der Bindung jetzt nicht so geholfen. Ich hab nach Beiträgen zum Thema gesucht und auch gefunden, da steht aber jetzt nix drin, was ich nicht auch mache. Gut, sie kommt noch nicht immer auf Abruf, aber sie schaut nach mir, sie liegt bei mir, beim Spaziergang kam sie zurück, sie sucht mich, sie lässt sich alles aus dem Maul nehmen, sie lässt sich von mir überall anfassen. Ich baue Bindung auf indem ich mit ihr spiele, spannende Sachen mache, sie füttere, sie streichle und lobe. Sie kommt beim Spiel mit anderen Hunden zu mir und legt sich bei mir hin.
Ich meine, ich kann doch nach 5 Tagen nicht die Mörderbindung erwarten, oder liege ich da falsch? Mir ging es noch nicht schlecht, ich weiß nicht ob sie mich tröstet, den Blickkontakt sucht sie ab und zu. Klar ist es der Plan, dass sie irgendwann abrufbar ist, aber man muss doch auch realsistisch bleiben, wir sind ja noch dabei sie an ihren Namen zu gewöhnen, indem wir ihn ganz oft sagen, sie hieß anders. Das klappt schon ganz gut, sie reagiert immer öfters.
Und mit etwas Erziehung meinte ich, dass ich ihr ganz klar zeige, was verboten ist, wir eiern nicht mit Befehlen rum, aber ich fang doch nicht gleich tausend Dinge an, die ich nicht durchziehen kann. Also ich glaub, etwas mehr wie ne Woche muss ich uns schon geben!
Wir haben gute und dämliche Bücher gelesen, auch hier muss ich den Weg finden, der für mich machbar ist. Ich war einfach nur überrascht, dass sie nach so kurzer Zeit schon raus hat, dass sie ganz locker über den Zaun kommt, und ich weiß, sie bleibt erst mal an der Leine, bis sie sicherer ist und bis ich sicherer bin.
Soll jetzt hier nicht negativ klingen!!!! - Vor einem Moment
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Hallo,
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Zitat
Soll jetzt hier nicht negativ klingen!!!!
Also, erst mal tief durchatmen. Wir kochen alle nur mit Wasser. - Und die Bücherschreiberlinge auch. Was ich mit der Bindung meinte ist, dass "Kuscheln" für einen Hund nicht unbedingt etwas ist was ihn "bindet". Kuscheln, also Zuneigung ist für einen Hund genauso eine Resource wie Futter oder Wasser, er braucht es zum leben. Wenn Du ihm das aber alles "schenkst", hat er keinen Grund mehr dafür zu arbeiten. Und Arbeiten meint in diesem Kontext, deine Interessen vor die seinigen zu stellen.
Konkret zu den Büchern. Ich persönlich beginne nun das Schleppleinentraining von Petra Führmann (Kosmos Hundeerziehungsprogramm). Ich halte das Buch für weitestgehend gut. Ein paar Dinge, wie die Rudeltheorie und Schleppleine am Halsband finde ich überaltet und stellenweise grenzwertig, der Großteil des Buches ist jedoch sehr gut aufgebaut. Ich habe einen Beagle, der sich draussen zwar für mich "interessiert", aber seine Interessen nicht immer vor die meinen stellt. Da ich es versäumt habe von anfang an einen Radius und eine gewisse Aufmerksamkeit mir gegenüber zu konditionieren, muss ich nun ganz unten wieder anfangen und das braucht bei einem älteren Hund nunmal deutlich mehr Zeit als bei einem jungen.
Fazit: Tut euch selbst den gefallen und seid von Anfang an mit allem 100% konsequent. Konsequent bedeutet übrigens: Einmal verboten, immer verboten und das Durchsetzen der Kommandos. Das hat nichts mit Strenge oder Strafe zu tun. Für den Einzelfall kannst Du dir hier auch gerne nochmal Tipps holen, es gibt hier viele hundeerfahrene Menschen.
Viel Erfolg.
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..... ich finde, du machst das ganz toll und es hört sich doch prima an, was ihr in einer Woche schon erreicht habt - mach dir keinen Druck.... Wenn sie schon nach dir schaut und sogar beim Spiel mit anderen Hunden zu dir kommt ist das mehr, als viele andere Leute nach mehreren Jahren mit ihren Hunden schaffen

Das über den Zaun springen halte ich auch für recht "normal" - wenn auch nicht ungefährlich...
Lösung: Zaun höher machen !!
Ist ja wohl ein Straßenhund oder zumindest ein Hund, der vielleicht vorher nicht so viel menschliche Bindung kannte? Außerdem jung - der Garten ist sicher recht schnell erkundet und "draußen" ist die Welt noch spannender.... und woher soll sie wissen, dass sie da nicht drüber darf, wenns doch kein großes Hindernis darstellt....?Ich persönlich bin kein Freund von "(Schlepp-)leinen-Zwang" - habe meine Straßenhündin schon am 4. Tag abgeleint und immer nur ohne (Schlepp-)leine am Folgen und Rückruf trainiert. Sie kommt jetzt, weil sie will/"muss" und es gelernt hat - und nicht, weil sie weiß, die Leine ist dran und holt/sichert sie (oder auch nicht).
Auch das Fuß-gehen bzw. "bei mir" habe ich so mit ihr geübt und daher kaum Probleme mit Leinenzerrerei gehabt. Ob mit oder ohne Leine, sie bleibt eben dicht oder höchstens in ein Meter Distanz zu mir - je nach Kommando.
Ich hätte aber mein Hündin eben auch nicht im ersten Jahr - eigentlich den schönsten und unbeschwertesten Hundejahren ? ständig und ausschließlich an der Leine haben wollen (obwohl es mir viele genauso empfohlen und andernfalls Probleme heraufbeschworen haben - die aber dennoch nie eingetreten sind
).Aber es muss eben jeder selber wissen, was er mit seinem Hund macht, für welche Erziehungsmethoden er sich entscheidet und welche am Besten zu ihm und dem Hund passen - es wird immer Kritiker geben, die aufschreien und alles besser wissen (wollen).
Also viel Glück für euch - ich finde, du bist auf einem guten Weg....
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Zitat
Ich persönlich bin kein Freund von "(Schlepp-)leinen-Zwang" - habe meine Straßenhündin schon am 4. Tag abgeleint und immer nur ohne (Schlepp-)leine am Folgen und Rückruf trainiert. Sie kommt jetzt, weil sie will/"muss" und es gelernt hat - und nicht, weil sie weiß, die Leine ist dran und holt/sichert sie (oder auch nicht).
Das dein Hund das alles so fein mitgemacht hat, ist sehr schön und freut mich - für deinen Hund und natürlich auch für dich. Du solltest aber bedenken, dass es keine "Besserwisserei" ist, dass nicht jeder Hund gleich ist. Meine Hündin läge schon lange unter einem Auto, wenn nicht die Leine gewesen wäre und das hat nichts mit mangelndem Training oder fehlender Bindung zu tun, wie Du das jetzt sicher vermuten wirst.
Im Übrigen kann man seinen Hund dort, wo man ihn nicht zurückrufen muss auch ohne Leine spielen lassen - das schließt das Schleppleinentraining nicht aus.
Ganz klar ist: Ein (für eine gewisse Zeit) "unglücklicher" Hund ist besser als ein überfahrener Hund. Und ein Auto schert sich recht wenig darum, ob es die unbeschwerte (Was ist denn die beschwerte; wenn er anfangen muss zur Arbeit zu gehen und seine Familie zu ernähren?!) Zeit eines Hundes ist, in der es ihn überfährt.
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Du solltest aber bedenken, dass es keine "Besserwisserei" ist, dass nicht jeder Hund gleich ist.
... genau das habe ich geschrieben - jeder muss für sich und seinen Hund das passende Training und die passende Methode finden...Meine Hündin läge schon lange unter einem Auto, wenn nicht die Leine gewesen wäre und das hat nichts mit mangelndem Training oder fehlender Bindung zu tun, wie Du das jetzt sicher vermuten wirst.
wie kommst du darauf??Im Übrigen kann man seinen Hund dort, wo man ihn nicht zurückrufen muss auch ohne Leine spielen lassen - das schließt das Schleppleinentraining nicht aus.
sehe leider nur immer wieder allzu viele Leute, deren Hunde auch an der Schlepp spielen "müssen" und dabei sich und andere gefährden...Ganz klar ist: Ein (für eine gewisse Zeit) "unglücklicher" Hund ist besser als ein überfahrener Hund.
.... ist doch wohl keine Frage, dass ein Hund in der Nähe von befahrenen Strassen an die Leine gehört - habe ich gesagt/geschrieben, dass mein Hund keine Leine kennt???Und ein Auto schert sich recht wenig darum, ob es die unbeschwerte (Was ist denn die beschwerte; wenn er anfangen muss zur Arbeit zu gehen und seine Familie zu ernähren?!) Zeit eines Hundes ist, in der es ihn überfährt.
.... ich habe an meiner Hündin mit dem Erwachsenwerden (ca. 2 Jahre) eine deutliche Wesensänderung bemerkt - vorher hat sie gern und mit fast jedem gespielt und so - dank Freilauf in jeder möglichen Situation ein sehr gutes Sozialverhalten erlernt. Seit dem zweiten Lebensjahr spielt sie nur noch mit einigen, wenigen, ihr vorher schon bekannten Hunden (zumindest ausgiebiges Spiel findet nur noch mit diesen statt) - hätte ich sie im ersten Jahr, dass ich sie hatte (ab 1. Lebensjahr) ausschließlich an der (Schlepp-) leine gehalten, bin ich mir ziemlich sicher, jetzt 1. Probleme bei Hundebegegnungen zu haben und 2. ihr eine m.M. nach wichtige Zeit der freien Erkundung und Entfaltung genommen - aber das ist wie gesagt, meine persönliche Einstellung - ich will sie niemanden aufdrängen, aber auch nicht dafür "angezählt" werden... -
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Ich habe jetzt mal die ganzen Zitate aussen vor gelassen, da es sonst unübersichtlich wird. Und auf die "verstehst Du mich falsch, versteh ich dich falsch"-Dingse möchte ich gerne verzichten, da es hier um etwas ganz konkretes geht und keine allgemeine Diskussion ist.
Eines Vorweg, für mich las sich dein Beitrag so, als würdest Du grundsätzlich davon ausgehen, dass man mit dem "richtigen" Training keine Schleppleine bräuchte. Deswegen habe ich meine Meinung dazu geschrieben und dich nicht "angezählt", was auch immer das sein mag. :)
"Schleppleinentraining" ist für mich eine klar definierte Sache und so wie jedes Training wird dies absolut separat vom Spielen durchgeführt. Gespielt wird in Pausen und an geeigneten Orten. Einen Hund an einer meterlangen Leine zu führen und ihn daran spielen zu lassen ist kein Schleppleinentraining - es ist sogar gar kein Training sondern doof und gefährlich.
Ich stelle zu keiner (!) Zeit eine ausreichende Sozialisierung in Frage. Ich selbst habe allergrößten Wert auf Sozialisierung (Menschen, Hunde, Umwelt) und Stressfestigkeit (Mitnehmen in die Stadt, erst ein paar Minuten, dann länger und länger, Biergarten, Menschenmassen, etc.) gelegt. Ich halte das für unabdingbar. Was allerdings eben nicht funktioniert ist das eine total gut und das andere nahezu gar nicht zu üben.
Lange Rede, kurzer Sinn: Hund an der Straße immer an die Leine und an die Schleppe, solange der Rückruf nicht funktioniert - Spielen dann eben da, wo man den Hund nicht rufen muss. So sehe ich das eben.
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Zitat
Ich habe jetzt mal die ganzen Zitate aussen vor gelassen, da es sonst unübersichtlich wird. Und auf die "verstehst Du mich falsch, versteh ich dich falsch"-Dingse möchte ich gerne verzichten, da es hier um etwas ganz konkretes geht und keine allgemeine Diskussion ist.
deswegen habe ich anfangs selbst auf Zitate verzichtet - weil ich eben nur meine Meinung schreiben wollte und nicht die eines anderen in Frage gestellt habe - bzw. stellen wollte....
- wenn du aber auf meine Dinge eingehst (im übrigen mit Zitat.....) und sie anders/falsch interpretierst bzw. kommentierst, möchte ich das bitte doch gerade rücken können.... dazu sind Zitate manchmal recht zweckdienlich...
Ansonsten sind wir uns ja grundsätzlich wohl ziemlich einig....
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Ehm... um mal zum eigentlichen Thema zurückzukommen: Ich würde an deiner Stelle deiner Hündin wirklich nur dort ableinen, wo weit und breit keine Straße und nach Möglichkeit auch keine anderen Hunde oder Wild zu erwarten sind.
Ansonsten gehört der Hund an die Schlepp. Zum spielen mit anderen Hunden kannst du sie evtl. ableinen (selbstverständlich sollte das auch in einer gefahrlosen Umgebung stattfinden) - wenn die anderen verträglich sind und ihren Besitzern zuverlässig gehorchen, kommt deine vermutlich auch zu dir zurück.
Bei meiner klappt das! Ist aber von Hund zu Hund unterschiedlich. Wenn du das Gelände weiträumig überblicken kannst, kannst du es vielleicht ausprobieren. Musst du selber wissen! Ansonsten sollte man wohl solange warten, bis der Rückruf ohne Ablenkung 100%ig funktioniert - dann hat man mit Ablenkung immerhin irgendeine Chance .Ich bin immer neidisch auf die Leute, die ihren Auslandshund nach ein paar Tagen ableinen konnten und nie schlechte Erfahrungen damit machen mussten - hab da ganz andere Sachen erlebt und bin nicht so risikofreudig (ich spreche nicht von Ableinen in der Stadt, sondern sehr wohl vom Ableinen in weitläufiger natürlicher Umgebung - kann verdammt schief gehen).
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