Futterneid - kann man da irgendwie einwirken?
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Verknappung von Ressourcen führt zur Eskalation des Ressourcenverteidigenden Verhaltens... Wenn weniger da ist, wirds vehementer umkämpft. Ist doch logisch...
Wenn ich einen Ressourcenverteidiger unter meinen Gast- oder Pflegehunden da habe, bekommt der Stänkerer Leckerchen dafür, dass sich ein anderer Hund nähert. Ist keiner da, gibts kein Leckerchen.
Dabei muß man natürlich kontrollieren können, wie dicht der andere Hund herankommen kann (und wie weit der Stänkerer sich von der Leckerchen Quelle (mir
) entfernen kann.Konkret mache ich das so:
Ich habe Stinkstiefel an der Leine und bitte jemanden, den anderen Hund näher (wobei "näher" individuell auf Stinkstiefel zugeschnitten ist...) zu bringen (wenn ich keinen Helfer habe, binde ich den Übungspartnerhund irgendwo an und nähere mich mit Stinkstifel an der Leine...). Dabei spiele ich mit Stinkstiefel das "wo ist der Hund?"-Spiel, sprich, ich clicke, wenn Stinkstiefel den anderen Hund ansieht, und orientiere ihn dann per Leckerchen von dem anderen Hund weg. Das ganze wird in schneller Folge oft wiederholt. Wenn Stinkstiefel das Verhalten "zeige kurz an wo der andere Hund ist" anbietet, bekommt das Spiel einen Namen, indem ich "Wo ist der Hund?" sage, kurz bevor Stinkstiefel es wieder tut.
Nach genügend Wiederhlungen habe ich einen Hund, der auf "Wo ist der Hund?" die Gegend nach einem anderen Hund abscannt und hn mir anzeigt = kurz hingucken --> zu mir umwenden... Click, Keks.Damit erkläre ich dem Hund ganz viele Sachen gleichzeitig:
1. Das "Ding" bekommt einen Namen, nämlich "Hund" (ich spiel das "Wo ist...?" mit verschiedenen Kategorien - Menschen, Autos, Katzen...)
2. der Hund verknüpft "Auftauchen oder Anwesenheit eines anderen Hundes" mit wir spielen dieses "Wo ist...?" Spiel
3. der Hund lernt ein angemessenes Verhalten, nämlich Umorientierung zu seinem Menschen, wenn ein anderer Hund auftaucht - sprich, ER sagt MIR, wenn er einen erspäht hat, Bescheid, und ich bin der Aufgabe entledigt, den Radarturm für meinen Hund zu machen.
4. der Hund verknüpft "anderer Hund taucht auf" mit "Möglichkeit, lecker Essen zu bekommen" - eine ziemlich nützliche klassische Konditioniering, die den derzeitigen Stand: "anderer Hund - den muß ich fressen!" durch "anderer Hund taucht auf, gleich gibts bei Mensch Essen" ersetzt.
5. Auftauchen anderer Hunde rufen eine andere emotionale Reaktion ("Sicherheit durch Teamwork mit meinem Mensch nach bekannten Regeln" statt "Aufregung wegen Unsicherheit durch bevorstehender Konkurrenzsituation") hervor.
Ich spiel dieses Spiel sowohl in gestellten Szenarien, als auch total oportunistisch, dass heißt immer, wenn wir einen anderen Hund irgendwo in der Landschaft haben.
Besonders geil ist dieses Spiel auch für Leinenpöbler, die dann nämlich beim Anblick von anderen Hunden nicht mehr in die Leine rasen und das übliche Pöbelprogram abziehen, sondern mich höflich auffordern, das "Wo ist der Hund"-Spiel zu spielen.
Mit fortgeschrittenen Ressourcenverteidigern (also im Training fortgeschrittenen
) spiele ich auch das "ein Löffelchen für Stinkstiefel..., ein Löffelchen für den anderen Hund"-Spiel. Dabei kündige ich an, wer das nächste Leckerchen bekommt. Und da der Hund weiß, wie er heißt, und meistens auch noch weiß, wie der andere Hund heißt, weiß er genau, wann er eins bekommt, und wann nicht. Dabei bekommt der Stinkstiefel immer öfter was ab, als der andere Hund - Hunde können zählen 
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7. April 2010 um 13:17
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Futterneid - kann man da irgendwie einwirken? - Vor einem Moment
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LG Steffi mit Buddy
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Ich wollte euch allen noch mal für eure Umfangreichen Tipps danken! :umarmen:
Inzwischen ist Skadis Futterneid bis auf einen kleinen Rest komplett verschwunden... ich kann wieder fremde Hunde füttern, während sie daneben steht, sie kaut Leckerlie auch wieder entspannt, wenn andere Hunde neben ihr liegen und sie fisst sogar mit Freundin Bonnie Seite an Seite aus dem Napf.
Ich habe einiges von den Tipps hier aufgegriffen (z.B. die Resourcen nicht zu verknappen, wenn andere Hunde anwesend sind und das "Schönfüttern"), aber ich denke den Durchbruch hat tatsächlich Skadis Kastration gebracht. Seit dem ihre Hormone gebannt sind ist es laufend besser geworden und vor allem ist die Vehemenz völlig verschwunden.
Wenn ihr nun etwas nicht gefällt, knurrt sie höchstens und geht - ohne völlig überzuschnappen.
Ich hoffe, das diese Akte nun endgültig geschlossen werden kann.
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Hallo,
schön zu lesen.
Man fragt sich ja doch öfter wie sich die Probleme mit der Zeit gelöst haben.Liebe Grüße
Steffi
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