Rassespezifische Inkontinenz nach Kastration

  • Hi zusammen,

    ich muss wohl in den nächsten Wochen über eine Kastration meines Engelchens entscheiden.
    Ich hatte immer gehofft, dass dies nie ein Thema wird, doch die Abstände der Läufigkeiten werden immer kürzer (zzt. alle 4 Monate), schlimmer aber noch sind die anschließenden Scheinschwangerschaften, die jedesmal heftiger werden. Wir haben letzte Woche ein Ultraschall machen lassen, allerdings konnte man durch die Läufigkeit nicht viel erkennen (evtl. Zyste), die Gebärmutter war aber unauffällig.
    Nun sagte mein Tierarzt, dass manche Rassen besonders oft an Inkontinenz nach einer Kastration leiden, sehr häufig sollen Boxer, Dobermänner(frauen), aber eben auch Rottweiler davon betroffen sein. Eine hundeerfahrene Freundin hält nichts von einer Rasseabhängigkeit der Inkontinenz.
    Habt Ihr Erfahrungen dazu? Leidet eine Eurer Hündinnen an Inkontinenz infolge der Kastration, kann man der Hündin da irgendwie helfen?

    Bin allerdings auch sehr offen für Alternativen, welche eine Scheinschwangerschaft dämmen (Homöopathie), vielleicht wäre dann eine OP hinfällig...

    Würde mich über Tipps und Erfahrungsberichte freuen.

    Danke, Anke

  • Riesenschnauzer zählen auch zu den vermehrt betroffenen Rassen.
    Meine Hündin wurde damals inkontinent, im Bekanntenkreis sind es auch viele kastrierte Riesenmädels.
    Bei manchen ist es gut medikamentös behandelbar, bei anderen leider nicht.

    "Gefühlt" sind mehr kastrierte Riesendamen undicht als bei anderen Rassen/Mixen über 20kg. Da sie auch bei den betroffenen Rassen aufgeführt werden, denke ich, das Gefühl entspricht der Realität.

    Ich komme bei meinen Hündinnen mit Nahrungsentzug, vermehrter Bewegung und Zerrspielen zurecht.
    Das klappt leider nicht bei jeder Hündin.

    LG
    das Schnauzermädel

  • Huhu,

    also ich habe noch nie etwas von einem rasseabhängig höheren Inkontinenz-Risiko gehört (bin aber auch kein Experte).

    Meine Pocke musste ich auch kastrieren lassen, weil sie nach jeder Läufigkeit scheinschwanger war (mit Milch ohne Ende) und auch sonst rund um die Läufigkeit wochenlang völlig von der Rolle war. Und sie hatte auch schon erste kleine Zysten.

    Nun ist sie seit knapp zwei Jahren inkontinent, aber es lässt sich bei ihr medikamentös sehr gut unter Kontrolle halten. Ich muss nur aufpassen, dass sie sich keine Blasenentzündung holt (was in diesem Winter bei dem ewigen Schnee leider nicht ganz so gut geklappt hat).

    Aber ich bin der Meinung: lieber eine inkontinente Hündin (davon merkt man ja glücklicherweise dank der Medikamente normalerweise nichts...), als sie früh durch Krebs zu verlieren oder zweimal im Jahr wochenlang einen Hund zu haben, der völlig bekloppt im Kopf ist... :/

    LG
    D. mit Pocke

  • So einfach ist das nun auch nicht. Es steht ja vorher nicht dran.

    Meine Hündin hat unter ihrer "Dichtungsschwäche" offensichtlich gelitten. Man musste sehr aufpassen, dass sie sich nicht ständig wundputzte. Medis halfen nicht. :/ Wir hatten keine Wahl, es war eine Not-OP wegen Pyometra.

    LG
    das Schnauzermädel

  • Das ist das Schlimme daran, auf der einen Seite denke ich auch mit Grausen daran, wie schlimm es für Feebchen wäre, wenn sie ständig "tröpfelt", wo sie so penibel auf Sauberkeit achtet. Das mit dem wund lecken kann ich mir bei ihr gut vorstellen, und was, wenn die Medis nicht helfen?
    Aber schlimmer ist für mich momentan der Gedanke, dass sich die Gebärmutter entzündet und dann schlimmstenfalls notoperiert werden muss.
    Klar, zur Not nehmen wir alle lieber die Inkontinenz in Kauf.
    Riskieren möchte ich gar nichts.

  • Bisschen OT: Gibt es bei Hunden denn auch verschiedene Stufen der Inkontinenz so wie beim Menschen? Ich könnte mir ja vorstellen, dass im schlimmsten Fall die besten Medikamente nicht helfen (?) :/

  • Ich denke, in eurer Situation gibt es kein richtig oder falsch. Du kannst nur mit möglichst vielen Informationen die aus deiner Sicht passende Entscheidung für eure individuelle Situation treffen.
    Ob die genau richtig war, wirst du nir sicher wissen können, denn du weißt ja nicht, was passiert wäre, hättest du anders entschieden.

    Unsere "Inkontinente" war immer scheinträchtig und hatte ordentlich Milch. Damals machte man da nichts, man nahm es hin. Sie hätte ohne Pyometra ruhig unkastriert bleiben können, sie starb relativ jung (mit 9 Jahren) an einem ganz anderen (rassetypischen) Krebs. Aber sie ist ein Einzelfall, ableiten kann man daraus nichts.

    Unsere AmStaff-Hündin hatte massive Probleme mit der Hitze (sehr verlängert) mit gesteigerter Aggression. Sie wurde, nachdem Hormongaben nichts brachten, kastriert. Für sie wahrscheinlich ideal. Zumindest bis zu ihrem 6. lebensjahr ging es ihr kastriert erheblich besser als intakt. Leider wurde sie vergiftet. :sad2:

    Das Schnauzermädel hat es geschafft fast 2 Jahre durchgängig scheinträchtig zu sein. Sie ist intakt und jetzt mit 6 Jahren fit und gesund. Bei ihr lassen sich die Scheinträchtigkeiten mit einfachen Mitteln vereinfachen, seit der auslösende Faktor für das Drama damals nicht mehr besteht.

    Bei jeder einzelnen Hündin war die Entscheidungfindung ein neuer Weg. Jede hatte andere Probleme, die immer neue Überlegungen erforderten. Nur meine Grundhaltung möglichst nicht zu schnippeln, die ist immer gleich. Wie das dann zum jeweiligen Hund passt, das muss man immer neu herausfinden.

    LG
    das Schnauzermädel

  • @ Nancilla
    Ich denke, das ist sogar bestimmt so.
    Meine Angst ist halt einfach, dass mein Mädchen unter der Kastration - nein, unter der Inkontinenz - leidet. Wobei eine Inkontinenz ja nicht unbedingt folgen muss. Aber wenn halt dann doch, dann würde ich es ihr gerne so leicht wie möglich machen wollen.
    In der Regel bin ich froh, überhaupt Entscheidungen treffen zu können, aber diesmal bin ich echt verunsichert.
    Eine Not-OP möchte ich ihr ersparen.
    Liebe Grüße, Anke

  • Ach Schnauzermädel,
    Du (und Deine Mädels) hast da ja einiges durchgemacht!
    Ich würde am Liebsten auch nicht eingreifen müssen, wahrscheinlich hast Du recht und ich muss einfach zum richtigen Zeitpunkt eine Entscheidung treffen. Zum Glück ist mein TA nicht aufs "Schnippeln" aus, sodass er wenigstens nicht leichtfertig eine Kastration empfiehlt.

    Feebee beginnt seit heute am "Nestbauen", ich versuche, sie abzulenken und zu beschäftigen. Wenn auch diesmal keine Entzündungen oder ähnlich Schlimmes auftreten, wäre ich glücklich.

    Danke für die Anregungen!

    Lieben Gruß, Anke

  • Wenn sie jetzt scheinträchtig wird, dann muss eine Kastration ja eine Weile warten.

    Ich schreibe dir mal, was ich mache:

    Mein Schnauzermädel bekommt schon während der Hitze und in den Wochen danach weniger Futter.
    Geht es an die "heiße Phase" der Scheinträchtigkeit, dann bekommt sie nur noch eine Hand voll gekochten Reis. Wenig Energie lässt keine Reserven für die Milchproduktion, außerdem entwässert Reis, für die Milchproduktion auch nicht ideal.
    Sie geht dann jeden Tag ans Rad, 20km sind dann nichts. Sie muss daheim tot in ihren Korb fallen. Auch dieser "Stress" ist ungünstig für imaginären Nachwuchs.
    Alle Möglichkeiten ein Nest zu bauen oder etwas zu betüddeln werden entzogen.
    Wir spielen viel Zerrspiele, damit andere Hormone, als die für die Fortpflanzung notwendigen, produziert werden.
    Sie apportiert auch schwerere Gegenstände aus dem Wasser, also ermüde ich sie so, das kühlt gleich das Gesäuge. Bei dem Wetter ist das aber sicher nichts für jeden Hund. ;)
    Falls viel Milch da ist, bekommt sie ein T-Shirt über die Hinterbeine, den Saum am Halsband festgebunden, damit sie den Bauch nicht lecken und so die Milchproduktion fördern kann.

    So kommen wir jetzt seit 4 Jahren mit einem leichten Milcheinschuss weg. Sie hat keine merklichen Probleme.
    Nach ihrer ersten Hitze war sie -wie gesagt- fast 2 Jahre dauerscheinträchtig. Galastop half immer für 5-6 Tage, dann war die Milch wieder da. Sie wurde milchgebend läufig. :schockiert: Damals hätte ich kastriert, nur mitten in der Scheinträchtigkeit natürlich nicht. Im Nachinein kennen wir den Grund. Sie hatte genau so lange Milch, wie unser damals zeitgleich geborener Sohn Milch trank. :roll:

    Du kannst es ja mal mit dem Hunger- und Sportprogramm versuchen. Bei manchen Hündinnen klappt das wirklich gut, leider nicht bei allen.

    LG
    das Schnauzermädel

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